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Kandidat zweiter Klasse? "Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau'n ..." - wirklich? Äußerlichkeiten spielen eine große Rolle dabei, für wen man sich interessiert. Zum Glück ist das meiste Geschmackssache. Allerdings entspricht manches leider nicht dem Durchschnitts-Geschmack: Mit dreißig Kilo Übergewicht, einem Feuermal im Gesicht oder sonstigen "Makeln" abseits der Norm erlebt ein bindungswilliger Single in der Regel mehr Bauchlandungen als andere. Eigenwillig und interessant sieht sie aus, mit dunklem Pagenkopf und Kleidern in leuchtenden Farben: Anja (32) ist Modedesignerin und hat ihr Leben im Griff - bis auf das Thema Liebe. Auch im Internet hat sie schon nach dem Richtigen gefahndet. So kam es zu einigen lebhaften Mailkontakten. Sobald Anja jedoch ihre Figur erwähnt, ist Schluss - bei einer Größe von 1,59 Meter wiegt sie 80 Kilogramm. "Ich finde meine Proportionen ja gar nicht so schlecht. Aber die meisten Männer wollen eben einfach eine schlanke Frau." Mittlerweile traut sie sich kaum mehr, Kontakte anzuknüpfen. Mit kleinen Fehlern Zu groß, zu klein, statt Normal-Nase ein enormer Zinken - all das kann sich bei der Partnersuche als Handicap erweisen. Manches hat auch nichts mit der äußeren Erscheinung zu tun, Arbeitslosigkeit beispielsweise kann abschreckend wirken. Wobei es natürlich keine objektiven Kriterien dafür gibt, warum jemand "keine(n) abkriegt". Für den Betroffenen ist das allerdings kein großer Trost. Er zieht sich in sein Schneckenhaus zurück, locker auf Leute zuzugehen wird immer schwieriger. Wenn es Ihnen ähnlich geht, sollten Sie zunächst Ihr Selbstbild prüfen. Bei überkritischen Gedanken wie "Andere sehen viel besser aus als ich und sind sowieso viel toller" können Sie nur schlecht abschneiden. Allerdings: Es gehört mehr als nur ein gefestigtes Selbstvertrauen dazu, mit ständigen, immer durch dieselbe Äußerlichkeit verursachten Körben fertig zu werden. Und schließlich fallen das Übergewicht oder die Gehbehinderung beim Kennenlernen sofort ins Auge. Dilemma im Internet Auch das Internet bietet nur scheinbar einen Ausweg. Zwar haben Sie hier die wertvolle Möglichkeit, sich erst mal unabhängig von Äußerlichkeiten "als Mensch" zu präsentieren. Ein Vorzug, der jedoch auch verletzlich macht. Wenn man vorhat, sich nach dem Online-Vorlauf im realen Leben zu verabreden, wenn man von einer wirklichen statt einer virtuellen Beziehung träumt, besteht die Gefahr, dass das Gegenüber einen bei dieser Begegnung ablehnt. Eine besonders schmerzliche Abfuhr, die vielleicht noch nicht mal unmittelbar durch bestimmte Äußerlichkeiten ausgelöst wird, sondern dadurch, dass einer sich während des Kontakts ein Bild vom anderen gemacht hat, das mit der Realität nicht zu vereinen ist. Was also tun? Natürlich sollten Sie die Chance nutzen, beim Kontakt im Internet Ihre "schöne Seele", Ihre inneren Werte und Ihren Charme wirken zu lassen. Achten Sie jedoch darauf, Ihr Äußeres und Ihre Lebensumstände aus dem Kontakt nicht herauszuhalten, und machen Sie dem anderen nichts vor. Sag ich's - und wie? Weise ich auf meinen Schwachpunkt hin oder nicht? Da gilt es abzuwägen. Eine Charakternase oder O-Beine braucht man nicht zu beichten. Starkes Übergewicht oder eine Körperbehinderung sollten jedoch erwähnt werden, ohne den anderen deshalb gleich mit gegebenenfalls zugehörigem Leid und Frust zu überfallen. Üben Sie sich in gemäßigter Offenheit. Lassen Sie zum Beispiel einfließen, dass Sie einige Pfunde zu viel wiegen, behalten Sie aber die exakte Zahl für sich. Einfach weil Ihr Gegenüber sich sonst leicht ein verzerrtes Bild von Ihren Proportionen machen könnte. Plakativ-offensive Attribute wie "Vollweib" oder "Rubenstyp" sind allerdings Geschmackssache und können etwas abgegriffen wirken. Ganz schön kniffelig, mögen Sie denken; so viel Wirbel um die äußere Hülle? Es geht jedoch um weit mehr als das. Wenn Sie Ihren Körper beschreiben, geben Sie auch Wesentliches von sich preis: ob Sie nur so sprühen vor Lebenslust oder ob Sie eher an sich leiden. Natürlich kann es passieren, dass Sie jemanden mit Ihren offenen Worten abschrecken. Der wäre dann aber wohl ohnehin nicht der oder die Richtige gewesen. Zudem gibt es auch Menschen, die Sie gerade durch Aufrichtigkeit erreichen. Nicht vergessen: Kaum jemand ist vollkommen. Das Risiko eingehen Letztlich ist es bei im Internet begonnenen Kontakten wie im wirklichen Leben auch: Sie brauchen etwas Mut zum Glück. Warten Sie mit dem ersten realen Treffen nicht zu lange; sonst verstricken Sie sich womöglich in Phantasien. Nach wenigen Wochen - je intensiver der Kontakt, desto früher - sollte es schon so weit sein. Beruhigende Tatsache: Ein einziger Volltreffer mit beiderseitiger Sympathie und Anziehung reicht. Wer meint, einen speziellen Schönheitsfehler zu haben, gerät leicht in Versuchung, diesem alle Verantwortung für mangelnde oder scheiternde Kontakte zuzuschieben. Oft ein Trugschluss, zumal ein Korb viel mit dem zu tun hat, der ihn gibt. Gehen Sie also bewusst auf andere zu, statt bloß abzuwarten, ob sich "irgendwann mal was ergibt". Es kann auch nicht schaden zu prüfen, wie offen man selbst gegenüber den "Makeln" anderer ist. Der beste Zeitpunkt, in punkto Kontaktaufnahme aktiv zu werden, ist immer dann, wenn Sie sich gut und stark fühlen. Wenn Sie enttäuscht worden sein sollten, gehen Sie sorgsam mit sich um. Treffen Sie sich mit Freunden, die Ihnen das Gefühl geben, dass Sie rundum mehr sind als nur die "falsche" Zahl auf der Waage oder Ähnliches. Und schließlich finden Sie den Menschen, der zu Ihnen passt, vielleicht schon mit dem nächsten Klick. Quelle:Tagesspiegel online
"Letztlich ist es bei im Internet begonnenen Kontakten wie im wirklichen Leben auch: Sie brauchen etwas Mut zum Glück. Warten Sie mit dem ersten realen Treffen nicht zu lange; sonst verstricken Sie sich womöglich in Phantasien. Nach wenigen Wochen - je intensiver der Kontakt, desto früher - sollte es schon so weit sein." Na, da bin ich aber froh, dass ich den Artikel nicht vor gut fünf Jahren gelesen oder gar beherzigt habe! ;-) Meinen Mann habe ich auch im Internet kennen gelernt, und der Kontakt hat sich recht schlecht sehr intensiv gestaltet, wir haben uns täglich richtig lange Mails geschrieben, Telefonat unter 4 Std. kam nur in ganz seltenen Ausnahmefällen vor, aber getroffen haben wir uns erst nach knapp zwei Monaten. Erst klappte es nicht, da er in Urlaub fuhr, dann konnte ich (wegen meines Kindes) nur selten und nur am Wochenende, Urlaub hatte ich auch noch gebucht,... so haben wir uns wirklich "innerlich" richtig kennen gelernt, bevor wir uns das erste Mal getroffen haben, und ich war längst viel zu verliebt in ihn, als dass es mich da noch gestört hätte, dass er rein optisch nicht der Typ war, auf den ich bis dahin so stand... mittlerweile hat sich mein Geschmack etwas gewandelt! ;-))) Aber ich denke, wenn ich ihn nach nur einer oder zwei Mails oder einem ersten kurzen Telefonat getroffen hätte, hätt's mich vielleicht mehr gestört, dass er rein optisch nicht direkt in mein "Beuteschema" fiel...
Ich sollte wirklich sorgfältiger tippen oder wenigstens mein Geschreibsel nochmal gegenlesen - es sollte natürlich NICHT heißen "der Kontakt hat sich recht schlecht sehr intensiv gestaltet", sondern "recht schnell sehr intensiv". *grummel*
leena, siehe mein geschreibsel dazu.. ich bin überzeugt, dass er etwas hatte, dass dich faszinierte. und wenn er das bild, dass er dir online vermittelt hatte (positive werte) durch sein verhalten im realen leben ad absurdum geführt hätte, hättest du dich vermutlich gar nicht weiter für ihn interessiert, oder die beziehung hätte auf dauer keinen bestand gehabt, nicht wahr? (das war mir nämlich auch schon passiert, dass er buchstäblich wasser gepredigt und wein getrunken hat, und das passte einfach nicht). lg martina
Stimmt, Martina - wenn der Eindruck, den ich mir von ihm nach den Mails und den Telefonaten "inhaltlich" gemacht hatte, durch die Realität ad absurdum geführt worden wäre, wären wir jetzt definitiv nicht mehr zusammen, da hast Du Recht! Und ansonsten gebe ich auch Deiner Cousine vollauf recht - okay, wenn mein Mann rauchen würde, wäre ich davon auch unterbegeistert, aber ein Grund, irgendetwas in Frage zu stellen, wär's für mich auch nicht! ...höchstens, ihn regelmäßig vollzujaulen - damit müsste er dann leben! ;-))) LG, Leena
hach, da hast du einen schönen artikel ausgesucht - eigentlich spiegelt der doch das wider, was wir beide schon längst wissen, gell? es geht darum, dass man einfach nicht kontrollieren kann, wen man attraktiv findet und wen nicht, sondern dass diese prozesse einfach instinktiv ablaufen. und bei internetbekanntschaften ist das eben besonders schwierig. man lernt jemanden kennen, der irgendwelche gedanken und meinungen kundtut (die noch nicht mal der wahrheit entsprechen müssen), der ggf. ein foto schickt - und fotos sind immer ZWEIDIMENSIONALE abbildungen der DREIDIMENSIONALEN realität, abzüglich der persönlichkeit. aufgrund des online gesagten und dieser fotos beginnt man also, sich ein bild der person zurecht zu zimmern (die dann ja alles mögliche sein kann, der schöne, gebildete, kultivierte held, der frau auf händen trägt, für männer alternativ pamela anderson, die nackt und ungefragt ne kiste bier anschleppt) - und wird in der regel im realen leben enttäuscht (zumindest bei der mehrzahl der fälle). und das liegt dann NICHT an grossen nasen oder dem ein oder anderen kilo zuviel, sondern weil illusion und realität einfach zu weit auseinanderklaffen, und weil auch ganz andere dinge zutage treten können, die einen dann stören. sei es, dass er irgendeinen tick hat, der einen selber unheimlich nervt (ein schreckliches lachen, nase popeln, ständig ins wort fallen, furzen beim ersten date etc.), dass seinem kultivierten alter ego im internet in der realität einfach ein flodder-mässiges auftreten entgegensteht, dass er ganz besonders beim ersten date eigenschaften vermissen lässt, auf die ich wert lege (z.b. er hält mir nicht die tür auf, wenn wir uns in einer kneipe treffen, zahlt er nicht für mich, er spielt ständig mit seinem handy herum und erweckt den anschein, dass er eigentlich lieber ganz woanders wäre). das sind dann dinge, die ich inzwischen nicht mehr mit männlicher unsicherheit oder emanzipation entschuldigen werde, weil ich es als respektlosigkeit oder mangelnde wertschätzung mir gegenüber empfinde. ich fasse es allerdings nicht wirklich als beleidigung auf, sondern als botschaft seines unterbewusstseins, dass er an mir und meiner person nicht interessiert ist. äh, macht das in etwa sinn? letztendlich ist es wirklich so, wie anja *wink* weiter unten geschrieben hat, mit zunehmendem alter häuft man irgendwie immer mehr kriterien an, wie der partner sein soll, was aber auch damit zusammenhängt, dass man seine eigene persönlichkeit immer mehr manifestiert. das bedeutet einerseits, dass natürlich der "bewerber-pool" aufgrund der immer höher liegenden messlatte immer mehr schrumpft, aber es bedeutet auch andererseits, dass man eine weitaus grössere chancen hat, unter denjenigen, die übrig bleiben, auch DEN menschen zu finden, mit dem man langfristig eine bindung eingehen will. daran glaube ich zumindest. aber im grunde klingt mir heute noch der satz im ohr, den mir meine ältere cousine mal vor vielen vielen jahren gesagt hat, als ich mich bei ihr ausweinte, weil mein damaliger "teenagerschwarm" rauchte: wenn du ihn wirklich liebst, macht dir das rauchen auch nichts mehr aus. letztendlich lässt sich das auf alle bereiche (aussehen, charakter, angewohnheiten etc.) übertragen... wenn die als positiv empfundenen eigenschaften die negativen soweit überwiegen, dass man sich von diesem menschen magisch angezogen fühlt, dann sieht man über solche dinge einfach hinweg.
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