Mitglied inaktiv
Hallo an alle! Es betrifft mich zwar persönlich, möchte aber mal ganz allgemein fragen: Wie geht man mit depressiven (tw sogar selbstmordgefährdeten) Menschen um? Lieber raushalten und sich dann mit einem schlechten Gewissen herumplagen? Eigentlich kann man ja gar nicht helfen, dass muss man alleine schaffen und solche Leute ziehen einen ja nur mit hinunter. Aber nachdem sich mir da jemand offenbart hat, fasse ich das als Hilferuf auf. Hilfe von aussen, also professionelle Hilfe will er nicht. Was würdet ihr tun? Ich bin ja doch auch machtlos, oder? Danke für eure Antworten!
Eigentlich hilft es schon wenn man nur zuhört. Irgendwas muss diesen Menschen zur Verzweiflung treiben und manchmal können einem ja andere einen Weg aus dem Schlammassel aufzeigen. Ich hatte damals in Kroatien so eine Phase, da ging es mir total dreckig. Hatte dann irgendwann einen Psychologen besucht und mit dem die Verschleppung ins Ausland und meine gewalttätige Kindheit beredet. Gebracht hat es mir eigentlich überhaupt nichts. Die Zeit heilt meiner Meinung nach alle Wunden und macht einen stärker durch die Erfahrungen die man im Lauf der Zeit sammelt. Egal ob sie negativ oder positiv waren. Wenn du dich in der Lage fühlst, dann sei für diese Person da und hör ihr zu. Wenns dir zuviel wird dann musst du dich aber ausklinken, sonst wird das für dich eine zu große Belastung. Grüßle, Tinsche
Ja, wahrscheinlich bist in der Tat machtlos. Vielleicht kann geduldiges zuhören und ein bisschen gutes zureden ein wenig (aber wahrscheinlich nur kurzfristig und dann fängt alles von vorne an) helfen, aber keiner kann von dir erwarten, dass du professionelle Hilfe, die nicht in Anspruch genommen wird, ersetzst. Solch eine Erwartung an dich wäre höchst unfair. Lass Dich also nicht zu sehr hineinziehen. Wenn du siehst, dass es sich nicht bessert, kannst ihm ja vielleicht mal vorsichtig anbieten, ihn zu einer professionellen Stelle zu begleiten. Liebe Grüße, Karoline
Hallo, ich bin ja Betroffene, und kann insofern die "andere" Seite sehen. Es ist ähnlich wie bei Alkoholikern: Es ist eine Krankheit, und um sie zu behandeln, muß der Patient zunächst mal einsehen, daß er krank ist. Du kannst Dich als Zuhörer anbieten, Du kannst dabei helfen, Anlaufstellen herauszusuchen und hinzugehen, aber heilen kannst Du einen depressiven Menschen nicht. Das kann ja nicht mal ein Team von ausgebildeten Psychologen immer und auf jeden Fall. Bei uns auf Station war eine, die eine Woche nach der Entlassung einen (erneuten)Selbstmordversuch gemacht hat. Ganz konkret könntest Du ihr Arbeit abnehmen, Ihre Kinder mal vom Hort abholen oder für einen Nachmittag mit auf den Spielplatz nehmen (tut nebenbei auch den Kindern gut, die leiden nämlich fast genau so sehr wie der betroffenen Elternteil), mit ihr einen Kaffee trinken gehen oder abends ins Kino (unbedingt in einen lustigen Film *grins* - ich habe an einem Abend, wo ich fünf vor Zusammenbruch stand, mit einer Freundin "Wer früher stirbt ist länger tot" gesehen - ich habe noch nie so sehr gelacht). Das haben meine Freundinnen für mich getan und tun es immer noch, und dafür werde ich ihnen ewig dankbar sein. Aber Heilung erwarte ich von meinen Freundinnen nicht, das können sie gar nicht leisten. Das muß ich in Zusammenarbeit mit meinen Ärzten und den Medikamenten schon selber hinbekommen. Viel Kraft, Elisabeth.
stimme elisabeth zu,aber was du vllt noch machen kannst,ist,ihr anzubieten,einen notfallplan zu machen, dass du weisst wenn sie(geh jetzt mal von ner frau aus) wieder in ein loch fällt,dass du weisst,was du zu tun hast,um es ihr erträglicher zu machen(weiss ja nicht wie nahe ihr euch steht). ich hab auch einen gemacht da standen halt sachen drauf,die mir gut tun, baden, mich drauf ansprechen mich aus dem haus jagen also was mit mir zu unternehmen oder sonstwas...da wussten meine eltern was zu tun war,vllt wär das auch noch ne alternative?? ansonsten kannst du nicht viel machen,ausser anzubieten,dass sie dich immer anrufen und kommen kann wenn es ihr schlecht geht,dass du für sie da bist...einsehen dass sie krank ist und hilfe braucht,das muss sie selber..
Hallo, im Grunde denke ich auch - als Außensteher bist Du komplett machtlos, wirklich TUN kannst Du eigentlich gar nichts. Ist zumindest meine persönliche Erfahrung - der Kindsvater meines ältesten Nachwuchses ist manisch-depressiv, diverse Therapien hat er immer wieder abgebrochen bzw. wurde aus der Maßnahme mangels Mitwirkung rausgeschmissen... und im Grunde sucht er noch heute nach einem Arzt, der ihm alles abnimmt, ihm die Verantwortung für alles abnimmt und ihn "gesund macht", ohne dass er selbst irgendetwas tun müsste, und weil kein Arzt das kann, sind das natürlich alles "Nichtskönner" und "Versager"... :-( Ansonsten - zuhören ist natürlich schon wichtig, aber man muss dabei schon arg aufpassen, dass man nicht selbst in "Mitleidenschaft" gezogen wird. Und es bringt im Grunde auch nichts, wenn man sich dasselbe nur immer und immer wieder anhört... Bei vielen Kranken ändert sich gewissermaßen die "Weltsicht", wie oft habe ich mir damals angehört, wie "gemein" und "fies" doch immer nur alle zu ihm waren... irgendwann habe ich dann - nach Jahren! - mal mitbekommen, dass das zwar SEINE Realität war, aber nicht wirklich objektiv "wahr"... Und witzige Filme habe ich auch probiert - ihn habe ich damit aber damals schon nicht mehr erreichen können. :-( Und auch beim "Dinge abnehmen" wäre ich persönlich skeptisch - bei meinem Ex ist es damit geendet, dass er wirklich tagelang nur im Bett lag und gar nichts mehr gemacht hat, nicht mal mehr für einen Toilettengang reichte seine Energie mehr. Allerdings waren das wirklich arg üble Phasen... da war ihm dann schon alles so "egal", dass es nicht mal mehr zu Selbstmord gereicht hätte, so grausam, wie's klingt... Es gibt übrigens diverse Bücher für Angehörige von depressiven Menschen - ich bin erst nach dem Ende der Beziehung auf diese Bücher gestoßen, aber zumindest haben sie mir geholfen, sehr vieles an seinem Verhalten besser nachvollziehen zu können, und vor allem, vieles nicht mehr persönlich zu nehmen...
HAllo ,also ich denke auch das Gespräche ganz wichtig sind .Auch in die Richtung ,das Depressionen eine sehr gängige Krankheit ist ,die relativ gut behandelbar ist (auch medikamentös +Therapie ).Aber man kann niemanden zwingen ..Es gibt Psychosoziale Dienste in jeder Stadt die können Dir mit Infos etc.weiter helfen .Wenn akute Selbstgefährdung vorhanden sind ,kümmern die sich mit dem Ordnungsamt um eine Zwangseinweisung in eine psych.Klinik. Aber Du darfst dich bei den ganzen Problemen wohl nicht vergessen .Kommt darauf an ,wie wichtig einem der Mensch ist ...Aber wenn akute Gefähr droht ,denke ich muss man was tun .. LG Kati
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