Jetzt schon wieder die Pille?

Tablettenblister

© fotolia, Sven Bähren

In Deutschland verhüten 58 Prozent der Frauen mit Hilfe der Pille. Sie gilt als sehr sicher, praktisch und einfach in der Anwendung. In der Stillzeit müssen junge Mütter allerdings einige Einschränkungen beachten:

Nicht jede Pille ist in der Stillzeit geeignet

Wenn Sie hormonell verhüten wollen, sei es mit der Anti-Baby-Pille, einem Implantat, das in den Oberarm eingesetzt wird oder der Drei-Monats-Spritze, werden in der Stillzeit rein gestagenhaltige Mittel empfohlen.

Kombinationspräparate, die neben Gestagenen auch Östrogene enthalten, scheiden in dieser Zeit aus, weil das Hormon Östrogen die Menge der Muttermilch und ihre Zusammensetzung beeinträchtigen kann. Dieser Effekt ist umso stärker, je früher Sie mit der Einnahme der Pille beginnen. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Baby über die Muttermilch zu große Hormonmengen aufnimmt. 

Minipille in der Stillzeit

Reine Gestagenpräparate, bekannt unter dem Begriff "Minipille", wirken sich dagegen nicht auf die Milchproduktion aus. Mit ihrer Einnahme können Sie sechs bis acht Wochen nach der Geburt beginnen, deshalb werden diese Präparate auch "Stillpille" genannt. Die Verhütungssicherheit ist auch hier hoch und liegt bei etwa 98 Prozent.

Die gestagenhaltige Minipille hat allerdings in den Augen mancher Frauen einen Nachteil: Sie muss immer annähernd zur gleichen Zeit genommen werden. Regelmäßig daran zu denken ist für eine frisch gebackene Mami mit Babystress und wenig Schlaf nicht immer einfach.

Einige Verhütungsexperten empfehlen deshalb für die erste Zeit mit kleinem Kind, auf Kondome oder ein Diaphragma kombiniert mit spermientötenden Mitteln zurückzugreifen. Am besten lassen Sie sich ausführlich von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt dazu beraten, bevor Sie sich für eine Methode entscheiden.

Nur im Notfall: Die Pille danach

Sollte es in der Stillzeit zu einer Panne bei der Verhütung kommen, kann im Notfall auch die "Pille danach" eingenommen werden. Dazu muss man aber wissen: Die enthaltenen Wirkstoffe wie Levonorgestrel oder Ulipristal gehen in die Muttermilch über und sollten vom Baby nicht aufgenommen werden. Bevor man Levonorgestrel einnimmt, sollte man das Baby gestillt haben. Danach muss eine Stillpause von mindestens acht Stunden eingehalten werden, in der das Baby mit zuvor abgepumpter Milch versorgt werden kann. Die Milch, die in dieser Zeit gewonnen wird, muss weggeschüttet werden.

Bei Präparaten, die Ulipristalacetat enthalten, muss man sogar eine einwöchige Stillpause einlegen. Damit die Milchproduktion dadurch nicht zum Erliegen kommt, sollte die Milch in dieser Zeit abgepumpt werden. Auch diese Milch muss weggeschüttet werden.

Welche Verhütungsmöglichkeiten nach der Geburt überhaupt in Frage kommen und welche Verhütungsmittel für Sie geeignet sein können, haben wir hier zusammengestellt.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2019

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