Connitaa
Hallo,
Mich würde eure Meinung interessieren, denn je mehr ich hin und her überlege desto weniger weiss ich, welche der beiden Entscheidungen ich treffen soll... Der Text ist ein bisschen länger, sorry - ihn zu schreiben hat mir auch geholfen, auch meine Gedanken zu ordnen....
Kurz die Situation: Seit 5 Jahren arbeite ich in einer mittelständischen Firma mit ca. 250 Mitarbeitern, in der ich mich wohl fühle und über verschiedene interne Stellenveränderungen (die Firma wächst sehr schnell) meine Ecke gefunden habe. Die Arbeit ist mir wichtig und es wäre auch nicht einfach, hier in Spanien etwas vergleichbares zu finden. Bei meinem Mann sieht es arbeitstechnisch nicht gut aus, deswegen würde ich direkt nach den 4 Monaten Mutterschutz wieder anfangen und er dann eine (unbezahlte) Auszeit nehmen - mit dieser Stelle ist das auch finanziell relativ problemlos möglich.
Momentan wird wieder umstrukturiert, meine Abteilung wurde aufgelöst und ich habe im Moment auch keinen direkten Chef, sondern bin theoretisch direkt die Nummer 2 nach dem Firmenbesitzer unterstellt (praktisch spreche ich vor allem mit seiner Assistentin, mit der ich nicht immer das entspannteste Verhältnis habe). Es wird keine wirkliche Mutterschafts-Vertretung geben, sondern meine Aufgaben werden umverteilt auf verschiedene Kollegen (es gibt schon einen Plan). Bis zum Beginn des Mutterschutzes am 1. Sept. habe ich noch ein grosses Projekt, an dem auch der Firmenbesitzer ein grosses Interesse hat, dass ich aber auch relativ gut von zu Hause aus erledigen kann.
Bist jetzt ging es mir die ganze Schwangerschaft relativ gut, und ich habe ganz normal weitergearbeitet. Vor einer Woche haben die Probleme angefangen, seitdem habe ich Schmerzen und Krämpfe und mir geht es eigentlich nur auf dem Sofa halbwegs gut - ich war auch nicht mehr im Büro. Ich war zweimal beim Frauenarzt, mit der Schwangerschaft ist alles ok, nach einem ersten Verdacht auf Nierenprobleme wurde ich jetzt zu einem Darmspezialisten überwiesen, da habe ich am Freitag Termin - noch ist also nicht klar, an was es genau liegt und ob man was dagegen tun kann. Autofahren und den Tag im Büro sitzen schaffe ich zur Zeit auf keinen Fall.
Heute hatte ich ein längeres Gespräch mit der Assistentin meines Chefs und im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten:
- Von zu Hause aus das Projekt weiterbearbeiten: Allerdings müsste ich auf jeden Fall 8 h am Tag arbeiten - weniger geht nicht. Noch hab ich ein Überstunden-Konto mit 20 h, von denen die Stunden, die ich weniger arbeite abgezogen werden, aber danach würden weniger Stunden von den restlichen Urlaubstagen, die ich mir eigentlich für nach dem Mutterschutz aufheben wollte, abgezogen werden.
Vorteile: Ich kann das Projekt noch abschliessen und auch im Hinblick auf die etwas unsichere Situation für die Zukunft beruhigter in den Mutterschutz gehen.
Nachteile: Druck, möglichst viele Stunden zu arbeiten, damit ich nicht zu viele Urlaubstage verliere, Nerven und weniger Entspannung.
- Mich krankschreiben lassen und das Projekt abgeben.
Vorteile: Die letzten 2 Monate Zeit für mich, meine Gesundheit, Entspannung, etc.
Nachteile: Zu viel offen lassen - das Projekt ist ein wenig die Grundlage für die neue Stelle, auf die ich nach dem Mutterschutz hoffe, und in die Richtung, in die ich mich beruflich weiterentwickeln will. Der Kollege, der einspingen soll, ist eigentlich schon 100 % ausgelastet. Und mir macht diese Aufgabe auch Spass. Ein bisschen habe ich auch Angst davor, dass mir 2 Monate ohne Aufgabe zu lange werden und ich zuviel Zeit zum Nachdenken habe.
Was würdet ihr machen?
Vielen Dank fürs bis hierhin lesen...
Conny
Schwierige Entscheidung. Ich denke dennoch, dass die letzten Wochen vor der Geburt für Erholung gedacht sind und du diese auch brauchen wirst! wenn du gestresst bist, ist auch dein Baby gestresst! Ich verstehe, dass diese Entscheidung schwierig ist. Geh nach deinem Bauchgefühl vor. Und: auch wenn du jetzt in Muttershutz gehst, wirst du danach hoffentlich das Projekt bekommen! Baby ist auch ein wichtiges Projekt, das Wichtigste! Alles Liebe, wie auch immer du entscheidest!
Ich würde so langsam in erster Linie auf meinen Körper hören. Und der scheint dir ja schon Warnsignale zu senden. Ich kann verstehen, dass dieses Projekt und die damit verbundenen Chancen für dich sehr wichtig sind, aber wenn du zu viel Stress hast, dann droht dir evtl. sogar eine Frühgeburt und dann muss das Projekt eh von jemand anderem geführt werden. Gibt es für dich nicht eine Möglichkeit vielleicht mit Hilfe in Teilzeit an dem Projekt zu arbeiten?
Ich würd auch sagen hör auf deine innere Stimme und auf dein Bauchgefühl. Vielleicht redest du dennoch mit deinem Mann was er dazu sagt. Beratet euch nochmal. Ich denke er will für dich auch das beste und wird dir besser sagen können was er davon hält. Er kennt dich doch am besten.
Du hast alles in der Hand und entscheidest am Ende immernoch selbst.
du schaffst das eine richtige Entscheidung zu treffen
Danke für eure lieben Antworten. Mit meinem Mann habe ich lange drüber gesprochen und heute nachmittag auch mit dem (halb-externen) Berater gesprochen, der für das Projekt offiziell verantwortlich ist...je länger ich darüber nachdenke, desto mehr neige ich dazu, mich krankschreiben zu lassen. Er meinte auch, dass die Firma ihn schon angerufen hat und er keinerlei Verständnis für dieses "ganz oder gar nicht" hat, ich soll das machen, was für mich am besten ist und mir keinen Kopf machen... Aber ich werd jetzt auch nix überstürzen und diese Woche bis zu dem Termin beim Spezialisten noch ein paar Stunden arbeiten, den Rest vom Überstunden-Konto nehmen, einige Kleinigkeiten abschliessen und übergeben und dann am Montag entscheiden... Liebe Grüsse, Conny