Elternforum Alleinerziehend, na und?

@riut, darf ich mal was fragen?

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hallo roland, wraum bist du eigentlich so schlecht auf deine ex zu sprechen? soweit ich weiß, ist sie alkoholkrank, das ist doch der hauptgrund oder? du weiß aber doch, daß sie krank ist und bestimmte dinge nicht absichtlich tut??? ich möchte sie nicht in schutz nehmen, denn cih kenne die hintergründe nicht und auch für mich ist es total unverständlich, daß man sich nicht um seine kinder kümmert vor allem als mutter, trotzdem wundert mich deine verbitterung immer wieder... mein vater war auch alkoholiker, deswegen interessiert mich deine geschichte besonders. wenn du das nicht öffentlich machen willst, habe ich das vollste verständnis... lg


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Hi Vallie, bin nicht Roland, aber ich glaube, ich kann verstehen, warum er manchmal etwas verbittert klingen mag (ich möchte nicht unterstellen, dass es so ist). Das hat wahrscheinlich nur marginal mit seiner Ex-Frau zu tun, sondern vielmehr mit der Gesamtsituation. Die meisten hier im Forum sind ja noch relativ jung. (Ja, ich höre Euch aufschreien, aber glaubt es mir, Anfang, Mitte 30 ist noch jung. Das erste Mal, wo ich mich "alt" gefühlt habe war, nachdem der FA mir sagte ich sei schwanger mit 39 und ich strahlend reagiert habe und er dann nur meinte: "Erzählen Sie's nur ja nicht rum, in IHREM Alter weiss man ja nie, ob sowas gut geht" Idiot! Wahrscheinlich sollte ich ihm ein Foto meiner Zwillinge schicken, aber das nur am Rande) Was ich eigentlich sagen wollte ist Folgendes: Roland und ich haben ja gemeinsam, dass wir relativ spät im Leben noch Kinder bekommen haben. Dadurch sind wir mit den meisten potentiellen Partner/innen phasenversetzt. Deren Kinder sind Teenager oder fast schon aus dem Haus und haben nicht unbedingt mehr Lust auf eine weitere Kleinkindphase. Das schränkt eindeutig die Optionen ein. Dann kommt hinzu, dass, je älter man wird, man auch weniger Hoffnungen hat. Mit 22 sagt man Dir: "Hab doch Geduld, Du hast Dein ganzes Leben noch vor Dir" mit 28 sagt man Dir: "Ach Du findest auch noch Dein Deckelchen". Mit 35 sagt man Dir: "Na ja, Du wirst halt Einen im zweiten Durchgang finden." Neulich sagte mir eine Freundin (ich bin jetzt 43): "Du findest bestimmt einen im dritten Durchgang." Wisst ihr was ich gedacht habe? Ein ironisches: Gibt es auch einen vierten und fünften Durchgang vielleicht in der Geriatrie? Ich kann nur für mich sprechen, aber irgendwann geht einem ein Stück Glauben an eine bessere Zukunft verloren und man macht trotzdem weiter, aber mit weniger Illusionen. Und wenn man dann noch einmal wagt, sich zu öffnen steckt man einen "Misserfolg" schlechter weg. Ich wage hier nicht, für Roland zu sprechen, ich versuche nur Erklärungsversuche zu geben. Und ausserdem hat man auch ab 40, so ist es mir zumindest ergangen, einfach weniger Energie. Als ich die Sex-Diskussion durchgelesen habe, habe ich auch so nachgedacht, ob ich denn jetzt die Mater Dolorosa hier bin, die sich für ihre Kinder aufopfert... aber so fühlt es sich nicht an. Eher wären der Organisationsaufwand und die Kosten für einmal Ausgehen enorm, und zweitens, wenn es nur um Sex geht, dann sind mir 8 Stunden Durchschlafen eindeutig lieber. Einen bibbernden Gruss von Yola


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daß man, GERADE wenn man so kleine Kinder hat, wenigstens VERSUCHEN sollte, seine Sucht in den Griff zu bekommen sprich: Mit einem Entzug. Meine Eltern waren beide Alkoholiker, mein Vater ist daran gestorben mit gerade mal 51 Jahren und meine Mutter lebt heute 100km von mir entfernt in einem Heim für Demenzkranke. Ich habe kein Verhältnis zu ihr und nehme es ihr einfach immer noch übel, daß auch sie nie an einen Entzug gedacht hat obwohl ich und mein älterer Bruder sie damals gebraucht hätten :-( LG Heike


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Das tut mir sehr leid Heike. Ich weiss ungefähr wie es ist, nicht auf einen Elternteil "zählen" zu können. Mein Vater ist 1983 an Schizofrenie erkrankt und meine Mutter war nie belastbar, weil sie unter endogenen Depressionen leidet (wobei es sich seit 2002 gebessert hat). Heute mit fast 30 weiss ich, dass sie beide nichts dafür können, sie waren/ sind halt krank. Auch Alkoholabhängigkeit ist eine ernsthafte Krankheit und ohne dir nahetreten zu wollen...würdest du deine Mutter mal besuchen wollen? Ich habe Jahre gebraucht, um meinen Vater als einen kranken Mann zu sehen, der mir im Grunde genommen nichts böses wollte, es aber nicht besser wusste, weil er krank war. Auch wenn wir hier relativ anonym sind, ich finde es sehr bewundernswert, wie du dich von deinem Ex-Mann gelöst hast und schön, dass du nun endlich glücklich bist. Das Leben meint es dann doch irgendwann gut mit uns. Alles Gute weiterhin asya


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Danke für die lieben Worte yola! :-) Ich habe meine Mutter schon oft besucht, auch als sie noch in unserer Stadt gewohnt hat. Aber nicht aus Liebe sondern einfach, weil sich von meinen sechs Geschwistern niemand um sie kümmert. Ich sehe es einfach als meine Pflicht an, mich doch ein bisschen um sie zu kümmern. Trotzdem ist es immer wieder so, als ob ich eine fremde Frau vor mir habe. Wir geben uns gerade mal die Hand und führen steife Gespräche... Daß Alkoholismus eine Krankheit ist, ist mir bewusst aber es gibt auch bei diesen Menschen mal lichte Momente, in denen sie sich doch mal fragen müssen: Was ist mir wichtig? Will ich SO weiterleben? Meine Mutter hat jede Menge Hilfe zugesagt bekommen damals... Alle wollten ihr beistehen, falls sie einen Entzug in Erwägung gezogen hätte. Es kam nichts von ihr, sie hat dem Alk immer den Vorzug gegeben... Das ist alles leider nicht mehr zu kitten. Ich wünsche dir auch alles Liebe! :-) LG Heike


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..habe jahre gebraucht zu begreifen, wie krank mein vater war. ich habe ihn gehasst, weil meine mutter wegen ihm oft geweint hat und gleichzeitig hat mich die trauer um ihn als er 1989 ( da war ich 22 ) völlig unerwartet starb, fast um den verstand gebracht. er litt genau wie asya´s mutter ( deswegen wird sie verstehen )an endogenen depressionen und dann wenn der schub kam und die medis nicht halfen ( was in den 70igern so war )griff er zum alk. er war ein quartalstrinker. ich fiel dabei hinten runter, meine mutter kompensierte den verlust mit ihrer ganzen liebe. zu yola: ich kann dem bedingt zustimmen, habe im bekanntenkreis einen buben, der mit knapp 49 verlassen wurde, sein ganzer lebenstraum ist dahin. aber verbitterung hilft nicht weiter. und grad roland kann doch echt stolz sein, daß er so gut klar kommt. ich werde in kürze 40, ich kann mir für mich nicht vorstellen, daß ich jemals alt werde, ganz ehrlich, denn ich fühle mich saujung :-)))) auch wenn ich allein sein sollte, wenn ich alt bin ( ich bin da skeptisch mit dem "bis daß der tod uns scheidet" , ich denke man sollte dem leben immer und zu jeder zeit gute seiten abgewinnen....


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Ich mache mir oft Gedanken, ob es einen Zusammenhang gibt, weil Kinder von alkoholkranken bzw. Kinder aus dysfunktionalen Familien später einen Partner "aussuchen" bzw. "sich finden lassen", der a. gewalttätig ist und/oder b. uns brauchen. Mein erster Mann war recht "bedürftig", ich konnte ihn bemuttern, die erwachsenenrolle übernehmen. Mein zweiter Mann war wie mein erster, nur dass er zusätzlich gewalttätig war. Um mir meine Vergangenheit nicht wieder zu reinszenieren, bin ich sehr vorsichtig geworden und binde mich nur bis zu einem bestimmten Punkt, dann finde ich etliche Gründe und wende mich ab/verliere das Interesse. Ich rede mir ein, dass mein Single-Dasein sehr schön ist, dabei sehnt sich doch jeder Mensch nach Zweisamkeit und der Sehnsucht nach einer grossen Liebe... LG asya


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Meine Mutter hat zwar Vollzeit gearbeitet, aber wen sie daheim war, hat sie fast nur geschlafen. Eines Tages (1994) kam ich abends von der Arbeit nach Hause und niemand war Zuhause. Meine Cousine rief an und sagte, dass meine Mutter auf der Arbeit zusammengebrochen sei. Zu dem Zeitpunkt hatte mein Vater sich in die Türkei abgesetzt, um mit seiner "neuen Liebe" einen Neuanfang/zweiten Frühling zu erleben. Als ich sie im Krankenhaus besuchte, hatte ich Tränen vor Wut in den Augen. Sie war vollgepumpt mit Medikamenten und nicht mehr ansprechbar. Da war es mit meinem Hass gegenüber meinem Vater am Höhepunkt. Ich hätte ihn umbringen können. Meine Mutter wurde dann in eine psychatrische Klinik verlegt und war insgesamt 1 Jahr in statiönärer Behandlung.Mein Vater hat sie nicht einmal besucht. Als mein Vater wieder zurückkam und so tat als wäre nichts gewesen und meine Mutter ihn auch noch aufnahm, wollte ich nur noch schnell raus aus dem Elternhaus.Diese ständige dicke Luft Zuhause war nicht mehr auszuhalten. 1995 habe ich dann meinen Verlobten (Asena´s Vater) geheiratet und die ersten Jahre war es wie der Himmel auf Erden. Meine Eltern leben übrigens immernoch zusammen und sie streiten sich immernoch. Aber ich habe sie gern und bete nur, dass ich nicht so werde wie meine Mutter:-)


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ich habe mir da auch viele gedanken gemacht. auch ob meine kinder oder ich die krankheit meines vaters geerbt haben könnten. bei mir ist es mit knapp 40 realtiv ausgeschlossen, die kiddies??? ich weiß es nicht... heutzutage ist die medizin sehr weit fortgeschritten, auch endogene depressionen sind therapierbar... ich muß für mich sagen, daß ich schon ein bißchen zu den bemutterbaren männern tendiere, gewalt ist aber absolut kein thema. ich schiebe das aber immer auf mein sternzeichen.... die große liebe???? ich hoffe, mein mann ist meine größte....wissen tu ich es nicht... wir leben in harmonie und ich bin zufrieden, gibt es mehr??? doch ob es ewig dauert???


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Ich habe yola geschrieben! Entschuldige, asya!!!! :-) LG Heike


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Wer weiss schon, ob etwas ewig hält. Damals war mein erster Mann der einzig richtige für mich und meine "grosse Liebe". Verändert hat er sich auch nicht, aber man selbst entwickelt sich weiter und ich wusste irgendwann, dass ich nicht mit ihm alt werden wollte. Nichtmal das berühmte "auseinanderleben". Es kam relativ plötzlich und meine ganze Familie war überrascht. Verziehen hat er mir auch nie. Ich bin für ihn ein grausames Subjekt, das alles Leid der Welt verdent.Aber was soll ich einem Mann sagen, der mir eigentlich nichts getan hat, ich ihn aber nicht mehr ertragen konnte? Vielleicht lag es daran, dass ich mich im frühen Alter gebunden habe? Vielleicht auch daran, dass ich ihn aus den falschen Gründen geliebt habe? Sicher sage ich mir heute: "wie konnte ich ihn nur heiraten", aber damals war ER halt der Richtige,ich glücklich und möchte das nicht missen. Mein zweiter mann wurde immer dann gewalttätig, wenn ich dasWort Trennung über die Lippen brachte. Einen Mann, den ich bemuttern kann, der braucht mich und ich habe Gewissheit nie verlassen zu werden...bis ich selbst gehe. So habe ich es mir anaylsiert. Aber das passiert mir nicht nochmal, denn glücklich bin ich damit ja auch nicht geworden. *grübel*:-) Bin übrigens Stier und verstehe mich blendend mit Fische-Frauen:-)


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Liebe Yola, ich finde deine Ansichten gar nicht so schlecht, in zwar "erst" 30, aber das stimmt schon, mit ein paar negativen Erfahrungen werden die Illusionen kleiner, nicht nur mit dem Alter. Und auch das mit dem Aufwand für Sex stimmt, nachher (spreche jetzt von der Vor-Kind-Zeit, seitdem hatte ich nicht die Gelegenheit außer mit KV), denkt man sich doch viel zu oft: "Und wozu das Ganze?" Liebe Grüße und bewahr dir deine realistische Lebenseinstellung, die ist gar nicht so negativ!


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Der Beitrag vorher war für dich gedacht


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Ich bin Fische und mein Ex-Mann ist Stier. :-) Also funktioniert die Konstellation nur bei Frauen :-)) LG Heike