Elternforum Alleinerziehend, na und?

Mir gehts heute schlecht

Mir gehts heute schlecht

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo. darf ich mal eine Rund eFrust ablassen? Irgendwie geht es mir heute schlecht und ich habe das Gefühl, ich bin der anstrengenste am wenig liebenswerte mensch auf der Welt. Obwohl ich ja nun selber Erkundigungen für die Scheidung eingeholt habe, hat mich gestern mein Mann angerufen und mir erzählt, erwürde sich gerne noch diesen Monat von mir scheiden lassen. Ob es mir besser damit ginge, wenn ich diejenige bin, die die Scheidung einreicht, wollte er wissen. Und ich habe nur gesagt, das er das selber tun muß, wenn er es so schnell (aus finanziellen Gründen) will. Und dann ist es mal wieder hochgekommen, der ganze Frust, den ich als ach os starke Frau dauernd herunter spiele. All die Wut war nur Traurigkeit, und nein,mein Herz will sich nicht scheiden lassen. Mein Herz will gegen jegliche Verstandesvernunft, das er herkommt und das alles wieder gut wird. Na toll. Werde ich jetzt wie mein Vater den Expartner lieben bis ans Lebensende, egal was der tut? ich habe dann eine Freundin für gestern abend eingeladen, die hat noch nicht mals telefonisch abgesagt. Auch heute kein Anruf, keine Entschuldigung. Ich weiß zwar, das sie als arbeitende AE im Dauerstreß ist, aber das ist jetzt das dritte Mal und ich habe langsam das Gefühl, das sie eigentlich keinen Bock auf mich hat. Heute habe ich unsere Clique eingeladen und mich riesig darauf gefreut. Aber die Männer waren müde und der Tag schneller beendet als ich gucken konnte. Ich war mega enttäuscht! Und nun sitze ich hier, habe das Gefühl, ich gehe eh jedem auf den Keks und erzähle am besten gar keinem mehr, was mich bewegt. Ich habe das Gefühl, alle erwarten, das ich aber nun schleunigst wieder ein GuteLauneBär sein soll, stark und fröhlich. Bin ich ja zwischendurch auch - aber kann ich was dagegen tun, das mich die Trennung immer noch aus dem Lot wirft und ich nicht fertig damit bin? Währenddessen tanzt jetzt mein Mann mit seiner Neuen, vormal meine Freundin, in meinem alten Dorf mit meinen alten Freunden auf dem Dorfball, wo ich immer mit ihm gewesen bin. Und verschwendet keinen Gedanken an seine Exfrau. Ich könnte heulen, die Wände hochgehen und weiß nicht, was tun! Ich kann mich ja selber nicht leiden mit diesem Selbstmitleid und bin auch total verunsichert, ob ich nicht längst hätte durch sein müssen mit dem Thema. Aber irgendwie ist mein Selbstbewußtsein seit der Trennung echt Schrott und manchmal habe ich Angst, das ich mich nie mehr so gut fühlen werde wie früher mal. Sagt mir bitte, das das vorbei geht und das ich normal bin .... ach, was weiß ich ... Tut mir leid fürs Jaulen und danke fürs Zuhören! Liebe Grüße, traumwolke - heute weder traum noch wolke


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Ach Mensch, eine herzliche Umarmung von Traumfänger an Traumwolke! Wenn du magst, mail mich doch einfach mal an. Geb dir auch gern meine Telefonnummer dann kannst du dir deinen Kummer einfach von der Seele reden. Ob das vorbeigeht? Ja, es geht vorbei. Mir ging es 3 Jahre lang wie dir. 3 Jahre lang haben mein zukünftiger Ex-Ehemann und ich getrennt gelebt. Als er auszog, hat es mir den Boden unter den Füßen weggerissen, es war angeblich "nur beruflich", weil er nicht mehr täglich pendeln wollte oder kräftemäßig konnte, aber wir hatten schon ein halbes Jahr nach unserer Hochzeit Differenzen und als unser Sohn geboren wurde, war es ganz aus. Ich weiß nicht, wie viele verzweifelte Postings ich hier im Forum geschrieben habe, wie viel Herzschmerz, Durchfall und Reizdarmsyndrome es gebraucht hat, bis ich vom Herzen her über ihn hinweg war. Letztes Jahr hatte ich schon mal die Scheidung eingereicht, da ich aber dieselbe Hoffnung hegte, bin ich wieder zu ihm zurück und das obwohl ich mit einer Lungenentzündung im Bett lag und meinen Sohn nicht mehr versorgen konnte und der Drecksack von Mann sagte: "Ich hab Urlaub, ich komm nicht." Ich habe mich an Weihnachten wieder einlullen lassen, von seinem Knackpo in Boxershorts, von seinem Lächeln, von seinen Beteuerungen, er werde sich ändern. Dieser Vorsatz hat ganze 3 Monate gehalten und er hat sich mal wieder angestrengt, als ich kurz davor war, wieder das Handtuch zu werfen. Ich dachte, er sei meine große Liebe und deshalb habe ich lange an dieser Ehe, die (im Nachhinein betrachtet) schon von Anfang an eine Farce war, denn Tom hat mich nie unterstützt. Ich habe mich dann im September diesen Jahres getrennt und da war NICHTS mehr in meinem Herzen. NICHTS mehr. Nicht mal mehr Leere. Geholfen hat mir (auch wenn es ein trauriges Ereignis war) der Tod der Mutter eines sehr guten Freundes. Deren Mann hat sie vor 15 Jahren geohrfeigt und ein Glas im Zorn nach ihr geworfen. Sie hat sich damals 3 Tage eingeschlossen vor Angst und hat sich überlegt, ob sie mit diesem Mann zusammen bleiben wird. Sie ist geblieben - wegen der Kinder - und als sie umkippte und ein unheilbarer Hirntumor diagnostiziert wurde und ihr eine maximale Lebenszeit von 6 Monaten verblieb, dachte sie über ihr Leben nach und ich habe es auch gründlich getan. Sie hat ihrem Mann damals gesagt, als sie noch reden konnte: "Ich hab auf so viele Dinge verzichtet, weil du mich tyrannisiert hast. Weil ich nicht mutiger war oder weil ich Angst hatte, weil ich nichts gelernt habe. Ich habe die Familie zusammengehalten und bin bei dir geblieben. Das war ein Fehler. Jetzt bleibt mir nicht mehr viel Zeit. Ich habe mir gewünscht, dass du zu mir kommst, jetzt, wo ich so krank bin, dich zu mir setzt und mit mir lachst und weinst, trauerst, dass du mich verlierst, aber da ist nichts. Du lässt mich allein hier und redest nicht mit mir. Wenn ich könnte, würde ich mich jetzt noch von dir scheiden lassen." Diese Geschichte hat mich wachgerüttelt und mir gezeigt, wie kostbar das Leben ist. Die Frau ist mit 60 Jahren gestorben und hat noch nie das Meer gesehen und noch nie etwas anderes getan, als ihrem Mann zur Seite zu stehen, obwohl er es nicht getan hat, und sich an ihrer Familie (Kindern, Enkelchen) zu freuen. Das war ihr Glück. Sonst nichts. Mir wurde klar, dass Tom nicht der Mensch ist, neben dem ich bis an mein Lebensende jeden Tag aufwachen will, weil ich jeden Tag wegen Nichtigkeiten mit ihm streiten musste, meine Persönlichkeit unter den Scheffel stellen musste, nur damit ER sich nicht so klein fühlt. Ich bin auch kein Mensch, der gern allein lebt und es gab die letzten Wochen auch Phasen, da tat es weh, OBWOHL ich mit der Entscheidung, mich SCHEIDEN zu lassen, MIT MIR VOLL IM REINEN BIN. Es ist normal. Es tut weh und es wird auch sicher noch eine ganze Weile weh tun. Glaub mir das. Auch ich weine manchmal noch, wenn ich eine schöne Buchstelle lese, die in meinem Herzen alte Erinnerungen hochsteigen lässt. Aber das ist okay. Eine Zeit lang habe ich - wie du auch - gedacht, ich könne nie mehr glücklich sein. Aber weißt du: Glück ist relativ. Und irgendwann wirst du eine andere Perspektive einnehmen. Ich liebe das Lied von Reinhard Mey "Über den Wolken", weil es zeigt, wenn man auf einen Baum klettert, auf den Aussichtsturm einer Kirche oder im Flugzeug sitzt, sind alle Menschen klein und alles "was einem groß oder wichtig erscheint, ist alles niedlich und klein". Das ist auch mit den Problemen so oder der Trauer, die man im Herzen trägt. Inzwischen habe ich das auch gemerkt. Es sind auch andere und kleine Dinge, die einen glücklich machen können. Eine Blume, ein Schutzengel, ein rosafarbener Himmel am Abend. Das Leben ist schön und vielfältig und wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Früher machte mir das Angst, aber jetzt finde ich es schön. Ich lasse mich auf das Leben ein und lebe nach dem Motto - wie in dem Film Forrest Gump gesagt wird: "Das Leben ist eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt." Es ist so. Du weißt nicht, was morgen ist, manchmal hast du gute Phasen, manchmal schlechte. Aber FREUNDE sind wichtig, Menschen, denen du ruhig den Pulli vollweinen kannst. Ich habe Glück, dass ich solche Menschen habe. Und du beschreibst Leute, die es wohl doch nicht so ernst mit dir meinen. Du bist jung und kannst überall Freunde finden, du musst dein Herz nur dafür öffnen. So, ich hoffe, du konntest bis zum Ende durchhalten *lach* das Posting von mir war recht lang. Wie gesagt, wenn du magst, mail mich an - Email ist hinterlegt.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Hallo Traumfänger, oh ... das waren aber schöne Worte! Ich habe Sie mir rauskopiert, damit ich beim nächsten Vollfrusttag alles nochmal lesen kann! Du hast Recht, ob ich glücklicher wäre, wenn er da wäre ist fraglich! Ob mein Leben glücklicher weiterlaufen würde, ebenfalls. Und das es im Endeffekt rausfinde, was MICH wirklich glücklich macht ist auch viel wichtiger als das er zurückkommt! Wenn man da unten im Frust und Selbstmitleid hängt, dann fehlt einem echt der Überblick und dank deiner Worte sind mir die Schuppen wieder von den Augen gefallen! Ich danke dir dafür! Und wie komme ich an deine Mailadresse? Muß ich nur auf deinen namen klicken? Vielen Dank für dein Angebot und das Mutmachen! Das konnte ich wirklich gut gebrauchen! Ich wünsche dir einen schönen ersten Advent! Liebe Grüße, traumwolke