Elternforum Alleinerziehend, na und?

Erfahrungsberichte

Alleinerziehend, na und?
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InaMeisss

Mein Mann hat mich mit seiner Arbeitskollegin innerhalb 4 Monate 2x betrogen. Beim ersten mal rausfinden, habe ich ihm eine zweite Chance gegeben, beim zweiten Mal ist jetzt definitiv Schluss… Haben zwei kleine Mädchen. Ich bin nicht wirklich traurig weil ich ihn nicht mehr habe aber ich bin so traurig, dass diese intakte Familie zerstört worden ist. Ich selber komme aus einer intakten, wunderbaren Familie und das wollte ich selber auch immer haben. Selbstverständlich bin ich mit meinen Kindern lieber alleine, als unglücklich und wegen den Kindern die Familie aufrecht zu erhalten aber diese Realität, dass meine Kinder jetzt Scheidungskinder sind und ich mir das alles anders gewünscht hätte, tut so unfassbar weh. Gibt es hier welche, die so was ähnliches durchgemacht haben und jetzt aber wieder glücklich sind? Das sich alles zum Guten gewendet hat und mit der Zeit auch der Schmerz vergeht ?


Maxime80

Antwort auf Beitrag von InaMeisss

Der Schmerz vergeht auf jeden Fall. Ich habe zwar erst nach weiteren Niederlagen nach 12 Jahren meinen Deckel gefunden. Aber alles auf dem Weg dahin hat mich nur stärker und klarer werden lassen. Kopf hoch und alles Gute!


ichbinfrei

Antwort auf Beitrag von InaMeisss

Natürlich vergeht der Schmerz irgendwann. Das dauert aber und ich kann dir leider aus Erfahrung sagen, wenn dein Mann die Trennung nicht mitmacht und gar nicht will, steht dir das schlimmste noch bevor. Dann geht das Gezerve um die Kinder los. Ich hatte bei der Trennung ein kleines Kind. Mit zweien hätte ich das nervlich nicht gepackt. Jetzt kann es klar auch sein, dass das bei euch alles geregelter und vernünftiger abläuft. Aber leider kenne ich im Umfeld nur eine Familie, bei der das normal klappte. Viel Glück!! Ich bin Wieder in einer neuen Beziehung, aber ich werde nie wieder einen Mann in meine Wohnung einziehen lassen!!! Dies war mein Fazit aus meiner Ehe. Und Patchwork hätte niemals funktioniert - selbst bei meinem jetzigen tollen Freund nicht.


Dots

Antwort auf Beitrag von InaMeisss

Ich lebe von den Vätern beider Kinder inzwischen getrennt (von Vater 2 seit Anfang des Jahres auch geschieden), und bin eine von denen, die zu lange etwas hat passend machen wollen, was schon lange nicht mehr gepasst hat. Das war auch für die Kinder schwieriger als die frühe Trennung von Vater 1. Das Trennungsprocedere an sich ging in beiden Fällen recht komplikationslos über die Bühne, was aber auch sehr viel damit zu tun hatte, dass ich von beiden finanziell unabhängig war und mir eine Existenz sowohl für mich als auch für die Kinder aufbauen konnte. Kinder kommen m. E. mit der Trennungssituation klar, wenn ihre Eltern damit klar kommen. Zumindest den Teil bei dir hast du ja ein Stück weit in der Hand. Deine Trauer um den Traum von der intakten Familie kann ich sehr gut nachempfinden, aber für den Part habe ich mir Beratung außerhalb meiner Familie und meiner Freundschaften gesucht. "Alles zum Guten wenden" muss ja nicht unbedingt heißen, dass du wieder einen Partner findest. Ich bin jetzt seit drei Jahren offiziell getrennt und hatte noch nicht einmal das Bedürfnis danach, wieder jemanden in mein Leben zu lassen. Nicht, weil ich Männer unattraktiv fände oder verbittert wäre, sondern weil ich mit meinem Leben zufrieden und oft sogar glücklich bin. Und genauso kann es sich mit dir und deinen Mädels ja auch entwickeln - oder du findest einen neuen Partner oder du ziehst in eine Alleinerziehenden-WG oder, oder, oder... Es gibt so viele Möglichkeiten, deinen Kindern auch ohne die Standard-Kleinfamilie ein gutes Leben zu ermöglichen. Ich drücke dir die Daumen, dass es mit dem Vater deiner Kinder keinen Stress gibt - ich habe bei beiden Trennungen nach einer Phase von ungefähr einem Jahr, in dem gemeinsame Termine stressig und doof wahren, mit den Vätern einen Modus vivendi gefunden, dass wir auch problemlos etwas gemeinsam unternehmen können, ohne dass es anstrengend ist. Es war aber auch in beiden Fällen klar und ausgeschlossen, dass es einen weiteren "Versuch zusammen" geben wird. Wir haben jetzt miteinander eine distanziert-freundschaftliche Beziehung, würde ich sagen.


Stef3

Antwort auf Beitrag von InaMeisss

Es tut mir sehr leid, was du gerade durchmachen musst! Ich habe vor 1 1/2 Jahren ziemlich ähnliches erlebt. Der Schmerz vergeht auf jeden Fall. Aber es dauert leider…Ich hatte damals einige Termine bei der psychologischen Beratungsstelle von der Caritas. Das hat mir sehr geholfen. Es ist natürlich kein einfacher Weg, den du vor dir hast, aber das weißt du sicher. In erster Linie musst du jetzt die Trennung verarbeiten und mit den vielen Gefühlen klar kommen und zeitgleich natürlich auch die ganzen rechtlichen Dinge regeln! Und das ist natürlich besonders schwierig, wenn man emotional so angegriffen ist. Ich kann dir nur den Tipp geben, dir einen guten Anwalt für Familienrecht zu suchen und dich beraten zu lassen. Unterhalt, Umgang, wer wohnt wo, Scheidung usw…wenn dein Mann ein schlechtes Gewissen hat, dann ist er vielleicht eher bereit, das ein oder andere Zugeständnis zu machen… Ich trauere auch immer noch einer heilen Familie hinterher. Natürlich wünscht man sich das für seine Kinder. Aber wenn ein Partner den anderen betrügt und belügt, dann ist man halt leider Welten von einer gesunden Familie entfernt. Ich weiß nicht genau, wie du es schaffen kannst, irgendwann wieder glücklich zu werden. Ich habe mich gedanklich sehr schnell davon verabschiedet, dass eine neue Liebe mein Leben glücklich machen wird. Ich habe zwei sehr kleine Kinder und mache mir keine Illusionen, dass ein Mann sich auf so eine Konstellation einlässt, zumal Patchwork sicher nicht einfach ist. Für mich genügt es gerade statt glücklich zu sein zumindest nicht mehr total unglücklich zu sein. Was mir sehr oft fehlt ist dieses Gefühl der Geborgenheit und dieses „sich bei jemandem zu Hause zu fühlen“. Mir ist aber bald klar geworden, dass es jetzt halt meine Aufgabe ist, dieses Gefühl meinen Kindern zu geben. Und das macht eigentlich auch glücklich… Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Mut für die kommende Zeit! Du bist ein tapferer Mensch und du hast eine wichtige Entscheidung getroffen. Deine Mädels werden lernen, dass man als Frau alles schaffen kann und dass man nur mit Menschen zu tun haben will, die einen respektvoll behandeln. Alles alles liebe!


kirshinka

Antwort auf Beitrag von InaMeisss

Ich bin ein Scheidungskind - das macht resilient - und aus eigener Erfahrung - es lebt sich ohne einen Patriarchen vor der Nase besser! Ich hatte plötzlich andere Rollenvorbilder. Das war letztendlich sehr gut! Deine Mädchen lernen jetzt auch, dass Frau sich nicht alles gefallen lassen muss, selbst eine Familie ernähren kann und im Übrigen machen kann, was sie möchte! Das ist doch super!