Mitglied inaktiv
Hallo allerseits, ich hab ein ziemliches Problem was nichts mit Babys zu tun hat, und hoffe hier auf einige Ratschläge von euch. Zur Vorgeschichte: ich bin 31 und seit 9 Monaten verheiratet, mein Mann ist 30, wir haben (noch) keine Kinder. Mein Mann und ich haben uns jetzt ein Haus gebaut und sind vor 2 Wochen dort eingezogen. Das Haus war an sich immer unser Traum; besonders, da wir in unserer bisherigen Wohnung hohe Miete zahlen mussten. Wir wohnen jetzt in meinem Heimatort, in dem auch meine Eltern leben. Mein Mann ist vor 2 Jahren zu mir gezogen und hat auch hier einen Job gefunden, seine Eltern sind 600 km weg und wir sehen sie nur 4-5 mal im Jahr. Jetzt zum Problem: Mein Mann hatte schon immer Heimweh und hat eine sehr starke Bindung zu seiner Familie. Da es mir mit meiner Familie auch so geht konnte ich ihn bis jetzt immer gut verstehen. Nur leider hat sich alles nur noch verschlimmert, seid wir ins Haus gezogen sind. Mein Mann sagt, er fühlt sich so einsam und allein, noch schlimmer als vorher in der Wohnung, weil ich halt jetzt in "mein Heimatdorf und zu meinen Eltern zurückgekehrt sei", und er sich jetzt noch mehr bewusst wird wie weit er von seinen Eltern wegwohnt. Er wirft mir vor meine Eltern zu sehr an unserem Leben teilhaben zu lassen und möchte an sich am liebsten so wenig wie möglich mit ihnen zu tun haben. Er will keine Hilfe von ihnen annehmen usw., weil er eben gerne mit mir ein eigenständiges, unabhängiges Leben führt. Ich stimme ihm ja vollkommen zu und versuche auch, unser Leben und das meiner Eltern zu trennen. Aber ich möchte sie doch schon zwei, dreimal die Woche kurz besuchen, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme (ich fahre eh dran vorbei). Diese Besuche beschränken sich meist auf so 10 bis 15 Minuten und dann fahre ich sofort nach Hause. Manchmal gibt meine Mutter mir auch Essen mit, vorüber ich sehr froh bin da ich dann abends nicht mehr kochen muss. Gestern nun hat mein Mann sich strikt geweigert, sich mit mir an den Tisch zu setzen, weil ich das Essen von meiner Mutter gegessen habe. Auch wenn mal andere kleine Probleme auftauchen, die wir nicht alleine schaffen, möchte er nicht dass ich meinen Vater hole und strampelt sich dann lieber selber ab, obwohl er es nicht alleine schafft. Irgendwie kann ich ihn verstehen, aber der Wunsch nach einem eigenständigen Leben kann doch nicht soweit gehen dass er jeglichen Kontakt zu meinen Eltern abbrechen will. Mann kann doch auch einen goldenen Mittelweg finden. Meine Eltern würden niemals!! unaugefordert zu uns kommen, sie waren seid unserem Umzug noch nicht bei uns. Ausserdem braucht mein Mann sie ja nicht zu besuchen, ich besuche sie. Und das wie gesagt auch nur, wenn ich auf dem Nachhauseweg von der Arbeit bin. Wir streiten uns deswegen immer öfters und ich sehe schwarz für unsere Zukunft. Durch sein Verhalten gehen bei mir immer mehr GefüHle für ihn kaputt. Er sagt sogar dass er jetzt merkt, dass er sein Leben an sich total verpfuscht hat. Dann soll er doch zurückgehen zu seinen Eltern, wenn das für ihn das Allheilmittel ist!! Bis vor kurzem wollten wir unbedingt ein Baby, jetzt möchte er das nicht mehr und will einfach nur ein "einigermassen zufriedenes Leben hinkriegen". Er kommt mir manchmal vor wie ein Märtyrer, der sich so durchs Leben quält. Von Kampfgeist keine Spur. Am liebsten wäre es ihm gewesen, wir hätten weit weg von meinem Heimatort gebaut und dort "ganz neu angefangen". Da ich aber schon jahrelang im Besitz des Grundstückes war, war er auch einverstanden dort zu bauen. Er sagt jetzt dass er sich damals nicht bewusst war, was er bedeutet in diesem "Kaff" leben zu müssen. Bitte gebt mir ein paar Ratschläge, ich bin total verzweifelt. Danke im Voraus und einen schönen Tag Jessica
Hallo Jessica! Das hört sich ja wirklich nach Problemen an. Ich kann Dir leider auch keinen Rat geben was Du tun kannst. Ich will Dir aber sagen, daß - so wie es für mich jetzt ausschaut - Du machen könntest was Du wolltest, es wäre ihm nie recht. Es scheint, als sei er mit seinem Leben einfach unzufrieden. Wahrscheinlich wäre es auch nicht anders, wenn er woanders leben würde. Aber er braucht halt einen "Schulidgen" und das ist dieses "Kaff" in dem ihr wohnt. Ich denke auch, daß ein goldener Mittelweg möglich ist (z.B. er besucht seine Eltern öfters auch mal alleine - z.B. jetzt über die Feiertag. Oder Du holst halt nicht Deinen Vater, auch wenn es Dein Mann nicht so perfekt macht ... Aber im Grunde kann er sich nur selber helfen, indem er seinem Leben wieder einen neuen Sinn gibt. Oft im Leben (kann ich auch aus eigener leidvoller Erfahrung sagen) kommt man an einem Punkt der völligen Orientierungslosigkeit an. Dann ist es nicht leicht, seinen Weg zu finden. Aber das bleibt niemandem erspart. Da kann oft professionelle Hilfe gut tun (z.B. Lebensberater, Therapeut), aber das muß Dein Mann erstens selber wollen und zweitens muß er sein Leben sowieso selber in die Hand nehmen. Ich wünsche Dir alles Gute und daß ihr eure Krise bald überwindet. Brigitte
hallo liebe jessica, irgendwie kann ich mich richtig in die lage deines mannes veretzen. versuche es doch auch einmal. ich denke er spielt jetzt wirklich den verletzten und igelt sich ein. er denkt er hat alle gegen sich (ehefrau und schwiegereltern) und die eigenen eltern die einem helfen könnten, doch soooo weit entfernt. könntet ihr nicht einen kompromiss eingehen? Du besuchst deine eltern (erstmal) nicht ganz so häufig (2 bis 3 mal die woche ganz kurz ist ja sohon ne menge) und ihr unternehmt viel gemeinsam um neue freunde kennenzulernen. vielleicht fehlt deinem mann nur ein guter freund. geht doch mal in ein sportstudio oder um die ecke in die "kneipe" oder so. vielleicht bist du zur zeit auch nur ein bischen sehr euphorisch , weil du in deinem Heimatort wieder bist, wo du schon immer leben wolltest? äh mir würd es genauso gehen. versuch einfach deinen mann ein bischen mehr zu verstehen. wie würd es dir gehen, wenn ihr in die nähe seiner eltern ziehen würdet ? ganz weg von deinen eltern? halte auf jedem fall zu ihm. ich wünsch euch viel viel glück. p.s. vielleicht ein schönes Hobby gemeinsam den neuen garten ums haus gestalten ? vielleicht fühlt er sich dann bald heimisch
Liebe Jessica, auch ich kann Dir leider keine Ratschläge in dem Sinne geben, ich kann nur sagen, dass Du nicht den Mut verlieren darfst. Ich kann mich meiner Vorgängerin eigentlich nur anschließen. Dein Mann ist für sein Leben selbst verantwortlich. Das einzige, was Du tun kannst, ihm vielleicht versuchen vor Augen zu führen (allerdings behutsam), dass es so mit Euch beiden nicht mehr lange weitergeht. Vielleicht wäre eine Therapie wirklich sinnvoll. Aber wie Brigitten schon sagte, er muss es SELBST WOLLEN, sonst hat es keinen Zweck. Versuche ihm vielleicht auch klar zu machen, dass Du unter dieser Situation mehr als leidest und dass Du einfach die Gefahr siehst, dass die Ehe zerbrechen könnte und dass Dir dieser Gedanke wahnsinnig zu schaffen macht und auch sehr weh tut. Es ist sehr schwer, seinen Weg zu finden, ich weiß das ebenfalls aus eigener Erfahrung, sehr schmerzlicher Erfahrung. Aber wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Ich wünsche Dir/Euch alles erdenklich Liebe Valerie
Hallo Jessica, Dein Mann hat ein ganz anderes, viel tiefsitzenders Problem. Er verhält sich regelrecht kindisch, vielleicht solltest Du Dich mal mit ihm zusammensetzen und über seine Probleme sprechen, bevor Deine Liebe irgendwann gestorben ist. Nadine
Ihr solltet vielleicht mal darüber Nachdenken ob Dein Mann nicht zu einem Therapeuten gehen will. Ich glaube das er tiefere Probleme hat und jetzt einfach nur den Umzug als Grund nennt. Hast Du ihm schon mal (ganz ruhig und sachlich) alles so geschildert wie uns? Versucht nochmal in einem ruhigen Ton über alles zu sprechen (Du sagst ihr streitet euch oft). Ich wünsche Euch alles Gute.
Hallo Jessica! Ich möchte mich nochmals zu diesem Beitrag melden und an Uli anschließen. Die besten Gespräche haben ich und mein Mann immer, wenn wir ausgehen (z.B. Essen gehen oder zumindest auf einen Drink). Zuhause redet es sich nicht so gut über Partnerschaftsprobleme. Und sei vorsichtig mit dem Vorschlag, daß er zu einem Therapeuten gehen soll. Du kannst sicher selber gut abschätzen, ob es für ihn was Alltägliches ist oder einen Therapeuten für jemanden hält zudem man geht, wenn man verrückt ist. Sollte es ihm schwer fallen einen solchen Vorschlag anzunehmen: Du kannst ja auch auf eine Partnerschaftsberatung drängen oder er redet sich einfach den Frust bei einem guten Freund von der Seele. Wird er ja wenige haben (werden alle weit weg sein). Vielleicht schickst Du ihn ein paar Tage zu seinen Eltern. Da kann er alte Freundschaften wieder auffrischen. Nochmal alles Gute und daß es wieder wird mit euch beiden!
Hallo, ich möchte euch allen von Herzen für eure sehr hilfreichen Beiträge danken. Ich werde versuchen heute abend mit meinem Mann ein ruhiges und vernünftiges Gespräch zu führen. Eure Beiträge haben mir in manchen Dingen die Augen geöffnet. Es ist einfach gut auch mal andere, neutrale Meinungen zu hören. Vielen Dank nochmal und schönen Feierabend Jessica
Liebe Jessica, es ist schlimm, wenn man solche Probleme hat. Sowas ähnliches hatte ich auch schon, und habe auf o.g. Seite zugriffen. Dort bekommst Du auch Unterstützung von Experten, die es halt auf der psychologischen Seite sehen, aber das mir sehr geholfen. Ich wünsche euch alles Gute für eure Zukunft. Gruß,BettinaW