Mitglied inaktiv
Liebe Babsi Habe gerade deinen Beitrag wegen deiner Freundin gelesen. Weisst du als ich damals versuchte schwanger zu werden, sind einige Freundinnen von mir schwanger geworden, auch solche die meinten sie würden wohl lieber Abtreiben (die waren dann zum Glück doch nicht schwanger!!!). Ich war damals so wütend und gönnte den Frauen diese Schwangerschaften überhaupt nicht und auch mich plagte deshalb das schlechte Gewissen enrom. Aber ist es nicht nur natürlich, dass wir Frauen, die auf "normalem Weg" nicht schwanger werden können einfach Mühe haben wenn andere einfach so schwanger werden, auch solche die gar nicht wollen?!?!?!? Ich glaube da haben wohl alle Mühe damit und können es nicht verstehen. Und dann gibt es halt eben noch so unsensible Frauen, die nicht wissen was eine Frau durchmacht die auf "normalem Weg" keine Kinder bekommen kann und dann vielleicht auch noch eine Fehlgeburt hatten und sie reiten dann auf ihrer Schwangerschaft herum und merken gar nicht wie weh sie einem damit machen. Sie präsentieren einem die Bäuche und erzählen einen alles Haarklein, zeigen einem die Ultraschallbilder........... Das hält auch die stärkste Frau nicht aus. Ich wünschte diesen Frauen nichts böses wegen dem Kind, ich wünschte ihnen einfacht nur dicke fette Pickel ins Gesicht. Also fühl dich gedrückt und ich habe volles Verständnis dafür wenn du mit der Situation mühe hast!! Liebe Grüsse Gabi mit Leandro (adoptiert aus Kolumbien und seit Sonntag 2 Jahre alt)
Hallo Gabi! Du sprichst mir aus der Seele. Ich wünsche Christine und ihrem Kind auch nichts Schlechtes, ich will nicht, dass sie ihr Kind verliert oder sonst irgend etwas Schlimmes passiert... Ich wünsche ihr vielleicht (auch wenn sich das gemein anhört) eine nicht ganz so unbeschwerte Schwangerschaft, wie sie jetzt hat. Ich möchte, dass sie Rückenschmerzen hat, möchte, dass ihr auch hin und wieder übel ist - wenigstens, damit sie merkt, dass auch eine Schwangerschaft nicht immer nur Sonnenschein bedeutet. Denn in ihrem Leben läuft immer alles großartig und sie hat keinen blassen Schimmer, welche Verantwortung auf sie zukommt und wie groß die Verantwortung ist, die sie jetzt schon trägt. Sie hat überhaupt keine Gefühle für ihr Kind und kann nicht verstehen, warum ich traurig bin, weil ich mein Kind vor 3 Wochen verloren habe. Im Gegenteil: Sie zeigt mir noch ihren dicken Bauch, zeigt mir mit Stolz die tolle Umstandshose (übrigens wollte ich die gleiche kaufen, kurz bevor ich erfuhr, dass Zwergerl nicht mehr lebt - ist irgendwie ein beschissenes Gefühl, Christine dann in dieser Hose zu sehen) die sie sich gekauft hat, erzählt mir, dass sie die ganze Schwangerschaft über überhaupt keine Beschwerden hat... Sie weiß es nicht zu schätzen, welches Geschenk sie da bekommt und weiß nicht, was es bedeutet, ein Kind groß zu ziehen. Es ist nicht nur füttern, wickeln, schlafen legen - es ist nicht nur, dass man den Körper des Kindes versorgen muss - viel schwieriger ist es, die Seele dieses kleinen Wesen zu hegen und pflegen. Es ist eine große Aufgabe, dieses kleine Kind auf das Leben vorzubereiten, ihm Werte beizubringen, ihm zu lehren, was Mitgefühl heißt, ihm Selbstbewusstsein zu geben, .... All dessen ist sich Christine nicht im geringsten bewusst, für sie ist immer alles so einfach, das Leben besteht immer aus Sonne und sie hat nie irgendwelche Sorgen, alles ist so unbeschwert.... Das ist das, was mir so weh tut, es verletzt mich zutiefst, dass eine Person, die von dem, was ich hier geschrieben habe, keinen blassen Schimmer hat, nun ein Kind unter dem Herzen tragen darf und mir mein Kind genommen wurde. Es ist vielleicht, wie ich schon sagte, ungerecht von mir, nun so neidisch zu sein, aber ich fühle einfach so und es tut so gut zu wissen, dass es Menschen wie dich gibt, die diese Gefühle verstehen können. Alles Liebe, Barbara.
Hallo Babsi, ich kann deine Gefühle durchaus nachvollziehen, auch wenn ich keine FG erleben mußte. Aber meine SS war von Sorgen überschattet, die Geburt war das Schlimmste was ich jemals erlebt habe, und meine Stillversuche waren ein schmerzhaftes Scheitern über Monate. Vielleicht kann ich dich und mich ein bißchen trösten: viele Frauen haben zwar eine leichte SS und Geburt, aber die erste Zeit mit dem Baby ist für niemanden leicht. Und wenn deine Bekannte immer ein sorgenfreies Leben und ihr alles in den Schoß gefallen ist, dann wird sie sich wundern, wie anstrengend so ein Neugeborenes ist und wie viel man zwangsläufig von sich selbst opfern muß, von seiner persönlichen Freiheit, man steht nur noch an zweiter Stelle. Das ist schon schwierig genug, wenn man sich ein Kind sehr wünscht, aber wenn es einfach so passiert ist, dann ist es vielleicht noch schwieriger. Wie wärs: wenn das Baby da ist, dann Besuch sie doch gleich mal kurz nach der Entbindung zu Hause und mäkel ein bißchen daran herum, daß bei ihr nicht aufgeräumt ist und frag sie, ob ihr Baby etwa noch nicht durchschläft. Oh ich bin sehr gemein. Aber es wäre auch nicht unsensibler als ihr Verhalten gewesen ist. Liebe Grüße Claudia