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Fragen zu adhs und Ritalin

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Hallo! Heute habe ich mal eine Frage an die Mütter/Väter, deren Kinder adhs haben. Ich habe die Empfehlung des Arztes bekommen, das meine Tochter medikamentös eingestellt werden soll. Zusätzlich erhält sie Ergotherapie. Nun bin ich mir unsicher wegen der Medikamente, da ich reine Horrorstorys darüber höre, u.a. das Ritalin die Ersatzdroge sein soll beim heroinentzug, das es abhängig macht, das die Menschen später ohne dem zeugs nicht lehr klar kommen usw. Im Gegensatz dazu finde ich aber im Internet immer wieder positive Berichte und weiß nun gar nicht mehr, was ich davon halten soll :-( Mögt ihr mir eure Erfahrungen dazu berichten? Liebe Grüße, traumwolke


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Hallo, ich kann Dir nur über meine Erfahrungen berichten. Bei Alexander wurde ADS in Verbinsung mit stark autististischen Zügen festgestellt. Im dritten Schuljahr sollte er auf eine Schule für geistig behinderte Kinder umgeschult werden. Dort habe ich gesagt wir probieren es mit Ritalin. Nun ist er in der sechsten Klasse(Förderschule) und ein sehr guter Schüler. Das Medikament hat ihm geholfen konzentrierter zu arbeiten. Mit dem Erfolg in der Schule entwickelte sich auch sein Selbstvertrauen. Mittlerweise haben wir die Dosis sogar reduziert. Nebenwirkungen oder Abhängigkeit habe ich bei ihm nicht bemerkt. Mein dritter Sohn(30 SSW) soll ADHS haben.Er hat aber auch einen Hirnschaden. Bei ihm hat das Ritalin überhaupt nichts bewirkt. Du kannst es nur ausprobieren. Meinem mittleren hat es wirklich sehr geholfen. LG Sylvia


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Fumi nimmt jetzt seit etwas über einem Jahr Methylphenidat (das ist der Wirkstoff in Ritalin). Im Moment wird sie neu eingestellt auf ein Reatrd-Präparat. Sie nimmt die Medis nur an Schultagen. An Wochenenden und in den Ferien nimmt sie nix. Das fällt ihr auch nicht schwer, insofern kann ich eine Abhängigkeit definitiv ausschließen. Aber ihr Noten haben sich von 3-4 in der Grundschule auf 1-2 in der Realschule verbessert. Außerdem hat unsere häusliche Situaution eine 180-Grad-Wendung gemacht. Früher haben wir nachmittags bis zu 5 Stunden Hausaufgaben gemacht. Fast jeden Tag haben wir beide nur noch geheult. Einmal - das vergesse ich nie - hing Fumi mit einem Bein über dem Balkongeländer. Das Methyphenidat hat nicht nur Fumis Noten, sondern auch unser Mutter-Tochter-Verhältnis und das Familienklima gerettet ;-). Allerdings halte ich nix von einer isolierten Therapie mit Medikamenten. Meines Erachtens gehört eine Verhaltenstherpie oder etwas Vergleichbares zwingend dazu. Sonst lernt das Kind nicht, ohne Medis mit der Krankheit umzugehen. Und dann wird es wahrscheinlich wirklich schwer, die Medis irgendwann abzusetzen. Sehr gute Informationen findest Du bei www.adhs.ch Ich komme gerade von einem Fachvortrag über Legasthenie und habe dort noch eine Internetadresse genannt bekommen, die ich aber selber noch nicht angeschaut habe: www.jaegerburg.de Gruß, Elisabeth.


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Tja. die "Leute" die um Dich herum solche Stories verbreiten, wissen sie denn, was bei einem AD(H)S-Kind anders ist und was entsprechende Medikamente bewirken? AD(H)S ist ein neuro-biologischer Defekt. Um diesen auszugleichen, braucht der Körper ein Medikament. Ähnlich zu sehen wie Insulin. Der Körper kann gewisse Stoffe eben nicht selber bilden... Es ist eindeutig nachgewiesen, daß Metylphenidat NICHT körperlich abhängig macht. Nur weil es ein BTM-Rezept ist, ist es keine "Droge". Es ist nicht sicher, daß "Ritalin" o. ä. deiner Tochter helfen kann, aber wenn sonst ALLES ausgestet ist, dann kann man es versuchen und wenn es nicht hilft... s. o. Ergotherapie hiulft aber meistens NICHT als Einzeltherapie. Hier sollten meistens Gruppentherapien stattfinden. Dringe bei den Ergotherapeuten darauf! Denn meistens kommen die Kinder mit 1 Person alleine ja gut zurecht. Aber sie müssen Strategien finden/lernen, mit mehreren Personen = Reizquellen klarzukommen... Viele Grüße Désirée


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Hallo! Ich danke euch für diese Tipps und im Internet habe ich von Betroffenen auch nur solche Reaktionen gelesen. Ich habe auch das Gefühl, das Lina das Medikament nehmen sollte. Aber ehrlich gesagt, lasse ich mich im Moment anscheinend schnell verunsichern. Und dabei sind es alles Menschen, die sich NICHT mit ADHS auskennen. Ich finde es sehr schwierig, damit umzugehen, das jeder meint, er müßte seinen Senf dazu geben, meinen Erziehungsstil in Frage stellt, der Meinung ist, das wäre doch alles Quatsch, mein Kind sei völlig normal und ich reagiere über und und und ... Vor lauter Verzweifelung habe ich schon beschlossen, mit keinem Außenstehenden darüber zu reden, der nicht wenigstens ein Fachbuch dazu gelesen hat. War das bei euch am Anfang auch so? Ich möchte mich im Moment am liebsten in die Ecke verkriechen und heulen. Das kostet alles so viel Kraft und mein Selbstvertrauen steht auf wackeligen Füßen. Ich versuche mal Linas Therapeutin zu erreichen und werde mit ihr auch noch mal sprechen. Liebe Grüße, traumwolke


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Ich habe viele Leute in meinem Verwandtenkreis (sogar Ärzte!), die meinen AD(H)S gibt es gar nicht, Fumi sei nur schlecht erzogen und ich stelle sie Medis ruhig, damit ich meine Ruhe habe. ICH weiß, daß es nicht so ist. Aber es ist ein harter Weg, bis man dahinkommt. Solange Du Dir so unsicher bist: Sprich wirklich nur mit Leuten drüber, die bereit sind, sich von dem einen oder anderen Vorurteil zu verabschieden. Auch zum Wohl Deines Kindes. Höre auf die Fachleute und nicht irgendwelche selbsternannten Erziehungsexperten. Gruß, Elisabeth.


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Hallo, ich rede nicht darüber. das geht niemanden etwas an, ob mein Kind Medikamente nimmt. Ich würde Dir empfehlen, Ritalin-Saft bzw. Ritalin-Tropfen zu nehmen. Das therapeutisch wirksame Fenster ist bei jedem Menschen sehr individuell und lässt sich mit Tropen viel leichter finden als mit Pillen, die dann von Hand auseinandergeschnitten werden müssen. Liebe Grüsse Loean ps. es kann sein, dass du erst mal richtig suchen musst, bis du die Tropfen findest. In der Schweiz gibt es nur eine Apotheke, die sie herstellt und nur ganz wenige Aerzte, die sich mit Tropfen auskennen.