Elternforum Alleinerziehend, na und?

Warum ist es bloß so schwer !? lang..

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Hallo Leute! Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an mich-ich war bis Anfang des Jahres öfter hier und seit kurzem wieder stille Leserin. Bei mir hat sich im letzten Jahr sooo viel getan, ich muß mir einfachmal allles von der Seele schreiben- vielleicht liest der ein oder andere ja meinen Beitrag, es tut so gut mal einfach zu reden. Ich hatte viele psychische Probleme und bin dadurch in eine Medikamentenabhängigkeit geraten. Mein Ex hat mich viele Jahre unterdrückt und echt übel behandelt, aber als die Kleine kam bekam ich endlich die Kraft mich aus dem Sumpf rauszuziehen und trennte mich trotz - oder gerade wegen- meinen Ängsten und Depressionen vom Kindsvater. Dann suchte ich mir Hilfe wegen meiner Sucht und verbrachte den Sommer in einer speziellen Klinik. Ich habe mir IMMER vor Augen gehalten, daß ich es schaffen will für mich und meine Tochter- egal wie schlimm es sein wird...zum Glück ahnte ich nicht was kommt, denn während des Aufenthalts in der Klinik brachen auf einen Schlag meine ganzen Ängste aus- aber ich habs geschafft, für meine Kleine, ich hab in der Zeit gelernt zu Beten und fest dran geglaubt, daß alles gut wird und seither glaube ich echt an Wunder- ich weiß nicht,ob das jemand verstehe kann, aber seither gehts mir so gut wie nie im Leben und ich kann nicht mehr nachvollziehen warum ich jemals abhängig war. Selbst die Ärtze sagen es geschehen manchmal Wunder die man nicht erklären kann.Ich ging jahrelang kaum vor die Tür, zu schlimm waren meine Ängste und jetzt endlich, endlich kann ich mit meinem Kind die Dinge tun die ich vorher nicht konnte und die Mutter sein die ich immer sein wollte. Ich sitze oft hier und weine, ich weiß nicht ob es Traurigkeit ist oder vor Glück... Nur der Papa der Kleinen bereitet mir noch große Probleme- jetzt sieht er wie stark ich sein kann und will mich mit allen Mitteln zurückhaben. Er sagt mir sehr oft wie leid ihm die letzten Jahre tun und er würde sich ändern, er liebt mich noch immer(was für eine Liebe soll das sein?) damit kommt er bei mir überhaupt nicht durch-zu schlimm war die Zeit mit ihm. Und heute...tja- er tut mir einfach nur noch leid. Heute sitzt er alleine da und ich fange wieder an zu leben. Ich habe gerade eben noch mit ihm gesprochen und ihm wiederholt klargemacht, daß aus uns nie wieder was wird. Er hatte Tränen in den Augen, aber ich weiß daß ER sich nicht geändert hat, soviel ist mir klar geworden. Aber es tut schon weh zu sehen wie schlecht es IHM jetzt geht...Aber ich hab ihm klargemacht, daß er sich endlich andere Leute suchen soll, ich kann das nicht mehr.. er steht jeden Tag vor der Tür, wäre o.k., aber er hat absolut keinen Respekt und wird oft ausfallend wenn er merkt, daß er nicht mehr an mich rankommt. Im Grunde ist er ein einsamer Mensch und tut mir echt leid, aber helfen kann ich ihm nicht mehr...ach,ich bin heute so deprimiert, ich mußte einfach mal reden. Danke fürs Zuhören, das Scheiben hat mir schon sehr geholfen :-). LG Sabine


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Hallo Sabine, Deine Geschichte gefällt mir. Ich finde es total super das du es raus geschafft hast aus deinen Ängsten und Depressionen. Deine Tocher kann sich wirklich glücklich schätzen. (deine Geschichte ist ähnlich wie bei meiner Mutter und mir, was die Krankheit angeht, leider hat es meine Mutter nie geschafft, und muß immer noch behandelt werden) Und zu deinem Ex... Ich kenn das wenn einem der Ex leid tut. Meiner hat mir komischerweise auch lange Zeit leid getan, obwohl er mich geschlagen, belogen, vergewaltigt und psychisch sehr verletzt hat. Bitte bitte sei stark und lass dich nicht darauf ein...las dich nicht wieder runterziehen. Das machst du ganz toll.Und mit deiner Aussage: "er steht jeden Tag vor der Tür, wäre o.k., aber er hat absolut keinen Respekt und wird oft ausfallend wenn er merkt, daß er nicht mehr an mich rankommt" da merkt man doch auch das er sich nicht geändert hat. Er wird es schon schaffen, und wenn nicht, ist es nicht deine Schuld. Jeder ist ganz alleine für sein Leben verantwortlich. Du hast es doch auch geschafft. in diesen sinne lg Michaela


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*hm* ja, du hast vollkommen Recht mit dem was du sagst, Michaela- ich fühl mich irgendwie für ihn verantwortlich, aber warum bloß? Ich merk halt daß er am Wochenende öfters einen trinken geht und dann steht er steht manchmal um 5 Uhr sonntags morgens vor der Tür :-(. Ich fühl mich dann so beschissen, laß ihn dann rein und er schläft auf der Couch seinen Rausch aus. Aber du hast Recht- er muß sich selbst helfen. Ich hatte auch selbst nie wirklich eine Mutter, ich hab den Kontakt zu ihr auch abgebrochen- sie war ständig betrunken und hat in meiner Gegenwart sehr schlimme Dinge getan die ich damals wohl nicht vekraftet habe und auch nicht verstehen konnte, aber ich hab mir immer gesagt, daß ich sowas meinem Kind nicht antun möchte- ich hab meine Tochter sooo lieb und dafür würd ich alles geben und immer wieder drum kämpfen!


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Hallo Sabine! Ich möchte Dich in Deinem Fall auch nur unterstützen! Geh' Deinen Weg weiter, das hört sich sehr gut an. Und vergiss' das Mitleid, das ist hier nicht angebracht. Sei froh, dass Du es bis hierher geschafft hast, schau nach vorne! Ich drücke Dir ganz, ganz fest die Daumen!!! LG Schlaflos


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Ja, ich danke euch beiden, vielleicht hörts sich blöd an, aber ich hab jetzt echt wieder mehr Kraft. Das Schreiben hat mir sehr gut getan. Ich muß wohl nur noch etwas egoistischer werden, aber das schaff ich ganz sicher auch noch! Alleine bei dem Gedanken, daß ich endlich den nötigen Abstand zu ihm habe fällt mir ein dicker Stein vom Herzen- also auf in den Kampf sozusagen g* ;-) Liebe Grüße Sabine


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hallo sabine, es ist doch typisch menschlich, sich nach erfolgter trennung für den ex irgendwie noch "verantwortlich" zu fühlen. umgekehrt wäre schlimmer... allerdings solche spässchen wie morgens um 5 ihn einzulassen, damit er seinen rausch ausschlafen kann (und sich dann noch verbaler und im schlimmsten fall physischer gewalt auszusetzen) sollte inzwischen ein no-go sein. mache ihm klar, dass du ihn künftig nicht mehr einlassen und bei ruhestörung die nummer der helfer in grün wählen wirst. in einer ausnüchterungszelle schläft sich ein rausch ebenso gut aus. liebe grüsse, martina


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Liebe Sabine, ich sende dir mitfühlende Grüße und möchte dir Mut machen, weiter zu gehen. Ich war auch so ein hoffnungsloser Fall, der es auch geschafft hat. Vielleicht mußten bei uns nur die Menschen verschwinden, bei denen wir uns nicht getraut haben, wir selbst zu sein? Wie auch immer, du hast meine ganze Bewunderung und ich beglückwünsche dich zu deinem Weg! Bleib hart, was deinen Freund betrifft und arbeite lieber an dir weiter! Du hast ein wunderbares Leben vor dir, mit dem was du geschafft hast! Liebe Grüße, traumwolke