Elternforum Erster Kinderwunsch

Lebenseinstellungswandel, von einem Tag auf den anderen

Lebenseinstellungswandel, von einem Tag auf den anderen

Tilia81

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Hallo zusammen, ich bin neu hier und lese schon ein paar Tage mit.Ich wollte nie Kinder, fand das Leben mit meinem Mann und meine Arbeit als Auslastung genug, wir reisten viel und konnten uns tolle Dinge leisten und wir wollten, daß das so bleibt. Kinder fand ich nervig und machte einen großen Bogen um sie, großartig mit meinen Neffen zu spielen, dazu hatte ich nur kurz Lust. Ich bin jetzt 36 und vor 4 Wochen brach auf einmal ein enormer Kinderwunsch aus ich weiß nicht, wie mir geschieht. Es ist alles so anders, mein Job langweilt mich schon seit längerer Zeit und ich wollte eigentlich eine neue Stelle suchen, Ausflüge sind toll, aber irgendwie empfinde ich es gerade als fad, es ist irgendwie immer das Gleiche und mir fehlt etwas. Auf einmal kann ich mir nicht mehr vorstellen nur mit meinem Mann alleine alt zu werden. Die Partyzeit ist schon lange vorbei, wir gehen nicht so gerne aus und verbringen viel Zeit in der Natur mit Hund. Ich wollte auch nie beruflich Karriere machen, ich arbeite um zu leben. Wenn ich eine gewisse Zeit zuhause bleiben würde, hätte ich keine Probleme damit. Gerade erst sind wir umgezogen, haben ein Zimmer mehr. Dabei habe ich immer gesagt, wenn wir uns jemals dazu entscheiden sollten Nachwuchs zu bekommen, dann würde ich wieder nach Bayern ziehen wollen, in die Eigentumswohnung meines Mannes. In NRW wollte ich niemals eine Familie gründen, zu laut, zu viele Menschen, zu hohe Kriminalität, sondern ab aufs Land, mit Großeltern im Haus. Kinder nahm ich vorher genervt war und heute kriege ich feuchte Augen beim Anblick des 4 Monate alten Sohnes, sehe nur noch schwanger und Kinderwägen und könnte dann heulen, weil meine Hormone durchdrehen. Und gestern habe ich bei DM meinen Glückskindstillschal abgeholt... Und dann wieder kurze Zweifel, ob man das alles schafft, wie anstrengend Kinder wirklich sind, ob es toll ist, oder ob sie einem den letzten Nerv rauben und man es irgendwann bereuht. Ich habe leider die Veranlagung hochsensibel zu sein und ich brauche hin und wieder mal Zeit für mich, und wenn es nur ein Spaziergang alleine ist, oder ein Buch lesen um runterzukommen. 24 Stunden am Tag fremdbestimmt zu sein, dabei fühle ich mich nicht wohl. Oder vielleicht schaffe ich das auch ganz toll? Ist das normal? War das bei euch auch so? Ja, nein, vielleicht, aber wann? Wäre das überstürzt, oder ist die Zeit jetzt wirklich reif? Meine Uhr läuft ja auch bald ab, mit 36 bin ich ja auch nicht mehr taufrisch. Ist es mit 36 noch ohne Probleme möglich? Was ist wenn die Hormone abnehmen und ich wieder klar im Kopf werde, sobald ich schwanger bin und es dann bereue? Woher weiß man, daß die Zeit reif ist? Wäre das zu überstürzt und wir sollten warten? Ist es dem Kind zumutbar in diese Welt geboren zu werden, die immer verrückter zu werden scheint? Und um nicht nur von mir zu reden: Mein Mann möchte auch und stellt sich schon so manches vor was wir dann zusammen unternehmen, zusammen Malen, in Pfützen springen und die Welt nochmal mit ganz anderen Augen sehen. Er weiß wie anstrengend Kinder sein können, er hatte 2 Ziehkinder und die Mädels schon früh begleitet. Naja, nur ich kenne den Alltag mit Kindern nicht, das macht mir etwas Angst. Er sagt, wenn ich mir sicher bin, dann stünde dem nichts im Wege. Er hat schon 2 Namen ausgesucht ;) Fragen über Fragen Viele Grüße Tilia


Banu28

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Antwort auf Beitrag von Tilia81

Hallo, Kinderwunsch kann sehr plötzlich kommen, bei mir war das so mit 30. Vorher hatte ich auch kein gesteigertes Interesse an Kindern, und auf einmal konnte ich mir ein Leben ohne nicht vorstellen. Heute habe ich zwei von der Sorte und bin glücklich! Ich bin auch HSP und brauche viel Zeit für mich selbst. Das kollidiert zwar im Alltag oft mit den Bedürfnissen der Kinder, die halt immer viel Aufmerksamkeit möchten. Im Großen und Ganzen klappt es aber. Man kann sich als Paar auch gegenseitig Auszeiten ermöglichen, z. B. abends oder an Wochenenden. Ich mache immer auch mal Dinge allein oder mit Freundinnen, fahre auch mal zwei, drei Tage weg usw. Hypersensibilität ist etwas Normales und kein Grund, an seinen Mutterqualitäten zu zweifeln. Eine HSP-Mutter ist sogar besonders empathisch. Ich habe es noch nie erlebt, dass ich meine Kinder oder ihr Verhalten nicht verstanden hätte, sondern mir ist - sogar bei schwierigem Verhalten - immer sofort klar, welches Bedürfnis des Kindes dahinter steckt. Ich hatte daher nie das Gefühl, meine Kinder wollten mich absichtlich provozieren, austesten oder sonst so einen Unsinn, den viele Eltern glauben, die ihr Kind weniger gut „lesen“ können. Ich glaube, HSP-Mütter sind gute Mütter. Von daher: Nicht mehr ewig nachdenken - sondern tun! LG


Himbeere90

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Antwort auf Beitrag von Banu28

Dem kann ich nur zustimmen! Besonders der Bereich zum HSP! Du musst dir dann einfach deine Auszeiten nehmen, das klappt auch mit Kind und tut dann letztendlich allen gut, weil es dir gut geht. Ich fahre zum Beispiel nächsten Monat für 4 Tage weg. Alleine, Ruhe. Ich werde sicher die Kinder vermissen, aber Zeit für sich zu haben ist auch sehr wichtig, gerade wenn man hochsensibel ist. Das darf man auch als Mutter!


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Tilia81

eines kann ich dir mit sicherheit sagen: bereuen wirst du es nie. spätestens wenn dein baby da ist bist du dir dessen sicher. war bei mir so. und alles was voher wichtig war ist nur mehr nebensächlich. ich kann mir gar nicht mehr vorstellen dass mir mein leben vorher 'erfüllt' vorgekommen ist. und mein kleiner war nicht geplant, ich hatte nicht vor kinder zu bekommen. habe sie auch als nervig empfunden. die schwangerschaft war ein ziemlicher schock. aber vom augenblick an an dem ich ihn zum ersten mal in den armen gehalten habe ist er das größte glück meines lebens


Mitglied inaktiv

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ich kann auch beim spazieren gehen wenn der kleine im wagen schläft gut enspannen und abends sobald er schläft lese ich


Tilia81

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Antwort auf Beitrag von Tilia81

Hallo zusammen, das stimmt mich doch positiver, was ihr so schreibt. Ich habe so richtig Lust, ist schon komisch, wie sich alles ändern kann, lange war man bemüht den Eisprung zu umgehen, und jetzt kann man es kaum erwarten *lacht*. Die Natur ist schon merkwürdig, vor allem: So spät, bei vielen Mädels ist das ja wesentlich früher der Fall mit dem Kinderwunschanfall. Na, wenn meine Körper mir suggeriert, daß wohl jetzt die richtige Zeit ist, will ich das mal nicht in Frage stellen. Zum Thema Hochsensibilität hat sich in Bezug auf Freiräume auch geklärt, mein Mann hat kein Problem damit mir das Kind abzunehmen, wenn ich meine Ruhe brauche und er würde mich, wie auch sonst, alle paar Monate alleine am Wochenende zum Wandern wegfahren lassen. Das hochsensible Mütter gute Mütter sein können kam mir garnicht in den Sinn, dabei verstehe ich selbst unseren Hund ohne Worte. Dann warte ich mal auf das nächste springende Ei und trinke Fruchtbarkeitstee :) V G Tilia