Juem21
Hey, ich stille meine Tochter seit der Geburt, knapp sechs Monate. Ich wurde nun schon mehrfach von der „älteren“ Generation gefragt (Familie, Bekannte, Arbeitdkolleginnen), warum ich nicht nach sechs Monaten aufs Fläschchen umsteige, das wäre doch viel praktischer für mich und es sei doch gängig, dass nach sechs Monaten stillen nicht mehr notwendig sei und ich könnte mehr Freiheiten haben. Ich beschwere mich nie übers stillen. Mein Mann möchte auch nicht total gerne abends ein Fläschchen geben. Und dafür könnte ich ja theoretisch auch abpumpen. Das nur ergänzend, ich fange das Thema stillen nicht in Gesprächen an. Nun frage ich mich wirklich: Auch wenn es bei der Generation 50+ nicht „in Mode war“, zu stillen, wird ja dennoch zum stillen geworben, soweit man kann und es klappt. Aber sobald man länger stillt, wird man argwöhnisch betrachtet. Und ich habe auch schon Kommentare gehört wie „ich kenne keine Frau die länger als ein bis eineinhalb Jahre stillt“. Ich frage mich wirklich, warum es so verpöhnt ist und ob viele Frauen das längere stillen, bspw abends eher heimlich machen, um Diskussionen zu entgehen. (Die gleiche Vermutung habe ich auch beim Thema Familienbett…) Hier sind ja auch Schwiegermutter und Omas im Forum unterwegs. Mich interessiert wirklich die Sichtweise von euch, soweit ihr diese Meinung auch vertretet.
Wenn es für Euch passt ist es doch gut. Ich würde sowas niemals fragen. es ist jedem sich selber überlassen und rechtfertigen musst du dich da auch nicht. (Dieses 1, 2, 3, 4 Jahre Stillen wäre jetzt allerdings nichts für mich, trotzdem würde ich mich auch da raushalten)
Ich bin 50+, meine Tochter ist 14 und die Themen waren damals die gleichen. 6 Monate stillen (das war aber Pflicht ), danach Flasche und Beikost. Und wie immer wenn man es anders macht, also deutlich kürzer oder länger stlli, hagelt es Kritik. Ich habe an die 3 Jahre gestillt, was nicht geplant war und für viele sicher zu lange, aber abstillen und auf Flasche umsteigen, haette ich nicht gewollt. Ich fand die ersten 2 Monate schrecklich, aber nach einiger Zeit hat es sich eingependelt und wurde immer entspannter. Ich habe vor allem die Ruhepause genossen wenn das Kind an der Brust war. Da konnte ich lesen oder Musik hören. Herrlich.
Mach wie du meinst.
Stillen war übrigens in den 60er/70er Jahren verpönt. Ist schon lange her.
Ich finde es interessant, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind. Meine Tochter wird mit 20 Monaten noch gestillt und ich habe bisher noch nie irgendetwas in die Richtung zu hören bekommen, weder von Verwandten, noch Freunden, Fremden oder Bekannten, eher im Gegenteil. Vielleicht kommt das Thema auch einfach nicht so oft auf. Es ist tatsächlich eher meine Schwester, die selbst zweieinhalb Jahre gestillt hat, die manchmal Dinge gesagt hat wie „Wenn sie bei dir im Bett schläft, kriegst du sie da nie mehr raus!“ Ich weiß gar nicht, woher das bei ihr kommt. Sie ist sonst eigentlich nicht so.
Wie man es macht, macht man es in irgendjemandes Augen immer falsch. Das ist wirklich ein Generationen- Ding. Bei meiner Oma bzw. als sie meine Mutter bekommen hat (vor knapp 70 Jahren) war es üblich, Mondamin oder geraspelte Möhren mit in die Abendflasche zu machen und ab 12 Wochen mit Brei anzufangen. Heute weiß man vieles besser. Auch wenn ich selbst kein Freund des Satzes "ist doch nur gut gemeint" bin, ist sowas wie Flasche geben in vielen Köpfen gut gemeint. Die Mutter soll ja entlastet werden...Je nachdem wer mit solchen Ideen kommt, wird von mir über die neuen Erkenntnisse aufgeklärt. Manchmal lasse ich es auch einfach. Es gibt eben, auch unter aktuellen Müttern, viele strittige Themen. Solange man seinem Kind nicht schadet, sollte man mehr aktzeptiert werden. Ich finde schade, dass es so viel Anfeindungen gibt.
Meine Mutter ist 65 Jahre und findet langzeitstillen supet. Ich wurde selbst, bei voller Berufstätigkeit und alleinerziehend!, 2 1/2 Jahre gestillt. Ich wurde erst kürzlich von Kollegen dumm angemacht, die per Zufall mitbekommen haben, dass ich meine 20 Monate alte Tochter noch stille.
Ich finde zur flasche hin abstillen 1. Völliger quatsch, 2. Hat mein sohn aber auch erst auch einer flasche getrunken, als er 100% abgestillt war. Das ist halt schwierig, denn um milchstaus zu vermeiden sollte man ja mahlzeit für mahlzeit ersetzten und bei uns hat das nie geklappt. Er wäre lieber verhungert als an plastik zu saugen. Jetzt trinkt er seit er 18 monate ist abends mini mengen wasser als der fladche und morgens eine flasche hafermilch, sonst aus dem glas.
Ich glaube auch, dass viele sehr uninformiert sind und tatsächlich glauben, dass ab 6 Monaten Beikost und Flasche besser für das Kind wären. Einfach weil es sehr viele so machen und man das nicht hinterfragt
Beim ersten Kind habe ich mich das gleiche gefragt wie du. Stillen ist gesünder für Mutter und Kind, die who empfiehlt eine lange Stilldauer und mich selbst stört es überhaupt nicht. Ist doch viel praktischer als Fläschchen zuzubereiten und zusätzlich noch umsonst.
Warum „meinen es alle gut“ mit mir und versuchen mir da reinzureden?
Beim zweiten Kind wird da nicht mehr so viel drüber geredet. Ist irgendwie so ein Erstlingsmama Ding, dass sich jeder einmischen will und Ratschläge abgibt. War zumindest meine Erfahrung.
Ich stille seit über 2 Jahren und kenne auch 3 weitere Frauen die das tun. Und ja, ich binde es niemandem auf die Nase. Wissen nur die engsten Freunde/ Familie. Unsere Gesellschaft hat einfach ein total gestörtes Verhältnis zum stillen und zur Brust einer Frau. Seit ich selbst Stille und mich damit auseinander setze ist es eigentlich nur traurig. Vorallem der Sinn. Abzustillen nur um Ersatzmilch zu geben. Warum??? An der Stelle bitte nicht falsch verstehen, ich habe 2 Flaschenkinder. Das fängt auch nicht erst ab 50+ diese Einstellung....
Ich bin auch 50+ ... also Vorsicht!! Ich kann es partout nicht ausstehen, wenn unsere "Generation" immer so in den Dreck gezogen wird. Als hätten wir unsere Kinder damals misshandelt. Wer weiß was man euch irgendwann mal vorwirft, wenn ihr Ü50 seid
Es tut mir Leid, dass du dich durch meinen Beitrag angegriffen fühlst. Ich dachte, ich hätte ihn sachlich formuliert.
Jede Generation handelt in der Überzeugung, das Beste für den Nachwuchs zu tun. Und auch vor 30/40 Jahren gab es Langzeitstillende.
Zunächst einmal: Dein Kind, deine Brüste! Da hat keiner was reinzureden. Still so lange es sich für euch beide gut anfühlt! Keiner derjenigen, die reinreden wollen, werden ab jetzt nachts für euch aufstehen und Fläschchen machen!!! Ich stille inzwischen 10 Jahre lang - allerdings 4 Kinder. Der Jüngste ist 2,5 und wenn man ihn fragt, was er am liebsten trinkt oder isst sagt er:„Mamamilch“ Das war nie meine Absicht, aber es ist sehr schön zu sehen, wie glücklich ihn das macht. Klar, andere finden das nicht in Ordnung aber andere fanden es auch nicht in Ordnung, dass ich nach meinem Mutterschutz beim ersten Kind sofort wieder Vollzeit arbeiten ging - Miete und Essen hätte mir aber keiner der Motzgurken bezahlt. Mein Leben, mein Körper. Ich lasse die Kinder entscheiden, die stillen sich doch tatsächlich von selbst ab!! Meistens so einige Monate nachdem das Gebiss vollständig ist - laut unserem Kinderarzt geht das mit einer vollen Ausprägung der Abwehr- und Funktionsfähigkeit des Darms einher. Ich finde, das klingt logisch. Meine Oma und meine Mutter waren übrigens auch Langzeitstillmütter und haben ihre Kinder jeweils ca. 2 Jahre gestillt. Meine Schwiegermutter hat mit 6 Monaten ziemlich brutal abgestillt. Sie kam mir auch mal mit dem Gedanken, komplett auf Fläschchen umzustellen (wegen meiner Berufstätigkeit habe ich ja tagsüber oft abgepumpt). Aber sie hat bei den Kindern beobachtet, wie glücklich die an der Brust waren und hat bereut, nicht länger gestillt zu haben. Zumal sie sagt, dass es SO VIEL PRAKTISCHER ist, ohne Fläschchen. Und viel billiger und viel abwechslungsreicher und dass die Kinder sehr viel seltener krank sind. Ja, mal nen Schnupfen, aber keines hatte während der Stillzeit schlimm Magen-Darm, während die KleinKinder aus der Verwandtschaft durchaus deswegen im KH behandelt werden mussten. Was mir auch auffiel: Die Trotzphase war bei den 3 Kindern, die ich über 2 Jahre gestillt habe, sehr viel weniger ausgeprägt, als bei dem Kind, das sich mit 1,5 Jahren abgestillt hat: Wenn sie mit ihrem eigenen Willen überfordert waren, kamen/ kommen sie zum „Kuscheln“ und alles ist gut. Auch die Schmerz stillende Eigenschaft des Stillens ist ja wissenschaftlich erwiesen, da kann ein Fläschchen nicht mithalten. Also: Mach es so, wie es für euch passt und lass die anderen reden!
Vielen Dank für eure Meinungen und Erfahrungen bisher!
Mir gehts genau so wie dir. Alle wollen sich einmischen und einem vorschreiben wann man was mit seinem kind macht oder nicht mehr macht, dabei geht das keinem außer mir und meinem partner was an! Ich lass mir da nicht rein reden und steh dazu was ich mit meinem kind mache! Zum stillen hab ich nur aufgehört weil ich wieder schwanger wurde und mir das stillen dann sehr weh getan hat. Ich hab meinen sohn gestillt bis er 14 monate war. Eigentlich wollte ich ihn noch weiter stillen und später mit unseren zweiten kind mit stillen, aber die schmerzen waren leider zu groß. Und das gleiche mit dem familien bett. Mein sohn wird so lange bei uns im bett schlafen bis er zu mir sagt: du mama ich will jetzt in meinem bett schlafen. Mein schwiegervater meint ich verwöhne ihm zu sehr und das ihm das nicht gut tut. Einmal geht ihn das gar nix an wer bei uns wie lange schläft.. und mein sohn geniest es im familienbett zu schlafen in der früh kuscheln wir immer noch ganz lange. Und wenn er nachts munter wird und ich bin noch fernsehn fängt er immer an zu weinen und sucht mich und wenn ich schon im bett liege schaut er kurz wo ich bin kuschelt sich dann zu mir oder meinem partner und schläft weiter. Er braucht die nähe und geborgenheit ich find das ganz wichtig für die kleinen. Und er ist ja erst 15 monate alt. Und wenn unser zwergi dann da ist dann schlafen wir zu 4 im familienbett und das geht keinen was an! Wie gemein wäre wenn das neue kind bei uns schlafen darf und unser sohn nicht mehr. Da hätte er nur noch mehr eifersucht auf das kleine. Ich und meine schwester haben im familienbett geschlafen bis ich 7 und sie 5 war und schön war es. Und nochmal zum thema stillen, ich hab mal gelesen das dieser stoff in der mutter milch der für das imunsystem so gut ist nach zwei jahren stillen wieder so viel enthalten ist wie kurz nach der geburt.
Es wird immer Leute geben, die kritisieren. Egal ob und wie lange du stillst, da muss man sich dran gewöhnen. Solange es für dich und dein baby passt, ist das doch super. Ich höre auch schon seitdem meine Tochter 6monate ist immer mal wieder Von hier und da, dass es Zeit ist abzustillen. Finden wir beide aber nicht. Sie ist jetzt 16 Monate alt,und ganz ehrlich, wie leicht das einschlafen oder das beruhigen, wenn sie sich weh getan hat, mit stillen ist, finde ich immernoch super. Anfangs haben die Kommentare mich auch gestört, irgendwann lernt man sich davon nicht ärgern zu lassen. Was an der Flasche praktischer sein soll, verstehe ich nicht. Ist doch viel mehr Aufwand, Flaschen zu reinigen, Milch anzumischen oder abzupumpen, auf die richtige Temperatur bringen und dann geben....
Hallo, ich glaub da hast du dich beim Alter ein bisserl verschätzt - ich bin 49J und als ich kleine Kinder hatte war Stillen schon sehr bevorzugt, es war eher so, das Mütter die nicht stillen wollten schon eher in der Verteidigung waren. Üblich war so 6 Monate voll stillen, dann mit Beikost weiter stillen. Die meisten Kinder waren dann so mit 8-12 Monate abgestillt. Aber auch mit Langzeitstillen waren es nur wenige, die da komisch wurden. Aber die Generation meiner Eltern - als geboren um 1950 rum - für die war stillen eher ungewöhnlich - damals gab es noch die strikten Vorgaben wie lange man zwischen den Mahlzeiten warten muss - so nur alle 4h stillen und Nachts 8h - und dann hieß es ganz schnell die Milch reicht nicht, ist nicht gehaltvoll, Kind nimmt zu wenig zu. Ich glaube als Oma hätte ich wohl eher Probleme, wenn mein Enkelkind nicht gestillt werden würde. Das käme mir komisch vor. Zum Abstillen würde ich sicher nicht drängen - hab meine Kinder selber lange gestillt - bei 3 Kinder hab ich insgesamt über 70 Monate gestillt ;-) Bei Kind 2 und 3 war dann auch meine Mutter davon überzeugt, das ein Kind nicht verhungert wenn es gestillt wird. Gruß Dhana
Hey, meiner Erfahrung nach hat das gar nix mit dem Alter zu tun, oder der Sache an sich (stillen, Familienbett usw). Die meisten Leute halten einfach das, was Sie selbst gemacht haben für das non plus ultra und nix anderes... Da wirst du auch noch drauf treffen, wenn es darum geht mit wieviel Jahren Kind in Kita geht usw. Es gibt kaum einen der sagt "das war jetzt nicht so ideal" wie die eine Schwiegermama in einem Beitrag. Ich kann nur Küchenpsychologie, scheint mir aber generell so ein Ego-Ding zu sein ^^. Frag doch einfach Mal nach wenn du wieder "tolle Tipps" bekommst, wie die Leute es gemacht haben, da wirst du es vermutlich recht schnell bemerken :)
Also ich bin auch der Meinung, jeder so wie er will. Ich persönlich hatte nach 6 Monaten keine Lust mehr aufs Stillen. Und da mein Kind kein Problem mit der Flasche hatte, habe ich ab da nach und nach Stillmahlzeiten durch Fläschchen ersetzt. Das hat weder mir noch meinem Kind etwas ausgemacht und war für uns beide sehr entspannt und ein langsamer Übergang über Wochen. Ein aprubtes Abstillen hat es somit nie gegeben. Genauso mit dem Schnuller. Unsere Methode war ein sanftes Ablösen über Wochen und mein Kind musste ihn nie "abgeben". Wir haben Rahmenbedingungen geschaffen durch die mein Kind nach und nach von selbst das Interesse am Schnuller verloren hat. Jeder hat seinen eigenen Weg. Und keiner dieser Wege ist perfekt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Herangehensweise in einzelnen Punkten besser als bei anderen ist, in anderen Punkten machen es andere Muttis besser als ich und ich kann noch was lernen. Wenn die "Mischung" stimmt, machen wir es aber alle unterm Strich gut. Und Perfektion erreicht keine von uns. Daher umso besser, wenn wir offen für andere Herangehensweisen sind und voneinander Anregungen bekommen. Jeder will doch das Beste für sein Kind. Das haben wir alle gemeinsam.