Elternforum Alleinerziehend, na und?

Frage-untersciedl. Erziehungskonzepte Geschiedener

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Hallo, ich selber bin ja nicht alleinerziehend und schaue hier meist nur mal so rein, weil ich als Referendaarin ueberwiegend Familienrecht gemacht habe und eigentlich auch Fachanwaeltin fuer Familienrecht werden wollte ( neben hundert anderen Sachen). jedenfalls- wir haben gerade Besuch, Vater, geschieden mit zwei Kindern 8 und 12.Die Mutter kannte ich auch, nicht gut, von so verscheidenen Nachmittagen, ich war immer mit ihm befreundet. Sie war recht streng, nicht uebermaessig, aber sie hat die Kinder- den grossen, Nr. 2 war noch sehr klein- oefter zurechtgepfoffen und es war ihr immer wichtig, dass er gut erzogen wirklt.Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich das gross geaendert hat- die Kinder leben bei ihr. Jedenfalls- hier ist davon nichts zu merken. Die Kinder duerfen alles- der 12 jaehtrige sprang auf dem Sofa wie auf einer Luftmatratze, am essen wird grundsaetzlich gemeaekelt ( die eigene Mutter arbeitet nicht, die Kinder sind im Hort bis spaetnachmittags und essen meist da, Mutter hat oft keine " Zeit" , zu kochen), zwischendurch holen sie sich aus der Kueche, was sie wollen, schuetten sich die Mueslischalen bis zum Anschlag voll, die Haelfte wird weggeworfen, lassen sich von vorne bis hinten bedienen- und der Vater sagt kein einziges Wort.Wenn ich dann saeuerlich werde, guckt er schonmal hilflos und sagt " ja, immer vtrubel mit vielen Kindern" oder aehnlich hilfloses.Aber er hat absolut Angst, seinen Kindern mal einen takt zu sagen ( und ich bin der Ansicht, dass es nicht meine Aufgabe ist). Meine Theorie ist, dass er sich auf Kosten der Mutter, die alltaeglich erzieht, als Superpapa darstellen will nach dem Motto- bei Papa duerften wir, bei Pqapa haben wir, nie hat jemand geschimpft.... etc.pp. Ich habe naemlich inzwischen oefter auch mal kiebig gefragt " na, duerft Ihr das zuhause auch ? " und da kam immer ein " nein". Meine Frage an Euch- was soll ich machen? Mal tacheles reden? Oder die Zaehne zusammenbeissen und kuenftigen Kontakt auf unverbindliches Kaffeetrinken alle Jubeljahre ohne Kinder reduzieren? Und- meint Ihr, ich habe recht mit meiner theorie? Ich muss dazy sagen, dass er immer schon " weicher" war als sie, als die beiden aber zusammen waren, hat sie ihm oefter gesagt, er solle auch mal mit dem Kind reden und das hat er dann auch gemacht. Also, was tun? Danke fuer antworten, Benedikte


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guten morgen... ganz ehrlich? der vater war doch - wenn ich das richtig gelesen habe - bei DIR zuhause auf besuch, nicht wahr? und da würde ich mir keinen kopf über irgendwelche erziehungskonzepte der mutter oder des vaters machen, sondern meine eigenen regeln durchsetzen. hüpfen auf dem sofa? - bitte, aber nicht bei mir! lärmen und krach machen? - können sie gerne im hort oder bei der mutter oder beim vater, aber hier nicht. sind die kinder denn auch bei dir an den kühlschrank gegangen? ein absolutes no-go. gibts nicht. das darf meine tochter an meinem kühlschrank. bei anderen darf sie das nicht und tut es auch nicht. noch nicht mal bei meinen eltern. und da würde ich dem vater einfach meinen standpunkt darlegen. lässt er sich von ihnen bei sich zuhause auf dem kopf rumtanzen, ist das ok. aber bei mir zuhause gäbe es das nicht und da würde ich auch schon mal die kinder bremsen. gruss, martina p.s. ich bin weder eine über-mutter noch übermässig streng. meiner tochter lasse ich zuhause viel durchgehen. andere dinge eben nicht. und wenn wir unterwegs sind, gelten auch viel strengere regeln. aber lärmen und auf möbeln toben z.b. hätte ich nicht toleriert (obwohl wir das früher auch taten). aber ich hätte einfach nicht das geld gehabt, kaputte betten oder sofas ständig reparieren zu lassen, oder die lust, mich mit tobenden nachbarn auseinander zu setzen (meine eltern hatten ein eigenes haus, ich lebe mit kind seit jeher in einer mietwohnung)...


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Hm........ also zum einen kann ich mich meiner Vorgängerin nur anschliessen, das Du Deine Regeln haben solltest wenn sie schon bei DIR zu Besuch sind. Und dann....habe ich 2 Seiten zu erzählen.....also zum einen habe ich einen Partner deren Mädels einmal die Woche zu uns, also zum Papa kommen. Nun gelten hier auch regeln, die er selber aufstellt, und manchmal sagt er schon: klar würde es ihm besser gefallen nicht immer schimpfen zu müssen, er könnte das eine mal wo sie in der Woche kommen, doch alles durch gehen lassen und die Mädls freuen sich wenn sie hier her kommen, da sie hier (fast) alles dürften. ABER zum einen leben hier noch unsere zwei Kids die auch regeln befolgen müssen und zum anderen sagt er, es ist nicht seine Aufgabe der Vorzeigepapa zu sein, sondern auch seine Kids mit zu erziehen. Finde das sich "Dein" Papa da ganz schön aus der Verantwortung zieht.....genau wie mein Ex. Unsere Tochter geht mittlerweile nur noch alle zwei Wochen dahin, da sie wie früher jedes Wochenende unausstehlich wurde, da er zu weich zu lieb ist und seine kleine Maus vieles!!! durchgehen lässt! Das hat uns die Erziehung hier total schwer gemacht!


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:-) Bei mir ist es ähnlich, oder eben nicht. Mein Partner hat einen fast erwachsenen Sohn. Zu dem ist er superstreng, also lieb aber echt streng! Wenn sein Sohn zu hohe Handykosten hat, bringt Papa es fertig und zerbröselt die Sim-Karte:-) Ich muss nur lachen, denn sein Sohn weiß genau, dass Papa durchzieht was er sagt, kompromisslos. Ich war anfangs auch fast entsetzt, wie streng er war. Mein Sohn, 6 Jahre lebt mit uns zusammen, sein Sohn kommt nur zu Besuch. Mein Lebensgefährte überlässt im Großen und Ganzen mir die Regeln der Erziehung meines Sohnes. Allerdings hat er gewisse Ansprüche an meinen Sohn, die setzt er auch absolut durch. Z.B. Wenn mein Sohn Unordnung macht, muss er sie aufräumen (meistens reicht ein Blick und es funktioniert) Oder Tischmanieren, gut, da bin ich auch streng. Aber insgesamt bin ich die Nachgiebigere. Mein Freund legt absolut Wert darauf ANSTÄNDIG, mit bitte und danke angesprochen zu werden und natürlich im freundlichen Ton. Mein Sohn weiß dass alles andere ein No-go ist! Ich finde es gut, denn bei mir lässt der Ton meines Sohnes manchmal zu wünschen übrig, mein Freund mischt sich dann schon mal ein und erinnert mich, dass es so nicht geht. Mir ist es oft nicht bewusst, welchen Ton mein Kind mir gegenüber hat und ich bin froh, wenn mein Freund die Notbremse zieht:-) Fazit: Überlege Dir, welche Regeln Dir wichtig sind und was noch akzeptiert werden kann. Das setzt Du dann durch, vor allem wenn es in Deiner Wohnung ist. Dein Freund muss aber mitziehen und konsequent bleiben! Schlisslich kannst Du nicht alleine die Erziehung seiner Kinder übernehmen. Sonst bist Du irgendwann die böse Stiefmutter. Regeln zusammen mit Deinem Freund aufstellen, dann zusammen den Kids klarmachen, was ihr von ihnen erwartet. Ihr müsst auf einen Nenner kommen. Alles andere endet im Chaos. Mein Freund schimpft auch nicht, wird nicht mal laut! Aber alleine seine Ausstrahlung oder ein Blick bringen meinen Sohn dazu, sich an Regel zu halten. Er hat keine Angst vor meinem Freund, die beiden mögen sich! Aber mein Sohn hat Respekt, weiß, wo die Grenze ist! Viel Glück! LG


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Hallo Benedikte, eigentlich sind das ja zwei Fragen auf einmal. Das eine zum Thema Besuchskind. Da gilt für mich ganz klar: My house, my rules. Fremde Kinder haben sich bei mir an die gleichen Regeln zu halten, wie meine Kinder, und wenn sie das nicht tun, gibt es einen Zusammenstoß mit mir. Wenn die Eltern anwesend sind, warte ich schon bissi, ob die was sagen, aber wenn sie es nicht tun, dann sage ich was. Schließlich kennen die Eltern meine "Hausregeln" nicht unbedingt. Ganz abgesehen davon habe ich die Erfahrung gemacht, daß fremde Schimpfe meistens besser angenommen wird als Schimpfe von den eigenen Eltern. Ich habe, wenn wir bei meinen Freunden zu Besuch waren, auch schon mal die "Fremdeltern" gebeten, meinen Kindern deren Regeln zu erklären. Wenn Du Deinen Freund öfter mal mit Kindern zu Besuch haben möchtest, solltest Du zügig den Kindern Deine Regeln klarmachen. Sonst spielt sich das so ein. Das andere ist das Thema "Besuchspapa", der es sich mit seinen Kindern nicht verderben will. Das kenne ich gut. Ich kann das schon ein Stück weit verstehen: WENN man dann mal, was ja selten genug ist, die Kinder bei sich hat, will man die Zeit nicht mir rumnörgeln und schimpfen verbringen, bringt ja keinem Spaß. Und man konkurriert auch ein Stück weit um die Gunst des Kindes. Als mein Ex und ich frisch getrennt waren, habe ich den Kindern auch zu viel durchgehen lassen. Vor allem, bevor die Kinder mir zugesprochen wurden. Das war schon so ein Gefühl von: "Ich will nicht, daß die Kinder dem Richter sagen, daß ich immer so gemein bin!". Ja, natürlich kann ein guter Richter oder Gutachter das richtig einordnen, aber da laufen Bauch und Kopf - wie so oft - einfach auseinander. Aber es kommt noch was hinzu, das vielleicht auch bei Deinem Freund eine Rolle spielt: Ich habe mich damals von meinem Mann getrennt und hatte den Kindern gegenüber ein wahnsinnig schlechters Gewissen, weil ich ihnen das angetan habe. Auch deswegen habe ich sie direkt nach der Trennung mit Geschenken überhäuft und alles mögliche durchgehen lassen. Bei mir hat sich das schnell gelegt, weil ich ja mit den Kindern zusammenleben muß. Wenn ich da nicht auf gewisse Regeln achte, werde ich wahnsinnig und der ganze Haushalt funktioniert nicht. Ich vermute mal, daß jemand, der seinen Haushalt für die Kinder umstellen kann, weil es nicht um den Alltag geht, in diesem "Muster" leicht drinbleiben kann und/oder einfach nicht mehr rausfindet. Wenn es ein guter Freund ist, würde ich das mal ansprechen. Wenn er sich selber klar wird, welche unterbewußten Mechanismen da am Werk sind, kann er es leichter abstellen - zum Wohl des Kindes. Gruß, Elisabeth.