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Geschrieben von junonie am 06.03.2006, 9:41 Uhr

Ver.di Streik - OPs und Untersuchungen werden abgesagt

Hi an alle Fories,

ich bin fassungslos, weil aufgrund des Ver.di-Streiks in den Krankenhäusern nichts mehr läuft. Angeblich wurde von Ver.di sogar das Notfallabkommen gekündigt und Krebspatienten in Stuttgart bekommen keine Chemo mehr (war in den Nachrichten). Es werden nur noch Patienten behandelt, deren Leben akut bedroht ist, also die im nächsten Moment sterben können.

Wie können die sowas verantworten? Ich verstehe nicht, wie die guten Gewissens das Leben von vielen Menschen aufs Spiel setzen können. für mich hat diese Organisation jeglichen Respekt verloren.

Ich wünsche denen allen, dass die Müllabfuhr und die Kliniken weiter privatisiert werden, die alle ihren Arbeitsplatz verlieren und dann unter schlechteren Bedingungen von dem privaten Betreiber wieder eingestellt werden.

Seid ihr direkt von den Streiks betroffen und habt ihr noch Verständnis dafür?

junonie

 
19 Antworten:

Re: Ver.di Streik - OPs und Untersuchungen werden abgesagt

Antwort von wassermann63 am 06.03.2006, 10:01 Uhr

Hallole,

zur Zeit bekomme ich zwar kaum Nachrichten mit und wenn, dann nur über aol.

ABer eine Meinung über diese weltfremden Verdi-Forderungen und jetzt schon menschenverachtend werdenden Auswirkungen habe ich: das ist Willkür pur oder, besser gesagt, Missbrauch von Macht, was normalerweise in einer Demokratie gar nicht mehr möglich sein sollte.

Wie gesagt, ich habe kaum Hintergrundinformationen und sehe und lese nur ab und zu von den Auswüchsen, zu denen es jetzt kommt. ABer das ist echt die Härte.

Das Erschreckende ist aber, dass man bisher ganz offensichtlich noch zu keinem Kompromiss gelangt ist und das auf Kosten der Gesundheit von Menschen. Spätestens hier muss sich doch der gesunde Menschenverstand einschalten, auf beiden Seiten.

LG
Jacky

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Re: Ver.di Streik - OPs und Untersuchungen werden abgesagt

Antwort von Frosch am 06.03.2006, 10:30 Uhr

Hallo,

wenn das wirklich so ist, würde ich als Betroffener, schwer Kranker, sofort aus der Gewerkschaft austreten. Sachlichkeit hin oder her, da wäre ICH mir der nächste.

Daß sich ver.di für die Menschen einsetzt, schön und gut. Aber was da im Moment abgeht ist Erpressung und Mißbrauch von Macht. Nach dem Motto: "Wenn Ihr auf unsere Forderungen nicht 100% eingeht, streiken wir." Das ist keine Verhandlungsbasis. Und ich habe den Eindruck, es ist im Moment nur noch Machtgepoker. Aber irgendwann sind die Streikkassen leer...

Auf der anderen Seite kann ich die streikenden Ärzte verstehen, sie haben die beschissensten Arbeitszeiten mit Überstunden - und müssen teilweise tagelang durcharbeiten. Das ist für die Patienten auch risikobehaftet, denn ein übernächtigter Arzt / übernächtigte Krankenschwester neigt dazu, Fehler zu machen.

LG Antje

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unser mülltonnenraum ist bereits zur hälfte

Antwort von nini+ am 06.03.2006, 10:33 Uhr

gefüllt, gut die hälfte, der raum an sich, etwa zwei meter hoch...zum glück ist es kalt.
wage gar nicht daran zu denken, wie es sonst stinken würde, von viehzeugs und RATTEN mal abgesehen.

kigä haben geschlossen, theateraufführungen platzen, es wird kein schnee geräumt ... fazit: es ist nicht mehr lustig. meine sympathie für die streikenden hält sich stark in grenzen, vorallem, weil ich glaube, dass es sich um ein letztes aufbäumen der gewerkschaft handelt - sie kämpfen um ihre daseinsberechtigung.

fehlt nur noch, dass die bus- und bahnfahrer streiken, dann bricht hier alles zusammen.

lg
nine

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Re: Ver.di Streik - OPs und Untersuchungen werden abgesagt

Antwort von dhana am 06.03.2006, 11:37 Uhr

Hallo,

hier mal die andere Seite.

Mein Mann ist Krankenpfleger auf einer großen Intensivstation.
Dadurch das immer mehr Pflegestellen eingespart werden ist das nur noch gefährliche Pflege.
Nachts sind 4 Pflegekräfte für 12 Intensivpatienten zuständig - und der verantwortliche Arzt muß noch zusätzlich Notarzt fahren - der ist also nicht immer im Haus.

Aber klar man kann ja immer noch mehr die Gehälter kürzen - die Stellen streichen.... die Leute regen sich ja nur über das auf was die Presse schreibt - die Wirklichkeit intressiert keinen.

Übrigens werden nur die Kliniken bestreikt, die den Tarifvertrag nicht unterschrieben haben.

Natürlich kann man auch alles Privatisieren - aber denkt ihr wirklich, das dann die med. Versorgung besser ist - dann werden nur noch die Krankheiten behandelt, die sich auch finanziell rentieren - aber es gibt halt auch seltene Krankheiten, die aufwendige Betreuung brauchen... - wer kümmert sich dann um die?

Steffi

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Kann das mit den Krankenhäusern nicht verstehen, aber

Antwort von kleineMaus03 am 06.03.2006, 13:45 Uhr

meiner Meinung nach ist das ein politisches Problem, was ganz schnell gelöst werden würde, würden mal alle mitmachen und nicht nur irgend so eine Gewerkschaft! Wir haben kaum noch Geld zum Leben und so geht es vielen auch und die Politiker und Manager können sich immernoch die Säcke vollstopfen! Meiner Meinung nach sollte man hier nicht gegen die Streikenden wettern, sondern sie eher unterstützen!

ABER Leben dürfen dabei keine riskiert werden und das finde ich geht dann definitiv zu weit!

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Re: Kann das mit den Krankenhäusern nicht verstehen, aber

Antwort von Nemo74 am 06.03.2006, 15:02 Uhr

Sobald man selber betroffen ist, ist man mit den Streiks nicht mehr einverstanden!!!!

Die Notfälle werden ja immer noch behandelt!! Es stirbt keiner!!! Und jemand wünscht hier den Pflegern und Ärzten privatisierung und schlechtere Bedienungen???? Was erwartest du dann, wenn du mal krank bist und ins krankenhaus mußt???? Doch wohl keine kompetente Pflege und behandlung dann, oder????? Die Leute sollen deinen hintern abwischen, aber sobald sie diese Arbeit auch entsprechend der Verantwortung bezahlt haben wollen, und ihre Kosequenzen ziehen, sprich Streiken, gibts gemecker!!! Überleg mal was passiert wenn so ein übermüderter Artr ein fehler macht!! Und was im Vergleich passiert wenn einer in der Bank oder irgendeinem Büro einen Fehler macht!!! Die Verantwortung ist groß, die Bezahlung aber nicht der Rede wert!!Komisch dass wenn IG Metall streikt sich keiner groß aufregt!! Ist doch klar!! Trifft uns ja nicht!!!!!

Bin echt traurig, wie Menschen hier die Arbeit der Müllabfuhr und Krankenpflge zu würdigen weiß!!!!!Nämlich gar nicht!!!

LG
Nemo

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Auf welches Posting beziehst du dich denn? Ich hoffe doch aufs Hauptposting und nicht auf mein

Antwort von kleineMaus03 am 06.03.2006, 15:25 Uhr

s!

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auf das von - junonie

Antwort von nemo74 am 06.03.2006, 15:43 Uhr

Sorry, habe ich nicht dabei geschrieben,

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Das ist nicht wahr, dass niemand die Arbeit der Müllabfuhr und des Pflegepersonals zu würdigen weiß.

Antwort von junonie am 06.03.2006, 15:55 Uhr

Hallo Nemo,

da widerspreche ich dir vehement. Ich für mich weiß deren Arbeit bestimmt zu würdigen, zumal ich letztes Jahr mit meinem Sohn viele Wochen im Krankenhaus verbracht habe und weiß, was sie leisten.

Was ich persönlich von dem Streik halte und was er in meinem Augen für einen volkswirtschaftlichen Sinn macht, sei mal dahingestellt. In meinem ersten Posting ging es mir darum, dass Ver.di sein Notfallabkommen gekündigt hat, so dass nur noch akut bedrohte Personen operiert werden und Krebspatienten keine Chemotherapie mehr bekommen. Vielleicht stirbt der Krebspatient ja nicht sofort, aber dafür vielleicht ein paar Tage später, vielleicht bequemerweise wenn der Streik schon ein paar Wochen her ist. Die Chemotherapie zur richtigen Zeit bzw. eine Chemotherapie ohne Unterbrechung hätte ihn vielleicht gerettet? Daran denke ich.

Streik bei der Müllabfuhr und im Winterdienst, meinetwegen, aber im Gesundheitswesen finde ich das verantwortungslos, wobei ich hier auch qualifizieren muss: Werden Therapien wie KG oder so abgesagt, ok, kann ich auch noch akzeptieren, aber OPs nicht.

junonie

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Re: auf das von - junonie

Antwort von junonie am 06.03.2006, 16:00 Uhr

Ich vermute mal, dass du kein Kind hast, das dringend operiert werden muss und dessen OP abgesagt wurde.

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Du etwa?

Antwort von Nemo74 am 06.03.2006, 16:46 Uhr

Hast du ein Kind das dringend operiert werden muß!! das jetzt und sofort operiert werden muß?????

Andersherum, möchte ich im Notfall nicht dass ein total übermüderter Arzt mein Kind oder mich operiert!!! daran muß man nämlich auch mal denken, wenn man die Arbeitsbedienungen im Krankenhaus noch verschlechtert wünscht, wie Du es in deinem ersten Posting angesprochen hast!

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Re: Du etwa?

Antwort von junonie am 06.03.2006, 17:18 Uhr

Ja, habe ich tatsächlich. Bei uns steht eine OP am offenen Herzen an, die nicht mehr lange rausgeschoben werden kann. Nächste Woche soll deshalb eine Herzkatheteruntersuchung stattfinden, die aber wahrscheinlich (laut KH heute) abgesagt wird. Ohne die Ergebnisse der Herzkatheteruntersuchung kann man nicht operieren.

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Re: Du etwa?

Antwort von Nemo74 am 06.03.2006, 18:42 Uhr

Dann solltest du gerade du dich dafür aussprechen, dass die Menschen die dort arbeiten, bessere Arbeitsbedingungen haben, und ausgeruht bzw ausgeschlafen und motiviert dein Kind behandeln, und nicht nach 48 std dienst und dann auch noch unterbesetzt, wie es im Moment der Zustand in Deutschen Krankenhäusern an der Tagesordnung ist!Fehler passieren da nämlich schnell.

Ich kann es verstehen, wenn man sich sorgen um das eigene kind macht und ungeduldig wird, wenn es um die Behandlung geht! Aber genau wie du verständnis von dem Krankenhauspersonal erwartest, erwarten sie von dir auch verständnis!

Wenn die Krankenhäuser erst mal privatisiert werden sollen (wie du es ja verlangst) werden die auch irgendwann ihre Patienten aussuchen können (privatpatienten zB bevorzugen). Ein Herzpatient bringt aber leider kein Geld rein, und die Kosten die von der Kasse dafür bezahlt werden, decken lange nicht die kosten die dem Krankenhaus für die Behandlung entstehen.

Und nur am rande gesagt, wird nicht in der ganzen Bundesrepublik gestreikt! Wenn es deinem kind so schlecht geht, und du keinen aufschub dulden willst, kannst du doch zu einem anderen Krankenahaus in einem anderen Bundesland fahren.

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Das ist schon ein bißchen blauäugig

Antwort von Frosch am 06.03.2006, 18:52 Uhr

Hallo!

Wenn es um das Leben meines Kindes ging, hätte ich kein Verständnis für mögliche Streiks an meinem KH, in dem mein Kind dann keine Behandlung bekäme.

Man kann nicht "einfach" in ein anderes Bundesland fahren, dazu gehört PLANUNG, außerdem muß man dem KH erst noch die Unterlagen zukommen lassen. Und weitere Untersuchungen wären nötig.

Warum mich das persönlich berührt, weil meine Mutter damals an Krebs erkrankte. Und bei einer Chemotherapie ist im akuten Fall die Regelmäßigkeit von der Behandlung wichtig! Da geht es u.U. auch um Leben oder Tod. Und da kann man nicht einfach in ein anderes KH fahren und mal so zwischendurch die Behandlung dort fortsetzen, oder sehe ich das falsch?

LG Antje

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Re: Das ist schon ein bißchen blauäugig

Antwort von Claudia S am 06.03.2006, 19:27 Uhr

Dass Krebspatienten keine Chemo erhalten und dass kein Winterdienst geleistet wird, ist für mich auch zuviel des Guten.
Aber prinzipiell kann ich die Streikenden verstehen. Die, die ich kenne, streiken nicht für Lohnausgleich, sondern für den Erhalt von Arbeitsplätzen und gegen eine Verschlechterung (in deren Fall) der Betreuungsqualität in den Kinderhäusern.
Bei uns hat die Stadt ganz schön quer geschossen und während der ersten beiden Streikwochen so gut wie keine Notplätze an berufstätige Eltern vergeben. Die arbeitswilligen Erzieherinnen aus geschlossenen Häsuern haben Däumchen gedreht, weil keine Kinder da waren!!!
Ich bin auch streikmüde, möchte meinen Müll auch gerne abgeholt haben, aber nicht nur ver.di ist stur, auch die Arbeitgeber. Allen voran unser lieber OB Widder, der ja in Stuttgart bei den Verhandlungen das Zepter schwingt. Ein bisschen mehr Kompromissbereitschaft von beiden Seiten wäre nicht schlecht.
Übrigens ist für mich Herr Widder der Erpresser, der auch rechtmäßige Streiks mit Privatisierungs-Drohnungen reagiert...

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Re: Das ist schon ein bißchen blauäugig

Antwort von Claudia S am 06.03.2006, 19:28 Uhr

meinte "auf", nicht "auch"...

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Hm...

Antwort von Frosch am 06.03.2006, 19:38 Uhr

Hallo!

Klar gibt es zwei Seiten, und ich möchte nicht unbedingt von einem übermüdeten Chirurgen operiert werden.

Trotz allem sind die Methoden beider Postitionen fragwürdig, und ich überlege, ob sie bei solchen Machtspielen irgendwann zum VERHANDELN kommen. Denn das sollte geschehen, alles andere (Drohungen/etc.) verschärft die Situation ungemein.

LG Antje

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Du wirst lachen, Nemo...

Antwort von junonie am 06.03.2006, 21:34 Uhr

aber das überlege ich auch seit ein paar Tagen. Aber es ist tatsächlich nicht so einfach. Mein Sohn ist seit seiner Geburt in diesem Krankenhaus behandelt worden und ich hätte es sehr gerne gesehen, wenn er dort auch seine sechste OP gehabt hätte. Man kennt ihn dort einfach und kann ihn dementsprechend einschätzen.
Dafür bin ich sehr dankbar, und bis jetzt haben sich sowohl Pflegepersonal als auch Ärzte toll um uns gekümmert. Aber trotzdem, wenn alles nichts hilft und die Klinik nun streikt, werde ich eben die Herausgabe der Akten verlangen und meinen kleinen Mann woanders vorstellen. Vorher werde ich aber mit meinem Kind bei Verdi vorbeschauen und fragen, wie sie sowas verantworten können.

Ich gebe dir aber Recht, Nemo. Ich habe bestimmt überspitzt reagiert, als ich die Privatisierung aller städtischen Betriebe gefordert habe. Aber ich finde die Reaktion von Verdi geht einfach zu weit. Sie tragen ihre Aktionen auf dem Rücken der Schwächsten aus, das ist schwach und feige.

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Re: Du wirst lachen, Nemo...

Antwort von nemo74 am 06.03.2006, 22:15 Uhr

Wahrscheinlich hast du recht, aber ich vermute anders erreichen die nichts! Nur wenn die Arbeitgeber nun an die Wand gedrückt werden, und durch Patienten Druck bekommen, kann sich was ändern!

Es ist nicht so einfach da die richtige Lösung zu finden.

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