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Geschrieben von ninas59 am 19.01.2005, 10:58 Uhr

Gedanken zur 66jährigen Mutter

Ich habe heute über die 66jährige Mutter in einem Boulevardblatt gelesen. Das hat mich angeregt doch noch mal darüber nachzudenken.

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich tatsächlich eine definitiv negative Meinung, respektive überhaupt eine Meinung dazu habe.
Je mehr ich über jedes meiner ablehnenden Gedanken nachdenke, desto ungerechter und intoleranter empfinde ich diese.

Argument 1
Aufgrund des Alters und der durchschnittlichen Lebenserwartung kann man davon ausgehen, dass das Kind relativ früh Waise würde.
Würde ich an diesem Argument festhalten, müsste ich auch der Überzeugung sein, dass eine junge todkranke Frau keine Kinder bekommen sollte. Diese Meinung vertrete ich aber nicht.

Argument 2
Die Frau würde der Wahrscheinlichkeit nach bald gebrechlich werden und könnte ihr Kind nur bedingt versorgen.
Auch hier müsste ich den Vergleich zu behinderten Eltern ziehen, denen ich allerdings auch nicht das Recht auf Kinder absprechen möchte.

Argument 3
Das Kind hätte eine Mutter im Alter einer Urgrossmutter.
Das bedeutet, das Kind hätte eine Mutter die anders ist als andere Mütter. Auch hier gibt es Beispiele von Eltern die aufgrund der Optik, der Gebrechlichkeit, eines Fehlwuchses oder vielleicht wegen Homosexualität anderes sind als andere Eltern. Trotzdem lieben diese Kinder ihre Eltern, trotzdem stehen sie zu ihren Eltern. Ich möchte darüber nicht urteilen. Denn auch wenn diese Kinder auf die Toleranz der Gesellschaft angewiesen sind, gibt es ihnen zugleich die Möglichkeit zu toleranten und starken Persönlichkeiten heranzuwachsen.

Argument 4
Die körperliche Belastung ist für eine Frau in diesem Alter sehr hoch, und es stellt sich die Frage ob sie dieser Belastung gewachsen ist.

Dies liegt in der Entscheidung der Frau, auch wenn ich für mich definitiv in schon viel jüngeren Jahren anders entscheide, so kann ich das nicht als Messlatte für andere Personen ansetzen.

Ich bin mir nur über eines sicher. Die Handlung des Arztes finde ich nach wie vor unverantwortlich. Anders wäre es ,wenn die Frau auf natürlichem Wege schwanger geworden wäre.


Wie ihr seht kann ich mir auch selber besten wiedersprechen ;-)

 
22 Antworten:

Re: Gedanken zur 66jährigen Mutter

Antwort von sterntaler am 19.01.2005, 11:27 Uhr

moin ninas,
frei nach dem motto von udo,...."mit 66 jahren da fängt das leben an, mit 66 jahren, da hat man spaß daran..!?" *träller*

nee, tut mir leid, aber irgendwo und irgendwann sollte man eine altersgrenze was die menschliche fortpflanzung betrifft, ziehen.
ich kann nur für mich sprechen und ich empfinde eine solche lebensfürung- bzw haltung gegenüber anderen verantwortungslos, sprich aus ethischen gründen einfach nicht korrekt!

vielleicht sind meine denkweisen zu anachronistisch geprägt, aber nunja, wir leben gottseidank in einer demokratie, in der jeder für sich selbst entscheiden und verantworten kann und muß!

liebe grüße
sterntaler

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Re: Gedanken zur 66jährigen Mutter

Antwort von marit am 19.01.2005, 11:30 Uhr

ich sehe es ganz ähnlich...und finde es nicht grundsätzlich verwerflich. Natürlich ist es sicher nicht leicht für ein Kind, eine so alte Mutter zu haben. Aber dann müßte man es eben auch in vielen anderen Fällen restriktiver handhaben. Eine Frau mit manischem Kinderwunsch im mittleren Alter oder eine sehr junge Mutter, die gnadenlos unterschätzt hat, was auf sie zukommt, kann genauso problematisch sein.

Außerdem gibt es ja auch jede Menge Väter in diesem Alter. Gerade auch unter Prominenten. Darüber regt man sich mal wieder nicht in derselben Weise auf...

Was künstliche Befruchtung angeht, muß der Arzt sicherlich eine Einzelfall-Entscheidung treffen. eine Frau, die heute Mitte 60 ist, ist biologisch ungefähr so alt, wie vor 50 Jahren eine Mittvierzigerin. Und in dem Alter konnte man auch damals durchaus noch Kinder bekommen.

Ich habe eher generell vorbehalten gegenüber derart drängenden Kinderwünschen, daß man dafür bereit ist, den eigenen Körper so stark zu manipulieren. Wenn man aber grundsätzlich nichts dagegen hat, sollte man auch keine künstlichen Altersgrenzen hochziehen. Meine beiden Großmütter sind noch beide höchst agil- und beide schon über 80. Sie hätten ein Kind also noch bis ins Erwachsenenalter begleiten können. Frauen, die jetzt ca 60 sind, haben ja noch eine höhere Lebenserwartung als die in meiner Omageneration.

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Re: Gedanken zur 66jährigen Mutter

Antwort von Trini am 19.01.2005, 12:02 Uhr

Wenn die Menopause auch später eintritt, ist auch ein späteres Kinderkriegen kein Problem.

Und die Männer im hohen Alter (Picasso, Chaplin) waren ja auch noch zeugungsfähig (auf natürlichem Wege).

Eine für mich unzulässige Manipulation ist es, wenn einer Frau jenseits der Menopause ein Baby aus einer "fremden" Eizelle implantiert wird, wie das dieser Prof vor Jahren in Italien gemacht hat.

Trini

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Mal ne Frage hab

Antwort von Schwoba-Papa am 19.01.2005, 12:18 Uhr

wie hat denn die 66jährige das Kind bekommen ? Klassisch durch Sex oder wurde da nachgeholfen und wie ?
Ich hab immer gedacht nach den Wechseljahren ist der Ofen aus (Oh, entschuldigt bitte diese Ausdrucksweise) ? :-)

Grüßle

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Re: Gedanken zur 66jährigen Mutter

Antwort von ninas59 am 19.01.2005, 12:19 Uhr

Ganz so tolerant sehe ich persönlich die Entscheidung des Arztes nicht unbedingt.

Die Frau war inzwischen absolut unfruchtbar, und es wurde eine fremde Eizelle eingesetzt. Es geht also schon ein etwas über die künstliche Befruchtung hinaus.
Die Frau hatte ihre gebährfähige Zeit einfach verpasst.
Auch ich merke schon einen gewissen alterungsprozess, auch wenn mein Hormonspiegel sich in meinem Alter eher noch unmerklich zurückzieht so steigt auch heute schon das Risko ein behindertes Kind zu bekommen merklich an.
Eine Schwangerschaft verlangt dem Körper Höchstleistung ab, nach der Geburt regeneriert sich der Körper wieder. Bei älteren Menschen überwiegt aber der Abbau eine Regeneration ist bei einem stetigen Zellabbau eigentlich nicht mehr möglich. Die Biologische Uhr fürs Kinderkriegen ist einfach abgelaufen.

Ich stehe auch Schönheitsoperationen im Sinne von verschönern nicht aufgeschlossen gegenüber. In solchen Fällen überschreiten Ärzte mit dem Machbaren die Grenze des Vertretbaren.

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meinst du mich oder Marit...?

Antwort von ninas59 am 19.01.2005, 12:22 Uhr

Beides, Sex und Befruchtung, hingen in diesem Fall nicht unmittelbar zusammen. ;-)

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aber welche 66jährige tut sich das wirklich an

Antwort von Schwoba-Papa am 19.01.2005, 12:31 Uhr

daher ist diese Aktion eher ein Beweis des medizinisch Möglichen. Sehen wir es bei 66jährigen aus der moralisch-ethischen Perspektive, müssten wir konsequenterweise bei 25jährigen den gleichen moralischen Maßstab anwenden.
Sprich, wenn sie keine Kinder bekommen können hat es die Natur halt so vorgesehen.
Da ich das aber so nicht sehe und ein medizinisches Nachhelfen bei Kinderwunsch sehr gut finde scheiden sich bei mir die Geister.

Grüßle

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Re: Gedanken zur 66jährigen Mutter

Antwort von Trini am 19.01.2005, 12:32 Uhr

Gelegentlich wird ja in Arztserien das Thema todkranke Mutter angesprochen.

Wenn eben bei der Schwangeren Krebs diagnostiziert wird - und die Entscheidung Kind oder Mutter ansteht.

DA wüßte ich auch nicht, wie ICH entscheiden würde!!!!

AAAAAABER:

Das was da in Rumänien passiert ist, ist einfach widernatürlich!

Trini

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Nachhelfen ja...

Antwort von Trini am 19.01.2005, 12:35 Uhr

aber wie es in D zum Glück noch gesetzlich geregelt ist, nur mit "eigenem" Erbmaterial.

Habe dann doch irgendwas gegen Samenbanken a la USA.
Haben die auch Eizellenbanken??

Trini

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Re: Gedanken zur 66jährigen Mutter

Antwort von ninas59 am 19.01.2005, 12:38 Uhr

Moin Talerchen :-)

Die Grenze zieht schon die Natur. Vor oder nach dem gebährfähgen Alter ist es auch für Mutter und Kind gefährlich.

"....empfinde eine solche lebensfürung- bzw haltung gegenüber anderen verantwortungslos, sprich aus ethischen gründen einfach nicht korrekt!"
Inwiefern meinst anderen gegenüber. Welchen Anderen? Für mich persönlich käme es auch auf keinem Fall in Frage.

Sehr interessant ist auch diese Rosalin (oder wie sie heisst) die mit 63 Jahren in Italien ihren Sohn durch künstliche Befruchtung bekommen hat, hat mal ein sehr interessanten Inteview gegeben. Sie hatte unüberwindbare Probleme mit dem Jungen, sie war ihm einfach nicht mehr gewachsen. Eigentlich meinte sie, dass sie das nicht noch einmal machen würde. Ob das nun eine Ente oder ein ordentliches Interview war kann ich leider nicht mehr nachvollziehen.


Jedenfalls finde jedenfalls die Handlung des Arztes für moralisch verwerflich.

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Widernatürlich

Antwort von Schwoba-Papa am 19.01.2005, 12:39 Uhr

wäre auch Siamesische Zwillinge zu trennen
wäre jede Form der Reproduktionsmedizin
wäre jede kosmetische OP oder Korrektur
wäre jede Tablette und eigentlich jeder medizinischer Eingriff

Grüßle

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Nein das sehe ich wieder anders.

Antwort von ninas59 am 19.01.2005, 12:42 Uhr

wenn eine 25jährige keine Kinderbekommen hann, dann handelt es sich um einen (hoffentlich) korrigierbaren Defekt.

Wenn allerdings die Zeit der Fruchtbarkeit abgelaufen ist, ist einfach das Verfallsdatum abgelaufen.

Die Frau war fruchtbar und hatte die Möglichkeit Kinder zu bekommen. Es fällt ihr aber lange nachdem es auf natürlichem Wege entschieden wurde ein.

Es ist somit für mich nicht das gleiche.

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Re: Widernatürlich

Antwort von ninas59 am 19.01.2005, 12:53 Uhr

Ich persönlich sehe einen qualitativen Unterschied, ob geheilt oder gehandelt wird um die Lebensqualität zur Norm zu verbessern, oder ob ich die Lebensqualität darüber hinaus verbessern möchte.

Wenn ein Arzt gesunde Haut aufschneidet um ein Geschwür oder einen eitrigen Blinddarm zu entfernen so hat das für mich eine andere Qualität, als wenn er eine Nase einen Ticker verkleinert die Brüste ein bisschen vergrössert oder egal wem jenseits der natürlichen Grenzen Eizellen einpflanzt.

Die Grenze selber ist zwar leicht variabel aber doch relativ klar definiert.

Wie wäre es eigentlich wenn man einen Säuglich sein Geschwisterchen austragen lässt? Dann könnte die Mutter in Ruhe weiterarbeiten.

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Du hättest recht

Antwort von Schwoba-Papa am 19.01.2005, 13:01 Uhr

wenn sämtliche Schönheits-OP´s nur aufgrund Perfektionismus erfolgen würden (wobei es die meisten sind). Aber hin und wieder wird auch aus psychologischer oder medizinischer Indikation geschnippelt. Haben die dann Sonderrechte ?

Grüßle

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Meiner Meinung nach

Antwort von ninas59 am 19.01.2005, 13:10 Uhr

Ja, aber wie gesagt, DA ist eben die variable Grenze.....

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DA gäbe es auch noch...

Antwort von ninas59 am 19.01.2005, 13:17 Uhr

Implanting....Zungenspaltung....Ohren spitzen.... Zähne feilen....Nur um einen bestimmten Episode der Lebensphasen zu entsprechen.

Für die Zukunft lehne ich dann auch noch Amputing ab!! (nur in weiser Vorraussicht)

Grenzwertig sind Piercing, Tattoo sogar Tackern und Branding etc. Das muss jeder selbst entscheiden.

Juristisch gesehen wäre sogar das Haareschneiden Körperverletztung..... (schlecht für Friseure)

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Re: Gedanken zur 66jährigen Mutter

Antwort von Karl-Heinz am 19.01.2005, 13:48 Uhr

Finde diese Diskussion sehr interessant. Bei einer anderen Diskussion (Vaterschaftstest) wurde die ganze Zeit mit zum Wohle des Kindes. Dies wird hier ausgeklammert. Hier wird doch klar gegen das Wohlsein des Kindes entschieden und für die Mutter. Ausserdem die Gefahr, dass Kind und Mutter dies nicht überleben ist sehr gross. Aerzte sind nicht da um irgendwelche unnatürliche Machbarkeiten zu machen, sondern um Leben zu schützen!

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Re: Gedanken zur 66jährigen Mutter

Antwort von marit am 19.01.2005, 14:27 Uhr

Das sehe ich nicht so, Karl Heinz. Erst einmal wird doch recht kontrovers diskutiert. Fast niemand von uns findet diese Sache pauschal gut. Ich verstehe z.B. nicht, wieso man sich nicht einfach als Pflegemutter oder -oma zur Verfügung stellt, wenn es einem ohnehin nicht auf die genetische Abstammung ankommt.

Aber: du behauptest ja, daß so etwas grundsätzlich gegen das Kindeswohl spricht. Da bin ich unsicher. Jedes Kind ist mit Sicherheit unglücklich, wenn es von einem Tag auf den anderen von seinem Vater nicht mehr als Kind betrachtet wird. aber wieso sollte ein Kind grundsätzlich unglücklich sein, alte Eltern zu haben? Außerdem kann es in diese Problematik ja auch allmählich hineinwachsen und kennt es dann gar nicht anders.

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Re: dir antworte! :o)

Antwort von sterntaler am 19.01.2005, 15:24 Uhr

hallo schwobi,
nunja, diese seltsame rumänin ist künstlerin und hatte noch NIE(!) einen partner bzw lebt in solcher! ihr eigener wunsch war es jedoch ein kind zu bekommen und darum hatte sie bereits neun jahre alles geplant. der arzt hatte ihre menopause wieder "in gang" (öhm sagt man so????*schäm*) gebracht und danach künstlich befruchtet.
also wenn ihr mich fragt, war diese art und weise sowieso sehr egoistisch!

das kind wurde dann per kaierschnitt 6 wochen zu früh geboren. übrigens waren es erst zwillinge, wobei dereine davon starb!
naja nun ist das winzige mädel , ganze 1,45kilo schwer, gesund und munter laut nachrichten!
der mutter geht es ebenfalls den umständen entsprechend gut.
was vielleicht noch erwähnenswert ist, diese frau hat niemanden mehr, keinen mann und auch keinerlei verwandtschaft.
somit zur verantwortung dem kind gegenüber. >:o(

@ninas,...wenn du dies gelesen hast, wirst du meinen kleinen abschnitt sicherlich verstehen und auch nachvollziehen können! :o)

liebe grüße
sterntaler

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Re: Gedanken zur 66jährigen Mutter

Antwort von ninas59 am 19.01.2005, 17:46 Uhr

Ich versteh den Vergleich nicht ganz, aber angenommen man entscheidet sich für das Gebähren einer 66jährigen, dann wäre für das Wohl des Kindes gestimmt, denn es wäre auf der Welt und hätte eine Mutter.

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Tja

Antwort von ninas59 am 19.01.2005, 18:33 Uhr

sie ist wohl Aktionskünstlerin :-D

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Re: Gedanken zur 66jährigen Mutter

Antwort von Karl-Heinz am 20.01.2005, 16:07 Uhr

Gut, und wie lange? Wenn es 10 ist und die Mutter ins Altersheim muss, weil sie Alzheimer hat oder nur eine Nervenentzündung und sich deswegen nicht mehr bewegen kann? Wer ist dann für das Kind da?

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