Mitglied inaktiv
Ich warte auf einen Termin in einer KiWu-Praxis in Essen.Hat Jemand von Euch schon Erfahrung mit dieser oder einer anderen Praxis gemacht. Ich bin schon etwas nervös und weiß so garnicht was auf mich zu kommt. Jule
Hallo Jule, Du brauchst kein bissel nervös zu sein, ist alles ganz harmlos. Ich kenne zwar Deine Praxis nicht, aber es dürfte überall ähnlich ablaufen. Also, bei mir lief es so: Es gibt erst ein Vorgespräch mit ausführlicher Geschichte Deines Kinderwunsches und Fragen nach eventuellen gynäkologischen Erkrankungen in der Vergangenheit, etwaigen frühren OPs, eventuellen Befunden, die Dein Arzt schon festgestellt hat usw. Du solltest alle Unterlagen und Befunde von Deinem Arzt mitbringen. Auch Dein Partner sollte beim Erstgespräch dabei sein, aber auch wenn er nicht kann, musst Du seine Krankenkassenkarte mitbringen sowie eine eigene Überweisung für ihn (kriegt er beim Hausarzt). Dann wirst Du kurz untersucht mit Ultraschall, so wie beim normalen Frauenarzt. Danach wird überlegt, was als nächstes gemacht werden soll. Zum Beispiel bekommt mit Sicherheit Dein Mann einen Termin zum Spermiogramm. Es hat ja keinen Sinn, an der Frau herumzudoktern, wenn es in der Hälfte der Fälle am Mann liegt, wenn es nicht klappt, und in 30 bis 40 Prozent der Fälle an beiden. Bei Dir wird wahrscheinlich ein Hormonspiegel gemacht. Das heißt, Du bekommst einen oder mehrere Blutabnahme-Termine an verschiedenen Zyklustagen. Eventuell überlegt man auch, ob eine Bauchspiegelung sinnvoll wäre (z.B. um verschlossene Eileiter auszuschließen, oder Myome in der Gebärmutter, oder Endometriose usw.). Das ist eine winzigkleine OP unter Vollnarkose, die heute problemlos ambulant gemacht wird und keine Narben hinterlässt. Wenn nach einigen Wochen alle Testergebnisse und Befunde von Dir und Deinem Mann vorliegen, gibt es das nächste Gespräch. Je nach Befund wird dann überlegt, ob eine künstliche Befruchtung sinnvoll ist, und welche Art man hier wählt. Dir werden die verschiedenen Möglichkeiten erläutert. Manchmal reicht aber auch eine reine Hormontherapie per Tabletteneinnahme oder Spritzen, je nach Lage. Wie es im Falle einer künstlichen Befruchtung weitergeht, hängt von der nötigen Methode ab. Das kann Dir der Arzt am besten erklären. Fazit: Das Ganze ist total harmlos, aber sehr zeitintensiv. Deshalb ist es wichtig, sich nicht zu sehr vom Kinderwunsch besetzen zu lassen, sondern auch noch andere schöne Dinge zu tun und seine Interessen zu pflegen. Sonst hat man bald kein anderes Hobby mehr als die Kinderwunschpraxis, die Tests, die Befunde, die Vorbereitungen zur künstlichen Befruchtung, die Angst vor dem Scheitern der Therapie usw. Es hängt sehr von Dir und Deinem Partner ab, als wie belastend Ihr die ganze Angelegenheit empfindet. Eine Kinderwunschbehandlung mit ihren zahlreichen Terminen, der regelmäßigen Zykluskontrolle etc. ist wirklich sehr belastend für die Partnerschaft, daher ist es wichtig, dass man sich schon vorher überlegt, wie man damit umgeht, damit die Liebe nicht auf der Strecke bleibt. Liebe Grüße und alles Gute, Astrid