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Mitglied inaktiv

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Ihr Lieben, angeregt von den Sachen, die mich zur Zeit beschäftigen, wollte mal eure ehrliche Meinung, bzw Selbsteinschätzung hören. Aus dem Grund, dass ich von Natur aus "Hummeln im Sitzkissen" habe, beschäftige ich mich momentan viel mit Geflüchteten und spende gerne meine freie Zeit und Ressourcen dafür. Ich habe engen Kontakt zu zwei Organisationen, eine davon beschäftigt sich ausschließlich mit geflüchteten Kindern. Die meisten sind verwaist. Für die erste Zeit ist es wichtig, dass die Kinder zusammen bleiben, gute Emotionen erleben und psychologische Hilfe bekommen. In der Zukunft sollten die Kinder aber eine Familie bekommen, die sie liebevoll aufnimmt. Nun kommt die Kernfrage nach der langen Vorgeschichte. Ich habe in meinem Umfeld über dieses Thema gesprochen und überraschenderweise kann sich mehr als die Hälfte der Familien nicht so gut vorstellen Eltern für ein Kind zu sein, welches sie nicht selbst gezeugt haben. Wie ist eure Stellungnahme dazu?


Phila83

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Oh, es verwundert eher, dass du verwundert bist. Mich jedenfalls.


mausebär2011

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Mein Mann und ich haben im Januar 2021 angefangen für unsere Nr 3 zu hibbeln. Als ich im Februar diesen Jahres wieder einmal einen negativen Test in der Hand hielt, machten wir einen Termin in der Kinderwunschklinik. Gleichzeitig besprachen wir unsere Wünsche und Möglichkeiten. Wir waren uns recht schnell einig, sollte es auch in der Klinik nicht klappen, dann adoptieren wir/werden Pflegeeltern. Der Gedanke ein verwaistes Ukrainisches Kind aufzunehmen kam uns dann auch schnell. Allerdings durfte ich dann doch noch im März positiv testen sodass wir wohl nie erfahren werden ob es letztendlich wirklich dazu gekommen wäre. Denn das ist ein wichtiger Punkt: In der Vorstellung klingt das alles toll. Dann ist da ein Kind das eine liebe Familie braucht und eine Familie die einem Kind liebe schenken will. Doch so einfach ist es nicht. Die meisten haben viel schlimmes erlebt. Sie haben u.U. ein schweres Trauma. Damit muss man umgehen können. Das muss man sich erstmal zutrauen können. Deshalb wundert es mich nicht das so viele nicht auf die Idee kommen würden, ein "fremdes" Kind in die Familie aufzunehmen.


Milasmom

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Dafür muss man meines Erachtens nach gemacht sein. Ich kann mir das aktuell nicht vorstellen. Freunde von uns haben Pflegekinder auch ältere, traumatisierte und das regelt sich nicht von Liebe allein. Das ist harte Arbeit. Beide sind Pädagogen und trotzdem kommen sie an ihre Grenzen.


ilsevonderunkrautfarm

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Jeder sollte das ohne Wertung anderer frei entscheiden. Wenn jemand das nicht möchte, ist das ok. Wenn sich jemand „aufopfert“, gute Sache.


miss_spicy

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Ich hätte mir schon eine Adoption vorstellen können wenn es auf natürlichem Wege nicht geklappt hätte. Aber im Grunde spielt es ja keine Rolle wer es sich vorstellen kann und wer nicht, es gibt immer noch viel mehr Interessenten als Kinder, man wartet Jahre und wenn man Glück hat darf man ein Kind adoptieren. Die Vorstellung von vollen Waisenhäusern sind veraltet, es werden immer weniger Kinder zur Adoption freigegeben, in erster Linie wird versucht die Kinder in den Familien zu lassen und die zu unterstützen. Da werden jetzt auch die Waisenkinder aus der Ukraine nicht so einen riesen Unterschied machen.


JuniMama-xx-xx-??

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Ich denke, der Bogen deiner Frage ist wirklich sehr groß und ist nicht kurz zu beantworten wenn man bei einem Thema bleiben will. Denn es liegt eine große Spanne zwischen „Kind nicht selbst gezeugt“ wo ja auch Stiefkinder bzw. Samenspende oder Eizellspende dazugehören bis „ein schwer traumatisiertes Kind aufnehmen“.


JuniMama-xx-xx-??

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Wie bereits mehrfach erwähnt, als erstes muss man immer bereit sein, dem Kind ein wunderbares Elternteil zu sein, und das ist immer harte Arbeit, egal ob es um ein Stiefkind, Adoptionskind oder Pflegekind geht. Für meinen Teil muss man da auch die Lebenssituation unterscheiden: zB ob man keine (oder nicht die gewünschte Anzahl) eigener Kinder bekommen kann und deswegen Adoption oder Samenspende in Erwägung zieht. Oder ob sich die eigene Lenenssituation zB durch Scheidung gravierend ändert und man ein Stiefkind mit aufzieht. Oder ob es eine Tragödie in der Verwandtschaft gibt und man die Kinder von Bruder oder Schwager mit aufzieht. Oder eben, ob man es sich zur Aufgabe macht, einem traumatisierten Kind eine neue wunderbare Heimat zu geben.


JuniMama-xx-xx-??

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Und dabei geht es einfach, für das Kindswohl, bei allen Möglichkeiten darum, ob und inwiefern man der Aufgabe gewachsen ist. Nicht darum, ob man biologisch der Erzeuger ist. Und das muss jeder für sich bewerten, sonst ist keinem geholfen.


Cuci

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Wie hier schon geschrieben wurde, ist es ja nicht damit getan, ein Kind aufzunehmen, egal das wievielte und dann ist Friedefreude Eierkuchen. Das sind Kinder, die viel Schlimmes erlebt und gesehen haben. Und man darf nicht vergssen, die hatten (und haben eventuell noch) ja auch mal eigene Familie, um die sie trauern. Und um die sie auch trauern dürfen sollten. Dem muss man auch Raum geben können. Gleichzeitig natürlich da sein. Auch generell (jetzt mal unabhängig von den ukrainischen Weisenkindern), sind zur Adoption freigegebene Kinder teilweise nicht einfach nur abgegebene Kinder. Das sind auch zb Kinder aus Drogenfamilien, teilweise schon im Mutterleib kognitiv geschädigt. Oder die haben die erste Zeit viel Schlimmes mit angesehen und erlebt bei ihren Eltern in einer besonders wichtigen und prägenden Zeit. Den Neffen meines Onkels hatte meine Tante dann aufgenommen, nachdem die Eltern beide dem Drogentod zum Opfer gefallen waren. Da war der Junge 3 oder 4. Und schon derart "kaputt" im Kopf und geprägt von seinen Eltern und deren Alltag. Das hat die Familie zum Teil auch sehr belastet, was da zum Vorschein kam. Das ist mitunter harte Arbeit, so löblich der Grundgedanke auch ist. Dafür muss man gemacht sein. Von meinem Schwager die Schwester hat einen syrischen Tennie aufgenommen. Die Kinder waren aus dem Haus, und da haben die das gemacht. Der lebt nun schon so einige Jahre bei denen. Was genau der erlebt hat, wissen sie bis heute nicht. Nach einigen Jahren haben sie sogar seine Familie ausfindig machen können. Er hat hier seine Schule zuende gemacht und eine Ausbildung, hat mittlerweile wieder regen Kontakt nach Hause, schickt auch einen Teil seines Lohns zu seinen Eltern. Und ist ansonsten halt hier in Deutschland immer dabei, wenn die Familie etwas macht. Da hat das gut funktioniert. Sie ist seit vielen Jahren engagierte aufopferungsvolle Lehrerin. Aber es war auch harte Arbeit. Und auch sie sagt, das war nicht immer einfach. Am Anfang hat er zb auch dagegen rebelliert, dass dort nicht nur der Mann das Familienoberhaupt ist. Klar er kennt es von Zuhause nicht anders. Will nur sagen! Man holt nicht einfach ein Kind und dann ist alles gut. Da jst Vorgeschichte und das prallt dann mitunter heftig aufeinder. Von den psychischen Aspekten mal abgesehen. Sowohl beim Kind, als auch was dann auf die Pflegefamilie einprasselt. Zumindest in der jetzigen Situation mit bald drei kleinen Kindern würde ich mir das nicht ZUSÄTZLICH aufbürden wollen. Aber andere Familien haben andere Möglichkeiten. Oder die Kinder sind aus den Haus. Oder oder oder. Und dann muss ich sagen, wieso nicht. Sehr ehrenvoll.


ösitina

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Nein, es verwundert mich nicht, es wundert mich eher wenn man sich so schnell entscheidet ein Kind oder eine Familie aufzunehmen, und ich fürchte viele tun dies total unüberlegt, denn da kommen traumatisierte Menschen an, die in einem anderen Land gelebt haben, das ist mit Sicherheit nicht das man leichtfertig machen sollte…. Langer Rede kurzer Sinn nein, ich könnte mir das für mich nicht vorstellen… Ich bewundere aber Menschen die es tun und wunderbar lösen.


Ruto

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Ich sehe das auch eher kritisch. Es klingt so schön verwaiste Kriegsflüchtlinge zu adoptieren. Aber dazu braucht es mehr als guten Willen. Traumata können nicht immer geheilt werden, sie führen nicht selten zu Verhaltensauffälligkeiten bis Verhaltensstörungen (wodurch dann gerne die Opfer-Täter-Rolle umgeschrieben wird, Just saying). Dazu braucht es viel Wissen, viel Geduld und Durchhaltevermögen. Ich selber arbeite viel mit traumatisierten Menschen (nicht durch Krieg, aber u.a. familiäre Gewalt) und liebe meine Arbeit. Aber ich weiß auch, dass ich in der begrenzten Arbeitszeit alles geben kann, Zuhause dann aber meine Energien aufladen muss. Ich würde es mir schlicht nicht zutrauen, Zuhause dann die nächste Baustelle zu haben. Ich weiß, dass ich daran kaputt gehen würde, zu groß ist mein Respekt vor dieser großen Aufgabe. " kann sich mehr als die Hälfte der Familien nicht so gut vorstellen Eltern für ein Kind zu sein, welches sie nicht selbst gezeugt haben." Das ist Frage der Perspektive. Für mich hat das nichts direkt damit zu tun, ob ich das Kind selber gezeugt habe. Sondern mit Respekt vor der enormen Aufgabe.


Skylights110

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Ich habe mein leben lang gesagt ich will kinder adoptieren, das würde ich immer noch gern. Leider bin ich dafür in deutschland nicht sonderlich geeignet, da die regeln super streng sind. Könnte mir aber auch vorstellen als langzeitpflegefamilie zu agieren.


Mitglied inaktiv

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Vielleicht war es ungünstig meine Anregungen und den Bezug zu dem Thema zu erwähnen, aber so ist es in meinen Augen einfach greifbarer, um sich selbst eine ehrliche Antwort zu geben. Es ist ja auch nicht so, dass man ein Kind aufnehmen wird, welches den Krieg miterlebt hat. Man sollte aber auch bedenken, dass auch die Kinder aus deutschen Familien teilweise das erlebt haben, was man sich in den schlimmsten Träumen nicht vorstellen kann - sexuelle Gewalt über Jahre, Misshandlungen oder sogar den Mord der eigenen Mutter. Das ganze Prozedere läuft anders ab. Als Pflegeeltern meldet man sich nicht für ein bestimmtes Kind oder eine bestimmte Zielgruppe, sondern in erster Linie allgemein als Pflegeeltern. Wie man es sich dann vorstellt wird dann beim Jugendamt besprochen. Und natürlich kann man auch die eigenen vorstellbaren Grenzen nennen. Es gibt auch mehrere unterschiedliche Möglichkeiten von Pflege. Es geht nur grundsätzlich darum, ob man das kann oder nicht, ohne jeden einzelnen möglichen Hintergrund des Kindes zu betrachten.


Ruto

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Deshalb habe ich auch als Beispiel familiäre Gewalt genannt. Da du sowieso bestens informiert scheinst, verwundert es mich umso mehr, dass es dich erstaunt, dass sich jede zweite Familie dieser Aufgabe nicht gewachsen sieht.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Ruto

Das verstehe ich völlig und kann das absolut nachvollziehen. Es ging rein um die Erkenntnis kein Kind in die Familie aufnehmen zu können, das nicht ein eigenes ist, abgesehen von den Möglichkeiten um welches Kind es sich handeln könnte.


JuniMama-xx-xx-??

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Ich verstehe nicht, was du mit deinem letzten Satz meinst, also mit diesem Posting sagen möchtest.


bea+Michelle

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Freunde von uns wollten vor 25 Jahren in Kind adoptieren, waren aber mitte 30 damals zu alt.... sie hätten auch ein älteres genommen und nicht unbedingt ein Baby. Meine Cousine und ihr Mann wollten vor fast 50 Jahren ein 3 jährigen Jungen adoptieren, sie bekamen ihn "nur" als Pflegekind(im Nachhinein Gsd) Der wurde geschlagen und ans Bett gefesselt,also auch traumatisiert. Dieser Junge hat es so gut bei den Beiden gehabt und nur Mist gebaut. Sachen kaputt gemacht, im tiefsten Winter einem Herzkranken Kind die Jacke weggenommen, Tiere geärgert,.. Irgendwann hätte er adoptiert werden könne, aber das wollten sie dann nicht mehr, denn dann hätten sie für die Schäden, die er verursacht hatte , selber aufkommen müssen...... Im Erwachsenenalter sass er auch im Knast. das war das letzte , was ich gehört habe. Ich habe auch nie nachgefragt, weil das meiner Cousine alles sehr zusetzte. Kontakt ist seinersets irgendwann abgebrochen, Die Kinder tun mir leid, aber ich würde niemals ein traumatiesiertes Kind aufnehen.


Muschelnudel

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Wir hätten gerne adoptiert. Sind aber in Deutschland nicht dafür geeignet .


Pino

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Prinzipiell könnte ich mir das vorstellen, Pflegeeltern zu werden, aber man muss dafür auch die Kapazitäten haben. Solange die eigenen Kinder noch jung sind, ist es sehr schwierig, vor allem wenn man arbeitet. Man hat ja nur eine begrenzte Zeit am Tag, die man mit der Familie verbringen kann. Und wenn man dann noch ein möglicherweise traumatisiertes Kind betreuen muss, dann hätte ich Sorge, dass mein leibliches Kind zu kurz kommt. Bei Kindern von Verwandten oder Freunden ist das natürlich etwas anderes. Wenn da ein Kind seine Eltern verliert, hätte es ohne Frage jederzeit einen Platz bei uns.


HeyDu!

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Kinder die man annimmt, werden nach meiner Einschätzung nie wie eigene sein und können zur großen Belastung werden. Daran kann eine Familie zerbrechen. Ich bin mit Heimkindern groß geworden, durch den Job meiner Eltern, ich kenne Pärchen die Kinder in Pflege und adoptiert haben...Alle Kinder haben eine Geschichte, Baustellen, Gene... Vergleiche ich deren Probleme mit unseren, dann sehe ich unsere Baustellen gar nicht mehr so krass. Ich könnte es nicht, bei den eigenen ist man nachsichtig, vermutlich könnte ich es bei fremden Kindern in der Art nicht sein. In Bezug auf geflüchtete Kriegskinder wird es noch schwieriger. Traumas, verschiedene Kultur, Sprache - ich helfe auch gern aber wir könnten dem Kind nicht bieten was es braucht und würden auch selbst Schaden nehmen.


Berlin!

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Ich kenne mehrere Familien, die ein Pflegekind aufgenommen haben. Das ist insofern vergleichbar, als dass man ein Kind mit oft okkulter Geschichte bekommt. Mit Traumata und und und. Und die verarbeitet jedes Kind anders, das wirkt sich auch anders aus. Und ich für meinen Teil kann mir zwar vorstellen, ein nicht von mir geborenes Kind zu lieben. aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die notwendige Kraft, Motivation und vor allem: Kompetenz habe, um ein Kind mit massiver Problematik adäquat zu versorgen und meinen anderen Kindern gerecht zu werden. Deswegen kommt das für mich nicht infrage.


ösitina

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Hast du denn in deinem Umfeld deine Frage genauso gestellt wie hier oder auch so gefragt dass man z.b. ein Baby adoptieren würde, also gänzlich ohne Vorgeschichte? Das macht schon einen gewaltigen Unterschied… Denn ein Kind ohne Vorgeschichte…z.b. ein Baby dessen Mutter verstorben ist, würde ich z.b. eventuell schon aufnehmen…


JuniMama-xx-xx-??

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Antwort auf Beitrag von ösitina

Genau das meinte ich, die Spannweite ihrer Frage ist ja so groß, da liegen Welten dazwischen


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von ösitina

Die Gespräche waren zwar noch ausführlicher, da ich auch viele andere Informationen (unter anderem vom Jugendamt) angesprochen habe, aber an sich habe ich tatsächlich gefragt, ob grundsätzlich ein Kind in Frage kommen könnte. Und die Begründung dafür, dass man das nicht kann oder nicht möchte liegt teilweise ganz weit weg vom Traumata. Es gibt viele unterschiedliche Begründungen und jede davon ist nachvollziehbar und verständlich. Und ich finde es auch gut, wenn man das für sich selbst entschieden hat, indem man darüber ehrlich und intensiv nachgedacht hat.


ösitina

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Danke… Ich denke am Ende ist es halt immer eine einzelfallentscheidung….. Ich denke dass viele sich, am Ende wahrscheinlich anders entscheiden würden wenn sie direkt vor der Entscheidung stünden, es sagt sich ja weit ab von der Entscheidung leicht, ja ich würde oder nein ich würde nicht… Möchtest du denn gerne aktuell ein Kind aufnehmen?


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von JuniMama-xx-xx-??

Tut mir leid, dass dich längere Spannweiten überfordern. So sind die aber, wenn man sich mit dem Thema "Pflegekind" beschäftigt. Es ist kein Supermarkt wo man hingeht und sagt "Für mich bitte ein neugeborenes Baby, dessen Eltern gestorben sind und dazu wunderschöne Akademiker mit blonden Haaren und brauen Augen waren". Wenn man sich dazu entschiedet, wird man vom Jugendamt aufgeklärt, dass eine gewisse Aufgeschlossenheit vorhanden sein muss, da es sich in den meisten Fällen um Kinder handelt, die eine Vorgeschichte mitbringen, die selten schön ist. Aber nun gut, jeder für den es uninteressant oder zu kompliziert ist oder zu viel an Informationen ist muss sich damit ja nicht beschäftigen. Ich beschäftige mich zur Zeit damit und zu dem Thema kam ich über eine Organisation, die sich mit geflüchteten Kindern beschäftigt, deswegen hat das für mich persönlich auch eine Bedeutung.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von ösitina

Da gebe ich dir vollkommen Recht. Und es sagen tatsächlich viele ab, nach dem Erstgespräch beim Jugendamt oder nach dem Vorbereitungsseminar. Diese Ehrlichkeit und Fairness finde ich sehr gut. Ich würde sehr gerne Kinder aufnehmen, aber mir ist auch bewusst, dass wir das in der jetzigen Situation nicht können. In der Zukunft hoffe ich diese Möglichkeit zu haben.


ösitina

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Das finde ich echt ehrenwert von Dir Meinen Respekt hast Du.


JuniMama-xx-xx-??

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Warum denn so unfreundlich? Ich habe lediglich angemerkt, dass man das Thema differenziert betrachten muss, denn deine Frage war die nach der Quote der Bereitschaft, ein Kind aufzunehmen dessen biologischer Elternteil man nicht ist. Und dass Eltern ein Stiefkind des neuen Partners, was sie ja auch nicht biologisch gezeugt haben, mit bei sich aufnehmen ist ja häufiger und dementsprechend die Quote der Bereitschaft ja eine andere als bei einem Pflegekind oder wieder eine andere bei einem Adoptivkind. Was das damit zu tun hat, dass ich mit dem Verdtändnis deiner Frage überfordert sein soll, erschließt sich mir nicht. Auch zur den Beweggründen und dem Kindswohl und den Anforderungen an die Menschen habe ich bereits in den anderen Antworten etwas meiner Meinung nach differenziert betrachtetes und neutrales bereits geschrieben.ä, das durchaus zeigt, dass ich deine Frage verstanden habe.


JuniMama-xx-xx-??

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Antwort auf Beitrag von JuniMama-xx-xx-??

Deine Frage war eine rein wissenschaftliche bzgl. der Quote und deiner Verwunderung darüber und unsere Stellungnahme zu dieser Quote bzw. Deiner Verwunderung. Und diese Quote variiert eben je nach Situation in der gesamten Spannweite, was soll man da wissenschaftlich anderes antworten. Du hast nicht gefragt, wie die Bereitschaft der User zur Aufnahme eines nicht leibliches Kindes wäre oder was wir alle hier denken oder tun würden, und daher habe ich mich persönlich auch dazu nicht geäußert sondern die Hintergründe erklärt, warum ich deine Quote je nach Situation für variabel halte.


Mitglied inaktiv

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Du legst Usern hier Dinge in den Mund, die keiner geschrieben hat. Und ja, die Spannweite ist durchaus groß. Und ja, es macht sehr wohl einen Unterschied, ob man ein Baby adoptiert oder ein 8-jähriges Kind aus der Ukraine, welches gerade die Eltern verloren hat! Wenn DU das nicht so siehst, hol dir deinen Orden und die Kopfstreichler woanders ab ab und frag nicht hier nach, wenn dir die Antworten nicht passen.


Mitglied inaktiv

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Wer ist denn hier bitte eine Kratzbürste? Deine Unterstellungen sind ja äußerst freundlich formuliert... Wie schon geschrieben, von den Pflegeeltern wird erwartet / erwünscht etwas aufgeschlossen zu sein, es ist ja keine Wunschbestellung. Wenn man bereit ist ein Kind aufzunehmen, dann sollte man damit rechnen, dass es nicht unbedingt ein neugeborenes Baby sein wird. Aber nun gut, viel Sinn macht es nicht weiter zu diskutieren, wenn da am Thema vorbeigeredet wird und in Vorwürfen eskaliert.


Mitglied inaktiv

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Ich wollte dich keinesfalls beleidigen. Wahrscheinlich gibt es einfach nur Verständnisschwierigkeiten zwischen uns.


kattta

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Ich denke, ein Hauptpunkt ist folgender: wenn zukünftig wirklich ernste Probleme mit und um das Kind auftreten, stellen sich viele Menschen dem eigenen Fleisch und Blut leichter in Liebe verbunden auf als einem Kind, wo man die Vorgeschichte nie so richtig kennt. Menschen, die ein traumatisiertes Kind annehmen, brauchen ein sehr viel reflektierteres Kommitment, Reife sich jederzeit und auch früh Hilfe zu holen usw. Nur die Sehnsucht, Gutes zu tun und die eigene Familie zu vergrößern schütz ja nicht vor Krisen und Nöten. Gerade Eltern, die sich schon von den eigenen Kindern an die Grenzen gebracht fühlen und sei es nur zeitweise, müssen sich klar sein, daß ein traumatisiertes Kind noch mehr standing und support braucht. Das ist sicher ein ganz anderer Weg der Elternschaft und besser, man klärt seine Zweifel frühzeitig als das angenommene Kind dann doch nicht annehmen zu können.


Luna Sophie

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In diesem Zusammenhang, also geflüchtete Waisenkinder aus der Ukraine als eigenes Kind annehmen, kann ich sehr gut verstehen, weshalb da die allermeisten "eher nicht" oder gleich "nein" sagen. Und auch bei etwas älteren Kindern kann ich das sehr gut nachvollziehen. Diese haben oft schon sehr viel und davon sehr viel schlimmes erlebt. Sie braucht deutlich mehr Betreuung, Zuwendung, oft Therapien,... Das kann nicht jeder leisten. Es ist doch nur richtig, dass solche Kinder nur in Familien aufgenommen werden, die wirklich bereit sind, diese "Mehrarbeit" zu leisten. Denn jede Familie zu der so ein Kind kommt und wieder wegmuss, verschlimmert nur das Leid der Kinder. Ja, für manche Kinder, mit sehr schweren traumatischen Erlebnissen, ist eine Heimunterbringung mit guter rund um die Uhr Betreuung, von ausgebildeten Fachleuten deutlich besser als eine Familie, die gar nicht weiß und ahnt, was da auf sie zukommt. Wir haben ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Die erste Woche war eine große Umstellung. Am schlimmsten die Sprachbarriere. Unterdessen sind sie schon länger bei uns. Und ich kenne einen Teil ihrer Erlebnisse. Das was diese 3 Menschen erlebt haben, wird sich jemand, der "Krieg" nur von Bildern kennt niemals ganz nachvollziehen und verstehen, vor allem niemals wirklich fühlen können! Egal was diese Waisenkinder erlebt haben. Eines ist sicher, sie haben keine Eltern und sie mussten ihre Heimat verlassen. Unter welchen Bedingungen, wissen nur die Kinder und evtl. die Begleiter. Diese Kinder sind in ein Land gekommen, das sie nicht kennen, deren Sprache und Gewohnheiten sie nicht kennen,... Und sie haben aneinander Halt gefunden, sie jetzt zu trennen, da stellt sich mir schon die Frage ist das wirklich das Beste für jedes Kind?


Mitglied inaktiv

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Es ist durchaus legitim, das nicht "zu können" Viele gehen da auch viel zu Blauäugig dran und denken, ein Pflege- oder Adoptivkind bringt nur Liebe, Freude und Wärme in die Familie. Die Realität sieht oft anders aus. Man hört es ja leider immer wieder, welche Probleme es dann vor allem während der Pubertät geben kann. Nicht selten fällt dann der Satz "Du hast mir gar nix zu sagen, bist ja gar nicht meine Mutter/mein Vater" Oder wenn die Kinder es dann eines Tages erfahren und eine Welt für sie zusammenbricht. Viele machen sich dann auf die Suche nach den leiblichen Eltern und werden zutiefst enttäuscht, wenn diese nicht ihren Erwartungen entsprechen oder sie sogar abgelehnt werden. Es läuft eher selten so ab wie in "Bitte melde dich" oder "Vermisst" Damit muß man zurechtkommen als Pflege- oder Adoptivfamilie. Heißt: nein, ich käme damit nicht klar.


Butterfly2022

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Liebe LauraMarie2, mein Mann und ich würden sehr gerne ein oder auch zwei verwaiste Kinder aufnehmen/adoptieren, gerne aus der Ukraine. Wir haben selbst schlimme Zeiten mit unserem ersten Kind (im Kleinkindalter an Krebs verstorben) hinter uns, so dass uns eine möglicherweise schwere Aufgabe nicht abschreckt - ganz im Gegenteil. Als ich bis vor kurzem noch mit dem zweiten Kind schwanger war, haben wir Kontakt zu einer ansässigen Organisation aufgenommen und unseren Wunsch geäußert. Mittlerweile haben wir leider auch dieses Kind verloren. Was ich damit sagen möchte: Für uns käme eine Adoption genauso in Frage, wenn wir ein eigenes Kind hätten. Wir haben so viel Liebe, Zeit, Platz, Geld und praktische/emotionale Unterstützung seitens meiner Familie, aber das alles nur als Paar nutzen zu können ist irgendwie schade. Ob sich durch die ansässige Organisation etwas für uns ergibt, weiß ich nicht. Es hieß vor 3 Wochen, dass man aktuell noch völlig überfordert damit sei, den Status der Kinder (verwaist oder nicht verwaist, vorhandene Verwandtschaft oder nicht) zu prüfen. Diese Organisation kümmert sich um alles mögliche, nicht speziell um Kinder. Es tut uns im Herzen weh, was diese kleinen Menschlein durchmachen müssen und das ihnen nicht schneller geholfen werden kann, damit sie sich sicher, geborgen und geliebt fühlen können. Wir könnten von heute auf morgen ein Kind aufnehmen, müssten nur ein Bett kaufen und was man halt sonst so braucht. Weißt du denn welche Schritte man noch gehen sollte, um als Adoptiveltern für ein geflüchtetes Kind in Betracht gezogen zu werden? Muss man sich vorab beim Jugendamt melden, registrieren und überprüfen lassen? Ich habe über die Organisation hier leider nicht weiteres erfahren, wie gesagt, aktuell ist man total überfordert. Falls es irgendeine Möglichkeit gibt über eine der Organisationen, mit denen du im Kontakt stehst, würde ich mich über eine Nachricht sehr freuen. Liebe Grüße Butterfly