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Geschrieben von Johanna3 am 09.02.2019, 13:28 Uhr

ErzieherInnen aus Italien?

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Stadt-Bonn-wirbt-italienische-Erzieher-f%C3%BCr-Kitas-an-article4034117.html

Mich wundert, wie optimistisch davon ausgegangen wird, dass man in OGS und Kindertagesstätten bald italienische ErzieherInnen einsetzen kann. Ein ähnliches Vorhaben mit Personal aus Spanien ist ja bereits gescheitert....

 
17 Antworten:

woran scheiterte es?

Antwort von kunstflair am 09.02.2019, 14:06 Uhr

Ich könnte mir vorstellen, dass es klappt.
Woran ist es mit spanien gescheitert?

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von Korya am 09.02.2019, 14:58 Uhr

"Jugendamtsleiter Udo Stein erklärte, die Stadt Bonn wolle JETZT AUCH in Italien nach Fachkräften suchen lassen."

Das klingt für mich jetzt eher so, als wollten sie eine bereits bestehende Suchaktion auf Italien ausweiten.
Warum nicht? Gut ausgebildete Erzieherinnen, die händeringend Arbeit suchen, eventuell schon Deutsch sprechen, oder bereit sind, es zu lernen? Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein Anfang.

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von Johanna3 am 09.02.2019, 15:05 Uhr

Ja, natürlich soll "nur" die bestehende Suche ausgeweitet werden. In erster Linie wird in der Umgebung gesucht werden, was allerdings kaum Erfolg verspricht.

Aus dem Link:
" Voraussetzung sei natürlich, dass diese Fachkräfte vorher Deutsch lernen müssten. "

In Anbetracht dessen, welchen Stellenwert die Sprachförderung bekommen hat, finde ich das schon seltsam. Deutsch lässt sich nicht "mal eben" fließend in Wort und Schrift lernen.

Re: woran scheiterte es?

Antwort von Johanna3 am 09.02.2019, 15:08 Uhr

Genau weiß ich es nicht, habe aber gelesen, dass sich viele fernab ihrer Heimat nicht wohl fühlten. Auf jeden Fall blieb kaum jemand übrig, der es bis in den Kiga geschafft hat.

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von Korya am 09.02.2019, 15:34 Uhr

Klar, wenn man von Null anfängt, ist Deutsch sicherlich eine der letzten Sprache, die man mal so eben aus dem Ärmel schüttelt. Aber in Italien ist Deutsch immerhin in nördlichen Regionen Amtssprache und wird von einer größeren Minderheit nach wie vor als zweite Muttersprache gesprochen - da hat man vielleicht mehr Glück als in Spanien.

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von germanit1 am 09.02.2019, 16:28 Uhr

Bei uns wird an den weiterfuehrenden Schulen als 2. Fremdsprache groesstenteils Deutsch angeboten. Wenn ich das richtig verstanden habe (mein Kind kommt im naechsten Schuljahr auf die weiterfuehrende Schule) wird auch ein mehrmonatiger Auslandsaufenthalt von den Schulen unterstuetzt.

Was fuer eine Ausbildung die Erzieher jetzt machen, weiss ich nicht. Hab irgendwas gelesen, dass die jetzt studieren sollen. Frueher haben sie nur eine Fachschule besucht. Ich glaube in den KiGas geht es hier in Italien auch anders zu als in D. Ich kann mich nur erinnern, dass Kind als es morgens gebracht wurde erst einmal in einem grossen Raum mit allen Kindern spielen konnte. Nachdem dann wohl alle Kinder gebracht worden waren, sind sie in ihre altersgemaess zusammengesetzte Klasse gegangen. Ich glaueb im 3. KiGa Jahr ist es auch verschulter. Genau weiss ich das nicht, weil Kind nur 1 Jahr in den KiGa gegangen ist, weil wir mit der Erzieherin Probleme hatten (hat Gesagtes nicht gehalten, waren gegen mehrsprachige Erziehung,...). Die Kinder sind dann auch vom KiGa alle zusammen auf die GS gekommen.

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von kunstflair am 09.02.2019, 16:51 Uhr

Da hast du allerdings recht, deutsch lernt man nicht einfach so nebenbei.
Aber die jugend in italien ist gerüstet, viele sprechen hervorragend deutsch.
Zudem sind sie es sich gewohnt, in nordeuropa beruflich unterwegs zu sein, deshalb könnte ich mir vorstellen, dass das schon klappen könnte.

Re: woran scheiterte es?

Antwort von dhana am 09.02.2019, 18:09 Uhr

Hallo,

ich kann dir sagen, woran es gescheitert ist, das spanische Krankenschwestern im Krankenhaus arbeiten.

Da kamen gleich mehrere, wurden auf verschiedene Stationen verteilt, Wohnung organisiert, Spachkurse angeboten - und nach 3 Monaten war keine mehr da.

Wie meinte eine: unter solchen Bedingungen wird sie auf keinen Fall arbeiten, in Spanien gibt es vielleicht weniger Geld, aber dafür kann man sich noch um den Patienten kümmern, hat die Zeit für notwendiges. So will sie ihren Beruf auf keinen Fall ausüben.

Gruß Dhana

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von Johanna3 am 09.02.2019, 19:06 Uhr

Ich denke, dass dieses Vorgehen sogar kontraproduktiv sein kann. Würde man mir die Möglichkeit bieten, ZUSÄTZLICH zum regulären Personalschlüssel jemanden einzustellen, der sich auf Deutsch nicht fließend verständigen kann, würde ich kein Problem sehen.

Wenn aber die immer umfangreicheren Dokumentationen, Elterngespräche, Sprachtests und Telefonate an mir hängenbleiben würden, würde mich das sehr stören - und mich dazu motivieren mir einen Arbeitsplatz zu suchen, an dem wirklich alle Aufgaben verteilt werden können.
Ich befürchte, dass ausländische ErzieherInnen, die diesen Ansprüchen nicht genügen, als Hilfskräfte schmalem Lohn entgegensehen können.

In Krankenhäusern war ich teilweise entsetzt, wie gering die Deutschkenntnisse vom Personal teilweise waren.

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von Muts am 09.02.2019, 19:55 Uhr

Oh man, wir haben nicht einmal in Deutschland einheitliche Ausbildungsgänge, gerade was Kinderpflegerinnen angeht!
Ohne Sprachkenntnisse ist es schwierig ( obwohl ich auch noch recht wenig NL konnte, als ich schon als Springer in der Kita bei Babys eingesetzt wurde)

Aber manche Kindergärten haben bewusst Muttersprachlerinennen aus z.B englisch sprachigen Ländern..... warum nicht in der Kita Italienisch lernen?

Unser Erziehermangel ist Hausgemacht: Hätte man nicht mit so viel Druck den Ausbau der Krippen vorangetrieben, wäre das Problem viel geringer. Eine Krippengruppe mit 10 Kindern braucht zwei Erzieher, eine Kindergartengruppe dagegen kann bis zu 28 Kinder haben und es gibt zwei Erzieher.


LG Muts

Re: woran scheiterte es?

Antwort von Muts am 09.02.2019, 19:58 Uhr

Tja, das ist eine klare Aussage!
Meine Mittlere will Krankenschwester werden und gerade Krankenschwestern, die davon hören meinen, ob sie sich das wirklich antun will!

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von Johanna3 am 09.02.2019, 21:33 Uhr

Was den Krippenausbau angeht, stimme ich dir zu. Rechtlich vorgeschrieben ist der Personalschlüssel, von dem du schreibst. Allerdings ist er weit davon entfernt gut zu sein.

Was die englischen Muttersprachler in bilingualen Kitas angeht: Oft sind es keine. Sondern lediglich ErzieherInnen, die in Englisch passable Note erhielten.

Man kann ja nicht eine Kita kurzerhand zur bilingualen Einrichtung erklären, nur weil dort nun ein Mensch arbeitet, der nur unzureichende Deutschkenntnisse hat.
Was passiert, wenn die Italienerin die Probezeit nicht besteht oder auch selber kündigt? Oder schwanger wird und ein Beschäftigungsverbot bekommt? Und stattdessen vielleicht eine Französin eingestellt? Dürfte sie die Berichte auf italienisch verfassen? Könnte man so gleich noch einen Arbeitsplatz für einen Übersetzer schaffen?

Was Kinder in den sog. bilingualen Einrichtungen lernen, halte ich für überschaubar: Ein paar Liedchen und einige Brocken in der Sprache. Und tatsächlich gibt es nicht wenige Kinder die, aller Lobeshymnen auf die vermeintliche "Sprachförderung" zum Trotz, ihren Mitschülern nicht beim Erlernen der Sprache überlegen sind.

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von DK-Ursel am 09.02.2019, 22:02 Uhr

So ist es, Johanna, Das sehe ich ganz genauso.

ich kann mir fast nicht vorstellen,d aß in Dtld. der Verwaltungsaufwand pro Kind geringer ist als in DK - den nhier fangen sie nicht erst seit gestern an zu klagen,w ieviel schlimmer das in den letzten Jahren mit Anforderungen, Förderungen und eben Berichten vorher-nachher zu jedem Kind geworden ist.
Wie soll so enie qualifizierte Arbeit - nicht nur die schriftlich Vor- und Nachbereitung, sondern eben auch mit kind, eine Erzieherin leisten, die weder die Ausbildung zielgerichtet DAFÜR hat noch die (Landes-)Sprache (auch) spricht?

Ich habe selbst zweisprachige Kinder und hätte mich bekreuzigt, wenn in unserem KIGA mehr Wert auf Fremdsprache - und dann unter wackeligen Bedingungen, wie Du sie beschreibst, Johanna - als auf kindgerechte KIGA-zeit für mein Kind gelegt worden wäre!

Gruß Ursel, DK

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von germanit1 am 10.02.2019, 16:43 Uhr

Bei uns war damals auf der Geburtsstation eine romaenische Kinderkrankenschwester mit der ich mich so gut wie gar nicht verstaendigen konnte. Die konnte weder genug Italienisch noch Englisch. Ich habe dann rausgefunden, dass die Schwestern immer nur fuer ein paar Monate hier eingesetzt wurden und dann wieder in ihre Heimat zurueckgegangen sind.

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von Silvia3 am 10.02.2019, 17:30 Uhr

Ist sicher problematisch, aber ehe es gar keine Erzieherinnen gibt und Gruppen geschlossen werden müssen, ist mir doch eine italienische Erzieherin lieber. Ich weiß nicht, inwieweit das steuerbar ist, aber es wäre vielleicht sinnvoll, die ausländischen Kräfte eher in weitgehend "problemkinderfreien" KiTas einzusetzen, wo die Erziehung (auch Spracherziehung) noch von den Elternhäusern geleistet wird und eine italienische Kindergärtnerin von den Eltern eher als kulturelle Bereicherung gesehen wird. Dafür könnten dann muttersprachlich deutsche Erzieherinnen in Kindergärten versetzt werden, wo viele Kinder aus problematischen Verhältnissen sind und eine besonders gute sprachliche und sonstige Unterstützung benötigen.

Silvia

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von Johanna3 am 10.02.2019, 20:00 Uhr

Ich glaube nicht, dass das auch nur annähernd funktionieren könnte.

Immerhin geben sehr zahlreiche Eltern einen guten Teil der Spracherziehung an die Erzieherinnen ab. Schließlich haben die meisten Kindertagesstätten heute schon zehn Stunden täglich geöffnet. Und die Zahl der ganztags betreuten Kinder ist hoch.

Auch würden vermutlich zahlreiche ErzieherInnen nicht mitspielen, wenn sie in einen "Brennpunkt" versetzt werden sollten. Ich würde es nicht tun. Nicht bei dem als ausreichend erachteten Personalschlüssel. Insgesamt nehme ich an, dass die Zahl der ErzieherInnen, die sich nicht versetzen lassen, sondern kündigen, höher ist als die Zahl an Italienerinnen, die man im Kiga einstellen könnte.

Sicher würden sich die verschiedenen Träger ein Eigentor schießen, wenn sie beginnen würden, ihr Personal zu verheizen.

Re: ErzieherInnen aus Italien?

Antwort von Malus am 11.02.2019, 18:58 Uhr

Das Problem ist folgendes:es gibt zu wenig Erzieher. Und niemand geht gerne und freiwillig in einen Brennpunktkindergarten.In den Schulen ist es ähnlich. Es wird derzeit darüber nachgedacht, Lehrern in Brennpunktschulen bis zu 300 Euro mehr zu zahlen. Da Lehrer meistens Beamte sind, können sie vielleicht noch dort hin versetzt werden. Mit Erziehern geht das so leicht nicht. Und in denBrennpunktschulen ist der Ausfall wegen Krankheit, Burnout enorm. Die haben richtige Probleme!

Für gleiches (relativ mickriges)Gehalt geht kein Mensch freiwillig in einen Brennpunktkindergarten.

Also zu sagen die Italiener gehen in die eher besser situierten Einrichtungen und die Deutschen in die Brennpunkte-äh, nee..........
Für gleiches Geld.....
Ich würde jeden fragen ob er einen an der Klatsche hat, der sowas vorschlägt.

Nichts für Ungut.

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