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Geschrieben von saulute am 19.12.2005, 21:24 Uhr

Frage wegen der jüdichen Intelligenz.

Worin manifestiert/e sich die Tatsache, dass die meisten Anwälte und Geschäfstleute Juden sind/waren? Gibt es wirklich eine Erblichkeit der Genialität, wie der Cousin von Ch.Darwin Francis Galton (auch ein britischer Gelehrter) ende des 19. Jh. behauptete oder hängt es damit zusammen, dass die meisten Juden aus dem Bürgertum hervorkommen, aus dem Bildungsbürgertum? Damit meine ich, dass die Juden sich seit jahrhunderten in den Städten angesiedelt haben und deutlich niedrigere Geburtsrate hatten als die anderen Europäer, und damit die Bildung der kinder sich eher erlauben konnten?
Obwohl ich die Geschichte des Judentums so einigermaßen skizzenhaft kenne, sind mir die Wurzeln dieses Phänomens nirgendwo deutlich aufgetaucht.

 
12 Antworten:

Re: Frage wegen der jüdichen ...

Antwort von JoVi66 am 19.12.2005, 21:53 Uhr

Ud auch damit, daß den Juden früher sehr viele Berufe verboten waren. Kein Handwerk, Bauernstand, es gab viele Beschränkungen bei der Berufswahl, so kann man sich auch erklären, warum überproportional viele Juden im Geldhandel/ Verleih tätig waren.
Gruß Johanna

P.S. Eigentlich ein prima Beispiel in Natura, wie sehr die Umwelt(Mensch) Einfluß auf die spätere Entwicklung eines Meschen und wie hier ganzer Volksstämme haben kann.
Ich glaube nicht dass die Intelligenz per se ungerecht zwischen den Völkern verteilt ist, sondern, dass gewisse Umstände einfach andere Verhaltensweisen geprägt haben. Obwohl Juden eigentlich mehr Unterdrückung und Nachteile als Vorteile erfahren haben, hatten sie doch - auch in früher Geschichte in den meisten Ländern das Recht hatten ( auch wenn sie Menschen zweiter Klasese blieben- ich rede speziell vom Hochmittelalter bis einschl. frühe Neuzeit)) Universitäten aufzusuchen.
Gruß Johanna

Re: Frage wegen der jüdichen

Antwort von Nurit am 19.12.2005, 22:02 Uhr

Ich stamme aus einer jüdischen Familie und kann nur sagen, dass es keine besondere jüdische Intelligenz gibt. Die Frage impliziert bei mir wieder so etwas wie Rassenkunde-ich bin Jüdin, weil meine Mutter Jüdin ist und das jüdisch-sein matrilinear vererbt wird.
Ansonsten glauben wir etwas anders als viele andere Menschen und wir halten andere Feiertage ab und ein. Genetisch sind wir aber normal-ganz wirklich!
Ich denke, dass es eine Frage von Tradition und familiärer Zwänge war, warum ganze Generationen von Kaufleuten und Anwälten jüdisch waren und auch eine Frage von Netzwerken und Beziehungen. So erkläre ich mir das; aber eine genetische Dispositon gab es bestimmt nicht.

LG,
Kathrin

Re: Frage wegen der jüdichen ...

Antwort von saulute am 19.12.2005, 22:10 Uhr

Ach, dass der bauernstand den Juden verboten war, wußte ich nicht. Das erklärt natürlich einiges. Danke, Jovi.

Re: Frage wegen der jüdichen

Antwort von wassermann63 am 20.12.2005, 11:06 Uhr

Hallole,

was meinst du mit "matrilinear"? Diese Frage stelle ich, weil meine Ururoma einen jüdischen Namen trug (ich weiß allerdings nicht, ob sie selbst von Juden abstammte oder einen Juden heiratete und deshalb den jüdischen Namen trug).

LG
Jacky

Re: matrilinear

Antwort von Rio am 20.12.2005, 11:54 Uhr

Hi,

matrilinear= über die Mutterlinie = über die mütterliche verwandte Seite, nicht die väterliche

guggst du auch hier:

Matrilinearität
http://de.wikipedia.org/wiki/Matrilinear

VG,
Rio

Re: matrilinear

Antwort von Nurit am 20.12.2005, 16:32 Uhr

Rio hat es schon super erklärt. Du kannst aber auch nachforschen lassen, ob Deine Vorfahren Judenwaren: wenn Deine Uroma mütterlicherseits Jüdin war, war Deine Oma auch Judin, Deine Mutter auch und Du bist es auch. Damit bist Du automatisch z.B.berechtigt, bei Interesse Mitglied einer jüdischen Gemeinde zu werden und könntest ohne Schwierigkeiten die israelische Staatsbürgerschaft erlangen und dort auch leben (da kriegt man riesige Eingliederungskredite)....
Wenn es Dich interessiert, kann ich Dir ja mal mitteilen, wie Du es rausbekommst.

LG,
Kathrin

Re: matrilinear

Antwort von wassermann63 am 20.12.2005, 18:15 Uhr

Hallöle,

wusst' ich's doch: gewisse, allerdings nur in Teilbereichen hochentwickelte mathematische Fähigkeiten (nämlich, wenn's um meine Piepen geht ;-) sind also auf meine Urahnen mütterlicherseits zurückzufüren ...

Das ist ja hochinteressant :-) Werde gleich mal meiner Mutter berichten, was es mit der matrilinearen Vererbung auf sich hat.

Danke für die Aufklärung.

LG
JAcky

Re: matrilinear

Antwort von JoVi66 am 20.12.2005, 18:32 Uhr

Tja, dann weiß ich es nicht denn: Meine Großmutter mütterlicherseits war 3/4 Jüdin durch ihren Vater und der halben Mutter *g*! Also bin matrilinear Halbjüdin, oder hört durch die Uterbrechung, dass mein Urgroßvater eine Halbjüdinüdin geheiratet hat, meine jüdische Linie auf?
Zu blöd, dass trotzdem alle ausgewandert sind. Hitler hat sich nämlich nicht darum geschert ob von Mutters oder Vatersseite.
Tatsächlich weiß ich also nichts, da ich nicht weiß, ob der Vater oder die Mutter meines Urgroßvaters Jude/ in war.
Gruß Johanna

wobei die idee der rassenkunde

Antwort von brockdorf am 21.12.2005, 0:36 Uhr

sich anscheinend sehr festgesetzt hat...
allein die frage wie kann ich eine glaubensgemeinschaft als rasse betrachten???
alle gentests der diaspora weisen klar nach, dass zwar die blutlinien erkennbar, der verwandschaftsgrad zur ansässigen bevölkerung aber höher ist als der verschiedener juden untereinander...

Re: Frage wegen der jüdichen

Antwort von Moneypenny77* am 21.12.2005, 12:44 Uhr

Wie JoVi schon schrieb, waren die seinerzeit anerkannten Berufe Juden verwehrt. Geld als Tauschmittel hatte damals bei weitem noch nicht die heutige Bedeutung, so daß die kaufmännischen Berufe, in denen Juden dann tätig waren nicht gerade lukrativ waren.

Als das Geld anerkanntes Zahlungsmittel wurde hatten die Juden sich in diesem Bereich bereits ein kleines Monopol erarbeiten können, denn: sie hatten Geld und eben nicht nur Kartoffeln, Rinder und Schweine. Die meisten bedeutenden Banker der Historie waren Juden, weil dieser Beruf ganz früher alles andere als angesehen war. Sie verliehen das Geld, das sie hatten und nahmen dafür Zinsen, um auch etwas daran zu verdienen. Noch heute herrscht das Vorurteil vor, die Juden hätten Anfang des 20. Jahrhunderts Wucherzinsen verlangt, aus purer Habgier. Das stimmt nicht. Sie hatten einfach nicht diese Rechtssicherheit, denn wenn ein Schuldner das Geld einem Juden nicht zurück gab, konnte dieser wenig dagegen tun. Die hohen Zinsen dienten daher zur Absicherung des Kredites und zum Ausgleich der Ausfälle.

Unter der Hitlerschen Enteignung verloren auch die Banker ihre Anteile an den von ihnen gegründeten und teilweise mit jahrhundertelangen Traditionen Banken und es wurde die Mähr des "hinterlistigen und habgierigen" verbreitet, der nur an seinen materiellen Vorteil denke.

Re: wobei die idee der rassenkunde

Antwort von Nurit am 21.12.2005, 12:57 Uhr

Judentum ist nicht nur Religion, sondern die Gesamtheit aus Kultur, Tradition und Geschichte des jüdischen Volkes. Das jüdische Volk entspringt einem Stamm Gesamtisraels (ursprüngl.Juda-mit den dort lebenden Judäern). Es hat also nicht nur etwas mit Glaubensgemenschaft zu tun.

LG,
Kathrin

Re: wobei die idee der rassenkunde

Antwort von Nurit am 21.12.2005, 12:58 Uhr

Judentum ist nicht nur Religion, sondern die Gesamtheit aus Kultur, Tradition und Geschichte des jüdischen Volkes. Das jüdische Volk entspringt einem Stamm Gesamtisraels (ursprüngl.Juda-mit den dort lebenden Judäern). Es hat also nicht nur etwas mit Glaubensgemenschaft zu tun.

LG,
Kathrin

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