Unsere Bürokratie: ich "möchte" mein Wohnhaus energetisch sanieren. Dazu brauche ich einen Energieberater. Den habe ich schließlich auch gefunden (nachdem der städtische Energieberater kein richtiger Energieberater iSd Fördervorschriften war). Der Energieberater möchte jetzt die Bauakten haben. Die kann ich immerhin online anfordern (keine Ahnung, was das kostet, aber ich musste natürlich allen Kosten zustimmen; ich freue mich ja, dass das überhaupt geht). Dafür muss ich einen x-seitigen Antrag ausfüllen. Dem muss ich auch ein berechtigtes Interesse beifügen bzw. einen Nachweis. Also einen Grundbuch-Auszug. Den bekommt man aber auch nicht so ohne weiteres. Und wenn, dann meistens in Papierform und nicht so, dass man ihn dem Antrag beifügen kann. Und überhaupt, wieso kann die Behörde nicht selbst nachschauen? Jeder einzelne Schritt kostet jedes Mal Zeit. Es nervt. War ja schon bei den Grundsteuererklärungen so.
Antwort auf Beitrag von tonib
Das Grundbuch liegt beim Amtsgericht, da hat das Bauamt nicht so einfach Zugriff drauf.
Antwort auf Beitrag von wolfsfrau
Das ist mir schon klar, aber warum reicht nicht zB eine Vollmacht zur Einsicht? Anders als Privatpersonen werden sie ja einen online-Zugang zum GB haben. Warum muss man überhaupt zwischen den Ämtern die Informationen hin- und herbewegen?
Antwort auf Beitrag von tonib
Ich sage nur ein Wort: Datenschutz!
Antwort auf Beitrag von tonib
Dann evtl den Paragraph 35c nutzen und es über die Steuer wiederholen, statt über die Förderung zu gehen…
Antwort auf Beitrag von tonib
Es gibt wenige Dinge, für die ich mittlerweile so viel Hass aufbringen wie so etwas. Effizienz ist für deutsche Verwaltungen ein Fremdwort. Das Schlimme ist, dass die Verwaltungsmitarbeiter diesen ganzen Scheiß auch noch verteidigen. Einen wissenschaftlichen Mitarbeiter einzustellen an meiner Uni dauert drei bis vier Monate, wenn es gut läuft. Das ist doch nicht mehr normal. Da werden Formulare, Mails und Paragraphen hin und hergeschickt, dass man durchdrehen will.
Antwort auf Beitrag von pflaumenbaum
Ich habe früher an einer Hochschule gearbeitet und viele Projektmittel eingeworben, die auch für Personal verwendet wurden. Darüber hat sich die Personalabteilung dann regelmäßig beschwert, weil der Aufwand nicht mehr abbildbar sei. Dabei kümmern die sich eh quasi um nix: Man selbst schreibt die Stellenbeschreibung, gibt vor wie und wo diese geschaltet wird, Bewerbungen werden nicht mal minimalst vorsortiert, Bewerbungsgespräche darf man komplett selbst führen. Und dann werden die guten Bewerber noch vergrault, weil man sie ewig warten lässt oder sich bei der Eingruppierung/der Erfahrungsstufe anstellt. In Unternehmen kommen weit weit weniger Personaler auf einen MA, trotzdem decken die mehr ab. Normal ist das wirklich nicht.
Antwort auf Beitrag von tonib
Grundbuchauszug bekommt man als Eigentümer problemlos, man muss ihn aber persönlich oder schriftlich (Brief oder Fax!) beantragen. Kostet dann 10-20 Euro, für 1-2 schlecht kopierte Seiten.
Eine endlose Frechheit sind die Kosten für Auflassungsvermerk und Grundbucheintrag. Wir haben rund 5.000 Euro dafür bezahlt, dass jemand 1x eine Zeile getippt, dann 3 andere Zeilen durchgestrichen und drei weitere ergänzt hat. Arbeitsaufwand 15 Minuten (aber nur wenn man noch den Stift suchen musste).
Ein Perso schlägt mittlerweile mit 37 Euro zu Buche und man kann sich ja nicht aussuchen, einen zu besitzen. Online beantragen geht natürlich nicht, bei uns muss man ihn zudem persönlich abholen. Für den Kinderausweis darf man 1x pro Jahr ins Bürgeramt rennen (bzw. 2x, weil auch der nur persönlich abgeholt werden kann), Kind muss natürlich zwingend dabei sein. Begründung: "Das Kind muss den Ausweis ja unterschreiben". Bei meiner damals 2 1/2-Jährigen habe ich dann vorgeschlagen, dass sie einfach einen Kopffüßler aufs Unterschriftenfeld malt. Der Witz kam gar nicht gut an
.
Man könnte das ewig fortführen.
Antwort auf Beitrag von tonib
Meiner Meinung nach verursacht diese immer schlimmer werdende Bürokratie und die Datenschutzbestimmungen an allen Ecken mit den Fachkräftemangel. Menschen verschwenden in Deutschland eine Menge Arbeitszeit mit diesem unnötigen Papierkram bzw. um den zu verwalten, gibt es jede Menge Bullshit-Jobs. Oben drauf verursacht es Stillstand an allen Ecken und Enden, weil es nicht weiter gehen darf, bevor zig Formulare hin und her gegangen sind. Wenn die Leute in der Zeit sinnvoll arbeiten würden, würde es allgemein besser laufen in diesem Land. Privat ist das natürlich ebenfalls ärgerlich. Auch da kommen insgesamt eine Menge Stunden und Frust zusammen.
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