Mitglied inaktiv
ich fand es sehr verständlich geschrieben und dachte mir das es ja auch für andere sehr nützlich sein kann. ;-) Der Spermien-Mythos Die Befruchtung - Neue Erkenntnisse von Professor Dr. Gerhard Leyendecker und Dr. Georg Kunz, Gynäkologen am Klinikum Darmstadt, zeigen, dass die bisherigen Vorstellungen von der Befruchtung der weiblichen Eizelle durch das männliche Spermium revidiert werden müssen. Das populäre Bild des tapferen kleinen Spermiums, das durch den Uterus zu Ei schwimmt, ist nicht zutreffend, denn die Gebärmutter ist entscheidend am Befruchtungsvorgang beteiligt. Mit ihren Untersuchungen haben die Darmstädter Forscher einige wichtige Annahmen widerlegt. Unter anderem ging man davon aus, dass es eine chemische Kommunikation zwischen Ei und Spermien gibt, dass die Samenfäden das Ei geradezu "riechen". Ein solcher Mechanismus konnte bei Fischen bzw. Befruchtungsvorgängen unter Wasser beobachtet werden. Wie gelangt das Spermium zur Eizelle? Die Computeranimation gibt Auskunft. [Videostream] [Download] Dr. Georg Kunz verwendete in Darmstadt jedoch Kügelchen aus menschlichem Eiweiß, die in einer Flüssigkeit in die Gebärmutter gesunder Frauen eingegeben wurde. Die Kügelchen hatten einzeln etwa die Größe eines Spermienkopfes, ihr Verlauf wurden mit einem bildgebenden Verfahren aus der Nuklearmedizin (der Hysterosalpingoszintigrafie, abgk. HSSG) verfolgt. Diese Kügelchen, die natürlich weder riechen noch schwimmen können, gelangten trotzdem immer zu dem Eileiter, der zu einem aktiven Eierstock führte. Das Transportmedium für sie ist offensichtlich der Schleim der Gebärmutter, der sich im Laufe des Zyklus vermehrt und seine Konsistenz ändert. Der Schleim im Gebärmutterhals wurde bislang für eine weitgehend undurchdringliche Barriere gehalten. Doch seine Rolle als Transportmedium für die Spermien und sein Stellenwert im Abwehrsystem der Gebärmutter ist im Lichte der Darmstädter Untersuchungen ebenfalls neu. Insgesamt stellt sich die Gebärmutter für Professor Leyendecker und Georg Kunz als hochaktives, sehr differenziertes Organ dar - nicht nur als Muskelschlauch, der außerhalb der Schwangerschaft nicht weiter von Belang ist. Unter diesem Blickwinkel ist die Befruchtung ein von diesem Organ fein ausgesteuerter Vorgang und keineswegs ein Wettkampf der Spermien, als der er bisher betrachtet wurde. Und so verläuft die Reise der Spermien zum Ei: Sie sammeln sich nach der Ejakulation in einem Schleimpfropfen im Gebärmutterhals, dort können sie bis zu fünf Tagen lebensfähig bleiben. Die Gebärmutter besteht aus Muskelschichten, deren innere sich zusammenzieht. Durch gezielte Kontraktionen werden nun einzelne Schleimtropfen mit Spermien darin nach und nach durch die Gebärmutter bis zu dem Eileiter transportiert, der zu dem aktiven Eierstock mit einem reifenden Ei führt. Am Eingang des Eileiters hat sich schon von früheren, regulären Kontraktionen der Gebärmutter Schleim angesammelt, ebenfalls ein relativ dicker Tropfen (Durchmesser: ca. 3 bis 4 cm). Er bildet ein zweites Depot, in das die aus dem Gebärmutterhals eintreffenden Spermien eingelagert werden. Die Spermien bewegen sich nur die letzten Zentimeter im Eileiter auf das Ei zu, unterstützt wieder durch Kontraktionen des Eileiters. Das Ei kommt ihnen seinerseits entgegen, gefächelt durch Bewegungen feiner Härchen im Eileiter (Cilien). In einem steten Strom werden aus dem Schleimdepot wieder eintreffende Spermien freigesetzt. Im hinteren Drittel des Eileiters findet dann die Begegnung statt: Mehrere Spermien machen sich daran, das Ei in seiner Wolke von Nährzellen (Cumulus) zu erreichen. So sorgt die Gebärmutter mit einer Art "Shuttle-Service" für einen ständigen Nachschub an Spermien, die genau zum richtigen Zeitpunkt beim Ei eintreffen. Das Ei ist nämlich nur wenige Stunden befruchtungsfähig, so dass garantiert sein muss, dass genau dann eine ausreichende Menge lebensfähiger Spermien zur Verfügung. Das ist der Sinn der Depots und der relativ langen Lebensfähigkeit der Spermien. Auch dann, wenn gerade zum Eisprung kein Geschlechtsverkehr stattfindet, können Spermien aus früherem Verkehr für die Befruchtung sorgen. Den Effekt kennen viele Frauen: Obwohl sie in der Zyklusmitte keinen Verkehr hatten, wurden sie schwanger ("Aber wir haben doch gar nichts gemacht..."). Die Schleimumhüllung sorgt im Übrigen dafür, dass die Spermien nicht durch das Abwehrsystem der Gebärmutter vernichtet werden. Denn sie ist ein durch die Verbindung über die Scheide nach außen ein offenes Organ. Fremde Zellen, dazu gehören Bakterien, Krankheitserreger und auch freie Spermien, tötet sie ab. Eingehüllt in Schleim sind die Spermien sind aber vor dem Angriff der Abwehrzellen geschützt. Einzelne, sehr bewegliche Spermien können aus dem Schleimdepot heraustreten, aber länger als 24 Stunden überleben sie nicht. Johanna Bayer
Danke für deinen super Bericht .Find ich gut das Du sowas hier reinbringst,habe schon vieles vergessen nun wurde es wieder aufgefrischt. Danke nochmal ;-))))) LG MARINA
aber gerne doch, wenn dann dachte ich mir könnten hier auch so einige Fragen beantwortet werden. Bis dann doju