Elternforum Alleinerziehend, na und?

Bin neu hier (sehr lang)

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Hallo ihr Lieben, leider muß ich mich zu euch gesellen. Mein Mann und ich haben uns vor 8 Wochen getrennt. 7 Jahre waren wir zusammen und noch kein ganzes Jahr verheiratet (am 20.06. wäre es ein Jahr gewesen). Unsere gmeinsame Tochter ist 7 Monate alt. Gekrieselt hat es naja schon länger. Eigentlich fing es schon nach 4 Jahren an. Ich hatte keine besonders große Lust mehr mit ihm zu schlafen, wobei ich nicht mal sagen kann wieso. Er hat 2 Jahre sehr darunter gelitten das wir höchstens 1x Sex im Monat hatten. Er hat versucht daran zu arbeiten und nach verschiedenen Lösungsmöglichkeiten gesucht bzw. diese vorgeschlagen. Ich habe das damals leider nie als sooo schlimm empfunden und es ging halt so weiter. Irgendwann bekamen dann sämtliche Menschen in unserem Umkreis Nachwuchs und da wir uns geliebt haben und uns sicher waren den richtigen Partener gefunden zu haben beschlossen wir ebenfalls ein Baby zu bekommen. Dann vor 1,5 Jahren kam es dazu das mein Mann mir fremd ging. Ich glaube er hat es wirklich bereuht und erklärte mir das er es nach fast 2 Jahren permanenter Ablehnung für sein Ego gebraucht hätte. Es war ein schwerer Schlag für mich, aber da ich diesen Mann liebe und er mich auch dachte ich mir das wir uns durch so etwas nicht auseinander bringen lassen sollten. Ich war mir sicher, das uns einfach zu viel verbindet um unsere Beziehung wegen einer solchen Kleinigkeit aufzugeben. Ich war mir aber auch erst da bewußt wie schlimm das für ihn gewesen sein mußte und beschloß etwas zu ändern. Ein paar Tage später erklärte er mir das er mit dem Baby noch warten möchte. Er würde erst Leben wollen und zwar mit mir. Im Nachhinein und wenn ich das so niederschreibe, klingt es mir auch am vernünftigsten, aber mit diesen Worten versetzte er mir verbal den nächsten Schlag ins Gesicht. Ich war sehr verletzt und war nicht bereit die Vorstellung einer gemeinsamen kleinen Familie wieder aufzugeben. Kurze Zeit später wurde ich schwanger. Leider konnten wir an unseren Problemen in sexueller Hinsicht nicht arbeiten, denn diesmal war es mein Mann der nicht mehr wollte / konnte. Ich konnte das verstehen und beschloß an den begangen Fehlern nach der Geburt unserer Tochter zu arbeiten. Ihm zu zeigen das ich Spaß mit ihm haben kann und auch möchte. Ich möchte noch hinzufügen das wir ansonsten eine perfekte Partnerschaft hatten. Jeder von uns beiden wußte, dass der andere egal was kommen würde für einen da ist. Jeder wußte das der andere durch nichts zu ersetzen ist und das man sich fallen lassen kann und weich aufgefangen wird, egal in welcher Hinsicht. Wir haben uns dann dazu entschlossen (auch um sämtlicher Bürokratie aus dem Weg zu gehen) zu heiraten. Es war ein wunderschöner Tag für uns beide und wir beide dachten wirklich alles wird gut. Ende Oktober kam dann unsere kleine Maus auf die Welt. Mein Mann, der sich versucht selbstständig zu machen und eine "Altersvorsorge" aufzubauen, war beruflich viel, sehr viel unterwegs. 6 Tage die Woche und Sonntags hat er Büroarbeit geleistet. Ich hingegen war allein mit unserer Maus und hätte mir sehr gewünscht von ihm mehr Teilnahme an diesem Familienleben zu erfahren. Dadurch haben wir uns in den letzten Monaten nur noch gegenseitige Vorwürfe gemacht. Die gegenseitige Unterstützung die wir uns immer gegeben haben und die wir in dieser Zeit gebraucht hätten, blieb komplett aus. Ich sah nur meine unerfüllten Wünsche, er nur seine. Das zwischenmenschliche, diese Wärme die immer zwischen uns geherrscht hat war einfach verschwunden. Das Ergebnis war die Trennung vor 8 Wochen. Ich habe erst jetzt erkannt das viele Schritte der letzten Jahre nicht gut waren und würde diese so gerne besser machen wollen. Ich hatte auch keine Gelegenheit mehr an den Dingen zu arbeiten, die ich mir wie schon erwähnt vorgenommen hatte. Ich liebe meinen Mann sehr und die Vorstellung etwas so wertvolles verloren zu haben bringt mich schier um den Verstand. Ein zurück gibt es aber nicht mehr. Mein Mann sagt das zuviel kaputt gegangen wäre über die Jahre. Die letzten Monate seien das berühmte i-Tüpfelchen gewesen. Wir können inzwischen wieder normal miteinander reden und er sagt das ihm das mehr wert sei (auch im Hinblick auf unsere Tochter) als eine Ehe die vielleicht nie wieder funktionieren würde und dann in großem Streit auseinanderbricht. Er meint das er nicht zurückkommen könne, selbst wenn er es wollen würde. Er meint durch die jahrelange Zurückweisung hätte er nicht mehr das bedürfnis mit mir schlafen zu wollen. Er meint er liebt mich, aber den Drang mir nahe zu sein verspürt er nicht mehr. Er würde zurückkommen wollen, aber er könne mir nicht garantieren mich nicht noch einmal zu verletzen in dem er mir fremdgeht. Er hat mich gefragt, wie er mir versprechen könne mir treu zu bleiben wenn er sich doch von mir nicht mehr angezogen fühlt. Wenn er es ändern könne, würde er es sooo gerne tun aber gegen seine Gefühle wäre er machtlos. Innerhalb unserer Beziehung hätte er diverse Versuche unternommen um die Situation zu ändern. Das hat er auch, nur habe ich damals die Problematik nicht erkannt. Es mußte erst dazu kommen das er mir fremd geht um wach zu werden. Danach wollte ich daran arbeiten, hatte aber wie Gesagt keine Gelegenheit mehr. Er meinte es wäre zu viel kaputt gegangen um nun einfach dort anzuknüpfen wo wir aufgehört haben. Er würde sich sehr wünschen das wir vielleicht irgendwann wieder zusammen kommen würden, aber dazu bedürfe es Zeit. Es hätte eine Menge Zeit gebraucht um das kaputt zu machen was wir hatten und wenn es überhaupt wieder zu flicken wäre dann nur über die Zeit. Er sagt das wir unser Leben getrennt von einander versuchen sollten glücklich zu gestalten. Das er endlich wieder glücklich werden wolle und es auch für mich hofft. Das das momentan aber miteinander nicht möglich wäre. Er würde nicht ewig allein sein wollen, sonder sein Glück durchaus in einer gesunden, harmonischen Partnerschaft suchen, nur wäre das mit mir eben momentan nicht mehr möglich. Dafür wäre einfach zu viel kaputt. Es macht mich unendlich traurig das ich keine Chance mehr habe an den Fehlern die meinerseits begangen wurden zu arbeiten. Es macht mich unendlich traurig, mir vorzustellen das er an Fehlern arbeiten wird die unserer Partnerschaft begangen wurden nur eben mit jemand anderem. Das er es versuchen wird besser zu machen nur eben mit jemand anderem. Ich für meinen Teil kann mir einen anderen Mann an meiner Seite nicht mal vorstellen. Er war mein perfektes Gegenstück und ich könnte mir nicht vorstellen mich jemand anderem so zu öffnen. Noch einmal dieses Glück, noch einmal diese innere Harmonie zu finden. Ich fühle mich so ohnmächtig und möchte so gern handeln, möchte so gern das retten was ich hatte. Wie gesagt die Vorstellung das ihm jemand anderes das geben kann, wozu ich einfach keine Zeit mehr hatte, läßt mich fast verzweifeln. Was soll ich tun? Gibt es hier jemanden dem es ähnlich erging? Glaubt ihr das uns die Zeit vielleicht irgendwann wirklich wieder zu einander führen kann? Ich glaube jeder Mensch ist auf der suche nach dem perfekten Gegenstück und wenn man es gefunden hat (und ich weiß er empfindet genauso) wie kann man es dann einfach gehen lassen? Bitte helft mir........ Danke Sabrina


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wurdest du mit Absicht schwanger? Ich denke nicht dass es einfach ist jahrelange Zurückweisung zu akzeptieren. annika


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Ja ich wurde mit absicht schwanger. Wir beide wollten ein Baby. Nur hätte er damit wahrscheinlich länger gewartet und versucht erst einmal mit vorhandenen Problemen aufzuräumen.


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Hi SAbrina, ich versuche mir gerade vorzustellen, wenn ich 2 (lange) Jahre zurückgewiesen worden wäre. Es wäre unendlich viel, wahrscheinlich zuviel, zerbrochen, als daß der Rest noch für eine tragfähige Beziehung ausgereicht hätte. Definitiv wäre ich Dir auch fremd gegangen bzw. wäre längst weg gewesen. DAS ist ein Knacks, der sehr tief geht, da kann ER auch bewußt nichts gegen machen. So, wie Du es unterschwellig schilderst, wird es wohl eher so gewesen sein, daß DU unbedingt ein Baby wolltest, und er sich mehr oder weniger hat mitschleifen lassen im guten Vertrauen darauf, daß sich dann alles zum Guten wendet. Aber, es war schon immer so und wird sich niemals ändern: Ein gemeinsames Kind taugt nicht als Flickmaterial einer angeschlagenen Beziehung!! Jetzt bleibt Dir nichts anderes übrig, als die Trennung zu akzeptieren, Dein eigenes Leben in die Hand zu nehmen und ersteinmal alleine zurecht zu kommen. Wenn Ihr zusammengehört, wenn Ihr wirklich das DreamTean seid, wie Du schreibst, und er es auch so sieht und wieder erkennt, dann werdet Ihr auch wieder zueinander finden. Ich würde an Deiner Stelle darauf aber nicht blind vertrauen, sondern selbst zusehen, daß ich klarkomme. Vielleicht wird irgendwann dann die Erkenntnis einkehren, daß es gut so ist, wie es kam. Alles Gute Ralph/Snoopy


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für Dich, ich kann mit Dir fühlen, aber ich denke, wenn ihr die Trennung bereits vollzogen habt, dann ist es besser nicht dem Vergangenen nachzutrauern - und wenns noch so weh tut - sondern nach vorn zu blicken. Schon allein wegen dem Kind. Ihr habt jetzt klare Verhältnisse, wisst beide was der andere für eine Sichtweise hat, und habt nach der Trennung einen vernünftigen Umgang miteinander, das ist viel wert. Such Du Dir Hilfe, um Deinen Schmerz zu verarbeiten. Ich habe bzw. erlebe ähnliches wie Du, nur andersrum, bei uns ist es mein Mann der sich zurückgezogen hat, sexuell, seit über 3 J. Heute war ich bei einer Lebensberatung, dort habe ich alles auf den Tisch gepackt, was an Problemen bei uns da ist. Ich werde dort nun regelmässig hingehen, um mich innerlich zu sortieren, um auch mich wieder fühlen zu können. Mein Mann und ich sind seit 16 J. zusammen, seit 4 J. verheiratet, wir haben 2 Kinder, 4 J. und fast 3 J. alt. Auch bei uns ist viel passiert (kannst Du nachlesen, wenn es Dich interessiert unter: Betrogen ?). Mir ist klar geworden, das es nachdem die Kinder da waren nur noch die "Maschinerie" FAmilie gab, und die Partnerschaft, die Liebesbeziehung davon völlig erdrückt wurde. Meistens bleibt dafür wenig Raum - wenn man sich nicht selber welchen schafft - und das haben wir versäumt. Die Sexualität in der Partnerschaft spielt eine grosse Rolle, auch wenn man sich liebt und alles andere perfekt scheint, kann das Fehlen dieses Parts vieles kaputtmachen, das im Nachhinein nicht mehr reparabel ist. Ich wünsch Dir viel Kraft und tu was für Dich, such Dir eine ANlaufstelle, damit Du damit klarkommst. Alles Gute


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Hallo, so schwer es auch ist, ich wuerde dir auch raten, keine Hoffnungen mehr in diese Beziehung zu investieren. Zum einen weil meiner Meinung nach sexuelle Unlust auf den Partner keine Sache ist, an der man wirklich "arbeiten" kann. Wenn davon absolut gar nichts mehr vorhanden ist, dann fehlt eine Basis der Beziehung, da hilft selbst "Seelenverwandschaft" nicht auf Dauer weiter. Zum anderen halte ich es fuer sehr wahrscheinlich, dass dein Ex schon eine neue Beziehung laufen hat oder zumindest anpeilt. Allein aus seiner sexuellen Unlust ist das bei einem Mann schon recht sicher abzulesen (ja es ist ein Klischee, dass Maenner immer wollen, aber doch was wahres dran). Also wuerde ich dir raten, nach vorne zu schauen, dir ein eigenes Leben aufzubauen. Natuerlich wirst du viel Zeit brauchen, um ueber diesen Mann und eure langjaehrige Beziehung hinwegzukommen. Aber es kann gut sein, dass du spaeter wieder jemanden kennenlernst, der auf seine Art anders ist, aber trotzdem gut zu dir passt. LG Berit


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hallo sabrina, tut mir leid, wenn ich es auf den punkt bringe... wenn nach vier jahren die luft schon raus war, die beziehung gekriselt hat und im bett tote hose war, dann lag da einiges im argen. da nützt auch alles schönreden nicht und das beschwören von seelenverwandschaft und harmonie. das ende einer beziehung ist nie schön und es ist ein langer weg, das ganze zu verarbeiten. aber es bietet auch die chance, beim nächsten mal alles besser zu machen. lg martina


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Erst einmal vielen Dank für Eure zahlreichen ehrlichen Antworten. Eigentlich weiß ich ja das er recht hat und zugegebenermassen wollte ich auch mit niemandem zusammen sein, der nicht weiß ob er das ²mausern² sein lassen kann. Zumindest wenn ich nichts mehr tun könnte um dem entgegenzusteuern. Ich hoffe dennoch sehr dass (nachdem die Zeit vielleicht einige Wunden hat heilen können) wir irgendwann wieder zueinander finden. Aber wie Ralph schon sagte, wenn es so sein soll, dann wird es auch so kommen. Tja mein Leben werde ich wohl oder übel in die Hand nehmen müssen, nur leider fällt mir das momentan nicht wirklich leicht. Ich schätze ich bin mit dem Problem nicht allein, dass man nach jahrelanger zweisamkeit gar nicht mehr so richtig weiß was man selbst bzw. allein sehr gerne möchte. Aber da muß ich nun durch..... Also noch einmal Vielen Dank!