Mitglied inaktiv
Eigentlich gehör ich nicht hier her, da ich aber Deinen Beitrag gelesen habe, möchte ich Dir (und evtl. anderen in ähnlicher Situation) meine Geschichte erzählen, in der Hoffnung, Dich zum Nachdenken zu animieren. Ich bin 39 und habe einen 3jährigen Sohn. Als ich geboren wurde, war meine Mama 22. Mein Erzeuger (anders kann ich ihn nicht nennen) wollte sie heiraten, ihr Vater (also mein Opa) hatte aber herausgefunden, dass des Herren Weste nicht mehr so ganz weiß war (1966 waren Delikte wie Betrug und Urkundenfälschen, Unterschlagung etc. noch was wirklich schlimmes!). Meine Mama lehnte eine Heirat ab, worauf er ihr klipp und klar sagte, sie solle nicht annehmen, dass er auch jeweils nur einen Pfennig Unterhalt bezahlen würde und verschwand. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits mit einer anderen Frau 1 (oder 2) Kind(er). Auch das kam erst später raus. Er zahlte wirklich nie. Meine Mama blieb mit mir bei ihren Eltern wohnen (nahm den wirklich schlimmen Makel damals einer Ledigen mit Kind auf sich) und ging 8 Wochen nach meiner Geburt wieder Vollzeit arbeiten (Kindergeld damals war lächerlich und was anderes gabs noch nicht!). Als ich 1 Jahr war, starb mein Opa. Meine Mama verliebte sich in einen Arbeitskollegen und die beiden heirateten, als ich 4 war. Wir zogen in eine eigene Wohnung. Mir wurde sein Name gegeben, eine Adoption fand nicht statt. Ich hatte viel Zoff mit meinem Dad (ER ist mein wenn auch "nur" "biologischer" Vater!). in meiner Jugend, das wurde so schlimm, dass ich mit nicht mal 18 und noch in der Ausbildung eine eigene Wohnung nahm. Das alles ist vergessen, seit 7 Jahren leben wir wieder unter einem Dach *lächel* in einem Zweifamilienhaus und es funktioniert bestens, er ist der tollste Opa für meinen Kleinen und ich weiß, dass ich mich jederzeit auf ihn verlassen kann. Zurück jedoch zu meinem Erzeuger. Ich war so ca. 12, als ich erfuhr, dass mein Vater nicht mein Vater ist. Das war erstmal eine herbe Enttäuschung. Meine Mama erzählte mir von meinem Erzeuger. Viel Gutes war da nicht dabei. Leider hatte sie nicht mal mehr ein Bild von ihm. Ich weiß, dass meine Mama mir nichts Böses wollte durch das Unterbinden jeglichen Kontakts, sie wollte mich nur schützen, sie wollte nur mein Bestes, wie auch Du denkst, dass es das Beste für Dein Kind ist. Aber genau hier liegt der Fehler. Es fanden wohl mehrere Unterhaltsprozesse statt, bezahlt hat er nie. Das Jugendamt hat sich um alles gekümmert. Als ich 18 wurde, bekam ich ein Schreiben vom Amt, dass sie nicht mehr zuständig sind und ich nun selbst meinen (ca. 30.000 DM) rückständigen Unterhalt verfolgen müsse. Dies tat ich nicht. Aufgrund wechselnder Arbeitsstellen oder Arbeitslosigkeit wäre vermutlich eh nichts zu holen gewesen. Aber ich ging zum Jugendamt und nahm Akteneinsicht. Es stellte sich heraus, dass er noch mehrere Kinder (auch nach mir geboren) mit verschiedenen Frauen hatte. Ein paar Jahre später versuchte ich, ihn ausfindig zu machen. Und fand lediglich seine Ehefrau, die mir mitteilte, dass er vor Jahren verstorben sei. Sie schickte mir jedoch Bilder von ihm, auch Fotos von meiner kleinen Stiefschwester, die mir unheimlich ähnlich sieht. Ein Teil von mir (somit auch von meinem Sohn) wird immer im Dunkeln bleiben... Ich finde es ganz, ganz wichtig, dass ein Kind sich zu gegebener Zeit ein eigenes Bild von seinem Erzeuger machen, eine eigene Meinung bilden kann. Und sollte diese so ausfallen, dass der Erzeuger tatsächlich ein A... ist, ist eine solche Enttäuschung allemal besser als dieses Nichtwissen. Niemand gibt mir mehr die Chance, mir ein Urteil zu bilden, die Zeit war gegen mich. Tu das Deiner Tochter nicht an! Lass zu, dass sie ihren Erzeuger kennenlernt. Und bewahre Foto von ihm auf! Deine Tochter wird später zwar verstehen, dass Du nur zu ihrem Besten so gehandelt hast, aber ein Groll wird immer bleiben, weil Du ihr die Chance auf eine eigene Meinung genommen hast und sie so nie von ihrem anderen Teil erfahren wird! Denk drüber nach. Alles Gute für Euch, Chey
(ER ist mein wenn auch "nur" "biologischer" Vater!). soll natürlich heißen, er ist mein NICHT "biologischer" Vater!
Du, ich habe Fotos. Ich hab auch nie gesagt, dass ich es ihr verbiete. Ich mein, gut, wir leben in den Staaten, und in so 10 Jahren moechte ich dann am Mittelmeer leben. Der Abstand ist also unter den gegebenen Umstaenden ziemlich gross. Und deine Geschichte kommt der meines jetzigen Mannes gleich. Auch sein Vater ist vor etwa 3 Monaten verstorben, er wusste nicht mal, dass er Enkel hat. Mein Mann meinte dazu, er haette nie einen Vater gehabt. Ich denke also nicht, dass jeder darunter leidet. Und meiner Tochter gegenueber bin ich immer sehr ehrlich, denn ich will vermeiden, dass sie meine Fehler macht. Nein, mich stoert nur der Ton einiger Leute. Denn verschiedener Meinung sein und einander beschimpfen sind verschiedene Schuhe. Aber man muss sich ja auch nicht mit jedem unterhalten. LG Cata
"Mein Mann meinte dazu, er haette nie einen Vater gehabt. Ich denke also nicht, dass jeder darunter leidet." Wer's glaubt, wird selig, und wer nicxht kommt auch in den Himmel. Ziemlich traurig, was Du so von Dir gibst. Die Aussage, er hätte nie einen Vater gehabt, sagt nichts darüber aus, wie es drinnen aussieht. Aber das weißt Du natürlich auch, klar. Es ist bezeichnend, daß Du mit keinem inhaltlichen Wort auf das Posting von Cheyenne eingehst. Leider nur Phrasen. Am besten frag mal bei Jacko nach, wie man sich seine Phantasiewelt ála Neverland baut. Ciao ciao Ralph/Snoopy
Guten Morgen :-) danke, daß Du Deine Geschichte berichtet hast. Vielleicht hast Du gelesen wie ich zum Thema Umgang und leiblicher Vater stehe. Mein Kleinster kennt seinen Vater nicht. Der Vater vermeidet den Kontakt. Dennoch werde ich meinen Sohn in jeder Form unterstützen, wenn er alt genug ist ud den Wunsch äußert, daß er wissen möchte wer der Mann ist. Fotos hab ich ihm schon gezeigt und damit war für ihn die Welt ok. Meiner Meinung nach soll ein kind doch wissen woher es kommt. Schließlich war er ja mal so tll, daß ich sogar im ihm Sex hatte. LG mousy
Da hast Du die völlig richtige Einstellung! Ein Kind soll und WILL wissen, woher es kommt! Ich finds auch wichtig, was z. B. Krankheiten angeht. Ich hab nen Gendefekt (Faktor V), den ich nachweislich nicht von meiner Mutter habe, also muss ER ihn gehabt haben. Er starb wohl an einem Blutsturz, außerdem hatte er anscheinend was mit der Lunge. Ich habe eben nur sehr vage Anhaltspunkte in allem. Wenn ich nach Krankheiten der Familie gefragt werde, kann ich das immer nur mütterlicherseits beantworten. Und dass jemand kein Problem damit haben soll, "die eine Hälfte" nicht zu kennen, glaub ich nicht. Man kann sowas auch gut "wegschieben", aber tief im Innern wird es immer eine Ungewissheit geben ;-) LG Chey
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