Elternforum Alleinerziehend, na und?

Das bricht mir wirklich das Herz (lang)

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Moin, also wie der Großteil ja schon mitbekommen hat, trennen uns H und ich jetzt wirklich, er ist auch schon auf der Suche nach einer Wohnung. Nach unserem letzten richtigen Streit, wo er drei Wochen ausgezogen war, hatten wir uns wieder zusammen gerauft und es ging auch eine Weile gut. Um genauer zu sein, einen Monat. Dann verfiel jeder wieder in seine alten Muster, vor allem H. Nach und nach häuften sich dann die Sachen und Vorwürfe und irgendwann, ich weiß nichtmal mehr WAS er da verbockt oder mir vorgeworfen hatte, habe ich mit Erschrecken festgestellt, dass es total an mir abprallt. Keinerlei Gefühle mehr, nichts. Es ist jetzt schon drei Wochen oder länger her, dass wir darüber gesprochen haben uns zu trennen. Wir haben trotzdem weiterhin alles gemeinsam gemacht, auch noch in einem Bett geschlafen (mehr nicht) aber waren eben (für meinen Geschmack) getrennt. H dachte allerdings immer, ich brauche nur Zeit und überlege es mir noch einmal anders. Kam dann wieder zum Streit (Simon war immer nicht da oder hat geschlafen) und so habe ich NOCHMAL die Trennung ausgesprochen. Das ging dann wieder ne Woche und dann kam wieder die Frage von H, ob ich es mir nicht nochmal anders überlegt hätte (???) Anscheinend war ich immer noch zu nett. Egal, letzte Woche ist dann der Mond geplatzt und jetzt hat ers auch endlich begriffen. Also nicht der Mond, sondern H. Und seit genau diesem Tag dreht mein Kind am Rad. Wie gesagt, Simon hat von den Streitereien NIE etwas mitbekommen. Aber ab dem Tag, wo auch H gemerkt hat, es geht tatsächlich nicht mehr weiter, hat er halt auch aufgehört uns morgens in den Kiga zu fahren. Wir haben morgens nicht mehr miteinander geredet und abends machte er Überstunden und/oder traf sich mit Freunden, kam erst nachts nach Hause. Oder kam nach Hause, warf die Sachen in die Ecke, sagte Simon gute Nacht und verschwandt wieder. Am ersten Abend fragte Simon, wo der H wäre und der soll nicht weggehen, der soll hierbleiben. Am zweiten Tag heulte Simon wie verrückt, als ich ihn hinlegte, ob ich jetzt auch gehe, ob ich da bleibe, Mama was machst du, wo bist du... So geht das dann fast eine Stunde am Stück und ich muss dann immer rufen, bin in der Küche, bin da und da, ich gehe nicht, ich hab dich lieb... Am Wochenende haben wir bei einer Freundin übernachtet, habe dort auch auf ihre Tochter aufgepaßt, Freundin war mit Freund auf Kurzurlaub. Simon ist dort abends total ausgetickt, hat ganz herzzerreißend geweint. Sobald ich aus der Wohnung gehe (Freundin paßte auf, ich wollte Sachen holen) fing er furchtbar an zu weinen, wollte auf den Arm. Ein "Mama, ich hab dich sehr lieb" höre ich seit ca. einer Woche STÄNDIG, was vorher NIE Simons Art war. Auch kam er nie kuscheln, jetzt kuschelt er ständig. Seine Verlustängste wachsen von Tag zu Tag... Vorgestern hat er beim Einschlafen gesagt, er will zu seinem H und das immer und immer wieder. Ich habe ihm versprechen müssen, dass der H morgen da ist (war er ja auch) Das tut mir alles so unendlich leid, aber für uns als Paar gibts keine Zukunft mehr... Gestern Nacht kam H gegen 2 Uhr nach Hause und wir haben das erste Mal seit MIttwoch mal miteinander geredet, davor wirklich kein Wort (ok, haben uns ja eigentlich auch immer nur 5 min am Tag gesehen) Ich habe den Eindruck, dass er immer noch an uns festhält, aber bei mir eben auch sieht, dass der Zug abgefahren ist. An Anmerkungen von ihm bzw. seinem Verhalten würde ich, trotz seiner abartig widerlichen mails in der letzten Woche + sms, schließen, dass ihm tatsächlich noch was an mir liegt. Natürlich liegt mir iiiiirgendwas auch noch an ihm - aber es reicht ums Verrecken nicht mehr für eine Beziehung... Heute hat H uns das erste Mal seit ner Woche wieder mit in den Kiga genommen. Vielleicht war das falsch, Simon wollte ursprünglich S-Bahn fahren. Achso btw, zu Simon ist H unverändert lieb und freundlich! H hat heute unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass wenn es mit uns aus ist, es AUS ist. Das heißt auch für ihn, er möchte Simon nie wieder sehen - auch wenn er ständig betont, er würde ihn lieben wie seinen eigenen Sohn (und das glaube ich ihm auch) Ich wiederum frage mich aber, was hat Simon damit zu tun? Ich denke, und das hatte ja auch schon der Familientherapeut gesagt, es wäre für ihn das Beste, wenn wir uns immer noch mal alle sehen würden. Das H das wegen MIR nicht kann, verstehe ich natürlich und muss ich respektieren. Aber hier gehts ja nicht nur um uns, auch wenn H nicht der Vater von Simon ist. Andererseits, was spricht denn für eine Verzögerung des Abschied-Nehmens? Eigentlich doch fatal, denn sollte ich wider Erwarten doch jemanden kennenlernen oder H jemanden, dann würde das eh einschlafen. Und erklär mal dem neuen Partner, dass man immer noch das Kind der Ex besuchen möchte bzw. dass der Ex ständig vorbeikommt, weil er mein Kind sehen will - obwohl er gar nicht der Papa ist. Schon schwierig. Damals im August hatten wir das "Problem" noch nicht, da hatte sich Simon damit abgefunden, dass H nicht mehr da ist und wir hatten ihm das auch erklärt. Aber jetzt siehts alles viel schlimmer aus. Das tut mir sehr weh und auch sehr leid. Danke fürs Zulesen. LG Sue


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Oh Mann, das klingt echt sch...e! Lass dich mal drücken! Aber ich denke es ist trotzdem besser so einen geraden Schnitt zu machen und nicht noch so halbherzige Treffen Simon zu liebe. Der kennt sich dann ja gar nicht mehr aus und wie du so schön sagst, es wäre eh nur auf Zeit und könne nie eine Dauerlösung sein (schon wegen zukünftiger Partner nicht). Versuch doch mit Simon was schönes zu unternehmen, ihm immer wieder versichern wie lieb du ihn hast, er nicht schuld ist dass H. geht usw. Klar ist er traurig, das ist ja normal denke ich. Aber wie sagt man so schön: die Zeit heilt alle Wunden. Und bei Kindern geht das, glaub ich, noch schneller als bei Erwachsenen. bussi max


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Laß Dich mal drücken! Kann das alles gut nachvollziehen, da es bei uns momentan ähnlich läuft. Wie alt ist Simon denn? Meiner ist 5 und er legt derzeit ein sehr ähnliches Verhalten an den Tag. Ich habe mich vor ein paar Tagen schon mal gepostet zu diesem Thema, die Antworten könnten auch sehr interessant für Dich sein. Der Vater meines Kleinen ist vor ein paar Tagen erst ausgezogen, wir sind also auch noch mittendrin. Aber mittlerweile muß ich sagen: "Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende". Wenn Du mal den Schlußstrich gezogen hast (und das hast Du, wie ich es aus Deiner Beschreibung heraus lese), dann ziehe es durch. Zweifel machen alles nur noch schwieriger und verunsichern auch den Kleinen noch mehr. Gib ihm Sicherheit, Wärme und Verständis. Die Sicherheit, daß Du ihn liebst und immer für ihn da sein wirst. Und vor allem die Sicherheit, daß der Kleine nicht an Eurer Trennung schuld ist. Ganz liebe Grüße, Isa


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Hi, danke für Deine Antwort. Simon ist im September 3 Jahre alt geworden. Der leibliche Vater zahlt lediglich Unterhalt, wir haben aber ansonsten keinen Kontakt. Für Simon ist H die erste männliche Bezugsperson, die es überhaupt gab (Affären fanden außerhalb der Wohnung statt oder nur, wenn Simon nicht da war) Er verbindet mit H auch den "Papa" Wenn also andere Kinder vom Papa reden, dann redet Simon von H. Die beiden hängen sehr aneinander. Es ist wirklich zum kotzen. Ich möchte niemandem weh tun und erst recht nicht meinem Kind... LG Sue


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Hallo Sue, sicherlich spielt es keine Rolle, ob H. der leibliche Vater ist oder nicht, wenn er bislang seine männliche Bezugsperson war... Ach ja, mit "Ich möchte niemandem weh tun und erst recht nicht meinem Kind..." sprichst Du mir momemtan aus dem Herzen. In mir zerbricht momentan auch immer etwas, wenn er wieder in meinem Armen liegt und verzweifelt heult "Papa soll wieder hier wohnen". Sei somit auch fest gedrückt. Aber alleine dem Kind zuliebe eine Partnerschaft aufrecht zu erhalten, das geht halt nicht. Wenn H. jedoch Simon noch liebt, warum will er denn den Kontakt ganz abbrechen? Es wäre für Simon auf jeden Fall besser, wenn er ihn noch sehen kann anstatt, daß er von heute auf morgen ganz aus seinem Leben verschwindet. Liebe Grüße! Isa


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hi, genauso geht es emi. Leider. Es ist aber nun mal so, es ist nicht sein Vater. Und er ist weder dir noch Simon, irgendeine Rechenschaft schuldig. So wurde es mir gesagt. die Gefühle von Kindern sehen die meisten nicht. Meinem Ex sind sie egal, denn er grabt ja mittlerweile kräftig weiter und verhöhnt mich und somit auch Emilio. (Obwohl er EMi mehr lieben täte wie seinen eigenen Sohn, zu dem er ja jetzt auch keinen Kontakt hat!) Du kannst nur für Simon da sein und ihm zeigen, daß du sein Fels in der Brandung bist. Er hat definitiv Verlassensängste. lg annika


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hallo, bei mir war es beim ende meiner ersten ehe ähnlich. mein exmann war für valérie der "papa" und ich dachte auch, er würde sie so lieben, wie er immer behauptet hat. wir haben es dann versucht, nach langem reden, daß wir es so handhaben, wie leibliche eltern. es wurde zum desaster, weil val natürlich dachte, wir gehen als familie zb ins kino, zu seiner mutter etc. ende vom lied war, daß sie ihren willen nicht bekommen konnte und dann es peu á peu auch ablehnte, allein mit ihm mitzugehen. so hatte sich das thema schnell erledigt. entweder du sprichst ihm, sag ihm, wie simon leidet und versuche ihn zu normalen treffen nur mit ihm zu bewegen. die frage ist halt nur, wie lange h. das mitmacht, wenn neue partner ins spiel kommen ist es sicher vorbei...so selbstlos stellt er sich mir nicht dar, als ob er das ewig weiterführen könnte. oder du machst ein ende mit schrecken...bzw gebrochenem herzen...


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Der arme Kerl. Er hat große Verlustängste, dein Sohn, irgendwie auch verständlich. Die prozedut des Abschied nehmens wurde ja noch verstärkt, weil sie sich wiederholt. Vielleicht denkt er jetzt auch, es läuft wie im August und alles renkt sich wieder ein und H. bleibt doch bei euch. Ich glaube, ich würde den Schritt so schnell wie möglich gehen. Weder du noch H. bleiben auf Dauer alleine und von daher würden gelegentliche Treffen doch eh einschlafen. Und letztendlich würde nur ein totes Konstrukt am Leben gehalten werden, der Kleine würde vielleicht doch denken, ihr kommt wieder zusammen. LG


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Oh man, Sue, das tut mir wirklich Leid für Simon und natürlich auch für Dich, denn als Mutter leidet man ja immer doppelt mit, wenn das Kind so unglücklich ist. Ich denke, es ist jetzt einfach ganz wichtig, dass du ihm immer wieder sagst und zeigst, dass DU IMMER für ihn da sein wirst, damit er diese Sicherheit mit der Zeit wieder zurückgewinnt. Ob weitere Treffen mit H. was bringen, glaube ich ehrlichgesagt nicht so ganz, da das Ganze zu unsicher erscheint, also, ob es dann auch klappen würde, selbst wenn ihr euch nochmal zusammensetzt und in der Richtung was vereinbart... das wär mir ein zu großer Unsicherheitsfaktor, der im Zweifelsfall dann auf Kosten meines Kindes geht... Nee, ich würd versuchen, da für Simon eine Gradlinigkeit reinzubringen, auch wenn es im Moment sehr schwer fällt, aber dass klar ist, wohin es gehen wird... kein unsicheres Hin und Her. Was anderes wäre es vielleicht noch, wenn H. sich jetzt fast ein Bein ausreißen würde, da er Simon auf jeden Fall weiter würde sehen und was mit ihm unternehmen wollen, so dass man sich darauf verlassen kann. Aber so wie du geschrieben hast, möchte er ja wirklich ein KOMPLETTES AUS, Simon incl. Ich würd nicht versuchen, ihn da zu irgendwas zu überreden. Drücke Dich und wünsche dir ganz viel Kraft für Dich und Simon!


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auch wenn dein kleiner sohnemann erst drei jahre alt ist, .. und ihr nicht direkt vor ihm gestritten habt, ... hat er intuitiv gemerkt, .. dass irgend was nicht stimmt. wenn ihr erwachsenen euch im klaren seid, dass es nicht mehr geht, verstehe ich nicht, wozu alles so endlos lange hinausziehen, ... für den kleinen ist das ein schrecken ohne ende. versuche mal mit H. zu reden,.. da er offensichtlich mit eine bezugsperson für deinen sohn ist, .. dass er sich alle paar tage zeit für ihn nimmt, .. und wenns nur ne stunde ist, .. dafür aber regelmässig. damit siese schreckliche verlustangst langsam wieder eine chance hat, abzuebben. aber hört auf, diese halbja-halbnein trennung bis was weiss ich nicht wann hinzuziehen, .. viel zu lange schon stimmts doch nimmer, .. nicht wahr?! grüssle Mick


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naja was heißt halb getrennt halb nicht. Es ist eigentlich klar, dass wir uns trennen nur wohnt H noch bei uns und das läßt sich leider von heute auf morgen nicht ändern. Klar ist mir auch, dass Simon an unserem Verhalten gemerkt hat, dass was nicht stimmt. Dass wirklich nichts mehr stimmt ist halt seit Mittwoch so. Wir haben es jedoch seit Oktober IMMER geschafft, ihm trotz der Trennung ein harmonisches Zuhause zu schaffen und zu erhalten, wie gesagt, bis letzte Woche beim Supergau war ja alles ok, auch mit Simon. Ich sehe es ähnlich wie viele hier, dass eine verzögerte Trennung durch mal besuchen und mal nicht, eigentlich nicht produktiv ist. Simon ist zwar noch nicht so weit, dass er sich in seinem Köpfchen denkt "da könnte noch mal was funktionieren" - aber ich denke, er würde zumindest erwarten, dass H noch bei uns schläft (er fragt morgens sofort, ob er da ist und eigentlich ist er morgens IMMER da) Damals hat man mir geraten, dass Simon den Auszug bewußt miterlebt. Nur inzwischen weiß ich nicht mehr, ob das so richtig ist, wenn Simon da steht und H seine Möbel rausschleppt.... Andererseits fällts ehrlich gesagt auf den ersten Blick nichtmal auf, wenn das passiert... da im Wohnzimmer fast nur meine Möbel stehen und im Schlafzimmer dann ebenfalls. Küche bleibt und Klo auch, Flur ebenfalls und Simons Zimmer eh... LG Sue