Storchenbiss, Feuermal, Blutschwämmchen

Storchenbiss, Feuermal, Blutschwämmchen

© fotolia, goodluz

Manchmal ist der Storch halt ein wenig ungeschickt und zwickt die Babys bei ihrer Anlieferung versehentlich mit seinem langen Schnabel.

Zumindest erklärt der Volksmund mit einem kleinen Augenzwinkern so die hellroten Geburtsmale, die Babys häufig im Gesicht oder Nacken haben. Im Normalfall ist so ein "Storchenbiss" oder "Engelskuss" völlig harmlos und verschwindet im Lauf der Zeit von ganz alleine. Trotzdem machen sich Eltern verständlicherweise Sorgen, vor allem wenn so ein Geburtsmal mitten im Gesicht platziert ist und das hübsche Baby entstellt. Deshalb möchte ich im Folgenden einmal näher auf Ihre Fragen zu den häufigsten Arten von Geburtsmalen - Storchenbiss, Feuermal, Blutschwämmchen und Café-au-lait-Fleck - eingehen.

Woher kommt der Storchenbiss wirklich?

Natürlich trifft den armen Storch überhaupt keine Schuld. Bei den blassroten oder leicht bläulichen Flecken handelt es sich um gutartige Gefäßerweiterungen direkt unter der Hautoberfläche. Sie treten ohne erkennbare Ursache direkt mit der Geburt oder kurz danach auf. Überwiegend sitzen die Flecken am Hinterkopf oder im Nacken - als typischer Storchenbiss eben - oder häufig auch oberhalb der Nase zwischen den Augen. Drückt man mit dem Finger auf die weit gestellten Blutgefäße, verschwindet der Fleck. So ein Mal ist übrigens keineswegs eine Seltenheit. Mehr als die Hälfte aller Babys wird auf diese Weise "vom Storch verziert". Meist verblassen die Flecken von ganz alleine innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre. Dennoch sollten Sie Ihren Kinderarzt darauf ansprechen, der auf einen Blick erkennen kann, ob eventuell doch eine Behandlung nötig sein könnte. In diesem Fall würde man den Fleck hautschonend mit dem Laser veröden.

Übrigens kann manchmal ein Storchenbiss, der bereits verschwunden war, kurzzeitig wieder sichtbar werden, wenn Ihr Kind sich beim Weinen so richtig ins Zeug legt.

Woran erkennt man ein Feuermal

Feuermale können relativ groß werden und weisen häufig eine dunkelrote bis violette Färbung auf. Großflächige Feuermale treten sehr viel seltener auf als ihre kleinen "Brüder", die Storchenbisse. Im Gegensatz zum Storchenbiss verblasst ein größeres Feuermal normalerweise nicht von selber, sondern nimmt sogar mit den Jahren eine intensivere Färbung an. Prominentester Träger eines Feuermales - das quasi zu seinem Markenzeichen wurde - ist der ehemalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow. Auch Feuermale sind in der Regel gutartig und harmlos, können aber vor allem wenn sie in größeren Mengen auftreten auch manchmal auf eine umfassende Erkrankung, ein sogenanntes Syndrom hinweisen.

Das Blutschwämmchen oder der Erdbeerfleck

Ein Hämangiom, zu Deutsch Blutschwämmchen, zeigt sich meist noch nicht bei der Geburt, sondern entsteht erst später in den ersten Lebenswochen. Hier handelt es sich um eine gutartige Gefäßwucherung, die eine leuchtendrote Farbe aufweist und erhaben ist wie ein kleiner Schwamm. Ein Blutschwämmchen erinnert oft an eine Erdbeere oder Himbeere, daher auch der Name Erdbeerfleck. Die kleine Geschwulst taucht langsam auf und kann bis zum Alter von etwa 18 Monaten weiterwachsen. Danach bildet sich der Fleck meist im Laufe von Jahren von selber wieder zurück. Von Blutschwämmchen sind überwiegend Mädchen betroffen. Warum ist bisher nicht bekannt. Manchmal entstehen sie an sehr störenden Stellen und können dann auch das Wachstum gesunder Zellen behindern. In diesem Fall, oder wenn sie rasch zu wachsen beginnen, müssen sie behandelt werden. Das geht heutzutage meistens ganz unproblematisch mit einem Medikament zum Einnehmen. Eltern sorgen sich häufig, dass ihr Kind wegen des leuchtenden Fleckes gehänselt werden könnte. Meist stören sich die Kinder jedoch wesentlich weniger daran, als man meint - und so kann man beruhigt abwarten, ob er von allein verschwindet.

Was ist ein Café-au-lait-Fleck?

Café-au-lait-Flecken haben die Farbe von Milchkaffee - daher auch ihr Name. Sie sind scharf begrenzt, gleichmäßig pigmentiert und glatt. Manchmal findet man auch die Bezeichnung Milchkaffee- oder Latte-Macchiato-Fleck. Diese gutartigen Pigmentstörungen sind völlig harmlos, können aber mitunter eine beträchtliche Größe annehmen - bis zu 20 cm im Durchmesser. Falls sie sich an einer störenden Stelle z.B. mitten im Gesicht befinden, kann man sie mit Hilfe eines speziellen Lasers aufhellen oder später mit einer Makeup-Creme abdecken. Sollten mehr als 5 solcher Flecken auftreten, wird der Kinderarzt genauer nachschauen, ob es weitere Hinweise für eine angeborene Erkrankung, eine Neurofibromatose gibt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die typischen Geburtsmale - Blutschwämmchen, Storchenbisse, Feuermale, Leberflecke oder auch die hellbraunen Café-au-lait-Flecken - sind normalerweise völlig harmlos. Trotzdem sollten Sie sie bei der U-Untersuchung von Ihrem Kinderarzt anschauen lassen. Und wenn ein Mal oder Leberfleck zu bluten, zu jucken oder rasch zu wachsen beginnt, sollten Sie bitte umgehend einen Arzt aufsuchen.

Sofern keine medizinische Notwendigkeit besteht, kann ein Geburtsmal ruhig bleiben, wo es ist. Ihr Kind kann dann später selber entscheiden, ob es sich von dem kleinen Makel gestört fühlt oder ihn à la Gorbatschow oder Cindy Crawford zu seinem Markenzeichen macht.

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