Jessy83
So, hier mal mit etwas Verspätung der Geburtsbericht. Schon am 1.3. hatte ich das Gefühl, es passiert irgendwie etwas...ich musste viel öfter auf Toilette als sonst Habs aber dann nur für "normal" gehalten und mir gedacht, dass es eh nicht so früh losgeht, wie beim Großkind, denn das kam 14 Tage vor ET...in dem Fall wäre das der 2.3 gewesen. Auch am nächsten Tag passiert außer den häufigen Toilettenbesuchen nicht viel. Komischerweise hatte ich nicht mal Wehen, wie schon Wochen zuvor eigentlich täglich. Als das Abendessen sich dann gleich wieder verabschiedet hatte, habe ich mir als Erklärung für die letzten beiden Tage ne Magen-Darm-Gesichte eingebildet. Aber das mit dem Entleeren vor der Geburt scheint ja doch nicht nur ein Mythos zu sein :) Für den Abend des 2.3. war Fußballgucken angesagt, da ich davon nicht ganz so begeistert bin, habe ich die Zeit genutzt um noch die restlichen Sachen in die Tasche fürs Geburtshaus zu packen. Außerdem habe ich fürs Großkind Anziehsachen für den nächsten Tag bereit gelegt und die Babyphone bereitgestellt, falls es denn in der Nacht losgehen sollte. Ich habe zwar selbst nicht dran geglaubt, aber irgendwie hatte ich innerlich das Gefühl es tun zu müssen. Wir haben dann die Halbzeitpause noch für ein kleines Schäferstundchen genutzt und dann musste Männe miterleben wie sein Lieblingsverein gnadenlos verliert..... Währenddessen hatte ich einzelne Kontraktionen wie die Wochen zuvor schon immer, aber nicht nennenswert. Danach gings ins Bett, wo ich gegen 0.45 Uhr wieder aufwachte und wieder ab und an Wehen bemerkte. Komischerweise zog es eher in den Rücken und der Bauch wurde nicht so knüppelhart wie sonst immer. Schmerzhaft war es nicht und regelmäßig waren sie auch nicht...mal 6 Min...mal 3 Min Schlafen ging aber trotzdem nicht. Also habe ich einfach mal abgewartet. Irgendwann musste ich dann auf Toilette und bemerkte in wenig blutigen Schleim....hmm, so hatte es beim Großkind auch angefangen :shock: Bin dann ins Wohnzimmer ausgewandert und habe mir noch vorsorglich ein Handtuch mitgenommen und auf dem Weg zum Sofa merkte ich, wie meine Hose nass wurde..... Zurück im Bad tröpfelte es immer noch etwas und ich habe erstmal Schadensbegrenzung betrieben. Dann habe ich den PC angeschaltet und "Google" mal zum Thema Blasensprung befragt und dann für mich entschieden, dass es wirklich einer gewesen sein musste. Bei der Großen hatte ich den ja erst unter der Geburt und daher wusste ich es nicht einzuordnen. Achja, mittlerweile war es ca. 2.45 Uhr und Wehen wie zuvor auch so alle 3-6 Minuten und nicht schlimm. Habe dann überlegt, ob ich die Hebi anrufen soll um nachzufragen, was wir jetzt tun, mich dann aber erstmal dagegen entschieden, weil es ja mitten in der Nacht war. Männe hab ich auch schlafen lassen, der hätte mich nur verrückt gemacht. Ne Stunde später , so um 3.40 Uhr habe ich dann dochmal die Hebi angerufen und sie fragte mich, ob ich schon Wehen habe und ob noch okay ist für mich. Ich solle ich noch was hinlegen und wieder anrufen, wenn ich mich nicht mehr wohlfühle. Habe dann ne recht spannende Folge Galileo in der Nachtwiderholung angeschaut und währenddessen merkte ich, dass die Wehen doch stärker wurden. Mit gezieltem Atmen aber, fand ich sie nicht schmerzhaft und sah noch keinen Grund die Hebi wieder anzurufen. So gegen 4.30 Uhr wurden die Wehen dann aber heftiger und ich musste schon tönen, um es auszuhalten. Habe dann den ersten Versuch unternommen Männe zu wecken, aber der wollte nicht so recht. Also habe ich weiter abgewartet. Gegen 5 Uhr startete ich den nächsten Versuch und er blickte nur verwundert drein und fragte, ob es losgeht, worauf ich ihm antwortete, dass wir schon mitten dabei wären :lol: Ein paar Wehen nahm er die Zeit und wir stellten fest, dass sie jetzt so alle 2-3 Minuten kamen. Er drängte mich dann die Hebi anzurufen, aber ich dachte, es hätte noch Zeit. Um 5.30 Uhr sah ich dann selbst ein, dass es wohl sinnvoller wäre ins Geburtshaus zu fahren und machte mit der Hebi aus, dass wir uns dort um 6 Uhr treffen. Also angezogen, Sachen zusammengesucht und meine Eltern - die praktischerwiese im Haus wohnen- informiert, damit sie aufs Großkind aufpassen. Am Auto angekommen wurde es so richtig fies. Ich konnte nur noch tönen, damit es aushaltbar ist. Auf dem Weg ins Geburtshaus waren natürlich alle Ampeln rot. Die Wehen im Sitzen zu verarbeiten war es eine Erfahrung, die ich nicht noch einmal brauche. Am liebsten wäre ich ausgestiegen. Als wir dann um kurz nach 6 ankamen, bat mich die Hebamme ins Geburtszimmer und untersuchte kurz, wie weit der Geburtsverlauf vorangeschritten war. Als sie sagte, dass der Muttermund offen sein, fragte ich erstmal wie weit. Darauf antwortete sie nur "vollständig" :shock: Ich war leicht geplättet....hatte ich doch die Vorstellung im Kopf, dass ersteinmal in Ruhe ein CTG geschrieben wird, man sich dann überlegt, wie und wo man die Wehen gut verarbeiten kann und schlussendlich welchen Geburtsort man wählt.... Ich stellte mich an den Wickeltisch im Geburtszimmer, weil ich im Stehen die Wehen am besten ertragen konnte und die Hebi hörte kurz mal nach den Herztönen des Kindes, die prima waren. Dann fragte sie mich, ob ich schon nen Druck spüre und dass ich ruhig mitpressen darf, was ich dann auch tat. In der Wehenpause versuchte sie die zweite Hebi zur Geburt herbeizurufen und meinte dabei was von..."dauert höchstens noch ne viertel Stunde" :shock: ... da wurde dann auch mir klar, dass mich höchstens ein paar Presswehen von meiner Kleinen trennten und dass ich die auch noch schaffe. Weil mir im Stehen die Beine so zitterten, zog ich auf den Boden vorm Bett um. Mein Mann setzte sich darauf und ich mich im Vierfüßler vor ihn. So ging es prima. Und schon nach den nächsten beiden Wehen spürte ich das Köpfchen. Von der Ankunft der zweiten Hebamme bekam ich nichts mit, merkte dann nur, dass auf einmal eine andere Stimme zu mir sagte, dass ich nicht weiter pressen solle, da das der Damm nicht aushält. Diese Minuten waren die schlimmsten für mich...so kurz vorm Ziel, mit einem wahnsinnigen Pressdrang innehalten zu müssen....furchtbar. Bei der nächsten Wehe dufte ich wieder mitarbeiten und schon war das Köpfchen geboren. Danach hatte ich das Gefühl, dass keine Wehe mehr kommen mag und die Sekunden fühlten sich an wie eine Ewigkeit. Ich wartete auf die letzte Wehe, bei der ich die Kleine ganz auf die Welt bringen würde. Als diese endlich kam, war es wie eine Erlösung. Ich machte das erste Mal, seit dem ich mich vors Bett gekniet hatte, meine Augen wieder auf, sah ein kleines Menschlein am Boden vor mir liegen und nahm es auf. Wir hatten es geschafft - es war 6.31 Uhr und wir zogen mit der kleinen Mira zum Kuscheln aufs Bett um. Der erste Kommentar der Hebi (die auch Hausgeburten macht): "Da hättet ihr auch gleich zu Hause bleiben können und euch die Autofahrt gespart".......meine Rede, wollte aber Männe ja nicht. Achja, die alte Dammnaht hat GsD standgehalten und ich nur ne Schürfung an der Schamlippe abbekommen. Als Resümee für diese Geburt kann ich für mich ziehen, dass es die richtige Entscheidung für mich war, die Geburt so lange wie möglich mit mir alleine in aller Ruhe auszumachen, ohne jemanden, der mich stört. Mein Mann hat zwar im Geburtshaus toll mitgemacht, aber wenn er schon früher "live" dabei gewesen wäre, hätte er mich nur hibbelig gemacht. Und fürs nächste Kind bleib ich dann wirklich daheim.
Hört sich ja nach einer Traumgeburt an. Möchte auch solange wie möglich zu Hause bleiben bevor wir ins Krankenhaus fahren. Aber wahrscheinlich werd ich zu unsicher sein. Und doch vorher fahren. Habe ich das richtig verstanden das dein Damm nicht erneut gerissen ist? Noch Herzlichen Glückwunsch zur kleinen und alles alles gute für die Zukunft. Liebe Grüße
Jep,nichts kaputt gegangen, obwol es so rasant ging....die Hebis haben sich beim Dammschutz ordentlich ins Zeug gelegt. Und es ist echt ein ganz anderes Gefühl, so ohne Dammnaht...man ist viel beweglicher