Mitglied inaktiv
hallo also eigentlich geht es um meine cousine. ihr mann ist epileptiker und durch die medikamente, die er nehmen muss sind die spermien zu langsam ( oder bleiben kleben??? wollt nicht genauer nachfragen) jetzt muss sie sich täglich hormone spritzen um mehrere eier heranreifen zu lassen. aber nun zu meiner eigentlichen frage: sie scheint mir nicht sehr glücklich dabei. wenn man mit ihr spricht kommt es mir so vor, als wolle sie noch gar kein kind. als sei sie noch nicht bereit dazu, aber da die chancen auf normalem wege ( was ist schon normal ) gering sind und unser gesundheitswesen ab nächstem jahr eine änderung hat, machts sie s halt. irgednwie hat sie so eine schei**egal-haltung. ist das normal, weil sie so unter druck steht? ich meine ist es nicht auch sehr hinderlich für einen erfolgreichen transfer wenn die psyche nicht stimmt? wie kann ich ihr beistehen? weiss nicht wie ich mich verhalten soll, da ich schon eine mami bin (obwohl ich eigentlich keinen eisprung hatte und nachhelfen musste). mir kommt es auch so vor, dass sie mir meinen sohn nicht gönnt und neidisch auf ihn reagiert. auch das ist wieder eine abwehrhaltung mir gegenüber. aber einfach nur in ruhe lassen will ich auch nicht. das thema ist eher tabu , wir reden mehr über andere dinge, aber eben diesen neid merke ich. wäre schön wenn mir jmd nen rat geben könnte LG mel
Hm, schwieriges Thema.... Ich kann gut verstehen, dass deine Cousine momentan nicht glücklich ist, eine künstliche befruchtung ist sehr belastend. Diese "sch...egal-Haltung" kann ich aus meiner Sicht aber eher nicht nachvollziehen, bei mir war es so, dass ich zwar ziemlich fertig war, mir aber das alles nicht egal war, sondern im Gegenteil, mich das Tag und Nacht beschäftigt hat. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass deine Cousine einfach anders auf diese psychische Belastung reagiert, das heißt, dass sie das alles sehr mitnimmt und nun vielleicht keine Kraft mehr hat und es deshalb so rüber kommt, als wäre ihr eh alles egal. Ein weiterer Grund, warum es für dich so wirken könnte, als wäre ihr alles egal, ist vielleicht, dass sie sich dir nicht öffnet. Du hast schon ein Kind und es ist für eine Frau, die gerade mitten in einer künstlichen Befruchtung steckt, immer schwer, mit Menschen, die das nicht direkt nachvollziehen können und auch schon eigene Kinder haben, darüber zu reden. Auch wenn sie es nicht böse meint, aber ja, sie ist vielleicht neidisch auf dich, sie findet es vielleicht ungerecht vom Schicksal, dass sie nur auf diesem Wege Mutter werden kann. Das ist keine Boshaftigkeit gegen dich, das ist einfach der Schmerz einer Frau, die verzweifelt ist und unter großem seelischen Druck steht. Deshalb öffnet sie sich dir vielleicht nicht so und auf dich wirkt das dann so, als wäre ihr alles egal. Das sind meine möglichen Erklärungen für ihr Verhalten, es kann natürlich auch sein, dass ich vollkommen falsch liege. Was du nun tun kannst? Versuche nicht, ihren Schmerz und ihr Leid herunter zu spielen mit gutgemeinten Sätzen wie "ach, das wird schon" oder "Kopf hoch" - damit hat sie nur das Gefühl, ihr Schmerz wird nicht ernst genommen. Versuche ihr zu zuhören, sag ihr, dass du für sie da bist. Sag ihr, dass sie eine tolle Mutter sein wird, dass du dir so gut vorstellen kannst, wie sie ein Kind haben wird, sag ihr, dass du dich auch freust, wenn sie schwanger wird. Versuche, die Probleme, die sie hat, immer etwas mit ihren Augen zu sehen, urteile nicht hart über sie, versuche dich immer ein wenig in ihre Lage zu versetzen. Auch wenn es schwer ist und es für dich eine komplizierte Situation bist, aber versuche es. Ich bin mir sicher, du bist eine so feinfühlige Person und du wirst die richtigen Worte finden. Allein, dass du dir jetzt schon so viele Gedanken machst, zeigt, welch feinfühliger Mensch du bist. Ich wünsche dir alles Liebe, Barbara.