Was mache ich, wenn ich zu viel Milch habe?

Stillen zu viel Milch

© fotolia, Piotr Marcinski

Hat sich die Stillbeziehung eingependelt, klappt normalerweise auch das Spiel von Angebot und Nachfrage. Gerät es tatsächlich mal so aus der Balance, dass Sie zu viel Milch haben, können Sie einfach Abhilfe schaffen.

Viele Frauen haben das Problem zu wenig Milch zu haben. Doch in manchen Fällen ist auch das Gegenteil der Fall: Besonders in der ersten Zeit nach der Geburt haben Mütter nach dem Milcheinschuss Milch im Überfluss. Die Milchproduktion wird kurz nach der Geburt durch eine starke Hormonkonzentration angefacht. Erst nach einiger Zeit stellt sie sich auf die Nachfrage des Kindes ein. Die Brust ist prall und läuft regelmäßig über und der Milchspendereflex ist stark ausgeprägt.

Milch im Überfluss

Zuviel Milch kann für eine Mutter unangenehm sein: Die Brüste sind auch nach dem Stillen nicht richtig entleert, die Milch fließt zwischen den Mahlzeiten aus der Brust und nachts kann man aufgrund der vollen Brüste nur schlecht schlafen. Die Brüste spannen und es kann zu einem Milchstau und zu einer Brustentzündung kommen.

Bei Frauen, die Milch im Überfluss haben, ist der Milchspendereflex sehr stark. Das kann auch für das Baby schwierig sein: Die Milch schießt so stark in den Mund, dass das Kind sich verschluckt, hustet oder erbricht. Das Kind reagiert unruhig, hat Bauchweh und grünlichen, schaumigen Stuhlgang. Manchmal reagiert es sogar mit der Verweigerung der Brust, weil es beim Stillen mit der Milchmenge nicht zurechtkommt. Es kann helfen, wenn man vor dem Anlegen etwas Milch abpumpt. Dann ist die Brust nicht mehr so prall und das Kind kann ruhiger trinken.

Milchmenge verringern

In Laufe der ersten Wochen und Monate reguliert sich die Milchbildung bei den meisten Müttern und passt sich der Nachfrage des Kindes an. Bis dahin ist es wichtig, einen Milchstau zu vermeiden. Gelingen kann dies, wenn man ein paar Regeln beachtet:

  • Ist die Brust übervoll, muss sie sanft entleert werden. Mit dem Abpumpen vorsichtig sein: Wichtig ist, dass Sie nur so viel Milch abpumpen oder ausstreichen, dass die Brust nicht mehr spannt. Alles andere würde der Körper als Signal verstehen, noch mehr Milch bereit zu stellen.
  • Geben Sie dem Baby je Mahlzeit nur eine Brust und wechseln sie bei der nächsten Mahlzeit die Seiten. Wird die Milch in längeren Zeitintervallen von etwa drei Stunden abgerufen, verringert sich die Milchmenge.
  • Trinken Sie etwas weniger über den Tag verteilt.
  • Auch Heilpflanzen können die Milchmenge reduzieren: Pfefferminztee und Salbeitee hemmen die Milchbildung. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, ob Sie Kräutertees trinken sollten, um die Milchbildung zu bremsen.
  • Ein feuchter Waschlappen auf der Brust mindert das Spannungsgefühl, beugt Entzündungen vor und hilft die Milchproduktion zu drosseln.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2019

Fragen zum Thema an die Stillberaterinnen Biggi Welter und Kristina Wrede

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