Mitglied inaktiv
Hallo, ich bin 28 Jahre alt, bin verheiratet und habe mit meinem Mann eine 20 monate alte Tochter. Seit kurzem wünsche ich mir ein zweites Kind, mein Mann möchte es aber bei eins belassen. Klipp und klar hat er zu mir gesagt, daß ich nur von einem anderen Mann noch ein weiteres Kind bekommen könnte. Das hat mich sehr traurig gemacht. Alles Reden und Umstimmungsversuche fruchten nich. Ich bin total verzweifelt. Mein Wunsch ist so stark, daß ich an nichts mehr anderes denken kann. Ich träume jede Nacht von Schwangerschaft und Geburt. Außerdem fühle ich mich schon richtig schwanger, daß ich Angst vor einer Scheinschwangerschaft habe, die oft in der Klappse endet. Mein man schiebt seiner Entscheidung hauptsächlich finanzielle Gründe vor. Obwohl es uns gut geht. Wir haben zwar kein Auto und können nur einmal im Jahr in den Urlaub fahren, aber mich stört es nicht. Es würde dicke für ein zweites Kind reichen! Die unsichere Situation im Land, allgemeine Arbeitslosigkeit, wirtschaftl. Flaute, schlechte Bildungspolitik bestärken ihn in seiner Meinung. Mir macht die Zukunft auch etwas angst, aber irgendwie sehe ich wohl doch alles etwas positiver. Außerdem hat mein Mann einen mit 85% krisensicheren Job. Vielleicht kann ich auch vor lauter Kinderwunsch schon nicht mehr klar denken! Ich leide sehr unter der Situation. Für mich ist die Familie mit das größte Gut. Aber er sagt von Liebe kann man nicht leben, Geld regiert die Welt. Einem Kind kann man besser finanziell unter die arme greifen als zwei ist sein Motto. Recht hat er ja, aber trotzdem. Man kann doch nicht immer davon ausgehen, daß das Kind studieren wird, oder uns für immer "auf der Tasche" liegen wird. Mein Mann wurde sehr von der finanziellen Not in seiner Kindheit geprägt. Wenn ich mit dem Satz: "Du hat es doch auch aus eigener Kraft geschafft, daß aus dir was geworden ist." kontra gebe, erwidert er nur: "Du weißt nicht was es beudeutet ganz unten gewesen zu sein!" Damit ist unsere Disskusion beendet. Mein Mann ist sonst wirklich ein Schatz. Er hilft viel im Haushalt und kümmert sich toll um die Kleine. Ohne ihn würde ich alles nur halb so gut schaffen. Ich weiß, ich könnte froh sein, daß ich schon ein Kind habe. Manche Frauen und Männer bleiben ihr leben lang ungewollt kinderlos. Aber richtig trösten kann es mich nicht. Kann mich jemand verstehen? Habt ihr einen Rat oder seid ihr in einer ähnlichen Situation? Mich macht der weitere Kinderwunsch in mir fix und fertig. Liebe Grüße Sonja
Hallo Sonja! Ich kenne das nur zu gut! Wir wollten ursprünglich keine Kinder und haben nun schon einen Sohn, der nächsten Monat zwei wird. Bei einem wollte es mein Mann auch belassen, weil er auch Angst hatte, wegen der Finanzen und in so eine unsichere Welt setzt man auch keine Kinder, bla bla bla. Die Welt war schon wesentlich unsicherer, die Frauen im ersten und zweite Weltkrieg haben doch auch Kinder bekommen! Ich hab im April die Pille abgesetzt, weil ich seit der Geburt von Felix mit ziemlich vielem zu kämpfen habe, wo auch einiges von der Pille kam. (Depris, keine Lust auf Sex, Müdigkeit...) Naja, und da kam also das Thema wieder auf den Tisch. Ich hab ihm klipp und klar gesagt, dass ich keine Pille mehr nehmen werde, denn Verhütung ist nicht nur meine Sache. Wir haben uns dann sehr lange unterhalten und er ist jetzt auch der Meinung, dass wir doch noch ein zweites haben sollten! Ich hab ihm auch gesagt, dass er sich danach gerne sterilisieren lassen kann, denn auch dann werde ich keine Pille mehr nehmen. Er meinte, dass er sich das dann überlegt. Ich weiss nicht, ob wir jetzt üben, weil er merkt dass ich gerne noch ein zweites möchte, oder aber ob er wirklich will. Ich denke aber, dass er auch will, denn er ist jeden Monat mit mir enttäuscht, wenn mal wieder nix geht oder ich eine neue Hiobsbotschaft bekomme. Naja, nächste Woche gehe ich wieder zum FA, mal sehen was dem neues einfällt! Red nochmal mit deinem Mann! Er sollte auch für deine Wünsche und Gefühle Verständnis aufbringen können! Viel Glück und Alles Gute! Steffi
Hallo Sonja! Ich kenne das nur zu gut! Wir wollten ursprünglich keine Kinder und haben nun schon einen Sohn, der nächsten Monat zwei wird. Bei einem wollte es mein Mann auch belassen, weil er auch Angst hatte, wegen der Finanzen und in so eine unsichere Welt setzt man auch keine Kinder, bla bla bla. Die Welt war schon wesentlich unsicherer, die Frauen im ersten und zweite Weltkrieg haben doch auch Kinder bekommen! Ich hab im April die Pille abgesetzt, weil ich seit der Geburt von Felix mit ziemlich vielem zu kämpfen habe, wo auch einiges von der Pille kam. (Depris, keine Lust auf Sex, Müdigkeit...) Naja, und da kam also das Thema wieder auf den Tisch. Ich hab ihm klipp und klar gesagt, dass ich keine Pille mehr nehmen werde, denn Verhütung ist nicht nur meine Sache. Wir haben uns dann sehr lange unterhalten und er ist jetzt auch der Meinung, dass wir doch noch ein zweites haben sollten! Ich hab ihm auch gesagt, dass er sich danach gerne sterilisieren lassen kann, denn auch dann werde ich keine Pille mehr nehmen. Er meinte, dass er sich das dann überlegt. Ich weiss nicht, ob wir jetzt üben, weil er merkt dass ich gerne noch ein zweites möchte, oder aber ob er wirklich will. Ich denke aber, dass er auch will, denn er ist jeden Monat mit mir enttäuscht, wenn mal wieder nix geht oder ich eine neue Hiobsbotschaft bekomme. Naja, nächste Woche gehe ich wieder zum FA, mal sehen was dem neues einfällt! Red nochmal mit deinem Mann! Er sollte auch für deine Wünsche und Gefühle Verständnis aufbringen können! Viel Glück und Alles Gute! Steffi
Hallo Steffi, Deine Worte haben mir sehr gut getan, vielen Dank. Mit welchen Argumenten konntest Du Deinen Mann zum Sinneswandel bewegen? Bzw. warum hat Dein Mann doch noch seine Meinung geändert? Liebe Grüße Sonja
Hallo Sonja! Mein Mann hatte sich ja auch Gedanken finanzieller Art gemacht, und die habe ich einfach aus dem Weg geräut. Ich hab ihm eben gesagt, dass ich sowieso wieder arbeiten gehen werde, sobald die Kids dann im KiGa sind, oder es eventuell vorher schon mit einer Selbständigkeit versuche. Und ausserdem verdient mein Mann wirklicht nicht schlecht, wenn wir uns kein 2 oder sogar 3 und 4 Kind leisten könnten, wer dann?? Ich hab ihm auch noch die Durchschnittsverdienste mehrerer Berufe vorgelegt (das hatte ich irgendwo aus dem Netz) und hab ihn dann mal gefragt, ob die alle nur ein Kind oder gar kein Kind haben... Er musste dann schon schmunzeln :-) Und wie gesagt, ein kleiner Grund mit war die Verhütungsfrage, denn Kondome können wir beide nicht leiden, also was bleibt schon viel anderes übrig. (Nicht dass ihr jetzt denkt wir wären nicht aufgeklärt über andere Verhütungsmittel, aber was ist denn wirklich sicher, ausser dass ich im Moment scheinbar keine ES zustande bringe :-() Alles in allem hat er auch eingesehen, dass ich wirklich einen grossen KiWu nach einem zweiten habe und er will ja sicherlich auch, dass ich glücklich bin! Und die meiste Verantwortung liegt eh bei mir, da er eben den ganzen Tag arbeiten ist, oder im Aussendienst unterwegs ist. Also hat er sich für ein zweites Kind entschieden, wobei er aber auch gleich gesagt hat, dass ein drittes für ihn nicht mehr in Frage kommt. Naja, darüber können wir aber wohl auch noch diskutieren, falls ich wirklich nochmal einen KiWu nach dem zweiten bekommen sollte. :-) Versuch mit deinem Mann zu reden! Und mach ihm klar, dass du dir wirklich ein zweites Kind wünschst. Es ist wirklich eine Gratwanderung, aber es ist zu schaffen! Bei mir hat's auch geklappt! Vielleicht mal abends, wenn er gut drauf ist, der Zwerg im Bett ist, ne Flasche Wein oder Sekt... aufmachen und ganz behutsam auf das Thema lenken, könnte helfen... LG und viel Glück bei "dem" Gespräch! Steffi
Liebe Sonja, das ist wirklich ein sehr schwieriges Problem. Vielleicht ist es notwendig, daß du deinem Mann klarmachst, daß ein anhaltender Kinderwunsch deinerseits, der von ihm abgelehnt wird, dich oder eure Beziehung auf Dauer kaputt machen wird. Du darfst ihm nicht mit Trennung drohen, um das geht es ja nicht, sondern du mußt ihm klar machen, daß diese unerfüllte Sehnsucht dich auf Dauer krank oder depressiv machen wird. Das glaube ich ganz ernsthaft. Da ihr schon ein Kind habt und er dieses offensichtlich auch liebt, ist der Weg sicherlich nicht so weit wie bei einem Mann, der von vornherein Kinder ablehnt. Ich würde nicht versuchen, ihn auszutricksen, und eine Verhütung nur vortäuschen. Nicht daß du das erwähnt hättest. Versuche auch herauszufinden, ob hinter der Ablehnung mehr steckt als die reine materielle Frage. Vielleicht fühlt sich dein Mann als "alleiniger Versorger" und die Verantwortung lastet schwer auf ihm. Kannst du ihm klarmachen, daß er nicht allein ist, daß du auch arbeiten kannst, wenn die Kinder größer sind? Ich muß immer schmunzeln, wenn bestimmte Leute als Grund sagen: "In die heutige Zeit kann man keine Kinder mehr setzen". Meist kommt der Ausspruch von solchen Leuten, die gar nicht zu schätzen wissen, in welcher Luxusoase wir hier in Deutschland leben, verglichen mit den meisten Menschen der Welt. Es gab wohl wenig Zeiten in der Geschichte, wo man so risikoarm schwanger sein konnte und eine Kind mit weniger Zukunftsängsten aufziehen konnte. Natürlich gibt es in die Deutschland leider Familien, die so wenig haben, daß ein weiteres Kind wirklich den Ruin bringt. Aber du sagts ja selbst, daß ihr nicht dazu gehört. Und wie meine Vorrednerin schon schreibt, vielleicht könnte auch die Verhütungsfrage die Lösung das Problem vorantreiben ;-) Alles gute für dich, ich hoffe, dein Wunsch erfüllt sich in Übereinstimmung mit deinem Mann! Claudia
Hallo Claudia, er ist in allem sehr gewissenhaft auch was die Verhütung angeht. Da ich nicht immer Hausfrau bleiben möchte, sondern gerne halbtags arbeiten gehen würde, möchte ich die Frage: Zweites Kind ja oder nein nicht auf die lange Bank schieben. Mein Mann weiß auch, daß mir die soziale Anerkennung aus dem Berufsleben sehr fehlt. Wir waren uns aber gleich einig, das ich den gesamten Erziehungsurlaub in Anspruch nehme. Sicher wächst die Verantwortung immer mehr, um so größer die Familie wird! Und vielleicht hast Du recht, daß an diesem Punkt der Hund im Garten begraben liegt. Aber wie kann ich ihm die nehmen? Ich bin mit meinem Latein am Ende. Vielen Dank für die lieben Worte Gruß Sonja
Hallo, ich kann gut verstehen, daß du wieder arbeiten möchtest. Mein Sohn ist jetzt 18 Monate alt und mir fehlt die Bestätigung aus der Berufstätigkeit sehr. Deshalb haben wir beschlossen, das Kinderkriegen "so schnell wie möglich hinter uns zu bringen". Leider klappt es noch nicht so recht bis jetzt. Ja, wie dem Mann die große verantwortung erleichtern? Erstmal muß man sich gemeinsam darüber klar werden, was da eigentlich so bedrohlich ist. Oft hat man große Angst vor etwas, und wenn man es auseinander nimmt merkt man, daß es eigentlich gar nicht so schlimm ist. Wenn er ein gewissenhafter Typ ist, kann ich verstehen, daß er da einen großen Brocken vor sich sieht. In unserer Beziehung bin ich diejenige, die alles immer genau geregelt und unter Kontrolle haben will. Ich kann nur empfehlen, mal ganz ausführlich darüber zu sprechen, was denn genau im Einzelnen ihn so sehr bedroht. Und dann auch darüber nachdenken, ob es das Risiko nicht wert ist. Niemand weiß was morgen ist. Aber man muß sich auch trauen zu leben und daran glauben, daß ein zweites Kind mehr Bereicherung bringt als Sorgen. Rede ausführlich mit ihm, hör ihm gut zu und nimm seine Argumente ernst, dann wird er auch merken, daß du nicht leichtfertigt alles mit einem "das geht schon irgendwie" wegwischst. Wenn er merkt, daß du ein gleichwertiger Partner bist, der auch die Hälfte der Verantwortung trägt, wird er vielleicht mehr riskieren. Viel Glück! Klingt alles ganz schlau, ich weiß nicht obs hilft. Claudia
Liebe Sonja! Ich weiß du kennst mich wahrscheinlich nicht, aber dein Beitrag hat mich sofort nachdenklich gemacht und ich muss dir sagen es gibt schlimmere Situationen. Okay dein Mann hat recht wenn er sagt, man kann nicht nur von Liebe leben, aber ich versteh dich. Ich habe zwar noch kein Kind, wir sind aber brav am üben. Aber du sagst ihr habt genug Geld, dass sich ein zweites Kind auch ausgeht. "Wenn alles Menschen nur dass Kinder bekommen würden, wenn sie genug Geld dafür hätten,dann wären wir schon lange ausgestorben!" Meine Mutter hat kaum was verdient (mein Vater ist ihr nur auf der Tasche gelegen, hat nichts gearbeitet und war nicht mal so viel dass er auf meinen Bruder und mich schaut) und hatte zwei Kinder, meinen älteren Bruder und mich. Mir und meinem Bruder ist es NIE schlecht gegangen. Meine Mutter hat damals sogar Pullover gestrickt, nur damit sie was zum essen für uns hatte. Später ist es uns finanziell wieder besser gegangen da war ich 5 Jahre alt. Dann hat sie einen Mann kennengelernt, der selber eine kleine Tochter hatte mit 3 Jahren. Sie haben sich verliebt sind zusammen gezogen und dann war die Scheisse am dampfen. Denn er hat "D...." genommen und die sind natürlich sehr teuer und dann war wieder kein Geld da. Okay wir konnten nicht unmengen an Nascherein und solche Sachen genießen (was meiner Meinung nach absolut unwichtig ist), aber wir wurden GELIEBT von unserer Mutter und das ist doch das wichtigste was es gibt. Sie war immer für uns da. Das ist das allerwichtigste für Kinder, dass es ihnen gut geht, dass sie wissen, dass sie sich auf die Eltern verlassen können und dass sie geliebt werden auch wenn sie mal schlimm waren. Wenn in Zukunft (Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Flaute usw) wirklich auf uns zukommt, dann ist es auch bei einem Kind schwer. Verstehst du was ich meine?? Und wenn euer wirklich studieren will, dann muss es eben in den Ferien, die dann ja drei Monate dauern einen Job annehmen und somit schon Erfahrung für später sammeln. Mein ältere Bruder hat das auch so gemacht und es hat ihn nur gestärkt. Es gibt Paare die sind finanziell noch schlechter dran und denen geht es trotzdem gut und die haben auch Kinder. Alles Liebe Conny