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Geschrieben von wassermann63 am 17.12.2004, 9:16 Uhr

Thema Kindesmisshandlung: Für meinen Geschmack sind jetzt fast alle Meinungsrichtungen dargestellt worden,

wie immer natürlich mit zum Teil dummfrechen Einleitungen und Pointen, aber immerhin: fast jede Haltung, die man zum Thema haben kann, steht jetzt irgendwo geschrieben. Leider auch teilweise der Trend, pädophile Haltungen zu dulden.

Und genau das gibt mir jetzt den Rest: ich rufe Euch deshalb auf, nicht nur präventive Maßnahmen gedanklich zu unterstützen, Opfern und Eltern gedanklich beizustehen, Täter gedanklich härtest möglich zu bestrafen.... Ich rufe Euch auf, aktiv zu werden. Nicht nur dahingeschriebenes bla-bla. Habe ich selbst auch schon viel zu viel gebracht, in diesem Forum.

Es gibt unzählige Einrichtungen zum Schutz der Kinder, die man nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützen kann. Oder vielleicht sogar durch aktive ehrenamtliche Mitarbeit, wenn man die Möglichkeiten dazu hat. Oder Einrichtungen zum Schutz des ungeborenen Lebens. Und, und, und.

Natürlich sind auch Kleider- und Geldspenden, die ins Ausland gehen und den Kindern dort helfen, o.k. Aber meiner Meinung nach sollten wir erst einmal hier anfangen. Hier leben wir, mit unseren Kindern. Und hier müssen wir auch etwas tun, um die unsere eigene soziale Umwelt zu verbessern.

Und ich verlange, dass NIEMAND sich jetzt erlaubt, auf dieses Thread mit Polemik, Dummfrechheit oder sonstigen destruktiven Aussagen zu antworten. Das hier ist ein Aufruf, dem man folgen kann oder nicht. Basta.

VG
Jacky

 
17 Antworten:

Re: Thema Kindesmisshandlung: Für meinen Geschmack sind jetzt fast alle Meinungsrichtungen dargestellt worden,

Antwort von kruemel2001 am 17.12.2004, 10:09 Uhr

Hallo!
Bin hier eigentlich selten anzutreffen und eigentlich wollte ich auch nur nachlesen, ob es zu einem anderen Thema das mich interessierte neue Erkenntnisse gibt und stolper über diese Diskussion. Viele Haltungen kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen. Warum sollten die Täter noch ne Chance kriegen? Hatten die Opfer eine Chance? NEIN!
Und ich schreibe das nicht als Floskel, sondern aus (leider) persönlicher Erfahrung. Niemand der soetwas nicht mitgemacht hat, kann sich auch nur ansatzweise in die Opferrolle versetzen, was es für das zukünftige Leben bedeutet! Und jemand der es selbst erlebt hat, kann für Täter kein Verständnis aufbringen, nicht für Leute die weggeschaut haben und erst recht nicht für die, für meinen Geschmack, viel zu lasche Justiz. Ich mein, Täter werden mit Samthandschuhen angefasst, in einer Einzelzelle untergebracht um sie vor anderen mitgefangenen zu schützen ect. Wer hat denn die Opfer beschützt? Sollen sie doch am eigenen leib erfahren, was sie anderen angetan haben. Auch das Argument schwere Kindheit zählt für mich nicht und ist in meinen Augen ne reine Schutzbehauptung um harten Strafen zu entgehen und das schlimmste, es funktioniert auch noch. Ne, solche leute gehören eingesperrt und der Schlüssel weggeworfen!
Ich habe sehr lange verdrängt, erst vor ein paar tagen habe ich mich einer Selbsthilfegruppe im Netz angeschlossen um mit den erinnerungen die immer stärker hochkommen irgendwie fertig zu werden. Und was ist mit meinem Peiniger? er spaziert fröhlich draussen rum und freut sich des Lebens, was ist mit den Leuten die es wußten oder ahnten und weggesehen haben? Was ist mit der Justiz, die es nicht ernst genommen hat, mich noch mehr eingeschüchtert hat? Was ist mit dem JA bei dem ich damals Hilfe suchte? Darüber spricht keiner, Hauptsache die Täter bekommen jegliche Unterstützung und Therapie, die Opfer müssen zusehen wie sie klarkommen.
Im Moment bin ich noch zu sehr mit mir und meiner geschichte beschäftigt, werde mich aber in zukunft auf jeden Fall noch stärker dafür einsetzen, das die Opfer Hilfe bekommen und nicht die Täter.
LG Susi, die für solche leute nicht einen Funken Verständnis hat

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Re: Dein Posting hier ist sehr wichtig und wird mit Sicherheit dabei helfen, sich eine objektivere Meinung machen zu können. Und

Antwort von wassermann63 am 17.12.2004, 10:25 Uhr

vielleicht bringt es den einen oder anderen dazu, gute Gedanken zu fassen und auch gute Taten folgen zu lassen. Das wünsche ich mir jedenfalls sehr für Dich.

Deinen Mut, offen über deine Erfahrung zu sprechen, bewundere ich. Du hast - glaube ich - genau den richtigen Weg gewählt, um dich von der dunklen Erinnerung frei zu machen.

LG

Jacky

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@kruemel2001, Danke!

Antwort von Heike71 am 17.12.2004, 10:32 Uhr

Hallo Susi,
danke das du die Kraft hast,hier zu schreiben wie es den Opfern selbst nach einigen Jahren noch geht. Ich habe einen Teil deiner Geschichte in einem anderen Forum verfolgt, und bin erschüttert.

Die tolerante Einstellung gegenüber pädophiler Neigungen empfinde ich als eine Ohrfeige für die Opfer. Solange wie ständig nach Entschuldigungen für die Täter gesucht wird, führt das leid der Opfer weiterhin ein Schatten dasein, und es wird sich nichts ändern ;-(

LG

Heike

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Jetzt sind wir bei einem anderen Thema angelangt... ! (vorsicht: lang und möglicherweise provokativ!)

Antwort von Ralph am 17.12.2004, 10:44 Uhr

Hallo Susi,

welche Rolle hat denn für Dich der Strafvollzug? Strafvollstreckung oder Rache? Versuche der Wiedereingliederung oder das Befriedigen niederer Instinkte?

Bei allem Verständnis für die Betroffenheit über Tat, deren Opfer und deren schweren Qualen, da mußt Du verdammt aufpassen, daß Du über Umwege nicht auf eine ähnliche Stufe wie die Täter kommst.

Ein paar der wichtigsten Sätze in meinem ganzen Leben überhaupt hat mir vor wenigen Monaten ein sehr gewissenhafter und bei den Insassen als harter, aber gerechter Hund bekannter Vollzugsabteilungsleiter anläßlich meines mehrmonatigen Dienstantritts in einem Gefängnis gesagt:

"Vergessen Sie niemals bei Ihrer Arbeit hier, daß es sich bei den Insassen um Menschen handelt, ganz gleich, was sie getan haben. Sie alle verbüßen hier eine lange Freiheitsstrafe, aber nur darin besteht ihre Strafe. Sie bleiben Menschen mit all ihren Bedürfnissen."

Woher nimmst Du Dir das Recht, mehr zu bestrafen als die Richter? Woher weißt Du von einer laschen Justiz? Kennst Du Dich aus? Weißt Du etwas vom Strafvollzug, dessen Inhalt und dessen Praxis? Ist Dir bekannt, wie komplex beispielsweise eine Prüfung einer Entlassung nach 2/3 der Haftstrafe ist und wieviele Menschen daran mitwirken, bevor diese Stellungnahme überhaupt der zuständigen Strafvollzugskammer (= Gericht!) zugeleitet wird? Wenn nein, dann sei vorsichtig mit Deinen pauschalierten, in dieser Hinsicht unqualifizierten Äußerungen. Sie entsprechen nämlich keinesfalls der Realität! :-)

Der Skandal besteht nicht darin, daß die Täter Therapie- und andere Hilfsangebote erhalten. Er besteht darin, daß für die Täter es eine ganze Reihe solcher Hilfsschienen gibt, während nach meiner Kenntnis die Hilfsangebote für die Opfer und deren Angehörigen sehr spärlich gesäht sind.
Ich gebe Dir völlig Recht und bin vollkommen mit Dir, wenn Du endlich mehr Hilfe für die Opfer einforderst.
Ich habe auch den Eindruck, daß insbesondere bei Sexualdelikten manche Richter Ihren Spielraum bei der Strafzumessung nicht völlig ausschöpfen. Das muß ja nicht zwangsläufig in jedem Fall gleich die Höchststrafe bedeuten, aber auch ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß vor der Höchststrafe seitens der Richter desöfteren zurückgeschreckt wird.
verwechsle das aber bitte nicht mit dem Strafvollzug, der spielt sich auf einer völlig anderen Ebene ab.

Rachegelüste aber helfen nicht weiter. Ich sage aber auch hier nochmals ganz deutlich, daß Opfer solcher Straftaten zumeist nicht mehr objektiv in dieser Sache denken können und deshalb als Richter solcher Prozesse nicht taugen. Das ist absolut verständlich, ich verurteile es nicht, will es aber trotzdem beim Namen genannt haben.

Eine Strafe, wie gestaltet auch immer, kann keine Tat rückgängig machen. Ich bin mir auch dessen bewußt, daß ein Diebstahl andere Folgen und Gefühle beim Opfer erzeugt als Geiselnahme, Vergewaltigung und schwere oder gefährliche Körperverletzungen. Keine Strafe hilft direkt dem Opfer selbst, sie hilft möglicherweise bei der Verarbeitung, aber wir dürfen nicht in die Schiene geraten "Je härter die Strafe, desto besser für das Opfer..." DAs halte ich für Irrsinn.

Wenn Du freilich in einer Bestrafung nur die Befriedigung deiner verständlichen Rachegelüste siehst, können wir nicht weiterdiskutieren, weil sich dann unsere Wege scheiden. Es bliebe bei mir zwar Verständnis, folgen in Deinen Wünschen und Anliegen hinsichtlich der Strafart für die Täter könnte ich Dir nicht mehr. :-)

Ich wünsche Dir, daß Dir die ewrforderliche Hilfe zuteil wird, die Du benötigst und die Du für Dich erwünschst. Ich wollte Dir nicht auf die Füße treten, ich wollte auch nicht um Verständnis bei Dir werben für die Täter (das habe ich ja selbst nicht), mein Anliegen ist lediglich, bei aller Verzweiflung nicht über das Ziel hinauszuschießen.

Liebe Grüße
Ralph/Snoopy

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Je, es ist eine Ohrfeige!

Antwort von kruemel2001 am 17.12.2004, 10:46 Uhr

Auch die anderen Frauen und Männer die sich dort versuchen wieder aufzubauen und zu helfen, haben die Erfahrung mit unserem sog. Rechtsstaat hinter sich und keinerlei Hilfe erfahren, dafür die Täter um so mehr und das kann einfach nicht angehen.
Klar, es gibt ne Statistik,, aber wer kann denn sagen, wie hoch die Dunkelziffer ist? Wahrscheinlich weitaus höher als man sich vorstellen kann! Und warum? Weil man durch div. "Urteile" weiß, welche Pein es für die Opfer ist und Täter, wenn überhaupt zu lasch bestraft werden. Jemand im Forum hatte beim 100. User geschrieben: Wir haben 100 Mitglieder erreicht, in jedem anderen Forum würde man sich drüber freuen, aber hier ist jeder der sich anmeldet einer zu viel.
LG Susi, die sich fürs aufbauen und Unterstützen bedankt

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Ich bin immer sehr erstaunt,

Antwort von ninas59 am 17.12.2004, 10:51 Uhr

dass Postings offensichtlich grundsätzlich in Schubladen gehören. Dies hat zur Folge, das grundsätzlich mehr Text zwischen den Zeilen gelesen wird als tatsächlich in den Postings steht.
Der eigentliche Inhalt wird dann meist auf Grund des "Zwischenzeileninhalts" vollkommen in den Hintergrund gedrängt.

Ich finde es unpassend Misshandlung, Missbrauch, Vergewaltigung, Tötung aus Triebhaftigkeit und Pädophile Neigung in einen Topf zu werfen.

Ich habe nie behauptet, dass ich Verständnis für Männer habe die sich aus reiner Triebhaftigkeit an Kindern vergehen und sie hinterher töten (weiter unten nachzulesen). Das wird mir aber sofort unterstellt wenn ich behaupte, man müsste pädophiler Veranlagung Hilfe anbieten.
Ich behaupte auch, dass Eltern die Ihre Kinder misshandeln Hilfe nötig haben.

Ich wäre euch allen schrecklich dankbar wenn wir uns einfach auf die Themen und Inhalte begrenzen könnten, und dem Anderen zulesen ohne Etiketten aufzukleben.
Nur so haben wir die Chance auch mal andere Meinungen und Gedanken kennenzulernen und uns so auch weiterzuorientieren.

Ich muss auch ehrlich sagen Diskussionen mit Kopfnickern sind einfach weniger ergiebig als Auseinandersetzungen mit fremden Einstellungen.

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Re: Je, es ist eine Ohrfeige!

Antwort von ninas59 am 17.12.2004, 10:56 Uhr

..."Jemand im Forum hatte beim 100. User geschrieben: Wir haben 100 Mitglieder erreicht, in jedem anderen Forum würde man sich drüber freuen, aber hier ist jeder der sich anmeldet einer zu viel."

Es wäre nett, wenn du dazu erklären würdest wie du das gemeint hast.

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@Krümel

Antwort von elody am 17.12.2004, 10:58 Uhr

Hallo Krümel.
Deine Erfahrung kann ich sehr gut nachvollziehen.
Ich gehe bei sowas auf die Barrikaden, da es in meiner Familie einen Täter gibt und in meinem Freundeskreis ein Opfer das nie Hilfe erfahren durfte.
Auch wurde der Täter niemals belangt.
Der Täter aus meiner Familie hat jetzt Lebenslänglich bekommen und das bittere daran ist, dass es ihn nicht weiter stört, da er ja jetzt versorgt ist.
Seine Kindheit war bescheiden, wenn nicht sogar schrecklich. Jedoch rechtfertigt es nicht ein 16 jähriges Mädchen zu töten.
Gruss mONI

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Re: Jetzt sind wir bei einem anderen Thema angelangt... ! (vorsicht: lang und möglicherweise provokativ!)

Antwort von kruemel2001 am 17.12.2004, 11:04 Uhr

Hallo Ralph!
In einem punkt hast Du Recht: Ich kenne mich im Strafvollzug nicht aus, ABER: Wenn es so strenge Prüfungen gibt, dann frage ich mich doch, wie es sein kann, das ein Täter ( egal für welches Verbrechen) vorzeitig entlassen wird, weil alle der meinung sind, er ist resozialisiert und wie es dann immer wieder vorkommt, das so ein mensch freikommt und kaum das er draussen ist munter weitermacht. daläuft doch was schief! ( hoffe Du verstehst wie ich das meine)
Rache, ja Racheglüste hatte ich sehr lange, gebe ich offen zu, und Hass, abgrundtiefen Hass. Wie oft habe ich mir vorgestellt, was ich diesem kerl alles antun würde, wenn ich die Kraft und Möglichkeit dazu hätte. Aber über den Punkt bin ich glaub ich drüber. In erster Linie dominieren momentan Ekel und Verständnislosigkeit und vor allem Holflosigkeit mir selbst gegenüber.
Ich binin einer Phase angekommen, wo ich über den Missbrauch sprechen kann und der liegt inzwischen 18 Jahre zurück, solange habe ich gehasst und verdrängt, aber nicht verarbeitet und ich denke, das es auch noch ein langer Weg werden wird.
Es geht mir nicht mehr um Rache, es geht mir darum, das Täter zu milde bestraft werden, das SIE Hilfe bekommen, die Opfer bei Verhören noch mehr gepeinigt werden, ihnen in Verhandlungen eine blühende fantasie unterstellt wird ( sicher gibt es auch solche Fälle, dAs weiß ich) und wenn alles nix nützt, hatte der Täter eben eine schwere Kindheit und spätestens das zieht. Ich mein, ich hatte eine verdammt schwere Kindheit, mit vielen, vielen Schlägen und dem Missbrauch, aber deswegen renn ich doch nicht durch die Gegend und tue anderen dasselbe an, im gegenteil, ich versuche alles um das zu verhindern. Da schon beginnt mein Unverständnis, ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum diese Aussage vor gericht immer noch so bewertet wird, das ist für mich einfach kein Argument, eine Tat (wieder egal welche) zu rechtfertigen.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum diese taten so gering bestraft werden, warum Täter Hilfe erhalten statt der Opfer, warum Täter beschützt werden und nicht die Opfer.
Ich glaub, das war jetzt ziemlich wirr,, aber ich kämpfe schon wieder mit mir und ich hoffe, das ihr trotzdem versteht was ichmeine.
LG Susi

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Mißverständnisse?

Antwort von Ralph am 17.12.2004, 11:04 Uhr

Hallo,

hier werden zwei Dinge miteinander verwechselt: Verständnis und Ursachenforschung/Therapie.
Daß für die Opfer zuwenig getan wird, ist m.E. unbestritten, da sind wir unds einig.

Verständnis in Form von Verständnis, das die Tat verharmlost, lehne ich ab.
Etwas völlig anderes ist es aber, sich mit der Erforschung der Hintergründe zu beschäftigen, um an der gesamtsituation etwas zu ändern.
Herrje, wir alle müßten doch größtes Interesse daran haben zu ergründen, wie so eine Persönlichkeitsstruktur entsteht (die ist nicht angeboren), wodurch wird soetwas evtl. ausgelöst, was fördert es etc.pp Nur so haben wir doch überhaupt erst eine Chance, eines Tages vielleicht früher gegenzusteuern, OHNE daß es zu einer solchen Tat kommt.
Mit Verständnis hat dies nichts zu tun. jedenfalls ist das meine Sichtweise.

Solche Täter gehören für mich auf lange Zeit hinter Gitter UND therapiert, möglicherweise auch nach Strafende in anschließende Sicherheitsverwahrung. Nur zur Information: Eine Sicherheitsverwahrung kann auch nachträglich während der Haft von einem Richter noch angeordnet werden. :-)

Und Heike, warum nur bei Pädophilen? Ich denke, das gilt für Sexualdelikte allgemein, oder ist die Vergewaltigung einer 17jährigen oder eines22jährigen (!) nicht so schlimm wie der Mißbrauch einer 8jährigen?
Für mich macht das keinen Unterschied, ich finde alles auf diesem Felde gleich abscheulich.

Viele Grüße
Ralph/Snoopy

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Re: @ ninas59

Antwort von kruemel2001 am 17.12.2004, 11:06 Uhr

Hallo!
das war so gemeint, das es eigentlich traurig ist, das wir das 100. Mitglied verzeichnen mussten, das es traurig ist, das soviele menschen diese erafhrung machen mussten. Das ist mit "jeder der sich hier anmeldet ist einer zuviel" gemeint.
LG Susi

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Genau Mißverständnisse

Antwort von Schwoba-Papa am 17.12.2004, 11:22 Uhr

Danke Ralph

ich schreib nix mehr zu dem Thema da offensichtlich hier, so wie Ninas59 auch schreibt, munter hineininterpretiert wird.

Grüßle

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@Ralph

Antwort von Heike71 am 17.12.2004, 11:25 Uhr

JEDER Missbrauch ist schlimm. Nur im Gegensatz zu einem Erwachsenen ist ein Kind völlig hilflos. Bestraft und geächtet gehört beides.

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@Ralph

Antwort von tinai am 17.12.2004, 11:37 Uhr

Es tut richtig gut, dass Du Dihc eingeklinkt hast. Du schreibst mir aus der Seele.

Ich hatte mich weiter unten ausgeklinkt, als der Aufruf nach "Gleichem mit Gleichem" und "Folter für die Täter" gemacht wurde.

Es wird zu viel hineininterpretiert. Viel zu viel!

Ich bin wie Du der Meinung, dass kein Mensch als MOnster geboren wird, dass es in unser aller Interesse sein muss, herauszufinden, wie jemand zum Täter geworden ist - aber nicht um des Täters willen, sondern um des Opfers und der zukünftigen potentiellen Opfer Willen.

Um entsprechend präventiv Möglichkeiten zu schaffen. Natürlich macht es wütend, wenn Täter bald fröhlich ihrer Wege gehen und das ist für die Opfer schlimm. Auch ist es schlimm, dass Opfer oft um eine Psychotherapie kämpfen müssen, während das bei Tätern eher selbstverständlich ist.

Aber deswegen kann ich doch nicht das ganze System in Frage stellen und sogar unseren Rechtsstaat.

Ich habe selbst ein Opfer sexueller Gewalt in der Verwandtschaft und ich kann ungefähr nachvollziehen, welche Folgen das für die Opfer hat, ein Leben lang. bis hin zur Zerstörung eines bis dahin geordneten Lebens und einer Persönlichkeit.... Dennoch kann ich doch nicht die Opfer zu Richtern machen und schon gar nicht die Rachegelüste des Mobs!

Wäre ich Mutter eines misshandelten Kindes, ich wüsste nicht, zu was ich allem fähig wäre, ich möchts mir nicht vorstellen, rechtfertigen könnte ich es auch nicht.

Also Ralph, halte durch in Deiner Argumentation, vielleciht bewirdkst Du doch was.

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Ich verstehe Dich vollkommen...

Antwort von Ralph am 17.12.2004, 11:45 Uhr

Hallo Susi,

ich verstehe Dich vollkommen. Ich verstehe Deine Verzweiflung, Deinen Hass, ich kann auch Deine Phantasien gut nachvollziehen, was Du alles mit "dem" anstellen würdest, käme er Dir nur in die Finger.
Und Du bist ja nicht alleine, Opfer wie Dich gibt es zuhauf, und sie werden offenbar weitestgehendst alleine gelassen, und genau das SCHREIT ZUM HIMMEL!!!

Zu den 2/3-Entlassungen noch ein Wort: Ich habe selbst solche Stellungnahmen formuliert. Beteiligt sind Psychologen (unsere waren übrigens sehr kritisch), die "Schließer" und auch andere Voillzugsabteilungsleiter. Bei Bedarf werden auch Gutachten von außerhalb angefordert. Manchmal deckt sich dieses Gutachten mit den Erkenntnissen des Vollzugs. Wir hatten aber auch schon den Fall, daß ein Gutachter positiv für den Gefangenen begutachtet hatte, die Erkenntnisse im Vollzugsalltag aber gänzlich anders waren (auch die der hauseigenen Psychologen). Dann kann man versuchen, dieses Gutachten, das der Gefangene ja auch kennt, elegant zu umkurven und zu "interpretieren"... (wenn Du verstehst, was ich meine... ;-) )
Ich kann Dir nur versichern, daß, bevor überhaupt eine befürwortende Stellungnahme zum Richter geht, sich sehr viele Menschen im Vorwege einig sein müssen.
Natürlich bleibt immer ein Restrisiko dabei, man kann in keinen Menschen hineinblicken. Andererseits vergegenwärtige Dir, daß es unzählige Entlassene gibt, die resozialisiert sind, was niemand erfährt. In der Presse stehen nur die rückfälligen Täter. Aber ist das nicht zwangsläufig so?

Zum Täterverständnis: Ich habe eine 2/3-Stellungnahme geschrieben für einen Gefangenen, der schon einiges auf dem Kerbholz hat. Da seine letzte Straftat bundesweit Aufsehen erregte, darf ich aus Datenschutzgründen nichts konkretes sagen. Das Ergebnis meiner Stellungnahme stand schon vor dem ersten Satz fest: Negativ!
ABER: Ich habe sehr lange Gespräche geführt, u.a. mit der Psychologin, mit Menschen, die tagtäglich mit ihm zu tun haben, letztlich auch insgesamt drei längere Gespräche mit ihm. Seine Biographie ist ebenso niederschmetternd wie seine Taten, und diese Biographie macht vieles nachvollziehbar. Ich bitte Dich, da nicht zu widersprechen, es gibt diese Biographien, könnte ich sie schildern, würden hier auch einige in Tränen ausbrechen, dessen bin ich mir sicher (weil so oft hier von Gewalt gegen Kindern die Rede ist, und ich rede von noch komplexerer Gewalt als bei sexuellem Mißbrauch im Kindesalter!)! Das macht seine Taten um keinen Jota positiver, und im Ergebnis wird dieser Mann nie wieder in Deutschland frei herumlaufen. Auch die Leute im Strafvollzug sehen das so.
Trotzdem mußte diese Stellungnahme formell erstellt werden, und auch sie darf nicht nach Schema F erfolgen.
Nochmal, das hat nichts mit Verständnis zu tun, und sicherlich gibt es diese abgebrühten, berechnenden und völlig abgestumpften Täter. Keiner der beiden Tätertypen ist die regel, und das ist das Entscheidende.

So, meine Arbeitssoftware geht wieder, deshalb muß ich jetzt schließen. Viel mehr hätte ich eh nicht mehr zu sagen gehabt! :-)

Viele Grüße
Ralph/Snoopy

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Re: Ich verstehe Dich vollkommen...

Antwort von kruemel2001 am 17.12.2004, 12:11 Uhr

Hallo Ralph!
Ich denke aber, das gerade die Urteile die man in Presse und Fernsehen zu lesen/sehen bekommt ( anders hat man ja eigentlich kaum die Möglichkeit hinter die Kulissen zu blicken), ausschlaggebend für Anzeige oder stilles weiterleiden sind. Es wird eben nur über Rückfälle von Tätern berichtet, kaum von solchen, die sich und ihre Neigungen in den Griff bekommen haben. Auch ich habe mich davon beeinflussen lassen, selbst als ich ausgezogen war, hatte ich nicht den Mut Anzeige zu erstatten. Ich hatte und habe heute noch eine Schei....angst vor diesem Kerl, bei ihm könnte ich mir vorstellen, das er auch noch zum Mörder wird, wenn ich auch nur ansatzweise versucht hätte, ihn "anzuschwärzen", angedroht hat er es mir oft, und glaub mir, wenn Du den gesichtsausdruck dabei gesehen hättest, hättest Du auch den Mund gehalten. Ich denke, es gehört noch viel Aufklärung dazu, von einem Insider so wie Dir, das Täter öfter angezeigt werden, andererseits, denke ich, das aber auch die Justiz umdenken muss, das Opfer nicht malträtiert werden, das auch Opfern so selbstverständlich wie den Tätern Hilfe angeboten wird und das es keine verjährungsfristen mehr gibt. Ich denke, heute wäre ich in der Lage ihn anzuzeigen, ich hätte Unterstützung in der Familie ( zumindest bei den meisten) und würde es durchstehen. Soweit ich weiß, ist die letzte Chance zur Anzeige, wenn das Opfer 28 Jahre alt ist, die Justiz geht davon aus, das man nach so langer zeit die Kraft und den Mut hat, hat man aber nicht. Das sind Punkte, die mir am herzen liegen würden. Natürlich würde ich auch gerne hinterfragen "Warum hast Du mir das angetan", aber ich denke, das man auf diese Frage nur Ausflüchte, wenn überhaupt bekommt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, was jemanden dazu treibt,, ich mein, es sind Erwachsene menschen und können doch recht von unrecht unterscheiden. da wird soviel geld in die Raumfahrt und unsere Politiker gesteckt, aber um Ursachenforschung bei Straftätern kümmert sich niemand.
Bis jetzt hab ich es noch nicht so gesehen, aber Du hast Recht, wenn man wüßte, was menschen zu Straftaten veranlasst, ob es vorab schon gewisse Anzeichen gibt, könnte man eingreifen, bevor etwas passiert.
LG Susi

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asooooooooooooooo

Antwort von ninas59 am 17.12.2004, 12:48 Uhr

jetzt weiss ich auch welches Forum du gemeint hast.

Das hatte ich irgendwie nicht mitbekommen. Ja, das ist leider sehr traurig :-(

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