Mitglied inaktiv
Hallo, hab ja eben schon geschrieben, dass ich endlich eine Arbeitsstelle gefunden habe. An einer Tankstelle. Leider mußte ich gestern beim Vorstellungsgespräch etwas flunkern. Meine zukünftige Chefin hat mich nach der Familienplanung gefragt. Ich weiß, dass Schwangere an einer Tankstelle nicht arbeiten dürfen. Deshalb habe ich gesagt das KEIN KIWU besteht. Also eine glatte Lüge. Hätte ich die Wahrheit gesagt, hätte ich die Stelle nicht bekommen. Nun ich bin ja nicht SS. Aber ein schlechtes Gewissen habe ich schon weil ich geflunkert habe, wenn es das Glück jetzt doch gut meint habe ich ein Problem. Naja aber wir üben jetzt schon so lange. Wenn es dann im nächstem halben Jahr nicht klappen würde, dann würde ich mich ärgern das ich die Stelle vermasselt hab durch meine Ehrlichkeit. Naja ich hoffe ich hab die richtige Entscheidung getroffen. Liebe Grüße und Euch allen ein schönes Wochenende Tanja P.
hallo tanja, eigentlich dürfen arbeitgeber diese frage nicht stellen wenn es um einstellung neuer mitarbeiter geht. es ist eine frage die nicht den bereich der qualifikation betrifft. in diesem fall darfst du "flunkern" damit dir kein nachteil entsteht. ich drück dir die daumen... lg monique
Liebe Tanja, denn Ehrlichkeit in der Hinsicht zahlt sich nicht aus, wie ich am eigenen Leibe erfahren durfte als ich im letzten Juni feststellte, dass ich schwanger bin. Da wir nur eine Zwei-Mann-Aussenstelle unserer FIrma waren, dachte ich, ich sollte doch fair sein und denen ganz fix mitteilen, dass ich schwanger bin, damit man sich schnell eine Loesung ueberlegen koenne fuer die Zeit, die ich nicht da sein werde. In England muss man seinem Arbeitgeber bis zur 24. Woche gar nichts sagen und ist auch unkuendbar als SChwangere. Ja....undkuendbar schon, aber nirgendwo steht geschrieben, dass die Firma nicht geschlossen werden darf. Da es sich also fuer unsere grossen Bosse nicht lohnte mit mir als Schwangerer, stand also nach vier Wochen Schweigen eine Anwaeltin auf der Matte und klaerte mich ueber meine Rechte auf: Ich wurde gekuendigt und sollte mich noch gluecklich schaetzen, dass dies innerhalb der Kuendigungsfrist geschah und die noch keinen Umsatz machende Firma nicht gleich geschlossen wurde, von wegen nicht solvent. Hurra, so stand ich dann im November mit dickem Bauch und ohne Arbeit auf der Strasse - und bekam am 22. meinen toten Sohn. Jetzt suche ich in der Verfassung Arbeit, was nicht leicht faellt und habe mir vorgenommen, niemals wieder auf meinen Arbeitgeber Ruecksicht zu nehmen. Hier geht es um DICH Tanja und die taeten Dich nie einstellen, wenn sie von Deinem Kinderwunsch wuessten. Also schei.. auf's schlechte Gewissen und sei bitte ganz doll und konsequent egoistisch! Viel Glueck dabei! Liebe Gruesse Katrin mit Max ganz fest im Herzen
Libe Katrin, erst mal ein liebes Dankeschön für Deine Antwort, sie hat mich doch sehr nüchtern auf den Boden zurück geholt. Du hast wohl Recht, es war eine gute Entscheidung. Es ist wohl doch so: jeder ist sich selbst am Nähsten. Über die Dreistigkeit Deiner Arbeitgeber, fehlen mir die Worte. Soetwas gehört verboten. Und dann noch so ein schrecklicher Schicksalsschlag... Ich möchte mir nicht anmaßen, zu wissen wie es Dir geht. Ich wünsche Dir nur, dass Dir solch etwas schreckliches nicht noch einmal geschieht. Wenn ich hier, oder auch sonst, soetwas lese oder höre überkommt mich eine riesen Traurigkeit. Alles Gute Liebe Grüße und Danke Tanja P.
Hallo Tanja, ich bin selbständig, habe 20 Angestellte und wünsche mir seit über 2 Jahren ein Kind. Aus meiner Sicht muß ich sagen, dass ich es äußerst unfair finde in diesem Zusammenhang meinem Arbeitgeber etwas vorzulügen. Mir ist es schon mehrfach so ergangen, dass Damen sich von mir einstellen ließen. Dann recht schnell schwanger wurden, oder schon waren, und ab dem 2. - 3. Monat "krank" geschrieben wurden. Das ging meinem Unternehmen fast an den Kragen. Was weiter bedeutet, dass meine anderen Mitarbeiter (teils Alleinverdiener mit Familien im Hintergrund) nur durch doppelten Einsatz ihre Stellen und Gehälter behalten konnten. Na ist das super? Wohl eher nicht. Sorry ich finde es egoistisch und unfair allen anderen gegenüber. Trotzdem wünsche ich dir eine baldige Schwangerschaft und viel Spaß bei der Arbeit. Liebe Grüße Christine
Hallo Tanja! Deine Chefin weiß genau, daß sie diese Frage nicht stellen darf und daß du die Frage nicht ehrlich beantworten mußt. Und selbst wenn sie davon ausgeht, daß du sie ehrlich beantwortet hast, muß sie die Möglichkeit akzeptieren, daß sich deine Einstellung ganz schnell ändern kann. Abgesehen davon könntest du ja auch ungewollt schwanger werden. Also: Wer eine Frau im gebärfähigen Alter einstellt, muß jederzeit damit rechnen, daß die Frau schwanger wird. Deshalb werden teilweise auch Männer bevorzugt. Ich persönlich würde mich aber in deine Situation auch nicht so wohl fühlen. Als wir das zweite Kind planten, habe ich deshalb entschieden, mir jetzt keine Arbeit zu suchen, weil ich bei SS freigestellt werden müßte (Laborarbeit) und da hätte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich erst kurz vorher angefangen hätte. Allerdings zahlt bei einem Betrieb unter 15 Angestellten die KK und nicht der Arbeitgeber bei Freistellung dein Gehalt weiter, da braucht das schlechte Gewissen dann nicht mehr so groß sein. Also vor zwei Jahren war es zumindest noch so. Mal eine andere Frage: Hast du keine Bedenken, bei geplanter SS an einer Tankstelle zu arbeiten? Ich habe mich damals im Labor immer um die besonders gefährlichen Arbeiten gedrückt aus Angst, ich könne bereits schwanger sein bzw. schlicht und einfach auch um Schäden am Erbgut der Eizellen zu vermeiden. Es war aber nur ein kleiner Teilbereich der Arbeit und ich hatte mehrere ältere Kolleginnen mit abgeschlossener Familienplanung, die das dann gemacht haben, das ging dann schon. Alles Gute Claudia