Elternforum Alleinerziehend, na und?

Traumfänger hat recht....

Traumfänger hat recht....

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo, sorry, aber St. Martin Umzug, usw.... Naja, ich wohne in einem kleinen Dorf, streng katholisch, was sonst, ich könnte mich gerade echt aufregen. Mein Sohn ist fast 6, ich getrennt lebend wohne aber mit meinem Freund zusammen. Mit anderen Worten ich bin ein Paradiesvogel in dieser heilen Welt. Ich bin auf Betreuung durch Tagesmutter oder Kindermädchen angewiesen wenn ich arbeite. Oma zu weit weg. Alle in diesem komischen Kaff haben natürlich die Oma dauernd zur Verfügung. Eine sagte mal zu mir:" Kindermädchen??? So etwas habe WIR nicht nötig! Wir haben unsere Oma! (hoffentlich gefällt die ihnen auch noch so gut, wenn sie ihr den Hintern abwischen müssen, böse, ich weiß, aber das ist wohl ein anderes Thema) Bevor ich getrennt war, war alles normal, ich soweit "integriert". Seit ich getrennt lebe, grüßen sie zwar gerade noch, aber das war es schon! Jede hat offensichtlich Angst, wenn sie mehr als ein Wort mit mir redet, besuche ich sie morgen gleich privat und habe nichts besseres zu tun, als ihren Mann zu angeln. Wohlgemerkt, ich lebe mit meinem Freund zusammen, aber selbst wenn nicht! KEINER hier in diesem Nest wäre mein Fall, also was soll das? Sooo sicher können die sich ihre Männer anscheinend aber nicht sein, warum sonst diese Panik? Ich habe das eigentlich mal für Blödsinn gehalten, dass man eine potentielle "Gefahr" darstellt, ist aber wirklich so! Diese heile Welt, die jeder von diesen glaubt, nie verlieren zu können. Mama, Papa, Kind(er). Alles was es nicht geben darf, gibt es auch nicht, ich könnte k....! Diese katholischen Spielplatz-Mamis....brech...:-( Ich bin selber katholisch, aber wie kann man so engstirnig und so spießig sein, ich glaube es nicht, *würg* Manchmal komme ich mir vor, wie eine Assoziale. Bin ich meiner Meinung nach weiß Gott nicht, habe Arbeit, anständige Wohnung, usw....wenn es nach denen geht bin ich es aber schon. Jede kriegt leichte Panik, wenn man nur neben ihr steht, als wäre alleinerziehend ansteckend. Boahhh, ich musste das wirklich mal loswerden.... LG Sonja


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

hallo sonja, teilweise gebe ich dir recht, teilweise jedoch nicht. vermutlich empfindet das jeder anders mit den leuten in seiner umgebung. aufgewachsen bin ich in einem kleinen dorf, wobei klein relativ ist. der ort besteht aus ca. 12000 einwohnern, wobei in dem einen gemeindeteil 6500 und in dem anderen 5500 wohnen. wohl und gluecklich hab ich mich dort nie gefuehlt, weil ich immer fand, dass es stinklangweilig ist. aber jeder, der sich bereitwillig ins vereinsleben integriert, mitglied in jedem verein ist, von den briefmarkenleckern ueber die obstbaumquaeler bis zum eunuchenchor (und die elfriede ist bei den landfrauen, im theaterverein "fidelitas" und im haekelkreis), der macht "lokalkarriere", wird zum ortsvorsteher gewaehlt, ist im woechentlich erscheinenden gemeindeblaettchen mindestens einmal drin und ist bekannt wie ein bunter hund. leider fand und finde ich vereine zum kotzen. ich konnte dieser vereinsmeierei noch nie was abgewinnen. habe ich frueher zu schulzeiten "gott und die welt" gekannt, kenne ich heute nur noch "und". allerdings bin ich auch vor ein paar jahren fuer laengere zeit in die weltstadt frankfurt entschwunden, habe dem landleben entsagt, und teilweise gefiel mir die anonymitaet auch besser. inzwischen wohne ich in einem winzkaff, etwa 50 km von meinem heimatort entfernt. hier hat es etwa 3500 einwohner. es ist also noch kleiner. ich bin zwar erst seit juni hier, aber ehrlich gesagt mag ich die leutz hier nicht und kann mir derzeit nicht vorstellen, hier alt zu werden. waere ich bereit, mich in saemtlichen vereinen anzumelden und den kasper zu machen, waere ich mit sicherheit ruckzuck integriert. leider sind diese land-elsen und -egons so gar nicht mein ding. ich bin halt spontan und chaotisch und kann mit diesem geordneten und traditionell-spiessigen nix anfangen. allerdings bin ich mir auch sicher, dass in vielen orten die leute es neu zugezogenen schwer machen, sich zu integrieren. einfach, weil man allem fremden ja oft erst skeptisch gegenueber steht. also fuehle ich mich seit jahren eigentlich schon recht allein. allerdings bin ich mir nicht sicher, was mir da mehr liegt: auf dem land der exot zu sein, oder eben in der anonymitaet der grossstadt abzutauchen. weil so oder so, es kommt am ende etwa aufs gleiche raus. nur - und da spreche ich weder mich, noch traumfaenger oder dich frei... wenn wir es wirklich darauf anlegen wuerden, anerkannt zu werden, wuerden wir es mit sicherheit schaffen. denn vielleicht strahlen wir eben diese ablehnung oder auch arroganz aus, dass wir nichts mit diesen leuten zu tun haben wollen. ich halte mich keineswegs fuer was besseres, ich bin einfach nur "anders" und kann mit der art, wie viele leute leben, nichts anfangen. dabei muss das ja nicht schlechter sein. uebrigens hab ich es noch nie so empfunden, dass andere frauen ihren karl vor mir ferngehalten haetten, weil ich ihn anmachen koennte. vermutlich wuerden mir diese maenner noch nicht mal als solche auffallen. sobald mir bekannt ist, dass ein mann verheiratet ist (und dann noch mit einer bekannten), ist er fuer mich kastriert und sexuell komplett reizlos. einmal hat so ein mann sich an mich rangemacht - im vollen kopp. ich hab mich dann selber von der familie zurueckgezogen, weil ICH das nicht wollte. nicht immer sind da die notgeilen, maennermordenden AEs die boesen! lg martina


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Ich schließe mich spiky grundsätzlich mal zu 100% an. Mein "Kaff" hat ca. 3000 Einwohner, alles in Bayern, alle (zu 98%) erzkatholisch. Aber es klappt hier erstaunlicherweise sehr gut, wohne seit 2003 hier, habe viele Bekannt-/Freundschaften geschlossen, wir sind integriert und wurden noch niemals bei keiner Gelegenheit ausgegrenzt oder blöd angeschaut. Ich habe hier sogar einige verheiratete Frauen kennengelernt, die "anders" sind, als die üblichen, also keineswegs spießig, konservativ o.ä. Aber leider ist das hier halt nicht die Regel. Als ich noch mit meinem Ex-Mann verheiratet war haben wir in einem Kuhdorf gewohnt, welches ca. 40 Einwohner hatte ... *graus* Das war/ist nix für mich, da gings wirklich SEHR spiessig zu, jeden Sonntag in die Kirche und wehe man war nicht da, wehe man hat nicht jeden Tag in seinem Garten Blümchen bearbeitet, Tomaten angebaut, wehe man ist mehr als 1x/Woche in die "große fremde Stadt" gefahren ... da wurde man schon als komisch betitelt. Die jetzige EW-Zahl von 3000 ist bei mir Untergrenze, in einen kleineren Ort würde ich nie mehr ziehen. lg, matiz


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

x


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

auch in der großstadt ist man immer die A-erziehende. wir sind seit einiger zeit im kindergarten und ich habe dort noch keiner mutter, ausser eine, die mich mal fragte, von unserer familiensituation erzählt. dennoch wissen es wohl alle..!! und auch wenn sie anfangs mit mir kontakt haben wollten, hat sich das nun doch etwas geändert. es stimmt schon, mit den heilen familien leutchen und den reihenhäusern. anstatt dass sie versuchen einem zu helfen, mit freundschaft oder einfach nur nettigkeit, ist es wohl eher nicht so. menschen sind grausam zueinander, das finde ich schrecklich...


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

-> "aber jeder, der sich bereitwillig ins vereinsleben integriert, mitglied in jedem verein ist, von den briefmarkenleckern ueber die obstbaumquaeler bis zum eunuchenchor (und die elfriede ist bei den landfrauen, im theaterverein "fidelitas" und im haekelkreis), der macht "lokalkarriere", wird zum ortsvorsteher gewaehlt, ist im woechentlich erscheinenden gemeindeblaettchen mindestens einmal drin und ist bekannt wie ein bunter hund. leider fand und finde ich vereine zum kotzen." HABE ICH MICH MIT HÄNDEN UND FÜSSEN GESTRÄUBT ALS TOM MEINTE "Komm, wir ziehen aufs Land". Die Wohnungen, die der sich anguckte mit mir, waren allesamt mit Decken in Eiche rustikal und vor der Tür pickten ein paar Gockel und Hühner im Gras rum - Misthaufen inklusive. Wenn seine Oma und Noahs Uroma Geburtstag hatte, dann rückte immer der Landfrauenverein an, die alle samt Namen hatten wie Elfriede oder Erna oder irgendwas total "aufregendes" und dann wurden Chorlieder ausgegraben vom Männergesangverein und zum 70. kam sogar der Herr Bürgermeister persönlich zum Gratulieren! Mensch, was für ein EVENT !!! Es muß ja nicht gleich Frankfurt sein, da würde ich mir ein wenig verloren vorkommen, obwohl es da sicher auch schöne Ecken gibt. Aber eine Kleinstadt mit Anbindung in eine größere Stadt, das wäre schon was für mich.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Siehst du, deshalb sind mir die einfachen Leute inzwischen hier lieb und teuer geworden. Man hat auch nicht wirklich die große AUSWAHL. Die sagen einem gerade heraus, wenn ihnen was auf den Wecker fällt und machen nicht einen Bogen um einen herum als hätte man die Pocken.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Du hast mir aus der Seele gesprochen. Bis auf meine Freundin Anna und Sabine aus der KiTa, meine Bekannte Christiane sowie den Vätern von Jonas und Wynona bzw. der Oma von Alex kenne ich keine(n) im Kindergarten, der sich gern mit mir unterhält. An mir kann es nicht liegen und auch nicht daran, dass ich beim 1. Mal das mit der Kirche verpasst habe. Denn sonst war ich immer pünktlich, habe mich engagiert und vieles mehr. Auch habe ich einen großen Freundeskreis, bei dem ich sehr beliebt bin. DENNOCH hat man da manchmal das Gefühl bei solchen Kindergartenevents, man ist von einem anderen Stern. Dabei trinke und rauche ich nicht und laufe auch nicht mit fettigen Haaren durch die Gegend oder mein Kind ist bappig und strubbelig. Die Erfahrung, die du beschreibst mit dem Seelendorf und der Angst, du könntest anderen den Mann wegangeln, das kenne ich gut aus Berichten meiner Freundin, die auch inzwischen allein erziehend ist. Früher hat sie in einem kleineren Kaff gewohnt und sobald laut wurde, dass sie sich scheiden lassen würde, wurde sie nirgendwo mehr eingeladen, weil sie als AE Mutter mit 2 Kindern nicht mehr in die Reihenhausidylle passte. Ich habe auch vor 2 Jahren eine Mutter in einem Spielkreis kennengelernt hier in der Gegend und die hat mich und Noah zum Spielen im Garten eingeladen und als ihr Mann dann heimkam und meinte, ich sei aber eine nette und hübsche Person, ich solle mir gar keine Gedanken machen, ich würde sicher schnell wieder "unter die Haube kommen", hat mich Nina (so hieß die Frau) NIE mehr eingeladen. Als sie hörte, wir wohnen in einer 3 Zimmer Dachwohnung und zwar mitten im Ortskern, wo auch Aussiedler usw. wohnen, da war es vorbei. Die Sache mit ihrem Mann hat da auch ganz sicher mit reingespielt. Sie hatte es jedenfalls immer sehr eilig, von da an wegzukommen und auch auf der Straße hat sie mich nie mehr angesehen oder gar die Straßenseite gewechselt. Eigentlich bin ich dankbar dafür, dass ich hier in so einem Stadtviertel wohne. Ich glaube, ich habe damals auch die Nase höher getragen und hätte mich - dank Tom - mit Menschen, mit denen ich hier nun gut bekannt oder gar befreundet bin, Menschen aus Arbeiterfamilien "nur" mit Hauptschulabschluß, wohl gar nicht groß abgegeben. Für Tom zählte auch viel mehr SEIN als SCHEIN. Und das Schlimme ist, dass ich früher auch so drauf war. Inzwischen sehe ich den MENSCHEN und beurteile niemanden mehr danach, was er hat oder was er ist. Der Mann meiner Freundin ist LKW Fahrer, aber weder ein Säufer noch ein Prolet. Er ist sehr witzig und bodenständig, klar, er hat kein Abitur, aber manche Menschen hätten gleich die Hände überm Kopf zusammen geschlagen (wie Tom), wenn sie das erzählt bekommen hätten, dass er LKW Fahrer ist. Komisch nur: von einer anderen Nachbarin hier, die sehr lieb ist, aber schon etwas "asozial" bzw. ihr Mann ist es, habe ich SOFORT Hilfe bekommen, als ich mir mal den Knöchel verdreht hatte. Meine "Akademiker" Freundinnen hätten erst abends nach der Arbeit kommen können. Meine Nachbarin hat mir die Nase geputzt, die Tränen abgewischt und mein Kind bettfertig gemacht mit einer Liebe und Zuwendung, wo sich manch einer eine Scheibe abschneiden könnte. Und hat mir gesagt: "Leg dich hin, schlaf, ich zieh nachher die Tür zu und kümmere mich um Noah, bis er schläft. Und morgen früh klingele ich und bringe den Kerl in den Kindergarten." Sobald ich wieder humpeln konnte, hat sie die größte FERRERO Rocher Packung bekommen, die ich auftreiben konnte und habe sie herzhaft gedrückt.