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Anwalt und Gutachter

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Mitglied inaktiv

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Hallo, ich wollte Euch ja noch von den Besuchen bei Anwalt und Gutachter berichten. Zunächst der Gutachter: Ich habe eine freiwillige Betreuung beantragt, weil alle Folgemaßnahmen nach dem Klinikaufenthalt vom Sozialamt abgelehnt worden sind, ich aber m.E. noch Hilfe beim "Papierkram" brauche. Das wird beim Gericht beantragt und auch dort entschieden. Das Gericht hat dann einen Gutachter beauftragt, zu prüfen, ob eine Betreuung Sinn macht und wenn ja, für was. Ich war bissi irritiert, weil ein Allgemeinarzt mit dem Gutachten beauftragt wurde. Aber der war sehr nett und wirkte auch kompetent. Er hat sich entschuldigt, daß er auch so merkwürdige Fragen stellen müßte wie "Welcher Tag ist heute?" und "Wieviel ist 8 x 8?" *grins*. Aber über den Betreuungsumfang und das Ganze drumherum waren wir uns schnell einig. Er wird die Betreuung in dem von mir gewünschten Umgang befürworten. Aber ein bißchen komisches Gefühl ist das schon, sowas zu beantragen. Früher nannte man sowas "Entmündigung" und es gab nur Ganz oder Gar Nicht. Da hätte ich nicht mal mehr wählen oder ein Konto eröffnen dürfen. Heute ist das GsD schon anders, aber ein komisches Gefühl bleibt. Meine "Umwelt" wird nicht erfahren, daß ich betreut werde. Ich bin weiterhin geschäftsfähig und kann auch Verträge abschließen. Ich bekomme nur jemanden zur Seite, der mir dabei hilft. So wie derzeit mein Vater, nur daß es jemand sein wird, der emotional da nicht drin hängt. Und sein Job wird auch sein, die Sache peu á peu an mich zurückzugeben, was mein Vater derzeit aus praktsichen Gründen nicht kann. Jetzt bin ich gespannt, wie das Gericht entscheidet. Und irgendwie ist und bleibt es ein total merkwürdiges Gefühl. Tue ich das Richtige? Ich fürchte bloß, daß es jetzt kein zurück mehr gibt *schiefgrins*. Was denn Anwalt betrifft: Die Adresse hat mir eine Freundin schon vor Mooonaten gegeben. Ich habe ewig gebraucht, bis ich mich durchringen konnte, da anzurufen. Jetzt bin ich froh, daß ich es endlich gewagt habe. Der Anwalt ist supernett! Wir haben uns auch privat bissi unterhalten. Ich glaube, er hat gemerkt, wie aufgeregt ich war und wollte die Atmosphäre etwas auflockern ;-). Er hat mir davon abgeraten, das ASR jetzt zu beantragen. Er meinte, daß die beantragte Betreuung zu meinem Nachteil ausgelegt werden KÖNNTE. Muß zwar nicht, aber zumindest wird es auf jeden Fall vor Gericht ausgebreitet werden. Und ich weiß nicht, ob ich mit den Abschuldigungen meines Ex-Mannes, die dann sicher kommen werden, leben könnte. Im Moment brauche ich nix, was mich weiter destabilisiert. Die Betreuung ist lt. Plan spätestens in einem Jahr vom Tisch, dann kann ich immer noch das ASR beantragen. Ich denke, daß ich dann auch viel habe, das für mich spricht. Denn wenn ich das erfolgreich durch habe, habe ich ja quasi eine amtliche Bestätigung, daß ich mich gut um mich und die Kinder kümmern kann. Aber bei der Unterhaltssache will er jetzt erstmal den "billigen Weg" ausprobieren. Da mein Ex offensichtlich noch eine Meldeadresse in München hat, wird er einfach eine Art Mahnbescheid für 100% der Düsseldorfer Tabelle hinschicken. Dann gibt es mehrere Möglichkeiten: Wenn die Forderung zugestellt werden kann und er nicht widerspricht (z.B. weil er die Post nicht abholt), habe ich einen Titel und feddich. Das wäre das schönste Szenario ;-). Wenn er widerspricht, kann ich darüber nachdenken, das dem JA zu übergeben. Die haben ja auch noch Forderungen an ihn wegen dem UHV. Wenn allerdings nicht zugestellt werden kann, habe ich ein Problem. Ihn in London aufzufinden und ihn dann dort heranzuziehen ist sehr teuer. Gut, wenn ich einen Titel habe, habe ich immer noch kein Geld. Aber zumindest bin ich einen Schritt weiter. Ich habe seine alten Kontodaten hier. Ich vermute mal, da er hier noch die Wohnung hat, daß er auch noch ein deutsches Konto hat. Das könnte man pfänden, sagte der Anwalt. Aber das ist sowieso erst der 2. Schritt, zunächst mal möchte ich einen Titel haben. Ich habe bissi Angst vor seiner Reaktion, wenn er Post vom Anwalt bekommt. Am Samstag hat er mich das erste Mal am Telefon nicht beschimpft, als er angerufen hat um Fumi zum Geburtstag zu gratulieren. Diesen wackligen Waffenstillstand werde ich wohl zu Fall bringen. Aber was nützt es mir, wenn er keinen Cent Unterhalt zahlt. In einem Jahr läuft der UHV für Fumi aus, und dann stehe ich ganz schön dumm da. Ich kann es mir nicht mehr leisten, um des lieben Friedens willen auf Geld zu verzichten. Das habe ich gemacht, solange ich es finanziell konnte. Aber jetzt geht es nicht mehr. Tja, und das Ganze mit Anwalt und Gutachter hat mich schon psychisch mitgenommen. Das merke ich derzeit, ich habe mal wieder massive Schlafstörungen. Leider ist meine Therapeutin in Urlaub und kommt erst nächste Woche wieder. Aber ich schaffe das schon *Kinnhochrecke*. Liebe Grüße, Elisabeth.


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Antwort auf diesen Beitrag

Zuerst mal schicke ich viele liebe Grüße! Du schaffst das schon, Dzu hats ooo vielKraft alles anzugehen! *bewunder* Und dann möchte ich aber in EINEM Punkt bitte deine Sichtweise etwas korrigieren: DU kippst NICHT den Waffenstillstand, nur weil Du das möchtest, was Deinen 7 Euren Kindern zusteht. Du darfst auf den Unterhalt gar nicht verzichten! Die Kinder haben (Unterhalts-)Rechte und er will diese Rechte nicht erfüllen. Wenn ER das als Kampfansage verstehen will: bitte, das kann er, aber dann bricht er den "Frieden" :-) Liebe Grüße Désirée