Elternforum Alleinerziehend, na und?

der moralische Tiefschlag

der moralische Tiefschlag

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Tach... Möchte auch mal was zum besten geben. Ich bin mit meinem Sohn seit (3,5) seit nun mehr 1,5 Jahren alleinerziehend. Mit seinem Vater ist er ganz Dicke, sie telefonieren fast jeden Abend (wie son 3,5 jähriger eben telefoniert) und er fährt alle zwei Wochen über das WE zu ihm. Nun gibt es das Problem das vermutlich viele kennen: an diesen WEs ist natürlich dickes Programm angesagt. Er kann dort ausschlafen, darf auch mal länger aufbleiben, und es werden Sachen unternommen, die ich ihm so im Alltag eben nicht immer bieten kann (immerhin hat mein Ex eine neue Freundin, die ebenfalls, wie er, voll verdient, also zwei Vollverdiener, ich arbeite dagegen 20 Std). Nun muß ich mit meinem Sohn jeden morgen um 6h aufstehen, damit ich pünktlich den KiGa und danach eben die Arbeit erreiche. Heute morgen ging mal wieder alles drunter und drüber, und als er beim dritten mal sagen, daß er die Schuhe anziehen möchte, immer noch nicht reagiert hat, hab ich halt gemotzt. Und jetzt der Tiefschlag des Tages: da sagte er: Ich möchte hier nicht mehr wohnen. Klar, bei Papa wird natürlich auch nie gemotzt. Ich hab geheult auf dem Weg zur Arbeit, so hat mich das getroffen. Meine größte Angst: bei seienm Vater würde er mit einem solchen Spruch offene Türen einrennen, er würde ihn sofort nehmen. Und mein Sohn kann das noch gar nicht erfassen, was das eigentlich bedeudet, daß er den KiGa wechseln müßte, seine Freunde verliert (Ex wohnt nicht mehr in der Stadt) und natürlich auch, daß er mich dann nur nocch alle zwei Wochen sieht. Eigentlich habe ich sonst eine ganz enge Bindung zu ihm, aber der Spruch hat mir echt das Herz gebrochen. Ich finde das super, daß sein Vater sich so gut um ihn kümmert, und daß die beiden sich so gut verstehen, aber heute werde ich trotzdem auch mit Verlustängsten gequält. Kommt das mal vor? Ist euch das auch schon mal passiert? Und wie reagiere ich jetzt am besten? LG; Pyra


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Hallo Pyra, das sind die Momente wo man sich den Ex und die ganze Welt haßt, man müht sich rackert, versucht einen gewissen standard zu bieten und dann so ein salopper Spruch. So was in der Richtung hören wir wahrscheinlich alle mal von unseren Kindern. Auch wenn´s weh tut. Versuche drüber zu stehen, ich glaube er wird´s schon wieder vergessen haben. Er war halt müde, wollte nicht so wie Du ....Fühl Dich gedrückt.... Alles liebe Yvonne


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Leider kann ich Dir nicht sagen was Du tun sollst,weil ich inden nächsten Monaten sicher auch in solche Situationen kommen werde. Ich denke das es eigendlich normal ist weil er die Alltagssituation nicht erlebt bei seinen Vater und wenn er jeden Tag da wäre ginge es seinen Vater genau wie Dir. Man hat sich auf das Wochenende vorbereitet und hat natürlich jede Menge Zeit für das Kind und kümmert sich intensiv darum. Das spüren die Kinder, er versteht das aber noch nicht. Es tut sehr weh wenn das eigene Kind zu einen sagt,weil es den Unterschied sicher noch nicht kennt. Mach Dir trotzdem nicht so viele Gedanken. Kopf hoch L.G.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Ich glaube, ich bin da aus anderem Holz geschnitzt. Ich wuerde mein Kind mal testweise 2 Wochen beim anderen Elternteil wohnen lassen und dann sieht man weiter. Wahrscheinlich erkennt es dann ganz schnell, dass auch dort irgendwann der Alltag einkehrt. Und man selbst hat mal Zeit fuer sich und kann Kraft tanken. LG Berit


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Nimm's nicht persönlich. Dein Sohn wollte nicht Dich kritisieren, er war wahrscheinlich müde und genervt und wollte nur zum Ausdruck bringen, daß er die Situation, wie sie in dem Moment war, als unschön empfand - und das ist sein gutes Recht. Aber ich weiß, daß man da völlig versteinert sitzt und dem Kind und dem Ex am liebsten beiden die Gurgel umdrehen möchte. Temi hatte mal eine Zeit lang den Spruch so ähnlich gebracht. Er sagte dann: "Papa schimpft gar nicht, Du schimpfst immer!" - und ich verkniff mir fiese Kommentare á la: "Der ist ja auch nicht da!" Aber natürlich hat Temi gemerkt, daß ich den Satz nicht wirklich positiv aufgenommen habe. Kinder spüren sowas, auch wenn man nix sagt, Die Temperatur im Raum sank unter den Gefrierpunkt *grins*. Trotzdem sagte er es immer wieder. Im Krankenhaus hat der Therapeut, dem ich mein Herz ausgeschüttet habe, den Satz für mich quasi gedeutet: Temi will nicht zum Ausdruck bringen, daß er mich nicht mag oder nicht bei mir sein möchte. Er sehnt sich nach etwas, von dem er im Grunde weiß, daß er es nicht haben kann. Und im Grunde ist es gut, daß er sich traut, das mir zu sagen - obwohl er spürt, daß der Satz mich verletzt, weiß er doch, daß er mit seinen kindlich ausgedrückten Gefühlen zz mir zu kommen. Beim nächsten Mal, als Temi diesen Satz gesagt hat, habe ich ihn in dem Arm genommen und gesagt: "Gell, Du vermißt den Papa sehr?" Temi hat dann fast eine halbe Stunde in meinem Arm geweint, seine ganze Enttäuschung, sein Wut und seine Trauer kamen da heraus. Seitdem hat er das nie wieder gesagt. Du wirst immer mal wieder mit negativen Gefühlen Dir gegenüber fertig werden müssen. Das ist schon etwas, was Trennungskindern schwer fällt. Wenn Kinder zwei Eltern haben, können sie ohne Probleme mal zu Papa gehen und sagen: "Mama ist soo gemein zu mir!!" Der andere Elternteil wird vermittelnd eingreifen. Trennungskinder haben oft das Gefühl, daß sie auf den verbelibenden Elternteil nicht sauer sein dürfen, sonst ist der auch noch weg. Aber natürlich müssen Kinder ihre Eltern nicht immer mögen. Es ist völlig normal, wenn Kinder ihre Eltern hin und wieder gemein, ungerecht oder peinlich finden (für Fumi bin ich derzeit immer abwechseln "eeeeklig" oder "peeeeiiiinlich" - sie ist in der Pubertät *seufz*). Gewöhn' Dich dran *grins*. In Deiner Situation tut das weh, das kann ich gut verstehen. Aber erinnere Dich daran, daß es nichts mit Dir als Person zu tun hat und daß es völlig normal ist. Gruß, Elisabeth.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Hmm, aber so wie ich das Posting verstanden habe, ist das hier ja nicht nur ein Wunsch des Kindes, sondern eine reale Moeglichkeit?


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Seh ich anders. Wenn EINMAL in einer deutlisch stressigen und emotional aufgeladenen Situation so ein Satz fällt, ist das kein Wunsch des Kindes. Das ist, wie wenn ich morgens, wenn Temi mal wieder pro Schuh zwei Stunden braucht und Fumi sich nicht entscheiden kann, ob sie das blaue oder das rosa T-Shirt anzieht, ankündige: "Wenn Ihr nicht in 5 Minuten fertig seid könnt Ihr alleine in den Kindergarten und in die Schule gehen!" Was anderes wäre es, wenn dieser Wunsch häufiger und auch in ruhigen Situationen vorkommt. Dann würde ich auch mit einem kleinen Kind mal in Ruhe drüber reden. Gruß, Elisabeth.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

Ich danke euch für eure aufmunternden Worte. Heute, einen Tag weiter, gehts mir wieder besser damit.hab gestern abend noch mit seinem Vater gesprochen, und er sagte mir, ich solle mir keinen Kopf machen. Wenn mein Sohn bei ihm ist, und er meckert mal, ist es genau das gleiche, dann sagt er auch, er möchte wieder zur Mama. Also wohl wirklich nur halb so schlimm. Aber ich muß sagen, so ein Kind kann ja doch sehr schlitzohrig sein, die wissen schon, wo sie den Hebel ansetzen können... ;) LG, Pyra