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Geschrieben von Trini am 14.10.2016, 7:43 Uhr

Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Gestern ging es doch um den ignorierten Anruf der Syrer bei der Polizei.

Mir fiel dann am Nachmittag eine Geschichte aus meinem Studium ein. Ich hatte einen Kommilitonen aus dem Jemen, der nach vier Jahren Studiumdie deutsche Sprache wirklich ordentlich beherrschte. Trotzdem waren seine Referate (und generellen mündlichen Ausführungen) immer eine Herausforderung - es klang IMMER arabisch.

Telefon erschwert die Kommunikation zusätzlich.

Insofern muss man nicht blöd oder ignorant sein, um einen solchen Anruf nicht zu verstehen. Selbst der Name klingt original ausgesprochen anders, als wir es uns denken.

Trini

 
12 Antworten:

Re: Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Antwort von Häsle am 14.10.2016, 9:00 Uhr

Vor allem, wenn der Name mitten im arabischen/arabisch gefärbten Redefluss steckt. Kann man ja bei YouTube o.ä. mal selber ausprobieren, wie viel man verstehen würde.

Falls der Anruf zur 110 ging, dürfte es eine Aufzeichnung geben. Dann könnte man nachvollziehen, ob der Beamte nichts verstanden oder nur keinen Bock hatte (was ich mir ehrlich gesagt bei einem flüchtigen Terroristen weniger vorstellen kann, als wenn nur jemand seinen Nachbarn wegen Rasenmäherlärm denunzieren will...).

Re: Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Antwort von Steffi528 am 14.10.2016, 9:50 Uhr

Ich habe recht viel mit Leuten mit starken arabischen Slang zu tun. Das ist schon face to face schwer (und da habe ich zur Kommunikation auch noch Mimik und Gestik, die jedoch auch da zwischen deutsch und arabisch nicht ganz einfach ist). Am Telefon ist das besonders schwer, da dann auch Mimik und Gestik fehlt und die Stimmlage des arabischen für uns deutschsprachigen (und wir haben ja schon eine eher aggressive Stimmfärbung) noch eine Runde "härter" klingt.
Selbst langjährige Übersetzer sind da manchmal sehr schwer, weil sie nämlich zum Übersetzen immer im Kopf hin und her springen müssen.

Och selbst gehöre zu den nonverbal sprachbegabten Leuten, aber am Telefon ist es schwer.

Re: Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Antwort von DK-Ursel am 14.10.2016, 11:43 Uhr

Hej allesammen!

Meinen Kursisten erzähle ich immer wieder,d aß oft die Aussprache, der Wortakzent, wichtiger sind als 100% richtige Grammatik - je besser die ist, umso schöner, aber ohne gute aussprache wird das auch nichts.

Ich erinnere mich an die dt. Anfänge meines Mannes, der mit seinem - fast vergessenen und daher eher rudimentären - Schuldeutsch zu mir nach Dtld. zog.
Wir hatten damals einen Freund aus Chile, der schon länger in Dtld. lebte und die dt. Sprache grammatikalisch gut beherrschte, aber eben mit spanischer Betonung und Akzent sprach.
Eine meiner kolleginnen in der Bibliothek meinte dann hatte deutlich mehr probleme, den von der Grammatik her gut sprechenden Chilenen als meinen Mann mit vielen Grammatikfehlern zu verstehen, einfach weil eben der Akzent und die germanischen Wortakzente besser in ihr Ohr gingen.

In einem meiner jetzigen Kurse ist auch eine sehr tüchtige Vietnamesin, die mit der Grammatik - i mgegensatz zu den meisten Dänen - nicht die geringsten Probleme hat, die aber heftig mit der Aussprache kämpft und oft nur sehr schwer zu verstehen.
Und die Dänen, die meistens kein ordentliches dt. AAAA, sondern eine Mischung zum Ä hin sprechen (wie es im Dänischen auch oft möglich ist und eben KEIN ä bzw. æ ist), die sind auch schon enorm schwer zu verstehen, wenn sich im deutschen Satz die ä-s häufen.

Von daher: Ich verstehe Deine Erklärung sehr, trini, genauso erfahre ich es beinahe täglich!

Gruß Ursel, DK

Re: Telefonieren in fremder Zunge-mein täglich Trauma

Antwort von Benedikte am 14.10.2016, 16:54 Uhr

Trini,
ich glaube, dass jeder, der aus seinem Beruf praktische Efahrungen hat mit telefeonieren in Fremdsprachen GENAU weiss, wie ein Telefonat zwischen einem nicht deutsch sprechenden Syrer und einem nicht arabisch sprechenden Deutschen abläuft- gerade wenn es "komplexe Inhalte" hat.


Und deshalb würde ich mich da immer sehr bedeckt halten vonwegen "wie konnten das passieren". Ich führe Telefonate in Fremdsprachen-und im Regelfall schicke ich den Partnern eine mail, den Inhalt zusammenfassend- um etwas für die Akte zu haben eben WEIL telefonieren so heikel ist. Und bei mir ist es kein arabisch, sondern nur "normale" Fremdsprachen.

von daher- mir ist das total klar.....

Wobei ja auch zur Debatte steht, dass die Polizisten den Anrufer schon ...

Antwort von Sille74 am 14.10.2016, 17:01 Uhr

... verstanden, ihm aber nicht geglaubt haben ... Das wäre natürlich in der Situation ein ganz, ganz grober Schnitzer ...

Ansonsten stimme ich voll zu ... Alles schon selbst erlebt am Telefon ... von beiden Seiten (selbst wegen unsäglichem Gestammel nicht verstanden worden und mit unverstandlichem Gestammel konfrontiert ...)

Wie es letztlich gewesen ist, dürfte ja leicht zu ermitteln sein, denn es wird ja sicher einen Mitschnitt des Gesprächs geben ...

Re: Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Antwort von Lauch1 am 14.10.2016, 17:14 Uhr

Es ging aber nicht nur ums nicht verstehen können (oder wollen, der Name des Gesuchten wäre zumindest zu verstehen gewesen), sondern ums auflegen und damit auf sich beruhen lassen.

Re: Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Antwort von Benedikte am 14.10.2016, 18:01 Uhr

alleine den Namen habe ich mehrfach unterschiedlich geschrieben gesehen-von
Dschabir al-Bakr bis Jaber Albakr alles dabei. Kurze Vokale nutzt wohl jeder, wie er will.

Kurzum- alles keine Entschuldigung- aber Erklärung

Re: Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Antwort von DK-Ursel am 14.10.2016, 19:10 Uhr

Hej nochmal!

Da glaube ich auch, daß selbst ein Name anders als von uns (in den Nachrichten und sonst) ausgesprochen wird.
Dänen bekommen meinen Namen auch nicht immer richtig hin... -- und der ist nicht arabisch - und mit anderer Betonung bekommen manche auch bekannte Städtenamen nicht mit...(gerade erst im Kurs wieder erlebt)

Naja, bei dem Pannendrama warte ich aber aucherstmal ab., ob es wirklich eine Aufzeichnung des Gesprächs gibt.. nochmal

Gruß Ursel, DK

Re: Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Antwort von Lauch1 am 14.10.2016, 19:14 Uhr

Sehen wir mal. Würde mich jedenfalls wundern, wenn nicht die Worte bomb oder terrorist gefallen wären. Dazu braucht es kein fließendes Englisch.

Re: Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Antwort von Steffi528 am 14.10.2016, 21:13 Uhr

Mal schauen ob es eine Aufzeichnung gibt. Vielleicht ging ja ganz zufällig das Aufzeichnungensgeraet nicht

Re: Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Antwort von Steffi528 am 14.10.2016, 21:14 Uhr

Mal schauen ob es eine Aufzeichnung gibt. Vielleicht ging ja ganz zufällig das Aufzeichnungensgeraet nicht

Re: Telefonieren - eine Anekdote aus meiner Jugend

Antwort von shinead am 17.10.2016, 12:01 Uhr

Ich habe lange Zeit am Telefon gearbeitet und mit Menschen auf der ganzen Welt telefoniert, die mal mehr oder weniger die mir geläufigen Fremdsprachen konnten.

Es ist tatsächlich eine Frage des Trainings. Wer öfter telefoniert, gerade mit schwierigen Sprachkenntnissen wird da flexibler. Auch wenn man die Sprache nicht spricht.

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