Mitglied inaktiv
Hallo an alle, was meint Ihr, soll ich Clomi überhaupt nehmen wenn: * mein Zyklus regelmäßig und bilderbuchmäßig ist * wenn ich sicher jeden Monat einen Eisprung habe * wenn mein Blutbild in Ordnung ist Mein FÄin hat mir für den nächsten Zyklus Clomi in der 1. Hälfte und Gelbkörper in der 2. Hälfte empfohlen. Dazu bei uns beiden Akkupunktur. Ich hab aber irgendwie ein wenig Horror vor Clomi. Trotzdem würd ich es nehmen, aber ich dachte Clomi ist zum auslösen eines Eisprungs, und den hab ich aber ganz offensichtlich jeden Monat. Nach 17 Übungszyklen hab ich mich aber entschlossen der Sache künstlich nachzuhelfen, nur ist das der richtige Weg???? Welche Erfahrungen habt Ihr so mit Clomi? Im übrigen glaube ich liegts am Stress. Bin Selbständig und arbeite 7 Tage / 12 Stunden. Ich empfinds aber nicht als Stress, weil mir die Arbeit so Spaß macht. Hat jemand Erfahrung mit Kinderlosigkeit bei Streß?? Viele Fragen ich weiß. Danke im voraus für Eure hilfreichen Antworten. Christine
Hallo Christine, Clomifen wird ja nicht nur um Auslösen des Eisprungs verwendet, sondern auch bei einem vermuteten Gelbkörpermangel in der zweiten Zyklushälfte. Da Deine Ärztin sogar noch unterstützend Progesteron in der 2. Zyklushälfte geben möchte, scheint sie einen Gelbkörpermangel bei Dir für möglich zu halten. Ich selbst habe auch einen regelmäßigen, prima Eisprung (Temperaturkurve). Trotzdem fange ich jetzt mit Clomifen an, weil meine zweite Zyklushälfte mit 11 bis 12 Tagen reichlich kurz ist. Clomifen optimiert den Eisprung und sorgt für die Ausbildung eines kräftigen Gelbkörpers. Der wiederum das Gelbkörperhormon produziert, das für die Einnistung eines befruchteten Eis so wichtig ist. Ein Gelbkörpermangel ist sehr schwer zu diagnostizieren. Es gibt zwar Hinweise auf ihn (2. Zyklushälfte kürzer als 12 bis 14 Tage, Schmierblutungen, prämenstruelles Syndrom mit Reizbarkeit u.a. Symptomen usw.). Diese können jedoch auch vollständig fehlen, was die Diagnose schwierig macht. Auch die übliche Progesteronmessung bei einmaliger Blutabnahme um den 22. Zyklustag ist nicht sehr zuverlässig. Erst ein ausführlicher Hormonspiegel über den ganzen Zyklus hinweg mit mehrfacher Blutabnahme plus mehrmaliger Ultraschallkontrolle (Follikel, Eisprung, Gelbkörpergröße) sowie eine Biopsie der Gebärmuttschleimhaut (kleine OP) gibt absolute Gewissheit. Da dies alles aufwändig und unangenehm ist, kann ein Verdachts-Versuch mit Clomifen durchaus sinnvoll sein. Was den Stress angeht, ist er als Ursache natürlich nicht ausgeschlossen. Läge aber wirklich eine starke Beeinträchtigung vor, würdest Du das an der Temperaturkurve sehen (verzögerte Eireifung mit langsamem, treppenartigem Temperaturanstieg, oder gar fehlender Eisprung usw.). Stress ist nur soweit interessant bei Kinderwunsch, als er nachweislich den Hormonhaushalt durcheinanderbringt. Eine so arg große Rolle scheint der Stress bei Dir also nicht zu spielen, wenn die Kurve fit aussieht. Bevor ein Arzt Clomifen verschreibt, sollte übrigens der Partner ein Spermiogramm erstellen lassen. In der leicht überwiegenden (!) Zahl der Fälle ist ja der Mann Ursache für die Unfruchtbarkeit eines Paares (Verhältnis ist etwa 52 zu 48 Prozent). Und in 30 bis 40 Prozent der Fälle liegen die Ursachen bei beiden gemeinsam. Clomifen ist schon ein ziemlicher Eingriff in den Hormonhaushalt, den man nicht ohne vorherige Untersuchung auch des Mannes vornehmen sollte. In den Lehrbüchern werden die Mediziner (laut meinem Frauenarzt) übrigens ausdrücklich dazu angehalten, Clomi erst NACH einem Spermiogramm zu verschreiben. Ein Spermiogramm kann man problemlos bei jedem Urologen machen lassen. Langer Rede kurzer Sinn: Ist geklärt, dass die Ursache nicht bei Deinem Partner liegt, würde ich es mal einige Zyklen lang mit Clomi versuchen, denn die Erfolgsquote ist recht hoch (40 Prozent). Ich finde Clomi auch nicht klasse. Alle möglichen Nebenwirkungen gehen aber nach Absetzen des Präparats vollständig wieder weg. Liebe Grüße, Bonnie
Hallo Bonnie, viele Dank für Deine ausführliche Antwort. - Woher weißt Du das alles?? - Ich bin außerdem etwas verunsichert, weil meine FÄin meinte, ich hätte keine Gelbkörperhormonschwäche (Blutuntersuchung in beiden Zyklushälften). Übrigens es gibt bereits 2 Spermiogramme, wovon das erste eher negativ, und das 2. dann schon besser war. Der Urologe meinte "es ist nicht spitze, aber es ist auch nicht unmöglich". Was dieses Problem betrifft, empfiehlt meine FÄin Akkupunktur für beide. Aber du hast mich Überzeugt, dass ich nächsten Zyklus mit Clomi anfangen werden. Mit welche Nebenwirkungen muß ich rechnen?? Vielen vielen Dank noch mal und auch Dir alles Gute. Christine
Hallo Stini, der Mann meiner besten Freundin ist Frauenarzt, er ist sehr lieb und ich darf ihn privat mit Fragen löchern, wann immer ich will. Daher also mein "Fachwissen" über Clomifen :-) Zu den Nebenwirkungen gehören leichte Befindlichkeitsstörungen wie Hitzewallungen, leichte Unterleibsbeschwerden und ähnliches. Auch eine Überstimulation ist möglich, dann reifen mehrere Follikel heran, was unerwünscht ist (Mehrlingsschwangerschaften). Deshalb kontrolliert man während der Einnahme per Ultraschall, ob sich nicht mehr als zwei Follikel bilden. Wenn ja, muss man die Dosis reduzieren und im betreffenden Zyklus verhüten. Auch verändert Clomifen die Struktur der Schleimhaut am Muttermund und in der Gebärmutter. Diese Veränderung geht aber hinterher komplett zurück. Man gibt Clomi nicht länger als sechs Monate am Stück, danach wird eine Pause gemacht, eben damit die Veränderungen Zeit haben zu verschwinden. Dass Deine Ärztin keinen Verdacht auf eine Gelbkörperschwäche zu haben scheint, irritiert mich natürlich schon etwas. Da diese Schwäche aber manchmal völlig verborgen und symptomfrei bleibt, will sie vielleicht auf Nummer sicher gehen. Falls es nach fünf, sechs Versuchen mit Clomi nix wird, würde ich vielleicht aber dochmal die Eileiter auf Durchgängigkeit überprüfen lassen (geht auch per Röntgen). Zu große Panik solltest Du natürlich noch nicht bekommen. Viele Ärzte sprechen heute nicht mehr nach einem Jahr vergeblichen Übens von Sterilität eines Paares, sondern erst nach zwei Jahren und länger. Weil man festgestellt hat, dass es auch bei gesunden Paaren manchmal so lange dauern kann.
Hallo Bonnie, vielen Dank noch mal. Was ich vergessen habe. Ich hab tatsächlich immer Schmierblutungen, so 3-4 Tage vorher. Hab ich schon so lange ich denken kann, oder seit ich mit der Pille aufgehört hab vor ca. 12 Jahren. Ich bin sicher, das ist nicht normal, und auch das ist vermutlich ein Grund. Übrigens, ich bin bei ZT 24 und seit ein paar Tagen leichtes Ziehen im Unterbauch, und gestern (völlig unerwartet und zu früh) ein bisschen Blut/Schmierblutung (?) Aber aber ich laß mich nicht verrückt machen. Alles nur PMS - oder vielleicht doch nicht. Jedenfalls soll am Sonntag die Mens kommen. Und vor Montag, sollte sich nichts tun, wird nicht getestet. Vielen lieben Dank noch mal und sonnige Pfingsten. Christine