Monatsforum November Mamis 2010

Wie geht's weiter? ....

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Mitglied inaktiv

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Hallo zusammen! Ich bin neu hier, bzw. verfolge ich das Form seit Anfang meiner Schwangerschaft. Ich bin 26 Jahre alt und möchte euch gerne meine Geschichte erzählen. Vielleicht gibt es jemanden, dem gleiches oder ähnliches passiert ist: Ich hatte am DI meinen zweiten Frauenarzttermin (zur Info, ich bin bei einer privaten Wahlärztin). Bei der Besprechnung vor der Untersuchung sprachen wir nochmal über Pränataldiagnostik. Für mich war das kein Thema, da ich weder in das Riskioalter falle noch ich darüber bescheid wissen möchte. Ich nehme mein Kind so an, wie es ist! (Natürlich in der Hoffnung das es gesund ist!!) Leider ist dann während der Untersuchung doch etwas aufgefallen. Sie hat sehr lange geschaut und nichts gesagt (und ich habe auch nicht nachgefragt), und sie sagte dann doch, dass sie mich gerne zu einem Spezialisten schicken möchte. Sie hat mir dann anhand der Ultraschallbilder gezeigt dass die Nackenfalte sehr verdickt ist. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen, mit meinem Kind stimmt was nicht. Meine Ärztin kümmerte sich sofort um einen Termin beim Speziallisten und ich hatte am nächsten Tag (am MI) gleich einen Termin zur nächsten Untersuchung in der Frauen- und Kinderklinik. Dort wurde nochmal ein genauer Ultraschall gemacht mit NFM, Herztöne, Organe usw. ... Leider wurde mir auch da bestätigt, dass die Nackenfalte verdickt ist. Weiters war anscheinend der Herzschlag-Ton auch nicht so wie er sein sollte, doch da wurde mir gesagt, dass sie den Ton noch nicht diagnostizieren können, da das Baby noch so klein ist. Auf jeden Fall bekam ich gleich für den nächsten Tag (gestern) einen Termin für die Fruchtwasserpunktion. Es war ein schreckliches Erlebnis! Gott sei Dank bekam ich soeben schon einen Anruf aus dem Labor! Das warten hat ein Ende! ... Der Schnelltest (Fishtest) ist gut verlaufen. Wir können das Down Syndrom zu 97% ausschliessen! ... Ich war noch nie so glücklich! :) Nur leider wissen wir nicht wie es weiter geht. Die NF wird sich zurückbilden, kann aber trotzdem Organisch Fehlbildungen verursachen (Herzfehler,...) Es wird auf jeden Fall weitere Tests geben ... Wenn man mit solchen Erlebnissen konfrontiert wird, stehen sehr viele Fragen offen. Wie gehe ich mit der Situation um. Kann ich eine Geburt eines Kindes mit Behinderung verantworten? Bin ich stark genug dafür? usw. ... Für mich und meinen Partner war von Anfang an klar: ein Kind mit zB Down Syndrom ist für uns OK! Kinder mit Down Syndrom kann man fördern. Es gibt viele Einrichtungen dafür. Für uns wär das zu schaffen. Nur was wäre gewesen wenn das Kind "mehrere Behinderungen" hat? Körperlich und Geistig sich nicht weiterentwickelt? Für mich waren die letzten Tage ein echter Alptraum. Doch ab jetzt kann ich die Schwangerschaft wieder ein bisschen genießen, auch wenn wir noch nicht wissen wie es genau weiter gehen wird. Vielleicht konnte ich euch ein bisschen zum nachdenken geben, dass es heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist, dass man ein gesundes Baby zur Welt bringt. Ich wünsche ALLEN eine schöne und gut verlaufende Schwangerschaft! Danke fürs Zuhören! Liebe Grüße "Frühling"


Steffibaldzum2malmama

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Hallo und Herzlich Willkommen bei uns, da hast du ja gleich einiges durch. Ich hatte ähnliches erlebt in der Schwangerschaft meines Sohnes, der mittlerweile 5 ist. Damals wurde ein sogenannter Triple-Test gemacht, der auffällig war. Wir wurden zur Fruchtwasserpunktion überwiesen, welche ich an sich nicht schlimm fand, war aber auch erst viel später als bei dir, so in der 17. Woche. Das Gewarte hingegen war schlimmer - ich stellte mir vor, was wäre wenn mein Kind behindert wäre. Ich wurde regelrecht von allen Seiten verrückt gemacht und konnte kaum an was anderes denken. Dann die Erlösung, alles unauffällig. Mir ist ein riesen Stein vom Herzen gefallen und mein Sohn wurde tatsächlich auch völlig gesund geboren und ist es auch heute noch. DAHER ist es mir sehr wohl bewußt, auch weil ich dann letztes Jahr in der 12. SSW eine FG hatte, das es nicht selbstverständlich ist ein gesundes Baby zur Welt zu bringen... Dennoch möchte ich meine Schwangerschaft genießen und hoffe darauf, ohne dass ich eine Messung der Nackenfalte mache - ich denke das wenn was auffällig ist, mein FA dies auch im US sehen wird und mich dann darauf hinweisen wird - genauso wie es bei dir der Fall war!!! Ich drücke dir und allen anderen hier die Daumen das gesunde Babys zum ET zur Welt kommen und wünsche dir hier viel Spaß im Forum! LG Steffi


Chiaralina

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Antwort auf Beitrag von Steffibaldzum2malmama

Hallo, tut mir leid für dich, dass du in deiner Schwangerschaft schon einiges mitmachen musstest! Aber ich denke, jede einzelne Person hier im Forum ist sich dessen bewusst, dass es nicht sicher ist, ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen und jeder hat hier Angst, dass bei der nächsten VU etwas herauskommen könnte!! Wenn du dir mal die ganzen Themen durchliest, dann siehst du, dass sich hier ständig alles um das Thema ANGST dreht! Gruß Nicole


Patti1977

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Meine Freundin hat vor 1,5 Jahren im 5. Monat die Diagnose eines zu kleinen Kleinhirns bekommen. Leider ohne Entwarnung und mit den schwärzesten Aussichten. Die Kleine ist ihr ein und alles und kann mehr als man ihr jemals zugetraut hat. Sie wird nie "normal" sein aber sie lacht und hat Freude. Sie gibt ihren Eltern trotzdem die Liebe und Zuneigung wie jedes andere Kind. Also ist sie normal. Sie wird bald in einen speziellen Kindergarten gehen. Jeder Fortschritt ist so viel mehr ein Wunder als bei "gesunden" Kindern. Ja es ist eine Last für die Eltern. Nicht das Kind ist die Last sondern die Umwelt, die normal erwartet und mitleidig schaut. Ich finde die ganzen Untersuchungsmöglichkeit sind Fluch und Segen zugleich. Ich wünsch euch alles Gute. lg


Mitglied inaktiv

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Hallo Frühling, du hast ja eine Achterbahnfahrt der Gefühle hinter dir. Ich hoffe für dein Baby und euch das es gesund zur Welt kommen darf. Denn wie du schon sagst, selbsverständlich ist das nicht. Aber auch wenn ein Kind gesund geboren wird, heißt es nicht, das es ein Leben lang gesund bleibt! Das mussten wir im Freundeskreis kürzlich erfahren. Ein Kind mit Down-Syndrom wäre für mein Mann und mich auch kein Grund, es nicht zu bekommen. Aber was wir gemacht hätten wenn es mehrere Fehlbildungen hätte?? Das kann man erst sagen, wenn man in der Situation ist. Ich wünsche euch alles Gute und schön das du die Schwangerschaft wieder geniessen kannst! Würde mich freuen zwischendurch etwas von dir zu hören wenn du magst. Denn beide Daumen sind fest gedrückt! Lieben Gruß Micha


dawn

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hallo! ich möchte mir gar nicht vorstellen, was du in den letzten tagen durchgemacht hast. zum glück ist alles so positiv verlaufen und deinem zwerg geht es soweit gut. versuch wenigsten jetzt die ss ein wenig zu genießen. mir ist ebenfalls sehr wohl bekannt, dass es keine selbstverständlichkeit ist ein gesundes kind zubekommen. zwar glauben viele jüngere frauen, dass sowas hauptsächlich bei den spätgebärenden vorkommt, aber das ist völliger quatsch. beim ETS wurde mir noch erklärt, dass 70% der kinder mit down syndrom von frauen unter 35 geboren werden. die "35" ist eine willkürlich festgelegte altersgrenze... ich bin auf grund dessen auch zum ETS gegangen, sowie auch auch damals bei meiner tochter. zum glück ist bei mir alles unauffällig. mein mann und ich waren uns einig und im klaren darüber, was ein negatives ergebnis für uns bedeutet hätte. ich hätte kein schwerbehindertes kind bekommen, das stand für mich von anfang an fest, ebenfalls wie bei meiner tochter damals. meine nachbarin hat eine schwerbehinderte tochter, seit 30 jahren muss sie ihr die windel wechseln, ein 80 kg schweres mädchen in die badewanne tragen, sie füttern und ihr selbst den schluckreflex auslösen. die frau hat mittlerweile in ihrem rücken stahlplatten und läuft gebückt von dem schweren tragen. ist das ein leben?! meiner meinung nach nicht... und ich bin dankbar für meine gesunde tochter und ich würde es nicht zulassen das leben meines gesunden kindes, das meines mannes und meins so umzukrempeln. in diesem fall würde ich dicht machen.


Tina_02

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Hi, habe Deine Frage gelesen und muss einfach antworten. Wir waren bei unserem Kleinen in der 20 SSW beim Organscreening. Es wurde damals ein schwerer Herzfehler und eine beidseitige LKGS diagnostiziert. Für uns ist natürlich auch erst mal eine Welt zusammengebrochen, aber wir hatten einen sehr, sehr netten und verständnisvollen Arzt, der uns den ersten Schrecken nehmen konnte. Tja, Julian war trotz seiner Krankheit eines der lebenslustigsten und fröhlichsten KInder, die ich jemals kennenlernen durfte. Er hatte auch eine wahnsinns Gabe, mit seinen Krankenhausaufenthalten umzugehen: immer unbekümmert, bester Laune und durch und durch strahlend. Leider ist er letztes Jahr im Verlauf einer weiteren HerzOP gestorben - aber ich würde mich ganz ehrlich immer wieder auch für ein krankes Kind entscheiden. Irgendwie hat er uns so viel gegeben und war es so wert, dass wir für ihn gekämpft haben... Alles Gute, Tina