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Laute Gedanken: Traue ich mir ein behindertes Kind zu?

Laute Gedanken: Traue ich mir ein behindertes Kind zu?

Keilee

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Hallo allerseits, seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Frage, ob ich jemals ein Kind bekommen möchte. Und falls ja, ist mir dann egal wie es auf die Welt kommt, oder möchte ich auf keinen Fall ein behindertes Kind haben? Würde ich mich testen lassen? Wie gehe ich mit dem Ergebnis um? Was sind die Gründe für meine Entscheidung? Wieso spielt das überhaupt eine Rolle ob das Kind eine Krankheit hat oder nicht? Im Angesicht der neuen Bluttestdebatte sind mir all diese Fragen durch den Kopf geschossen. Ich freue mich über eure Rückmeldungen!


Mitglied inaktiv

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Wenn beim Test herauskäme, dass das Kind eine Behinderung hat, wärest du bereit es abzutreiben? Wenn nein, dann solltest du die Tests nicht machen. Dann ersparst du dir viele Qualen. Ich habe die Tests verweigert, genau aus diesem Grund. Es hätte keinen Sinn ergeben. Man muss nicht alles, was die Pränataldiagnostik "kann", auch in Anspruch nehmen. Und wie oft es ist schon vorgekommen, dass die Ärzte von schwerster Behinderung sprachen ("Monster") und zur Abtreibung drängten und nachher war das Kind das hübscheste der Welt und pumperlgesund!


Nenilein

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Ich arbeite in dem Bereich und kann sagen, ich würde ein behindertes Kind genauso annehmen wie ein gesundes. Leider kann man sowieso nicht wissen, wie stark eine Behinderung ausfällt, oder ob die Diagnose überhaupt stimmt. Bestes Beispiel: Unterwegs waren Zwillinge. Während einer der Zwillinge ständig klein und leicht geschätzt wurde, war der andere Zwilling immer groß und schwer. Die Ärzte sagten, der größere Zwilling würde dem kleineren quasi die Versorgung "wegnehmen", der kleine wird dadurch unterversorgt und behindert. Sie boten der Mutter an, den kleinen, behinderten Zwilling zu "entfernen". Die Mutter entschied sich dagegen, behielt beide Kinder. Tja und was soll man sagen, behindert war am Ende der Große durch die überversorgung, der Kleine dagegen völlig gesund. Die Ärzte hätten also den "falschen" Zwilling entfernt. Viele der Kinder unserer Einrichtung wurden aber auch erst bei Geburt behindert, durch Komplikationen, manche durch Unfälle, manche durch Infektionen. Es kann so oder so immer was sein, ohne dass man es vorher weiß. Dann nimmt man sein Kind ja auch trotzdem an. Natürlich steht die Entscheidung aber jedem frei, ich persönlich habe in beiden Schwangerschaften nichts extra testen lassen. Wenn es Nr. 3 jemals geben wird werde ich es genauso machen wie bei den ersten beiden.


Keilee

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Antwort auf Beitrag von Nenilein

Ich danke euch sehr für eure Offenheit und neuen Blickwinkel. Man kann nie wissen was kommt, wozu also der ganze Stress. Im Endeffekt bekommen wir alle die Katze im Sack, wenn wir uns der Herausforderung Kind stellen. Jeder Mensch hat seine Eigenarten. Ob mit oder ohne genetische Besonderheit.


Mitglied inaktiv

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Hallo! Als "Katze im Sack" würde ich meine Kinder nicht bezeichnen. Ich habe eine Riesenportion Glück und Liebe mit all der Verantwortung dazu bekommen. Spannend ist das Familienleben ohne Frage :-) Ich selbst habe bei keinem meiner Kinder einen Test machen lassen. Natürlich ist mir bewusst, dass ein Kind mit besonderem und intensivem Bedarf an Unterstützung und Pflege das Familiensystem anders herausfordert. Beim vierten Kind war ich Ü35 und hab eine dicken Stapel an Infobroschüren erhalten, als ich beim FA war. Das allein hat mich schon belastet. Man gewinnt bei den Tests den Eindruck einer Vorab-Auswahl. Etwas, was ich nicht gutheißen kann. Ich könnte mich nicht für eine Abtreibung oder lebensbeendende Maßnahme entscheiden. Aber letztlich sind dies ganz individuell bzw. partnerschaftlich zu beantwortende Fragen und zu treffende Entscheidungen.


Meyla

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Wenn du nicht abtreiben möchtest dann spar dir das Geld. Kannst du ein behindertes Kind nicht versorgen oder willst es nicht, lass den Test machen und entscheide dann. Eine SS verändert die Gefühle einfach sehr stark. Ich habe alles testen lassen weil ich kein behindertes Kind austragen möchte. Mit vorhandenem baby, wie jetzt, erst recht nicht. Dieser Verantwortung könnte ich mich nicht stellen und stehe da ganz offen zu. Antworten auf Fragen, die dich betreffen, musst du selber finden. Da kann man dir wenig helfen. Manche kommen gut mit einem behinderten Kind klar, andere zerbrechen daran. Welche Sorte du bist, kann keiner sagen


Muschelnudel

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Antwort auf Beitrag von Meyla

Wir haben keine dieser Tests machen lassen, da wir sowieso nicht hätten abtreiben wollen. Unser Baby ist gewollt und geliebt so wie es ist. Von Anfang an. Daher wollte ich es auch nicht wissen. Wir haben einen gesunden Jungen bekommen.


FrauStorch

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Ich hab die Tests machen lassen und hätte nicht abgetrieben. Warum dann testen? Ich hätte es wissen wollen, mich vorbereiten wollen. Nicht den Schock bei der Geburt bekommen wollen. Aus diesem Grund kann man auch testen lassen. Das war jetzt übrigens beim zweiten so. Beim ersten hab ich es noch nicht machen lassen. Ich hatte mich zu der Zeit damit nie beschäftigt und war nach einer frühen Fehlgeburt mehr damit beschäftigt es überhaupt über die ersten 12 Wochen zu schaffen. Als das erreicht war, war ich erstmal so erleichtert dass ich nicht über weitere Komplikationen nachdenken wollte. Nach dem der Große gesund war, hatte ich beim zweiten irgendwie das Gefühl das Glück mehr herauszufordern.