Mitglied inaktiv
Hallo an alle !! Ich bin das erste mal hier und möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 31 Jahre alt, Bankkauffrau und habe einen fast einjährigen Sohn durch ICSI. (Endometriose) Wir planen jetzt unser zweites Kind! Habe ich die Chance, auch auf "normalem" Weg schwanger zu werden ?? Wer hat da Erfahrungen ???
Hallo Twidi, ja, man kann auch mit Endometriose spontan schwanger werden. Es klappt bei ziemlich genau 50 Prozent aller Endometriose-Betroffenen inh. von zwei Jahren ohne Behandlung. Ich selbst habe mittelgradige Endo und bin zweimal spontan schwanger geworden. Das erste mal nach einer Bauchspiegelung mit weitgehender Entfernung der Endo, das zweite Mal einfach so. Leider klappt es jetzt schon seit vier Jahren beiuns kein weiteres Mal und man hat uns eine Insemination empfohlen. Ich habe allerdings kürzlich per Bauchspiegelung die Endo entfernen lassen, was ja immer eine Zeitlang vorhält, bis die Endo evt. wieder kommt. Statt der Insemination werden wir es jetzt lieber mal einige Zeitlang spontan probieren. Der Grad der Endo sagt übrigens nicht unbedingt etwas über die Erfolgsaussichten, spontan schwanger zu werden, aus. Eine Freundin von mir hat schwerste Endometriose mit sog. Schokoladenzysten und heftigen Schmerzen usw., und hat trotzdem zwei Kinder. Allerdings traten ihre spontanen Schwangerschaften jeweils nach Bauchspiegelungen mit vorübergehender weitgehender Entfernung der Endo-Herde ein. Einmal davon erst nach zusätzlicher Hormonbehandlung (GNHR-Analoga, vorübergehende künstliche Wechseljahre) nach der OP, das zweite Mal ohne Hormone, einfach nach OP. Eine Bauchspiegelung, bei der Du die Endo-Herde mal entfernen lässt (hält mit etwas Glück ein Jahr vor), wäre sicher eine gute Möglichkeit für Euch. Man kann das heute in speziellen chirurgisch-gynäkologischen Praxen ambulant machen lassen. Man geht morgens hin und nachmittags nach Hause. Diese Möglichkeit ist sehr gut, kann ich nur empfehlen. Ich finde, man muss bei Endo den für sich selbst passenden Weg finden. Eine ICSI ist aufwändig und hat nicht so hohe Erfolgsquoten. Gar nichts zu unternehmen hat immerhin eine 50prozentige Chance. Eine Bauchspiegelung verbessert diese Chance nochmal stark, weil man zumindest eine längere Zeit endometriosefrei ist. Von der Hormonbehandlung sind viele Ärzte dagegen inzwischen wieder ab, weil sie das Problem nicht löst, sondern die Rückkehr der Endo lediglich aufschiebt. Damit ist nichts gewonnen, weil man in der Zeit der Hormonspritzen auch nicht schwanger werden kann. Hoffe, ich konnte Dir ein paar Denkanstöße geben, liebe Grüße, Mijou
Hallo Mijou, vielen Dank für Deine Tipps. Auch ich hatte wie Deine Freundin sog. Schokoladenzysten, die in einer OP entfernt wurden. Direkt im Anschluss sind wir dann mit der ICSI gestartet, die dann auch gleich beim ersten Mal erfolgreich war. Habe gerade von einer Freundin erfahren, die auch Endometriose und drei erfolglose ICSI-Versuche hinter sich hat, dass sie schwanger ist. Einfach so. Ich glaube, die Psyche spielt bei der ganzen Geschichte - trotz Endometriose - die größte Rolle. Meine Freundin hatte den Kinderwunsch begraben - und prompt klappt es. Mein Problem ist, dass ich zu ungeduldig bin und viel zu viel über das Ganze nachdenke. Ich hätte glaube ich gar nicht die Geduld, vier Jahre lang zu "üben" und jeden Monat wieder enttäuscht zu werden. Wie hälst Du das aus ??? Übrigens musste ich nach meiner Endometriose OP insgesamt 5 Tage im Krankenhaus liegen. Mich wundert, dass man die OP auch ambulant machen kann.