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Geschrieben von Trini am 19.05.2014, 10:31 Uhr

Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article128087319/Gymnasium-darf-Jungen-wegen-Trisomie-21-ablehnen.html

Ich frage mich, wie Eltern auf die Idee kommen, Ihr Down-Kind auf ein Gymnasium zu schicken.

Auf einer Schulform, die schon intelligente und gesunde Kinder teilweise mit Fakten "zuschüttet" ist ein solches Kind doch gar nicht richtig aufgehoben.

Bildungsziel des Gymnasiums ist doch das abitur, die allgemiene Hoschulreife, Studierfähigkeit.

Die Entscheidung der Schule ist meiner Meinung nach im Sinne des Kindes und keine Sache der "Bequemlichkeit" der Schule.

Trini

 
63 Antworten:

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von Franke am 19.05.2014, 10:46 Uhr

Gestern Abend Diskussion in der ARD.

Gibt noch Wiederholungen davon und die Sendung findet sich einige Zeit in der Mediathek.

Diskussion dazu (727 Beiträge):

http://www.ndr.de/apps/php/forum/showthread.php?t=102786&page=27

Meine Meinung:

Jedem nach seinen Möglichkeiten!

Jeder, der Aussicht hat, die Ziele zu erreichen, die in einer bestimmten Bildungseinrichtung angestrebt werden, soll die Möglichkeit haben, diese Bildungseinrichtung zu besuchen.

Je nach individuellem Bedarf soll es menschliche Unterstützung geben, technische Unterstützung, zusätzlichen Unterricht, mehr Zeit bei Prüfungen und was sonst im Einzelfall noch für sinnvoll gehalten wird. Aber bitte immer im Auge behalten: Ein Gymnasium wird besucht mit dem Ziel, das Abitur zu erreichen, zu diesem Zweck wurde es geschaffen.

Bitte nicht: Jeder soll die Schule besuchen können, die er besuchen will. Es ist Humbug, zu sagen, ein Gymnasium "muss das leisten", Kindern gerecht zu werden, die dem Unterricht an einem Gymnasium nicht annähernd folgen können.

Genauso gut kann man verlangen, ein Autowerk muss nebenbei auch noch Fahrräder produzieren, weil denen die Zukunft gehört. Man kann neben das Autowerk ein Fahrradwerk bauen. Die Leute können die selbe Kantine nutzen, die Löhne bearbeitet die gleiche Personalabteilung. Aber kein Mitarbeiter springt beständig zwischen zwei Bändern hin und her, an denen er im Wechsel Autos und Fahrräder montiert. Auch von Lehrern sollte man derartiges nicht verlangen.

Die UN-Konvention richtet sich an Staaten, in denen für bestimmte Kinder überhaupt keine Bildung vorgesehen ist oder es nur teure Privatschulen gibt, die sich die meisten Leute nicht leisten können. Förderschulen sind Regelschulen, das deutsche Förderschulwesen gilt/galt als gut!

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von Alexa1978 am 19.05.2014, 11:00 Uhr

Nur, wenn man zum jetzigen Zeitpunkt sagen könnte, er wäre durchaus in der Lage das Schulziel zu erreichen. Die Mutter sagt aber bereits jetzt, dass er das Abitur wohl eher nicht absolvieren könnte.

Es gibt aber durchaus Menschen mit Down-Syndrom, die es bis zum Abi oder Hochschulabschluss geschafft haben.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von fisch1010 am 19.05.2014, 11:14 Uhr

Sie hat aber auch gesagt, daß er weder Haupt, Real- noch Abitur machen wird, er wird keinen dieser Schulabschlüsse machen.

Wie die Frau abgegangen ist, und sich brüskiert hat das wohl heute schon 60% der Grundschulabgänger aufs Gymnasium gehen, obwohl es wohl nur den "besonders" begabten vorbehalten sein sollte.

Das finde ich allerdings auch, wenn ein Gymnasium wie bei uns 4 zügig ist, dann gehören da mind. soviele Kinder nicht hin (fehlende Empfehlung) das eine ganze Klasse geschlossen werden könnte. Aussage des Erprobungsstufenkoordinatiors unseres Gymnasium. Aber da das nicht geht werden halt die Klassen mit Kindern aufgefüllt. Allerdings müssen etliche die Schule jetzt zum Ende 6 Klasse verlassen. Wem das was bringt, keine Ahnung.

Ich habe die Mutter so verstanden, egal auf welche Schule der Junge mit Down Syndrom geht, Abschluss bekommt er eh keinen, deshalb soll er mit seinen "Freunden" gehen.

Ob das Sinn macht keine Ahnung.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von melaarosann am 19.05.2014, 11:23 Uhr

Bei Inklusion geht es doch nicht darum das alle ein Abitur haben. Wir sollen nur im Alltag im normalen Leben die Menschen mit Beeinträchtigungen mitleben lassen!! Den gesunden Kindern auch zeigen das sie dazugehören.
Das ist egal ob auf einer Realschule oder Gymnasium, Gesamtschule
Erreichbar ist das aber nur mit einer kleineren Klasse - dies kommt auch den gesunden Kindern zu gute. Mehr Lehrern....und auch Sonderpädagogen die ausgebildet sind für das Gymnasium.....das ist ein langer weg und noch nicht erreicht. Auch im Berufsleben hoffe ich wird sich auf langer Sicht was ändern.
Nur leider schieben viele Eltern Panik...ihr Kind..könnte zu kurz kommen....das ist aber nicht der Fall.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von goldstar1 am 19.05.2014, 11:24 Uhr

Also ich bin mir sicher- Sinn macht es nicht.
Die Mutter kann die Krankheit des Kindes nicht annehmen.
Wenn ich ein Down Syndrom Kind hätte, würde ich dem Kind das nicht antun.
In unserer Schule war auch eine DownSyndr. Schülerin, das sah man, die Eltern haben versucht sie normal aufs Gym zu schicken (5 Klasse). Die Kinder haben sie gehänselt, ausgelacht oder dumm angegafft. Die Eltern haben sie einige Monate später da rausgeholt.

Sicher gibt es verschiedene Ausprägungen der Intelligenzminderung beim Downsyndrom. Da sollte man vielleicht schon selektieren, aber aufs Gym....niemals.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von Strudelteigteilchen am 19.05.2014, 11:34 Uhr

Grundsätzlich und ganz allgemein bin ich bei Dir, aber dieses "im Sinne des Kindes"-Argument finde ich, mit Verlaub, blöd. Das setzt nämlich voraus, daß ein Kind nur "glücklich" sein kann, wenn es dem Unterricht (leicht) folgen kann und gute Noten schreibt. Aber manchmal sind andere Dinge wichtiger. Und in dem diskutierten Fall war scheinbar zumindest die Mutter der Ansicht, daß für das Glücklichsein IHRES Kindes das Zusammensein mit den Freunden und die Gemeinschaft mit genau DIESER Klasse von größerer Relevanz sei als Lernstoff und Noten. Ich kenne das konkrete Kind nicht, aber ich kenne durchaus behinderte Kinder, die mit Noten und deren Bedeutung gar nichts anfangen können und die sich auch gar nicht als "defizitär" erleben, wenn die Klassenkameraden alle schon im 1000er-Bereich rechnen, und sie selber kaum den 10er-Übergang schaffen. Da fehlt der Drang und sicher einfach auch das Vermögen, sich zu vergleichen - und das ist doch eigentlich auch wieder schön.

Ich sehe da durchaus eine Abwägung der Interessen. Man mag dem behinderten Kind einen Gefallen tun, wenn man es auf ein Gymnasium schickt, weil es dort mit vertrauten Kindern zusammen sein kann und sich nicht an neue Personen gewöhnen muß. Die Frage ist eher, ob es jemand anders (den Mitschülern, den Lehrern) "schadet" bzw. übermäßige zusätzliche Aufgaben beschert. DAS sind Argumente, die ich berechtigt finde.

P.S.

Antwort von Strudelteigteilchen am 19.05.2014, 11:44 Uhr

Ich finde es auch unseriös, das ganze Thema Inklusion jetzt an diesem einen Kind aufzuhängen. Das große, übergeordnete Problem mit der Inklusion ist doch, daß schon bei "gesunden" Kindern das Spektrum an Fähigkeiten und Talenten enorm groß ist. Bei "kranken" bzw. "behinderten" Kindern ist es noch viel, viel größer. Man kann doch das Kind, das nur knapp am "Normalsein" vorbeischrammt, nicht in einen Topf werfen mit einem Kind, das kaum in der Lage ist, mit seiner Umwelt zu kommunizieren.

Außerdem hat Behinderung ja nicht mal unbedingt was mit dem IQ zu tun. Ich kenne Behinderte, die das Abi geschafft haben. Auch Down-Kinder, übrigens.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von Strudelteigteilchen am 19.05.2014, 11:45 Uhr

Das heißt, daß ein Kind mit Down-Syndrom nicht aufs Gym sollte - auch wenn es die Schulform "intelligenzmäßig" schaffen würde - weil es komisch aussieht? Hänseln die Realschüler weniger? Sieht es auf der Realschule dann nicht mehr "komisch" aus?

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von butterbemme am 19.05.2014, 11:50 Uhr

Wenn Kinder das Mädchen hänseln und auslachen, obwohl es vielleicht die Leistung für ein Besuch auf dem Gymnasium vorweist, muss das Mädchen zurückstecken, weil andere sich gesellschaftlich und sozial daneben benehmen?

Aha.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von Terkey235 am 19.05.2014, 11:56 Uhr

Ich bin öfter an einem Gymnasium zu Gast, das seit Jahren eine Inklusionsklasse hat. Momentan sind Schülerinnen mit Down-Syndrom im Klassenverband. Die Schule hat ein erprobtes System und eine tolle I-Helferin. Da klappt das sehr gut, wobei klar ist, dass die I-Kinder nicht auf gleichem Level leistungsfähig sind wie der Rest der Klasse.
Wenn es ein pädagogisches Konzept und gut geschultes und ausreichendes Personal gibt, kann Inklusion funktionieren.

Ganz anders sehe ich es momentan im Schulalltag. Beruflich habe ich z.B. viel im Land Niedersachsen zu tun und sehe auch sonst viele, viele Schulen jedes Jahr. In Niedersachsen, das ohnehin Schlusslicht in diesem Bereich ist, wurde von jetzt auf gleich die Inklusion eingeführt. Es gehen keine neuen Kinder an die Förderschulen, die Förderschullehrkräfte sind an Grundschulen abgeordnet worden.
Ich komme nun in Klassen an Oberschulen (Haupt- und Realschulen wurden aufgelöst, es gibt nur noch Oberschulen und Gymnasien), in denen 30 Kinder sitzen, von denen z.B. 5 I-Kinder sind, die eigentlich als nicht beschulbar gelten.
Die Lehrkräfte haben im besten Fall eine Fortbildung genossen, oft aber eben auch noch nicht. Es gibt kein einheitliches didaktisches Konzept, kaum Vorgaben, gar keine Erfahrungswerte.
Ich finde Inklusion grundsätzlich eine gute Idee. So wie sie momentan durchgeführt wird, gibt es aber nur Verlierer: Die Lehrkräfte haben sehr viel damit zu tun, die Probleme der I-Kinder aufzufangen. Die I-Kinder sind nicht mehr in ihren kuscheligen Kleingruppen, sondern müssen sich unter Klassenstärken von eben 30 anderen Kids behaupten. Sie fallen auf, sind weniger leistungsfähig. Die anderen Kinder sind oft genervt.
Das liegt aus meiner Sicht eben vor allem daran, dass einfach weitergemacht wird wie vorher. Und das kann nicht funktionieren.

Auch ich stoße mit meinen bewährten Konzepten an meine Grenzen, das gebe ich offen zu. Ich bin keine Sonderpädagogin. Habe zwar viel Erfahrung mit der Arbeit an Förderschulen, aber da ist mein Programm entsprechend darauf ausgerichtet, ausschließlich mit Kindern im Förderbedarf zu arbeiten.
Nun muss ich alle auf einmal abholen: die Verhaltensauffälligen, die Starken und die Mittelmäßigen, die ohnehin leicht untergehen. Der Unterschied zu vorher ist beachtlich, das ist sehr stark spürbar.

Wir im Team möchten da gerne ansetzen, uns fundiert fortbilden und unsere Angebote anpassen. Nur: Es gibt niemanden, der unseren Bereich fortbildet. Das müssen wir schon selbst tun. Irgendwie.

Ich hoffe inständig, dass es bald gewisse Standards gibt. So lange das nicht passiert, wird diese Generation Schülerschaft am Ende zu den Verlierern gehören.

Gruß, terkey

Re: P.S.

Antwort von mondstaub am 19.05.2014, 11:56 Uhr

In Italien scheint das ja zu klappen, wie am Beispiel gezeigt wurde. Wir sind hier noch lange nicht so weit. Man braucht dafür genügend Lehrkräfte, die sich speziell mit diesen Kindern beschäftigen.

Vielleicht hätte man das den Eltern von Pablo Pineda Ferrer sagen sollen...

Antwort von Petra28 am 19.05.2014, 11:58 Uhr

Dann hätte er jetzt keinen Hochschulabschluss und Dein Weltbild wäre noch in Ordnung.

Re: Schrecklich!

Antwort von Franke am 19.05.2014, 12:19 Uhr

Man sollte mal konsequent alle Minister, Ministerialräte, Parlamentarier und Journalisten fragen, welche Schulen ihre Kinder und Enkel besuchen.

Wäre interessant zu sehen, wie reagiert wird, wenn eine Massenflucht der Schüler von bestimmten Schulen einsetzt.

Das sind ja Verirrungen wie Ende der 1960er Jahre. War schon gut, dass da mal durchgepustet wurde, es hatte ja vieles und hatten viele aus dem Dritten Reich überdauert aber es wurde dann eben auch die "Mao-Bibel" präsentiert. Mao - Der Mann, der China in tiefste Abgründe geführt hat und Hitler sowie Stalin kaum nachgestanden haben dürfte.

die Frage ist

Antwort von like am 19.05.2014, 12:27 Uhr

was steht denn genau in der UN-Behindertenrechtskonvention, zu der sich auch Deutschland bekannt hat?
Hat danach jeder Behinderte das Recht, sich seine Schule selbst auszusuchen? DANN müsste er, wenn sich Deutschland denn dazu bekannt hat, im Gym aufgenommen werden. Beim googlen habe ich jetzt allerdings nur den Satz gefunden:
"Recht auf Bildung und Erziehung
In einer Schule für Kinder mit und ohne Behinderung."
Darin sehe ich nicht das Recht der Eltern, die Schule selbst zu wählen, sondern eben nur das Recht, irgendwo in einer passenden Schule untergebracht zu werden.
Die ist in meinen Augen ein Gymnasium im herkömmlichen Sinne nicht - da müssten ganz andere Rahmenbedingungen geschaffen werden, um das zu ermöglichen.
Gleichheit/ Gleichberechtigung ist in meinen Augen auch ein Stück weit Gleichheit im Negativen.....nichtbehinderte Kinder müssen leider das Gymnasium auch ganz schnell wieder verlassen, wenn sie die dort geforderte Leistung nicht erbringen.

Ich finde vor allem die Begründung der Mutter so lächerlich

Antwort von und am 19.05.2014, 12:28 Uhr

Wenn dem Antrag der Mutter nachgegeben wird, sind die "Freunde" von Henri dann eigentlich verpflichtet, ihr ganzes Schulleben lang mit Henri abzuhängen, da die Mutter ihren Sohn Henri ja extra nur der Freunde wegen aufs Gymnasium geklagt hat? Oder dürfen diese jungen Menschen sich dann auch mal neue Freundschfaten knüpfen und alte Kontakte sausen lassen, wie das in der Kindheit und Jugend so üblich - und in diesem Fall auch mehr als wahrscheinlich - ist?

Kinder-/Jugendfreundschaften kommen und gehen. Den gewohnten Freundeskreis als Begründung für das Recht auf einen Gymnasialplatz anzubringen, ist doch wohl reichlich bescheuert. Seien wir doch realistisch - wenn die jetzt 11-Jährigen erstmal anfangen zu pubertieren, coolsein zu wollen, mit Mädchen rumzumachen und wilde Partys zu feiern, ist Henri doch abgeschrieben und das war's dann mit dem gewohnten sozialen Gefüge.
Die Mutter, die das nicht wahrhaben will, leidet doch echt an Realitätsverlust.

P.S. Mit dieser Begründung - was ist denn dann nach der Schule?

Antwort von und am 19.05.2014, 12:40 Uhr

Was stellt sich die Mutter eigentlich vor, was dann eigentlich nach der Schule werden soll? Wenn die besagten Freunde dann beispielsweise Medizin studieren - sofern es 8 Jahre später noch seine Freunde sind - soll Henri dann auch ein Recht auf einen Numerus-Clausus-beschränkten Studienplatz bekommen, damit er ja nicht von seinen Freunden getrennt wird? Wie lange will die Mutter ihren Sohn noch hinterherschicken? Wo soll das aufhören? Was ist überhaupt mit all den anderen tausenden Schülern, die seit jeher jedes Jahr, wenn es auf die weiterführende Schule geht, solche Trennungen von Freunden aushalten müssen? Die müssten doch dann alle dasselbe Recht bekommen wie Henri. Völlig realitätsfern, das alles.

wenn man einfach nur ein "dummes" Kind hat....

Antwort von SchwesterRabiata am 19.05.2014, 12:42 Uhr

käme man nie auf die Idee es auf ein Gymnasion klagen zu wollen, man würde ausgelacht und verspottet werden und das Kind ebenso...
aber vonwegen Inklusion und "wagt es ja nicht behindertenfeindlich zu sein" kann an sich das erlauben...
oh, ich habe auch einen Asperger-Autisten und einen Sohn auf einer Sprachheilschule.... und ich bin sehr, sehr dafür, daß mehr Miteinander gefördert wird, aber es muß schon einen Sinn haben.... und nicht nur bloße Sturheit

Re: wenn man einfach nur ein "dummes" Kind hat....

Antwort von und am 19.05.2014, 12:47 Uhr

"wenn man einfach nur ein "dummes" Kind hat.... käme man nie auf die Idee es auf ein Gymnasion klagen zu wollen, man würde ausgelacht und verspottet werden und das Kind ebenso... "

Offensichtlich kommt man in diesem Fall sehr wohl auf so eine absurde Idee. Denn die Mutter gibt doch selber zu, dass Henri niemals Abitur wird machen können. Und dennoch will sie den Platz einklagen.
Henri wurde ja vom Gymnasium nicht per se deswegen abgelehnt, weil er das Down-Syndrom hat, sondern weil er die erforderlichen Leistungen für den Gymnasialbesuch einfach nicht erbringen kann - genauso wie jedes andere nichtbehinderte Kind, das vom Gymnasium abgelehnt wird. Das nennt man übrigens Gleichbehandung.

Re: wenn man einfach nur ein "dummes" Kind hat....

Antwort von SchwesterRabiata am 19.05.2014, 12:57 Uhr

so ist es, aber sie rechtfertigt ihre Wunsch ja mit Inklusion und Behinderung... er ist ja nicht nur "ein dummes Kind" sondern ein "besonderes", was dementsprechend auch "Extrawürste" zu bekommen hat....
das liest sich echt böse....
ich bin mir gar nicht sicher, ob es hier um das Kind geht oder um die Mutter :-(

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von Häckse am 19.05.2014, 13:03 Uhr

Es wurde ja schon von einigen festgestellt: es gibt durchaus Menschen mit Down-Syndrom und Abitur oder auch Studium.

Dass jeder, der den auf einer Schule vorgesehenen Abschluss mit einiger Wahrscheinlichkeit erreichen kann, ohne oder nur mit geringfügiger Zusatzleistung/Sonderbehandlung von Seiten der Schule, diese Schule auch besuchen sollen dürfte, darüber mag ich eigentlich nicht diskutieren. Und das sollte für Kinder mit Trisomie so gelten wie für alle anderen.

Wenn von vornherein davon auszugehen ist - wie in dem im AP angegebenen Fall -, dass ein Kind dem Unterricht nicht wird folgen können, dann haben wir ein diskussionswürdiges Thema. Ob dem Kind ein Gefallen getan wird mit der Aufnahme an einem Gymnasium, vermag allenfalls eine genaue Ansicht des jeweiligen Einzelfalls zu entscheiden, pauschal lässt sich da nichts sagen. Ich kann mir schon vorstellen, dass für manches Kind vertraute Personen im Umfeld wichtiger sind, als der Leistungsabstand zwischen ihm selber und den anderen. Ob dem dann Interessen anderer entgegenstehen (andere Schüler, Lehrer) und wie das zu bewerten ist, kann man auch nur für den Einzelfall beurteilen.

Meine Meinung: Wenn ein Gymnasium bereit ist, ein solches Kind aufzunehmen, sollte es das tun dürfen und nicht durch Formalitäten wie fehlende entsprechende Empfehlung gehindert werden. Wenn eine Schule das aber nicht leisten möchte,
sei es weil
- die Lehrer sich mit der Situation überfordert fühlen
- Nachteile für die Schüler, die tatsächlich das Abitur anstreben, befürchtet werden
- die Schule sich als Eliteeinrichtung versteht, die sich generell mit Schülern, die ihren Ansprüchen nicht gerecht werden können, nicht befassen möchte,
dann sollte andersherum die Schule auch diese Entscheidung treffen dürfen.

Das Gymnasium ist nicht verpflichtet, Kinder mit Realschul- oder Hauptschulempfehlung aufzunehmen, soll aber mittels Ministerentscheid verpflichtet werden, in diesem Fall ein Kind doch aufzunehmen, wegen des Anspruchs auf Inklusion? Das erschiene mir schon ein bisschen schräg. Inklusion beinhaltet nicht den Anspruch auf einem Platz am Gymnasium trotz fehlender Eignung.

Re: Sollte es für ihn nicht jetzt einfacher sein, neue Freundschaften zu knüpfen

Antwort von Franke am 19.05.2014, 13:06 Uhr

als in einigen Jahren, nach diversen Frustrationen und während der Pubertät?

Wenn es ihr lediglich um Inklusion ginge, warum dann nicht Hauptschule?

Antwort von und am 19.05.2014, 13:08 Uhr

.....die wäre doch noch die naheliegendste Schulform bei einem Kind mit solch intellektuellen Defiziten wie Henri.

Aber nein, es muss ja gleich das Gymnasium sein - angeblich wegen der Freunde.

Nach der Ablehnung des Gymnasiums ist ihr dann zuuufällig eingefallen, dass Henri ja auch Freunde an der Realschule hat, wo sie es dann auch noch versucht hat.


" ich bin mir gar nicht sicher, ob es hier um das Kind geht oder um die Mutter :-( "

Die Antwort liegt ja wohl auf der Hand.

Ich bin für Inklusion von geistig Behinderten - auch an Gymnasien

Antwort von shinead am 19.05.2014, 13:17 Uhr

Ein Gymnasium kann sicherlich auch eine Inklusion bei geistig Behinderten durchführen (wenn die Rahmenbedingungen erfüllt sind).

Es geht bei Henri nicht darum, dass er Abitur machen soll. Es ging auch in der Grundschule nicht darum, dass er das Klassenziel der 4. Klassen erreichen soll. Inklusion hat immer eigene Ziele.
Daher ist das Argument, dass er ja die Leistungen nicht erbringen würde vollkommen am Thema vorbei.

Es kann nicht angehen, dass wir in der Grundschule Inklusion leben, und dann diese Schüler nach der 4. Klasse auf die Hauptschule als einzig mögliche Schulform "abschieben".

Selbst die USA (die ich sehr selten für beispielhaft halte) leben seit 1974 die Inklusion in ihren High Schools. Dort gehen 95% der behinderten Jugendlichen ganz regulär zur Schule. Mit anderen Zielen eben.
Auch in Kanada kennt man Sonderschulen nicht.

Henri sollte dort lernen, wo er möchte. Vielleicht erreicht er auch nicht das Ziel eines Hauptschulabschlusses. Da der Abschluss hier aber nicht im Fokus steht, darf er m.E. auf jede Schuleform gehen, die er (bzw. seine Eltern) aufgrund von anderen Kriterien (Soziales Umfeld, Erreichbarkeit, etc.) auswählen.

Junior ist in einer Inklusionsklasse. Das Mädchen dort wird wohl niemals ein Klassenziel der Grundschule erreichen. Aber sie gehört dazu. Und sie lernt. Wenn auch nicht zwingend im zeitlichen Rahmen der anderen. Und Junior lernt mit. Rücksicht, Akzeptanz und Toleranz zum Beispiel.

Re: Ich bin für Inklusion von geistig Behinderten - auch an Gymnasien

Antwort von Feuerpferdchen am 19.05.2014, 13:20 Uhr

aber was ist dann mit den Kindern, die vielleicht den von den Gymnasien geforderten Schnitt von 2,33 knapp verfehlt haben?

Als Kind wäre ich froh gewesen auf eine Förderschule gehen zu dürfen

Antwort von Marianna81 am 19.05.2014, 13:23 Uhr

konnte ich aber nicht da es damals in meiner Heimat nicht gab (habe Asperger).
Die Mutter des Jungen wird es aber irgendwie hinbekommen das er auf dem Gymnasium landet, da bin ich mir sicher. Nur zu welchem Preis?

Sind die geistig behindert?

Antwort von Strudelteigteilchen am 19.05.2014, 13:26 Uhr

Da geht es doch nicht um Inklusion, sondern um das Erreichen eines Abschlusses.

Mal abgesehen davon, daß ich diese Notengrenzen für die Aufteilung der Kinder in Eliten und Nicht-Eliten sowieso albern finde: Das hat doch dermaßen überhaupt GAR NICHTS miteinander zu tun.

Du hast das nicht kapiert

Antwort von Berlinga am 19.05.2014, 13:27 Uhr

Es geht nicht darum das dieses Kind (kognitiv) was lernt, sondern das es bei den Kindern ist mit denen es schon auf der Grundschule war, zu denen es vertrauen hat und die eine Vorbildfunktion haben, Keiner erwartet Abitur oder einen anderen Abschluss! Schade das Eltern denken das die eigenen Kinder zu kurz kommen "nur" weil man ein behindertes Kind in der Klasse hat.

Re: Ich bin für Inklusion von geistig Behinderten - auch an Gymnasien

Antwort von shinead am 19.05.2014, 13:28 Uhr

Es ist eben etwas anderes, ob ein Kind "nicht schlau/fleissig" genug für das Gymnasium ist, oder ob es sich um ein I-Kind handelt.

Der eine möchte das Abitur - wird es aber voraussichtlich nicht schaffen.

Der andere bekommt einen I-Platz aufgrund geistiger Behinderung.

Körperlich behinderte würden ggf. von der Vergabe von I-Plätzen ausgenommen und müssen die Qualifikation schaffen.

Hier in Hessen gilt der Elternwille. Da kann eine Schule nur dann die Aufnahme verweigern, wenn mehr Anmeldungen als Plätze vorhanden sind.

Wir können die Inklusion nicht auf dem Rücken der Hauptschule austragen. Wir müssen sie in allen Schulformen leben.

@und

Antwort von shinead am 19.05.2014, 13:51 Uhr

Wenn man mal gar keine Ahnung hat (insbesondere von den Zielen der Inklusion) hat... sollte man sich bedeckt halten.

Ich versuche es zu kapieren

Antwort von Marianna81 am 19.05.2014, 13:57 Uhr

Wenn jedes Kind das einen besonderen Förderbedarf hat mit ausreichender Hilfe und Unterstützung seitens der Integrationshelfer (oder wer auch immer das macht) ausgestattet sind dann ist es in Ordnung. Ich denke das Kinder auch ausserhalb der Schule weiter Freundschaften halten können und Toleranz lernen können.
Warum muss man dazu Schule benutzen?
Kinder die zu kurz kommen...es ist ein schwieriges Thema. Hatte mal einen Jungen gehabt der bei mir im Unterricht war, er war verhaltensauffällig. Damit ich ihn besser kennenlerne hat mir seine Klassenlehrerin angeboten das ich einige Zeit im normalen Unterricht dabei bin um ihn einfach zu beobachten und nachher Fragen die ich evtl. hätte mit der Lehrerin besprechen zu können.
Das was da abging...Klar, der Junge konnte nichts dafür. Aber ist es ok das andere Kinder vom Unterricht nichts hatten da Lehrerin sowie Sonderpädagogin sich fast nur um den Jungen gekümmert haben? Was sollen den andere davon lernen und profitieren?

Auch Du hängst Dich an EINEM Kind auf

Antwort von Strudelteigteilchen am 19.05.2014, 14:05 Uhr

Natürlich ist es nicht okay, wenn Lernen für die Mitschüler zur Qual wird oder die (ungeschulten?) Lehrer heillos überfordert sind oder wenn der Personalschlüssel die erforderliche Betreuung nicht hergibt oder ansonsten alles mögliche schief läuft.

Aber ist deswegen Inklusion an sich doof?

Irgendwie wird Befürwortern der Inklusion gerne unterstellt, sie fänden es klasse, wenn unbeschulbare Kinder durch die Klasse toben und der Rest im Chaos versinkt. Ich zumindest finde das auch nicht toll. Ich frage mich aber, ob der Ausschluß dieser Kinder aus dem "normalen" Schulsystem wirklich der einzige Weg ist.

nein...

Antwort von SchwesterRabiata am 19.05.2014, 14:10 Uhr

ich befürchte eher, daß´das Kind (in dem erklärten Rahmen, daß seine Fähigkeiten auf keinen Fall ausreichend wären) dort nur aufbewahrt wird in "netter Umgebung"....

Re: Ich versuche es zu kapieren

Antwort von shinead am 19.05.2014, 14:16 Uhr

Hast Du Dich mal mit den Menschenrechten auseinander gesetzt? Inklusion ist Menschenrecht!

Es gibt Länder, die kennen gar keine Sonderschulen. Da wird Inklusion gelebt!

Da gibt es (nicht pro Kind, sondern pro I-Klasse) einen Lehrbegleiter und in Abhängigkeit der Behinderung ggf. noch Integrationshelfer.
Und es funktioniert. Da käme keiner auf die Idee behinderte Kinder in Sonderschulen zu verfrachten.

Muss man Schule "dazu" benutzen?
Gegenfrage: Warum nicht?

Nicht alle I-Schüler sind verhaltensauffällig. Warum sollte man also an diesen (Extrembeispielen?) die Inklusion bewerten?
Und wenn sich Sonderpädagoge UND Lehrerin "nur noch" um diesen Jungen kümmern, hat die Lehrerin ihren Auftrag nicht verstanden.

Hattest Du in Deiner Kindheit Kontakt mit Behinderten?
Ich ja. Wir waren sogar in der Grundschule (1980-84) Integrationsklasse. Wir haben alle gelernt. Viel gelernt und manches sogar für das Leben!

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von Expression am 19.05.2014, 14:21 Uhr

Ganz ehrlich, anfangs dachte ich auch, wie verrückt ist diese Mutter eigentlich, aber je länger ich darüber nachdenke...Wie gesagt es geht ja gar nicht darum, dass Henri den Abschluss macht und wenn es einen freien Platz gibt, warum nicht?.. Wenn ich da unser Gymnasium anschaue, täte es wirklich gut, es wären auch behinderte Kinder mit dabei. Auch um die manchmal sehr überheblichen Lehrer und Schüler ein wenig auf den Boden der Tatsachen zu holen, dass es eben Menschen gibt, die nicht ganz so perfekt sind. Es wäre nur schade, wenn ein behindertes Kind dann nicht etwas für sich lernen könnte, z. B. so gut wie möglich im Erwachsenenleben ohne fremde Hilfe zurecht zu kommen. Uebringes wurden viele Kinder meiner Generation in BaWü noch auf die damaligen Sonderschulen geschickt, obwohl sie nicht geistig behindert waren, sondern einfach null Hilfe aus dem Elternhaus hatten, im Gegenteil besonders in der Landwirtschaft mitarbeiten mussten und nicht lernen konnten und damit in der 1. Klasse schon völlig überfordert waren, das waren echt üble Zeiten. Es sollte doch möglich sein hier einen vernünftigen Kompromiss zu finden.

Re: Es geht NICHT darum dass dieses Kind bestmöglich auf das Leben vorbereitet wird?

Antwort von Franke am 19.05.2014, 14:24 Uhr

Dass es Dinge lernt, die es ihm einmal ermöglichen, einen Beruf auszuüben?

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von roxithro am 19.05.2014, 14:34 Uhr

Es ist ja hier schon einiges gesagt worden und dem Grundtenor stimme ich zu.
Ich habe nichts gegen Inklusion, im Gegenteil, aber die Umstände, diese richtig umzusetzen, müssen gegeben sein und das sind sie, finde ich nicht.
Mein Sohn besucht das Gymnasium ( BW ) und ich frage mich ehrlich, wie unter den jetzigen mangelhaften Bedingungen, unter denen eine Inklusion heute umgesetzt werden müsste ( fehlendes Personal, nicht dafür ausgebildetes Personal, etc. ....) an einem G8 Gymnasium , in dessen Unterricht noch nicht mal für nicht behinderte Kinder Zeit bleibt, vertiefend auf Unterrichtsstoff einzugehen, leistungsschwächeren Kindern ein bisschen mehr Zeit zu geben usw. , dann aber Zeit sein soll, ein behindertes Kind in den G8 -Schulalltag zu integrieren, ohne dass der an sich schon reformbedürftige G8 Unterricht " leidet " . UND ja, ich gebe es zu , ich hätte ein wenig Sorge, dass sie Ausbildung meines Sohnes " zu kurz " kommt, eben weil eine Inklusion unter den heutigen Voraussetzungen nicht erfolgreich sein kann.
Ich finde , ein Gymnasium ist nicht die richtige Schule für dieses spezielle Down Kind. Es kann an einer anderen Schule besser seinen Fähigkeiten entsprechend gefördert werden. Ich verstehe die Mutter nicht, die ihr Kind auf ein Gymnasium schicken will, weil ihm dort seine Freunde erhalten bleiben.
Ich habe meinen Sohn auch nicht auf die Realschule geschickt, obwohl dort ein Großteil seiner Grundschulklasse hinging, und er " nur " mit einem einzigen weiteren Freund das Gymnasium besucht.
Natürlich kann das bei einem Downkind noch wichtiger sein, als bei einem Micht-Downkind. Aber als alleiniges Argument kann ich das nicht nachvollziehen. Und das ist für mich das einzige Argument et der Mutter.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von shinead am 19.05.2014, 14:53 Uhr

>>Ich habe nichts gegen Inklusion,

Genau... Nur nicht in der Klasse/Schule Deines Kindes.

Re: Vielleicht hätte man das den Eltern von Pablo Pineda Ferrer sagen sollen...

Antwort von goldstar1 am 19.05.2014, 14:57 Uhr

Hört auf mich zu attackieren.
Natürlich war das nicht nur das Aussehen (Kinder in dem Alter können ja grausam sein, da wird man schol als Brillenträger oder Übergewichtiger schikaniert), das Mädchen war auch Intelligenzgemindert und konnte in dieser Schule nicht mithalten.
Ich kenne kein Kind mit Down Syndrom mit gymnasialtauglicher Intelligenz.
Ich diskriminiere diese Kinder definitiv nicht, im Gegenteil, ihnen soll die bestmögliche Förderung zustehen.
Aber bitte, Pablo Pineda Ferrer ist einer der Wenigen Down Syndrom Menschen die es so weit gebracht haben. Eine Ausnahme eher.Wie viel Prozent sind es, die einen Hochschulabschluss haben?

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von roxithro am 19.05.2014, 15:20 Uhr

Ja, man kann es auch auf das reduzieren, wenn man es nicht verstanden hat!

Für dich " übersetze " ich gerne nochmal : ich habe nichts gegen Inklusion. Aber so wie sie bis jetzt " gelebt " wird, kann sie ihre eigentlichen Ziele nicht verfolgen und geht auf Kosten der zu inkludierenden Kinder als auch der nicht behinderten Kinder. So finde ich sie verbesserungsbedürftig und kann sie mir in der Klasse meines Sohnes ( und auch in Klassen anderer Kinder, die nicht meine leiblichen sind ) nicht vorstellen und befürworten.

Jetzt verstanden?

Re: Du hast das nicht kapiert

Antwort von Häckse am 19.05.2014, 15:21 Uhr

Genau das ist der Punkt, offenbar geht es den Eltern in erster Linie um das Umfeld mit vertrauten Kindern. Das ist gut und schön und auch wichtig, keine Frage. Ich finde aber, dass es durchaus - auch - darum geht, dass das Kind kognitiv etwas lernt. Es sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten möglichst viel lernen, auch kognitiv. Ein Problem könnte aber sein, dass das Kind tatsächlich auf dem Gymnasium kognitiv viel weniger lernt, als es lernen könnte an einer Schule, die besser auf seine speziellen Bedürfnisse eingehen kann (kleinere Klasse, speziell geschulte Lehrer usw).Eine Klasse am Gymnasium wird hier erst ab mind. 26 Kindern eingerichtet, an der Hauptschule ab 16. Am Gymnasium wird im Regelfall nicht so arg viel differenziert, jedenfalls bei uns nicht. Gymnasiallehrer sind mit Unterricht gleichzeitig auf verschiedenem Niveau innerhalb einer Klasse viel weniger vertraut als die Lehrer z.B. an Gesamtschulen.

Das Vertraute kann sich auch ändern, in beide Richtungen. Die Kinder aus der Grundschulklasse hat der Junge auch irgendwann kennengelernt, die standen auch nicht alle schon an seiner Wiege. Und das vorherige Kennen schützt auch nicht davor, dass sich sich diese Freundschaften auseinander entwickeln, was sooo unwahrscheinlich ja nun auch wieder nicht ist.

Und ja, es ist dumm, wenn Eltern gesunder Kinder darauf verfallen, Inklusion für die Klasse des eigenen Kindes erstmal abzulehnen, es könnte ja einen Nachteil bringen. Natürlich kann man auch mal die Haltung einnehmen zu sehen, welche Vorteile es auch für die anderen haben kann. Das heißt aber nicht, dass es nicht genauso kurzsichtig ist zu sagen, ja soll der Junge doch das Gymnasium besuchen, wenn er sich da wohler fühlt. Die Bedürfnisse all der anderen Kinder zählen genauso.

Klar, das störende Kind aus der eigenen Schulzeit der einen Userin ist eine Einzelfallschilderung, deswegen aber noch lange kein Einzelfall. Ich finde schon, dass man die Frage stellen dürfen muss, was die Aufnahme eines Kindes, welches von vornherein unstrittig dem Unterricht nicht folgen kann, konkret für den Unterrichtsablauf bedeutet und welche Vor- und Nachteile für alle Beteiligten zu erwarten sind oder auftreten können. All das gehört eben im Einzelfall abgewogen.

Re: P.S.

Antwort von mama von joshua am tab am 19.05.2014, 15:34 Uhr

In Italien ist die Schulpflicht aber auch anders geregelt. Btw...schonmal die Pisa-Ergebnisse von Italien angeschaut?

Ich finde Inklusion ansicht gut. Aber hier fehlen die passenden Rahmenbedingungen. Der Lehrer mit der I-Klasse sagte ja selber, er habe nur zwei Glasknochenkinder, aber in den Nachbarklassen sei es teilweise wie im Ikea Smalland, eine reine Aufbewahrung da sei kein Unterricht moeglich.
Und das kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein, dass dann die anderen Kinder darunter leiden.Inklusion hin oder her, wenn dann keiner mehr was lernen kann, bin ich gegen die Inklusion.

Ich verstehe bloss eines nicht...man hat andere Schulen angeboten, die sich mit Inklusion auskennen und den Henri auch freiwillig nehmen wuerden. Warum muss man dann auf Gedeih und Verderb aufs Gymnasium pochen?
Argument waren die Freunde, nach der Ablehnung hat man sich auf die Realschule konzentriert, angeblich wegen der Freunde. Wenn man aber so die Kommentare liest von Eltern deren Kinder bei ihm in der Klasse sind, ist er jetzt schon alleine. Ausserdem hat man ja auch noch ein Leben nach der Schule....

Hier sind viele Kinder an der Wunschschule nicht genommen worden weil die Noten nicht stimmen. Auch die waeren gerne weiterhin mit ihren Freunden zusammengeblieben. Sollen die jetzt auch klagen? Schliesslich ist das ja eine Diskriminierung Nichtbehinderter.....

Es geht hier schon lange nicht mehr ums Kindeswohl. Henri ist ein Spielball seiner Mutter und der Medien geworden. Find ich nicht gerade ok von ihr.

Ein Behinderter ist aber auch kein Versuchskaninchen...

Antwort von SchwesterRabiata am 19.05.2014, 15:58 Uhr

es muß echt passen und die ersten Inklusionskinder werden es ja nach Klassenverband sicher echt schwer haben. schon heute sind "auffällige" Kinder in der Schule schnell Mobbingopfer.
Natürlich sollten Kinder lernen und verstehen mit anderen Menschen, die auf ihre Art und Weise anders sind, auszukommen, nicht nur tolerieren, sondern mit zusammen lernen, erarbeiten, leben etc. etc..
Aber ein behindertes Kind ist kein Versuchshamster nach dem Motto "so und in den nächsten Jahren lernen wir was über Toleranz und Behinderungen"....
manchmal kommt mir das zwanghafte inkludieren so vor....

Re: P.S.

Antwort von goldstar1 am 19.05.2014, 16:04 Uhr

Hier unterschreibe ich auch.

Re: Ein Behinderter ist aber auch kein Versuchskaninchen...

Antwort von shinead am 19.05.2014, 16:12 Uhr

>> schon heute sind "auffällige" Kinder in der Schule schnell Mobbingopfer.

Mit der Mehrheit seines bisherigen Klassenverbandes würde das z.B. Henri nicht passieren.

>>Ja, man kann es auch auf das reduzieren, wenn man es nicht verstanden hat!

Doch, ich habe Dich schon verstanden. Ein I-Schüler gehört Deiner Meinung nach nicht auf das Gymnasium. (Halbzitat aus Deinem Text)

>>Aber so wie sie bis jetzt " gelebt " wird,
Wie wird Sie denn bei euch vor Ort gelebt? Du hast lediglich von schlecht ausgebildeten und überforderten Lehrern gesprochen. I-Kinder bekommen aber meist noch 1-2 Helfer an die Seite (Sozialpädagoge und ggf. I-Helfer).

Es funktioniert. Wir müssen nur wollen.

Re: Ein Behinderter ist aber auch kein Versuchskaninchen...

Antwort von SchwesterRabiata am 19.05.2014, 16:17 Uhr

???
bis auf den ersten teil ist jetzt nix von mir zitiert wurden...
ich antworte daher mal darauf:
>> schon heute sind "auffällige" Kinder in der Schule schnell Mobbingopfer.

Mit der Mehrheit seines bisherigen Klassenverbandes würde das z.B. Henri nicht passieren.

das würde dann in dem Verband vielleicht nicht passieren, aber dann bestünde immernoch die Gefahr, daß er dort einfach nur aufgehoben wird, wenn er in vielen Fächern nicht mitmachen kann.... ob das auf Dauer hilfreich ist als Lebensvorbereitung????

Re: Ein Behinderter ist aber auch kein Versuchskaninchen...

Antwort von shinead am 19.05.2014, 16:25 Uhr

Sorry. Ich habe auf zwei verschiedene Beiträge geantwortet und nicht dazu geschrieben, wen ich gerade anspreche.

Der erste Teil war für Dich, die anderen für roxithro.

Sorry nochmal für die Verwirrung.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von Tonic2108 am 19.05.2014, 16:54 Uhr

Hallo zusammen,

Ich stimme Roxi.... wirklich komplett zu.
Ich finde Inklusion gut und wichtig. Aber sie muss sinnvoll durchgesetzt werden. Das heißt, die Voraussetzungen müssen gegeben sein, dass alle Beteiligten davon profitieren. Jedes Kind hat das Recht auf bestmögliche Förderung, das gilt natürlich auch für behinderte Kinder. Ich glaube, ein behindertes Kind wie Henri ist auf einem Gymnasium, indem nicht die Voraussetzungen für eine gelungene Inklusion gegeben sind, definitiv an der falschen Stelle. An einer Hauptschule oder einer RealSchule, in der die Voraussetzungen nicht erfüllt werden, ist er aber genauso falsch. Die Länder müssen zunächst einmal die Voraussetzungen schaffen, damit Inklusion möglich ist. D.h., Fortbildung für Lehrer, Räumlichkeiten, Konzepte. Solange das nicht gegeben ist, sind besondere Kinder auf einer besonderen Schule sicher besser aufgehoben. Bei uns in der Nähe gibt es eine "Sonderschule". Die Eltern der Kinder, die diese Schule besuchen, kämpfen seit Jahren für den Erhalt dieser Schule, weil sie sich keine bessere Förderung für ihre Kinder vorstellen können, als sie sie in dieser Schule erhalten. Alles ist komplett zugeschnitten auf die Bedürfnisse dieser Kinder. Von solchen Möglichkeiten träumen die meisten Eltern behinderter Kinder.

Ich halte von Gleichmacherei zu jedem Preis nichts.

Wenn du mich zitierst

Antwort von roxithro am 19.05.2014, 17:01 Uhr

, dann mach es bitte richtig. Aber ich habe schon in deiner ersten Antwort gemerkt, dass du nicht richtig liest.
Ich habe weder von " schlecht " ausgebildeten noch von " überforderten Lehrern " gesprochen.

Du solltest meine Sätze auch zu Ende lesen und nicht nach der Hälfte aufhören.

Der Wille zur Inklusion ist ehrbar. Der Wille alleine reicht aber nicht, wenn die Umsetzung nicht richtig stattfinden kann.

Meine Nachbarin ist Lehrerin an einer Schule für Behinderte - auch sie sieht zur Zeit unter den gegebenen Bedingungen keine guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Inklusion.

Aber wir wollen ja immer viel und verankern das in irgendwelchen Konventionen , die dann auf Teufel komm raus umgesetzt werden müssen, auch wenn die Rahmenbedingungen ( noch ) nicht stimmen. Wenn man sich dann -im Interesse der Betroffenen - dagegen ausspricht , dann gilt man in diesem Fall gleich als behindertenfeindlich . Als das möchte ich aber auf keine Fall hingestellt werden. Heutzutage muss man schon genau aufpassen , was man sagt, um nicht gleich als Rassist, Männer - / Frauenfeind, Kinderhasser etc ( die Liste ließe sich beliebig weiterführen ) dargestellt zu werden.
Und ja, um deiner nächsten Antwort gleich vorzubeugen: Das hast du natürlich nicht getan .

Da ich mich auch nicht gerne wiederhole, ist das jetzt mein letzter Beitrag zu diesem Thema. Meine Meinung habe ich ausreichend dargelegt.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von germanit1 am 19.05.2014, 17:49 Uhr

Hier in Italien gibt es Inklusion wohl schon laenger als in Deutschland.

Hier in Italien gehen die Kidner 5 Jahre in die Grundschule, dann 3 Jahre auf die Mittelschule und dann auf weiterfuehrende Schulen.

Bei mir gibt es jetzt einen 8 Klaessler (ist nicht koerperbehindert), der I-Kind ist und ab naechstem Jahr auf eine Fachschule gehen moechte, wo er Koch lernt. Nur hatte er da zu wenige Stunden eine Betreuungsperson (keine Ahnung ob Erzieher, extra Lehrer). Auf dem Gymnasium haette er wohl mehr Stunden eine Betreuung, wuerde die Schule aber wohl nicht schaffen. Jetzt macht er ab naechstem Schuljahr homeschooling. Die Mutter hat wohl was organisiert damit er doch die Ausbildung zum Koch machen kann. Der Fall ging bei uns durch die Medien.

Re: I-Kinder bekommen aber meist noch 1-2 Helfer an die Seite?

Antwort von Franke am 19.05.2014, 18:04 Uhr

Ich lese diesbezüglich immer von einem Helfer, der während eines Teils der Schulstunden anwesend ist?

Bei Spiegel.de hat sich kürzlich einer in der Diskussion zu einem entsprechenden Artikel geäußert:

"Ich bin Integrationshelfer und habe keine Lust mehr.

Seit August letzten Jahres arbeite ich als schulischer Integrationshelfer an einer Grundschule und bin dort für einen verhaltensauffälligen Jungen zuständig. Ich bekomme 875 Euro brutto im Monat für eine 25-Stunde-Woche.

Vielleicht höre ich nach diesem Schuljahr mit diesem Job auf. Schlechte Bezahlung, große Verantwortung und Meinungsverschiedenheiten mit Lehrern und Pflegeeltern im Umgang mit dem Kind.

Hinzu kommt, dass man als Mann stets Verdächtigungen ausgesetzt ist sich den Kindern unsittlich zu nähern, daher haben die Lehrerinnen ihnen sicher auch verboten mich zu umarmen.

Dann verzichte ich lieber auf die circa 200 Euro, die ich monatlich mehr habe, werde wieder arbeitslos, schone meine Nerven und habe nicht mehr das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen, warum ich gern mit Kindern arbeite."

In den Förderschulen kümmer(te)n sich studierte Pädagogen in kleinen Gruppen um die Kinder. Viele Kinder konnten danach einen normalen Beruf ergreifen.

Künftig werden ihnen Hilfsarbeiter zur Seite gestellt, die darauf schauen, dass der Unterricht in der 30-Kinder-Klasse einigermaßen normal ablaufen kann? Und das soll BESSER sein?

Re: I-Kinder bekommen aber meist noch 1-2 Helfer an die Seite?

Antwort von shinead am 19.05.2014, 18:17 Uhr

Die I-Helferin bei uns in der Klasse macht einen Bundesfreiwilligendienst oder ähnliches. Früher haben das auch Zivis gemacht.
Die Sonderpädagogin bekommt das gleiche Gehalt wie in ihrer Förderschule.

Re: I-Kinder bekommen aber meist noch 1-2 Helfer an die Seite?

Antwort von SchwesterRabiata am 19.05.2014, 19:33 Uhr

geschultes Personal ist aber was anderes...
meine Tochter hat auch in I-Kind in der Klasse, da hat der Helfer schon so oft gewechselt... was bringt das, wenn kein längerfristiges verhältnis aufgebaut werden kann und die Helfer keinerlei päd. Ausbildung haben?

In der Grundschule kann es ja auch noch funktionieren.

Antwort von Trini am 19.05.2014, 19:36 Uhr

Aber am Gymnasium sehe ich auch nur noch nette Aufbewahrung.
Downkinder stören ja aucheher nicht den Unterricht.
Am Ende wäre es doch Henri, der nicht DAS lernt, was ihm die Sonderschule bieten könnte.
Wenn ich sehe, was mein Großcousin bei der Lebenshilfe gelernt hat und noch lernt (einkaufen, kochen, aber auch lesen, schreiben , computern), all das hätte ihm die Regelschule nicht vermitteln können.

Trini

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von Ameise am 19.05.2014, 19:47 Uhr

Hi,

ich selbst habe ein behindertes Kind (laut Ausweis schwerbehindert), welches von den Noten her aufs Gym gehen konnte. Jedoch hatten wir uns aus verschiedenen Gründen für den Weg zum Abi über die Realschule entschieden. Dort gehört er zu den Besseren in der Klasse - und hat dennoch eine Schulbegleitung - nicht für das fachliche, sondern für die Alttagsbewältigung.

Ein behindertes Kind - besonders aber auch die geistig behinderten - ist leider oft Opfer auf dem Schulhof. Zum einen, weil sie manchmal eben "anders ticken", zum anderen, weil sie oft naiver erscheinen oder hilflos sind. Deshalb sollte man auch bei der Schulwahl die soziale Kompetenz der Schüler im Durchschnitt beachten. Leider ist es gerade in Großstädten oft zu beobachten, dass Hauptschulen da kein gutes Umfeld für ein behindertes Kind sind. Da kann ich sehr wohl verstehen, wenn ein geistig behindertes Kind allein zum Schutz nicht dorthin gehen soll.

Bei Inklusion geht es auch nicht um Erreichung des Klassenziels. Und damit hat es auch keine größeren Auswirkungen auf den Lehrinhalt der Klassenkameraden. Aber dies ist nur zu stemmen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, die Lehrer mitwirken - denn es ist auf deren Seite auch Mehrarbeit durch Differenzierung, Gesprächstermine und Berichte - und Schulbegleitungen vorhanden sind.

Beispiel: Inklusion ist auch die Aufnahme eines Rollstuhlkindes, obwohl es nicht am Sportunterricht teilnehmen kann. Da hat auch keiner die Befürchtung, dass dadurch das Klassenniveau in Sport sinken könnte.

Viele Behinderte lernen am Modell. Das bedeutet, dass sie lernen, in dem sie sich alles bei anderen abgucken. Daher macht es Sinn, die Klassen zu mischen und eben nicht alle mit Schwächen in eine Klasse zu stecken. Nur so ist es möglich, dass zum einen die behinderten Kinder von "normalen" lernen können und die nicht-behinderten Kinder eine Behinderung nicht als etwas seltsames, ekliges sehen, sondern als "normal" empfinden.

Shinead, das ist doch aber auch etwas schräg...

Antwort von MM am 19.05.2014, 21:31 Uhr

... wenn du schreibst, ein behindertes Kind darf auf jede Schulform gehen, egal ob es das Ziel erreicht. MIt welchem Recht denn? Ich finde, das wäre unfair gegenüber "normalen" Kindern, die eben NICHT auf jede Schule eigener Wahl dürfen, sondern nach Noten oder Prüfungen sortiert werden, ob sie aufgenommen werden. Irgendwelche Kriterien sollte es doch für Kinder mit Behinderung auch geben, findest du nicht?

Kinder mit einer Behinderung sollen so gut es geht gefördert werden, das ist klar. Aber "Privilegien" irgendeiner Art finde ich da eher kontraproduktiv.

OK, aber auch in Ländern ohne Sonderschulen...

Antwort von MM am 19.05.2014, 21:36 Uhr

... und mit angeblich oder wirklich funktionierender Inklusion bezweife ich, dass Kinder mit Behinderung einfach nach freier Wahl auf eine beliebige Schule bzw. Schulform gehen dürfen - oder irre ich mich???
Ich denke, irgendeine Form von Aufnahmekriterien wird es doch geben, auch wenn diese vielleicht abgemildert bzw. auf das Handicap abgestimmt sind, das könnte ich mir schon vorstellen. Oder wie ist das? E interessiert mich mal von denen zu lesen, die die PRaxis in diesen Ländern wirklich kennen. Danke!

Dann müssten aber auch andere...

Antwort von MM am 19.05.2014, 21:57 Uhr

... nicht behinderte Kinder "einfach so" aufs Gymnasium dürfen, nur wegen ihrer Freunde oder zum "Wohlfühlen" und nicht weil sie den Abschluss machen können und wollen!
Dem ist aber nicht so, und darum ist es m.E. rechtlich nicht zu verteidigen. Dann müsste man nämlich generell umdefinieren, wer unter welchen Umständen und mit welchen Kriterien (oder ohne Erfüllung von Kriterien?) auf bestimmte Schulen darf, und klar sagen dass es legitim ist, auch aus anderen als Leistungs- und Abschlussgründen auf einer Schule zu sein. So ist aber das Schulsystem nicht aufgebaut und orientiert.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von Johanna3 am 19.05.2014, 22:51 Uhr

Den Link habe ich jetzt noch nicht gelesen, dafür aber kürzlich ein Buch über einen Mann mit Trisomie2, der studiert hat und heute als Lehrer arbeitet.

Aber, da kommt der Gleichbehandlungsgrudsatz doch auch wieder ins Wackeln.

Antwort von Trini am 20.05.2014, 8:43 Uhr

Der faule Schlaue und der fleißige nicht ganz so Schlaue müssen an jeden Schuljahresende das Klassenziel erreichen.
Das I-Kind nicht????

Trini

Habt Dank für die rege Diskussion

Antwort von Trini am 20.05.2014, 8:50 Uhr

Viele von Euch sprechen mir aus der Seele.

In der Klasse von Groß-Kuno war über die gesamte Mittelstufe ein I-Kind (Autismus und ADHS).

Er war bei den Zeugniskonferenzen immer wieder Diskussionsgegenstand, weil sich seine Eltern auch gegen eine Schulbegleitung wehrten.
Am Ende hieß es aber immer, dass er bleiben darf, kann, muss, weil er das Klassenziel erreicht hat.

Das wäre ja bei henri nicht zu erwarten.

Trini

PS: Die Anmerkungen mit den studierten Menschen mit DS sind insofern gegenstandslos, weil diese Menschen ja eben NICHT geistig behindert sind.

dann hast du dich mit dem Thema aber nicht wirklich befasst, denn ...

Antwort von Alexa1978 am 20.05.2014, 10:14 Uhr

... es gibt durchaus einige Kinder mit Trisomie 21 dessen Intelligenz nicht eingeschränkt ist.

Re: Wozu ist ein Gymnasium da? Zum Thema Inklusion.

Antwort von butterbemme am 20.05.2014, 10:42 Uhr

Bei einem Schulsystem das unterschiedlich begabte Kinder zu keinem Zeitpunkt auf unterschiedliche Schulformen – wie Gymnasium, Realschule oder Hauptschule – aufgeteilt, da würde sich die Frage gar nicht stellen. Alle Kinder würden die für ihr Alter vorgesehene Schulstufe gemeinsam besuchen.

grüßt Butterbrot

krasse Unterschiede in verschiedenen Ländern

Antwort von Carmar am 20.05.2014, 11:43 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/Downsyndrom#L.C3.A4nderspezifische_Situation
dort der Punkt:
Länderspezifische Situation

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