Mitglied inaktiv
Hi, eigentlich gehöre ich ja schon eine Zeitlang ins SS-Forum, bin in der 8.Woche. Bin aber oft hier gewesen und ihr seid immer sehr nett gewesen. Ich hoffe ihr versteht mein Posting jetzt nicht als Mittleid mit Kinderlosen oder so, aber ich weis nicht, was ich machen soll. Ich habe nur ein halbes Jahr auf mein Wunschkind gewartet, sehr kurz im Gegensatz zu anderen. Mein Problem ist meine Schwägerin in spe, die schon seit einem Jahr versucht, ein Baby zu bekommen, es aber noch nicht geklappt hat. Vor einer Woche hat mein Freund die freudige Nachricht bei seinen Verwandten erzählt und sie war auch dabei. Man konnte richtig sehen dass ihr dabei alles aus dem Gesicht gefallen ist. Hatte sie doch so fix damit gerechnet, als erste dran zu sein. Wir beide verstehen uns sehr gut, ich möchte sie ehrlich gesagt nicht so gerne darauf ansprechen, weil ich ganz genau weiss, wie sehr weh es ihr tut. Was soll ich denn jetzt tun? Sie mehr in meine Schwangerschaft miteinbinden? Oder lieber nicht mehr so viel erzählen. Hab Angst, ich tu ihr vielleicht dann noch mehr weh. Ist so kompliziert, ich wünsch ihr so sehr auch ein Baby, was würdet ihr tun? liebe Grüsse Birgit
Liebe Birgit, ich denke ich verstehe wie Du Dich jetzt fühlen mußt. Wir bekamen Anfang 2002 die Nachricht, daß wir auf normalen Wege keine Kinder bekommen können. Wir mußten sogar die ICSI Methode vornehmen lassen. Nun ja, wie es in den meisten Fällen so ist, wurde von Woche zu Woche jemand schwanger. Erst meine Schwägerin, dann meine Freundin, die Freundin meiner Freundin und zuguterletzt auch noch die Frau vom Cousin. Ich gebe zu, daß ich auch erst einmal durchatmen mußte, aber ich habe mich für alle gefreut. Keiner der Schwangeren haben wir unser kleines Problem erzählt, damit jeder seine eigene Schwangerschaft genießen konnte. Das war mir sehr wichtig. Erst als die Kinder auf der Welt waren rückten wir mit der Sprache raus. Ich sah bei vielen eine Art Mitleid in den Augen, die hätte ich in der Zeit wirklich nicht gebraucht. Schwanger war ich zu dem Zeitpunkt aber immer noch nicht. Im November wurde ich dann aber schwanger und im Mai 2003 8 Wochen zu früh kam unsere Tochter auf die Welt. Was mir wirklich geholfen hat war mein Mann und meine Eltern, die die Situation verstehen konnten und auch wollten. Geh auf Deine Schwägerin offen zu und frag Sie ruhig, ob sie Dir behilflich sein möchte oder ob Sie ein Problem damit hat. Offenheit und Ehrlichkeit hilft immer. Mach aber bitte keine mitleidigen Dackelaugen, denn die sind zwar niedlich, doch sie tun zu sehr weh. Viel Glück und alles Gute für Deine Schwangerschaft Tina