Elternforum Drei und mehr

Ganz komische Eifersucht

Ganz komische Eifersucht

ANNA_MARI

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Hallo ihr Lieben! Ich melde mich mit einem Tabu-Thema und hoffe auf eure Erfahrungen oder Tips. Zu meiner Situation: Ich habe drei Kinder, zwei Jungs (11 und 8) und ein Mädchen (eineinhalb). Ich wollte gerne noch ein drittes Kind, mein Mann hatte eigentlich schon mit dem Thema abgeschlossen (vor allem wegen des Finanziellen) und hat sich aber mir zuliebe drauf eingelassen, allerdings unter der Bedingung, dass ich mich die erste Zeit hauptsächlich kümmere. Das war/ist für mich voll ok und vom Geldaspekt her passt es jetzt auch. Leider ist es nun aber so, dass ich das Gefühl habe, als würden sich die Jungs zunehmend von mir entfernen. Das kann ich auf der einen Seite verstehen, weil ich natürlich seit der dritten Geburt sehr beschäftigt mit der Kleinen bin und schlicht wenig exklusive Zeit für die beiden habe (die Kleine ist auch sehr fordernd und beschäftigt sich eigentlich nie für sich). In der Woche ist es so, dass ich morgens mit allen drei aufstehe und sie fertig mache. Nachmittags bin ich auch mit den dreien alleine, weil mein Mann lange arbeitet. Da fallen natürlich viele Pflichtdinge und Termine an wie Hausaufgaben, Hobbys etc.. Ich bin auch diejenige, die abends alle bettfertig macht und guckt, dass sie zur passenden Zeit schlafen. Grundsätzlich bin ich mit dieser "Arbeitsaufteilung" auch sehr zufrieden, auch wenn ich immer wieder zu hören bekomme, "der Mann solle sich mehr einbringen". Ich sage also oft „doofe“ Dinge an und mein Mann kann immer das Schöne machen (am Wochenende was mit den Jungs unternehmen, wofür die Kleine noch zu klein ist, abends noch kurz zocken mit ihnen, bis Bettzeit ist (ich kann damit nichts anfangen) und so. Ich habe auch das Gefühl, dass die beiden Jungs mit mir gar nichts machen WOLLEN, weil sie einfach merken, dass ich nicht so mit Eifer bei der Sache bin wie mein Mann. Sie hängen ihm ständig an den Lippen, springen auf, wenn er den Raum verlässt, der Kleine fragt nachmittags, wann er kommt, es heißt immer „Papa hat aber gesagt, dass…“, „Dann fragen wir später lieber Papa“, etc.. Das macht mich so traurig. Ich fühle mich oft überflüssig und ungeliebt und gleichzeitig kann ich ja nicht aus meiner Haut und „attraktiver“ für sie sein. Wenigstens die Kleine hängt sehr an mir und ich habe regelrecht Angst, dass sich das auch ändert. Bei den Jungs ist es auch nicht nur eine Phase, sondern es war auch vor der Geburt schon so, dass zumindest der Große SEHR auf meinen Mann fixiert war (das haben auch Außenstehende gesagt). Ich weiß einfach nicht, wie ich mit meinen Gefühlen umgehen soll. Ich merke, dass ich total „eifersüchtig“ auf meinen Mann bin und dass das auch nicht gut für die Beziehung ist. Wir waren Ostern im Urlaub in Spanien und da habe ich das wieder so krass gemerkt… Ich könnte noch mehr schreiben, aber belasse es fürs erste dabei. Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir davon berichten? Viele Grüße! Marie


85kathali

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Antwort auf Beitrag von ANNA_MARI

Guten Abend, Ich glaube, da kommt bei dir einfach einiges zusammen.  Ich habe vier Kinder und war vor allem nach der Geburt von Kind 3 und 4 sehr traurig, dass mir die älteren Geschwisterkind dann etwas entglitten sind. Weil der Fokus auf dem jüngsten Baby lag. Das hat weh getan, war aber nicht zu ändern und wäre bei einem fünften, sechsten etc Kind zumindest bei mir vermutlich wieder so. Sind einfach zu viele Kinder. Also von daher ist das glaube ich schon normal und es ist doch schön, dass der Papa einspringen kann. Wie du schon geschrieben hast, war es auch schon vor der Geburt so, dass der Papa interessanter wurde. Mag ein Stereotyp sein, beobachtet man aber häufig, dass die Papas einfach als Elrernteil mit dem gleichen Geschlecht für die Jungs interessant werden. Ich würde den Papa mehr einspannen, ihm mal zwei Stunden die Kleine in die Hand drücken und mit den Jungs ein Eis essen gehen. Und das lässt sich steigern, also in einem Jahr einen Tagsausflug alleine mit den Großen in zwei Jahren ein Wochenende mit ihnen verreisen etc. Nur weil du den größten Teil des Alltags mit der Kleinen übernimmst (ich hier auch) kann Papa ja trotzdem auch mal übernehmen. So, und bevor ich jetzt ins Bett gehe: wenn die Kinder traurig sind, gehen sie dann auch immer zu Papa?  LG


ANNA_MARI

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Antwort auf Beitrag von 85kathali

Hi Kathali! Danke für deine Antwort; es tut ja einfach schon gut, etwas loszuwerden und dann zu hören, dass alles wahrscheinlich "normal" ist. "einfach zu viele Kinder" ist witzig und ja, das denke ich auch manchmal. Dabei habe ich ja "nur" drei. Vom Verstand her sage ich mir auch immer, dass ich froh sein kann, dass der Papa einspringt und mich somit ja auch entlastet. Aber Verstand und Gefühl können ja sehr gegensätzlich sein. Dass ich mehr mit den Jungs alleine mache habe ich mir auch schon vorgenommen und teilweise (im Kleinen) umgesetzt, wenn das Mäuschen schläft oder so. Fühlt sich dann manchmal irgendwie künstlich an, aber das ist ja vielleicht nicht so schlimm. Der gute Wille zählt... Deine Frage habe ich mir auch schon öfter gestellt und kann sie gar nicht so klar beantworten. Es ist einfach so, dass ich mehr anwesend bin und dann kommen sie mit Problemen/Traurigkeit natürlich zu mir. Ich weiß gar nicht, wen sie wählen würden, wenn öfter beide Eltern da wären. Der Papa kann auch gut trösten und ist sogar oft geduldiger als ich, muss ich zugeben. Ich weiß aber in vielerlei Hinsicht auch gar nicht, wie realistisch ich das alles so einschätze. Hauptproblem ist glaube ich gar nicht die Tatsache, dass die Jungs zwangsläufig kürzer kommen, seit die Kleine da ist, sondern meine Gefühle und Vermutungen dem Ganzen gegenüber. Danke noch einmal für deine Gedanken zum Thema!


Pinguina1

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Antwort auf Beitrag von ANNA_MARI

Hallo, dein Beitrag ist schon etwas älter, aber vielleicht wird es ja trotzdem gelesen. Mit elf Jahren ist es ganz normal, sich etwas zu entfernen. Und der Achtjährige eifert natürlich dem Großen nach. Wahrscheinlich wäre das auch passiert, wenn es kein drittes Kind gegeben hätte. Vielleicht ein oder zwei Jahre später, aber bestimmt hätte es nicht mehr lange gedauert… Wenn man den Großteil des Alltags mit den Kindern teilt, dann ist man zwangsweise auch für die "blöden" Aufgaben zuständig. Das kennen alle alleinerziehenden Mütter, deren Kinder ihren Vater nur jedes zweite Wochenende sehen. Natürlich ist das Papa-Wochenende dann voller schöner Erlebnisse; die zwölf Tage dazwischen sind auch schön, aber eben mit Kindertagesstätte/Schule und anderen Alltagspflichten.  Da hilft, die Aufgaben möglichst bald wieder ähnlich zu verteilen. Die "erste Zeit" mit eurer Kleinen ist ja langsam vorbei. 😊 Oder du machst mal mit allen Kindern einzeln etwas schönes? Oder sogar einen Urlaub? Wenn man mal weg ist, dann wird man in der Regel auch vermisst... Kannst du denn über deine Gefühle mit jemandem reden? Vielleicht ja sogar mit deinem Mann? Oft hilft das, die Gefühle etwas einzuordnen. Ansonsten ist es doch toll, dass du schon so große Kinder hast. Ich würde ja bald mal dazu übergehen, den ältesten als Babysitter einzuspannen. 🙃 Und dann kannst du mal mit deinem Mann 2 Stunden ausgehen. Gerade, wenn der sich nicht noch mal ein Kleinkind vorstellen konnte, hat er ja vielleicht ein größeres Bedürfnis nach Zweisamkeit und "Erwachsenleben"?!   Übrigens auch normal ist, dass Kinder die Eltern gegeneinander ausspielen (Wenn Mama nein sagt, dann frage ich Papa…). 😉 und wenn die Kinder nachmittags oft nach Papa fragen, dann ist es vielleicht ein Zeichen, dass Papa mal früher nach Hause kommen sollte. Dafür kann Mama dann arbeiten gehen. Das tut auch Mamas beruflicher Karriere, Rente und auch Selbstbewusstsein gut. Kinder brauchen ihre Bezugspersonen. Wenn nur eine Person da ist, auch okay. Aber bei euch gibt es ja Mama und Papa, die beide eine aktive Rolle im Leben der Kinder spielen. Deshalb werden beide gebraucht, auch wenn es sich vielleicht nicht immer so anfühlt.


ANNA_MARI

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Antwort auf Beitrag von Pinguina1

Hi Pinguina! Ich habe deine Antwort noch gelesen und wollte immer was dazu schreiben, aber kam irgendwie nicht dazu. Danke erstmal! Es tut immer gut zu hören, dass es "normal" ist, dass sie sich (phasenweise) entfremden. Mit der Kleinen ist es etwas schwierig. Sie ist sehr auf mich fixiert und es fällt mir zugegebenermaßen auch schwer, sie abzugeben, auch an meinen Mann. Sie ist ja schon in der Kita und daher möchte ich die andere Zeit gerne mit ihr verbringen, um ihr Verlässlichkeit zu geben. Ich weiß, die könnte sie auch durch meinen Mann haben... Ich glaube, wenn ich ganz ehrlich bin, dass ich Angst habe, dass auch sie sich ihm zuwendet. Ich weiß, es hört sich bekloppt an, aber so "mag mich wenigstens noch eins meiner Kinder am liebsten". (Oh Mann, schon krass, das so zu schreiben, aber es fühlt sich eben so an.) Na ja, und mit den anderen beiden etwas einzeln zu machen... Da stehe ich mir dadurch schon selbst im Weg. Mal mit den Jungs ein Wochenende weg zu fahren zum Beispiel kann ich mir einfach nicht vorstellen, obwohl das natürlich irgendwie möglich wäre. Und wenn ich mit der Kleinen wegfahren würde... Natürlich könnte es sein, dass ich dann vermisst werde, aber ich verbringe mit den großen sowieso wenig Zeit momentan und das Ganze nur als Test zu machen, ob sie mich vermissen, wäre ja albern ;-D. Ich rede mit meinem Mann nicht darüber, weil ich mich selbst dafür schäme. Dabei weiß ich, dass er sich nicht darüber lustig machen würde, sondern bestimmt Verständnist hätte. Also auch etwas, womit ich mir selbst im Weg stehe, aber ich bringe es einfach nicht über mich. Mit anderen rede ich schon darüber und das tut auch gut. Nur kenne ich niemanden, der das ähnlich empfindet wie ich, und ich hatte auch gehofft, hier Erfahrungen zu lesen, dass es anderen auch so geht/ging. Ist ja auch ein Tabuthema und hier ist es einfacher, anonym darüber zu schreiben. Ich glaube, es wäre für mich (um wieder mehr gefühlte Unabhängigkeit von der Kleinen zu bekommen) und auch für die Beziehung zu meinem Mann sehr gut, wieder mal abends auszugehen. Wir haben jetzt eine Babysitterin, die schon hin und wieder eingesprungen ist, wenn ich nachmittags noch einen Termin hatte oder so. Ich denke, dass wir sie in absehbarer Zeit auch mal fürs Ins-Bett-Bringen einspannen können, vor allem, da der große Bruder, den die Kleine so liebt, dann ja auch da ist. Und der Punkt, dass mein Mann früher von der Arbeit kommen könnte... Das ließe sich schon irgendwie machen, da er selbstständig ist, aber es ist inzwischen nachmittags so eingespielt, dass ich das gar nicht wollen würde. (Obwohl es natürlich oft stressig ist mit den Dreien.) Der DRITTE Punkt, in dem ich sozusagen "selbst schuld" bin. Tja. Vielleicht muss ich einfach mit meinem Problem leben, wenn ich mich selbst nicht in der Lage sehe, aktiv einzufordern, dass etwas an den Rahmenbedingungen geändert wird. Oder vielleicht ist Einsicht der erste Schritt zur Besserung, sprich Änderung... Danke noch einmal für deine Antwort!!! :-)