Rund ums Kleinkind - Forum

Rund ums Kleinkind - Forum

Fotogalerie

Redaktion

 
Ansicht der Antworten wählen:

Geschrieben von marit am 16.12.2004, 16:10 Uhr

ich wollte mich eigentlich diesmal aus der Diskussion heraushalten...

aber ein paar Sachen muß ich nun doch noch los werden.

Elamaus schrieb, es gäbe in Deutschland keinerlei Unterstützung für Hausfrauen. Diese seien gegenüber berufstätigen Müttern benachteiligt. Also DAS kann man so nun wahrlich nicht stehenlassen. Hier wird immer so getan, als seien die Hausfrauen die Gruppe, die die meisten Nachteile hätte - mir geht es gar nicht in den Kopf, wie man gegenüber der Realität so blind sein kann. Ein verstecktes "Gehalt" für Hausfrauen haben wir doch längst.
Als da wären: Ehegattensplitting, geldwerter Vorteil im Schnitt: 250 -300 Euro, Familienkrankenversicherung: geldwerter Vorteil ca 300 Euro (inclusive gesparter Arbeitgeberanteil, Rentenpunkte, Erziehungsgeld, sofern es in Anspruch genommen wird nochmal 300 euro, kürzen wir auf einen Durchschnitt von 150 euro herunter, weil das ja nicht jede bekommt. Günstigere Kindergartenkosten (wegen in der Regel geringerem Familieneinkommen), nochmal ca 50 Euro (kann im Zweifelsfall eine VIEL größere Summe sein!), der Staat schenkt dem "Modell Hausfrauenfamilie" also monatlich locker 800 Euro, das ist mehr als ein sozialhilfesatz!!! Zudem verzichtet der Staat ja auch noch auf die Steuern und Sozailbeiträge, die er bekommen würde, wenn einer Erwerbsarbeit nachgegangen würde, das Modell Hausfrauenfamilie hat keine Extrakosten für Fahrten zur Arbeit, Berufskleidung und zusätzliche Kinderbetreuung. Und dann wird auf den Frauen herumgetrampelt, die den "Luxus Zuhausebleiben" mit ihren Abgaben letzlich bezahlen und die für ihr Lebensmodell KEIN Erziehungsgeld bekommen und keinerlei Zuschüsse bekommen. Das ist wirklich mehr als zynisch....

Außerdem gibt es in diesen Diskussionen eine grundsätzliche schieflage. erwerbstätige Frauen werfen Hausfrauen allenfalls vor, daß sie unemanzipiert und sich zu sehr auf ihre Männer oder den Staat verlassen. Hausfrauen werfen berufstätigen Frauen aber vor, daß sie ihre Kinder mißhandeln und vernachlässigen! Welcher Vorwurf wiegt wohl schwerer???

Es ist wirklich traurig. Da kämpfen die Frauen in Ländern, in denen sie wirklich schlimm unterdrückt werden darum, auch Zugang zur Bildung und zur Berufswelt zu bekommen. Und in unserem Land werden die Frauen, die das erreicht haben von ihren eigenen Geschlechtsgenossinnen mit unhaltbaren Vorwürfen überschüttet.

Was ist denn die Folge einer Einstellung wie der von Elamaus? Daß ehrgeizige und gut ausgebildete Frauen gar keine Kinder mehr bekommen sollen? DA würde ich doch eher die Ursachen für die Pisa-Misere sehen. Viel zu wenige Kinder kommen überhaupt noch aus einem Elternhaus,wo eben auch Freude am sich Anstrengen und am Arbeiten vermittelt wird. Berufstätige Mütter, die nicht aus Zwang sondern einfach aus Leistungsbereitschaft am Ball geblieben sind, können hier doch auch ein prima vorbild für ihre Kinder sein!

Klar, nicht jede Frau macht die große Karriere. Aber warum muß man die, die das eben macht so anzicken? Männer, die das machen werden doch auch nicht in derselben Weise fertiggemacht.Muß eine Wissenschaftlerin, wie ich oder Paula mit Kinderlosigkeit "bestraft" werden, nur weil sie gut in ihrem Job ist? Unsere Kinder haben es doch gut bei uns - allemal besser, als wenn wir unglücklich zu hause herumhingen und dann anfangen würden, aus Frust unsere Kinder anzukeifen.

Ist man ein böser Mensch, wenn einem zwar der umgang mit Kindern Spaß macht, nicht aber alles was noch so dranhängt wie kochen, backen, bügeln, putzen etc. Was spricht dagegen, diese Arbeit an Menschen zu deligieren, die damit dann auch wieder einen Arbeitsplatz haben - und für die Kinder eben die wirkliche Qualitätszeit zu reservieren, in der man dann auch voll und ganz für sie da ist.

Schließen Liebe zum Kind und Liebe zur Arbeit sich aus? Wäre ganz schon traurig, wenn das so wäre.

 
39 Antworten:

Re: auch wenn dies die Diskussion wieder ins Rollen bringt,...

Antwort von vera1970 am 16.12.2004, 17:36 Uhr

aber ich MUSS nochmals etwas dazu sagen:

Du sprichst mir nämlich absolut aus der Seele, so prima hätte ich das nie rüberbringen können! Dein Posting trifft den Nagel auf den Kopf, ich unterschreibe das so sofort!

Danke, danke, danke!
Vera

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Nochmal mitsenf

Antwort von Frosch am 16.12.2004, 18:52 Uhr

Hallo!

Deinen Beitrag finde ich gut, es stimmt schon, daß manche (ich eingeschlossen) dazu neigt, zu sehr in schwarz und weiß zu denken.
Leider gibt es heute keine Großfamilien mehr, in denen die Babys groß werden - da wäre es natürlich einfacher, wieder berufstätig zu werden.

Und es ist eine andere Situation, wie Du beschreibst, wenn unterdrückte Frauen aus anderen Ländern berufstätig sein können - DAS ist ein wirklicher Erfolg der Emanzipation!!!

Daß Männer nicht verurteilt werden, ist mit der jahrtausendelangen Geschlechterrollenverteilung zu begründen.

Aber: Ich stehe immer noch auf dem Standpunkt, daß man es als Mutter schon "verkraften" könnte, drei Jahre für das Kind da zu sein, wenn es MÖGLICH ist. Und es ist mir ehrlich gesagt wurscht, ob da jemand einen "Arbeitsplatz" (Schwarzarbeitende Polinnen, bei 90% meiner Bekannten) bekommt ;-)

Das mit der Pisastudie ist wahrlich Blödsinn, da Kinder aus Akademikerfamilien in der Studie am besten abschneiden. Das hat sicher nichts mit der Berufstätigkeit der Mutter zu tun, sondern mit der sozialen Umgebung, in der die Kinder aufwachsen.

Übrigens, der Begriff "Quality Time" kommt (wieder mal ;-) ) aus USA, und heißt eigentlich, daß die Eltern mit den Kindern eine begrenzte Zeit verbringen, in der sie die Kinder fördern und "bespielen" wollen. Daß sie dabei oft die Bedürfnisse der Kinder nicht sehen (wollen), ist eher kontraproduktiv bei dem Ganzen.

Diese ganze Diskussion ist wahrscheinlich das Los der Emanzipation - aber immer spannend!

LG Antje

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: ich wollte mich eigentlich diesmal aus der Diskussion heraushalten...

Antwort von berita am 16.12.2004, 22:30 Uhr

Ich sehe das nicht nur schwarz und weiss. Auch eine berufstaetige Mutter kann in ausreichendem Masse fuer ihr Kind da sein, wenn sie seine Interessen im Auge behaelt und ihre Arbeitzeiten entsprechend anpasst. Ein Kind braucht eben nicht nur "Qualitaet", es braucht auch Quantitaet. Wenn es erst um 17 Uhr oder spaeter aus dem Kiga abgeholt wird, zu Hause noch eine Stunde mit Mama spielt und dann ins Bett geht - in so kurzer Zeit kann man keine funktionierende Eltern-Kind-Bindung aufbauen/erhalten und die Beduerfnisse des Kindes nach Naehe zu den Eltern befriedigen. Man kann eine Menge delegieren, aber nicht die Verantwortung fuer das Wohlergehen des eigenen Kindes. Und dazu zaehlt eben auch, Zeit fuer es zu haben.

LG
Berit

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

noch mal...m.T.

Antwort von elamaus am 17.12.2004, 7:29 Uhr

Guten Morgen Leute,
anscheinend haben hier VIELE etwas falsch verstanden. Sicher schere ich hier nicht alle berufstätigen Mütter über einen Haufen(PISA, mißhandeln o. vernachlässigen). Genauso wenig, wie sich alle HAUSFRAUEN rührend um ihre Kinder zu Hause kümmern. So meinte ich es wahrhaft nicht. Und ich sage das jetzt bestimmt nicht, weil ich Schiss vor ANGRIFF habe. Ich sage immer klipp und klar meine Meinung und vertrete die auch entsprechend. Nur wenn man sich mal im TV oder auch in Zeitungen liest, wie schlecht heutzutage Kinder in Schule o. Kiga abschneiden - bei wem bitteschön soll man SCHULD suchen. An 1. Stelle fällt`s doch immer auf die ELTERN zurück(ob berufstätig o. Hausfrau), oder sehe ich das falsch.
In meinem Verwandtenkreis gibt es zufällig eine Erzieherin/Kindergärtnerin und die findet es PERSÖNLICH ganz toll, daß ich für meine Kinder 3 Jahre zu Hause bleibe. Wenn`s möglich ist...toll! Aber sie sagt auch, daß manche Kinder gerne abgeschoben werden(sogar in Ferien), obwohl die Eltern zu Hause sitzen, ohne Job. Das ist schon echt traurig!
Und daß sich Kids von beufstätigen Eltern zu Hause auch mal langweilen o. Blödsinn anstellen, weil die Eltern erst spät abends von der Arbeit kommen, gibt es mit Sicherheit. Aber DIES wälze ich nicht auf ALLE BERUFSTÄTIGEN ab. Ich sage immer "MANCHE."
Tut mich also leid, wenn VIELE hier was in den falschen Hals bekommen haben. Oder ich habe mich falsch ausgedrückt. Schriftlich kann man eben VIELES falsch lesen bzw. verstehen.
Und nun(hoffe ich) THEMAENDE!!!
MFG elamaus

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: noch mal...m.T.

Antwort von andrea70 am 17.12.2004, 9:23 Uhr

Hallo,

ich habe die Diskussion auch verfolgt. Ich bin nicht der Meinung, daß unbedingt die Mutter zuhause bleiben sollte (mache ich auch nicht), dann aber wenigstens der Vater.
Man kann nicht alles haben, sprich zwei tolle Karrieren, einen haufen Geld und noch eine große glückliche Familie (meine Meinung).Gerade ganz kleine Kinder gehören finde ich zu Vater oder Mutter und nicht in irgendeine "Einrichtung" oder gar zu einem (meistens unreifen) Aupair.
Wenn sich die Gesellschaft ändern sollte, dann dahingehend, daß es nicht mehr als Makel angesehen wird, wenn man für seine Kinder ein paar Jahre pausiert hat.

LG Andrea

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: @berita

Antwort von marit am 17.12.2004, 11:13 Uhr

Da hast du aber wieder ein Extrem aufgegriffen, ein Extrem, das wohl eher in Alleinerziehenden -Haushalten ein Problem ist. Natürlich ist es nicht gut, wenn Kinder nur 2 Stunden täglich überhaupt Kontakt zu ihren Eltern haben. Unser Tag sieht aber anders aus - ganz einfach, weil mein Mann und ich nicht dieselben Arbeitszeiten haben. Louise hat täglich eine Stunde allein mit mir, eine Stunde allein mit meinem Mann und nochmal 2-3 Stunden, in denen wir uns beide um sie kümmern. Und hier heißt "kümmern" eben wirklich zusammen (!) Abendbrot machen, kuscheln, spielen, vorlesen, reden, rollschuhlaufen etc...
Ich kann mich nicht erinnern, daß meine Mutter, die nicht berufstätig war, täglich soviel Zeit hatte, die allein für das, was WIR tun wollten reserviert war. Aufmerksamkeit für ein Kind ist meines Erachtens eine Frage des Interesses, der Liebe, des Respekts für kindliche Bedürfnisse und nicht eine Frage der Berufstätigkeit. Natürlich sieht es anders aus, wenn man alles als Alleinerziehende hinbekommen muß, aber das ist wieder eine andere Frage.

Ein größeres Angebot an Ganztagskindergärten würde jedenfalls auch den Kindern guttun, deren Eltern zu hause sind, sich aber trotzdem nicht kindgerecht um sie kümmern. Die gibt es ja schließlich auch nicht zu knapp.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

doch, es geht

Antwort von paulita am 17.12.2004, 11:26 Uhr

liebe andrea

doch, man kann. man kann beides haben: zwei tolle karrieren und eine glückliche familie. ob dabei ein haufen geld bei rumkommt ist eine andere frage, aber auch das geht.
wieso sollte es denn nicht gehen? auch ganz kleine kinder können sehr gut von anderen menschen als den eltern mit-betreut werden.
paula

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: ich wollte mich eigentlich diesmal aus der Diskussion heraushalten...

Antwort von paulita am 17.12.2004, 11:27 Uhr

super-beitrag, marit. danke
lg
paula

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: @ andrea

Antwort von marit am 17.12.2004, 11:35 Uhr

Da ist wohl eher die Frage, was als "ganz klein" angesehen wird. Ich gebe dir recht, was wirklich Säuglinge angeht. Aber spätestens sobald ein Kind anfängt zu sprechen oder sich selbständig fortzubewegen ist es in der Regel auch reif für soziale Erfahrungen mit anderen Kindern, sobald dies der Fall ist, kann es auch davon profitieren, daß sich der Kreis der bekannten Gesichter ausweitet. Gerade auch als Ersatz für die heute nicht mehr vorhandene Großfamilienstruktur. Die Kinder werden doch heute so sanft eingewöhnt, daß sie die Kitabetreuen nicht mehr als Fremde erleben, wenn sie das erste mal alleine dableiben sollen.
Hier 3 Jahre anzusetzen, ist einfach unverhältnismäßig. 3 Jahre können in bestimmten Jobs sehr wohl dazu führen, daß man den Anschluß verliert und seine Zukunft aufs Spiel setzt. Bekommt man dann ein 2. Kind sind es ja bereits 6 Jahre. Das ist dann in fast allen Berufen ein Problem.
Außerdem geht es einfach nicht um die Alternativen "2 tolle Karrieren" oder Familie. ICH mache Karriere, mein Mann eher nicht. Ganz zu hause bleiben, kann er aber dennoch nicht, weil er in einem kritischen Alter ist und sonst später gar nicht mehr adäquat unterkommt. SEIN derzeitiger Job ist zudem halbwegs sicher (obwohl freiberuflich), meiner ist zwar ein "Karrierejob" aber überhaupt nicht sicher. Wenn ich aufhöre, steht alles auf dem Spiel, worin ich die letzten Jahre investiert habe - wenn ER aufhört, steht unsere Grundsicherung auf dem Spiel.

Und vielleicht mal grundsätzlich: ich behaupte gar nicht, daß wir die weltbesten Eltern sind. Ich behaupte nicht, daß Hausfrauen die schlechteren Mütter sind. Ich sehe es eher so, daß ein Kind eine große Leistung zu vollbringen hat: die der allmählichen Integration in unsere Zivilgesellschaft und in die Selbständigkeit. Bei diesem Weg müssen wir unsere Kinder so gut es geht leiten und unterstützen, wir müssen unnötiges Leiden verhindern, wir müssen ihm mitfühlend helfen, auch mal Frustration auszuhalten, wir müssen ihm zeigen, daß es geliebt und respektiert wird, und wir müssen ihm helfen, seine Talente zu entdecken und zu fördern.

Wir müssen aber NICHT ein kleines Kinderparadis auf Erden schaffen! Jedes Elternhaus hat für das Aufwachsen eines Kindes Nachteile. Die eine Mutter ist überbehütend, der eine Vater aufbrausend, ein Kind wird von seinen Geschwistern unterdrückt, das andere wächst als kleiner Gott auf und lernt zu wenig, sich zurückzunehmen. Ein weiteres schaut zu viel fern und wird nicht gesund genug bekocht. Ein weiteres muß damit klarkommen, daß die Eltern auch mal gestreßt von der Arbeit kommen.

DAS ist die Realität. Und aus all diesen Kindern können TROTZDEM einmal nette Kollegen, gute Freunde, selbständige Bürger werden - und zwar dann, wenn ihre Kindheitserfahrungen trotz dieser Mängel ÜBERWIEGEND positiv waren. Wir Eltern müssen unseren Kinder doch helfen, im richtigen Leben zurechtzukommen, manchmal denke ich aber eher, einige haben eher den Hintergedanken "Idealbiographien" für ihre Kinder zusammenzubasteln.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Toller Beitrag. Danke Marit! LG Nieke ot

Antwort von Nieke am 17.12.2004, 12:32 Uhr

ot

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: ich wollte mich eigentlich diesmal aus der Diskussion heraushalten...

Antwort von Katrisina am 17.12.2004, 13:00 Uhr

Wenn man manche Postings hier liest, stellen sich mir echt die Nackenhaare auf.
Nur mal eine Frage an die Mütter, die ihre Kinder schon sehr früh wegen Arbeiten abgegeben haben: Wozu habt ihr überhaupt Kinder bekommen?

Wenn ich mir aus finaziellen Gründen kein Kind leisten kann, kann ich auch keins kriegen.
Entweder ich habe einen gut verdienenden Mann an der Seite, so dass ich auch wenigstens 2 Jahre für mein Kind da sein kann oder ich muss halt auf ein Kind verzichten.
So einfach ist das.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: TOLERANZ...

Antwort von drahtseil am 17.12.2004, 13:13 Uhr

...ist wohl für die meisten hier ein Fremdwort oder? Mann oh mann, das nervt fürchterlich. Ihr könnt ja ruhig weitermachen ,aber ich hab langsam keinen Bock mehr aufs Mitdiskutieren. Seit Tagen läufts aufs Gleiche hinaus, das bringt doch null. Kann denn nicht jeder einfach die Lebensform des Anderen akzeptieren? Muß doch möglich sein unter gebildeten Menschen. In Erziehungsfragen hat doch auch jeder ne andere Meinung. Hier will doch nur noch jeder seine Position verteidigen, das ist echt arm, sorry, ich mach nicht mehr länger mit. Ciao Chris

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

@Katrisina

Antwort von lenamama99 am 17.12.2004, 13:26 Uhr

Hallo,
dann sollte sich wohl jede Frau bei aufnahme einer selbständigen Arbeit sterilisieren lassen, oder?
Es geht ja nicht immer nur um einen selbst sondern auch um Angestellte, für die man auch eine Verantwortung hat.
Ich habe das Glück, dass ich trotz Arbeit meine Kinder bei mir haben kann und noch eine Omi habe, die mit dem Kleinen spazieren geht.
Es ist nicht leicht eine eigene Firma und eine Familie zu haben, doch soll man wirklich andere Leute (die auch Kinder haben) auf die Straße stellen um für die Kinder zuhause zu bleiben?
Lasst uns doch so leben wie wir es wollen oder zum Teil eben müssen!
Damit sollten wir das Thema echt abschließen.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

@Katrisina

Antwort von marit am 17.12.2004, 13:33 Uhr

Deine eingeschränkten Vorstellungen, wie das Leben auszusehen hat, sind wirklich erbärmlich und zudem wirklichkeitsfremd, sorry.
Zunächst mal: wieso soll ich einen gutverdienenden Mann an meiner Seite haben? Was ist z.B. gegen einen Rollentausch einzuwenden? Woran machst du die Altersgrenze 2 Jahre fest? Ich kenne jede Menge Einjährige, die sich in ihrer Kita sehr wohl fühlen?! Wenn nur die Menschen Kinder bekommen dürften, die sich in der Situation befinden, locker mit einem Einkommen eine Familie durchbringen zu können, dann hätten wir wohl eine Geburtenquote von o,3 oder so. Das kann ja wohl kaum dein Ernst sein.

Und schließlich: ich bin nicht nur für ein Kind verantwortlich, solange es ein Baby ist, ich bin AUCH dafür verantwortlich, an die Zukunft meiner Kinder zu denken. sie sollen auch DANN eine starke lebenstüchtige Mutter haben, wenn der andere Elternteil stirbt oder eine Scheidung vor der Tür steht oder arbeitslos wird. Es ist unverantwortlich den Kindern gegenüber einfach darauf zu vertrauen, daß im Leben immer alles glatt läuft - und wenn dann doch mal eine Krise da ist eine Mutter zu sein, die nur noch als hilfloses Häufchen Elend herumsitzt -ohne Berufserfahrung, ohne eigenes Einkommen und im Zweifelsfall auch noch ohne Selbstbewußtsein.
Jedem Menschen, der in seiner biographie auch mal den ein oder anderen Schicksalsschlag einstecken mußte, der auch mal wirklich unter Existenzangst gelitten hat, ist das unmittelbar klar. Wenn du bislang in einer heiti-teiti-Welt aufgewachsen bist, in der immer alles glatt lief, kannst du dich glücklich schätzen, zu dieser Überheblichkeit berechtigt dich das aber noch lange nicht.

Stell dir vor, auch berufstätige Eltern können ihren Kindern Spaß am Leben, Liebe und Verständnis geben. DAS ist näcmlich wichtig, nicht ein Kind "HABEN" zu wollen, sondern einem Kind etwas "GEBEN" zu können. Ich möchte kein Kind "haben", weil es so niedlich und süß ist und man es herumknuddeln und herumzeigen kann und weil es das eigene Selbstwertgefühl erhöht, sondern ich glaube, geeignet für ein Kind zu sein, weil ich ihm viel mitgeben kann, auch dann, wenn es mal gerade alles andere als süß ist. Vielleicht bin ich ja auch geduldiger und weniger genervt, weil ich nicht den ganzen Tag zuständig bin.

Kinder, die tagsüber nur ihre Mutter haben, sind nämlich echt arm dran, wenn DIE dann genervt von ihnen ist. Jede neue Bezugsperson ist nämlich auch täglich eine neue Chance auf Abstand und Neuanfang.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Noch eine Frage! :-)

Antwort von Frosch am 17.12.2004, 13:39 Uhr

Hallo!

Was mich wundert: Woher wissen denn viele Frauen denn, daß sie zu Hause unausgelastet/etc.pp. sein werden? Ohne zu wissen, wie das Leben mit Kind überhaupt sein wird?

Würde mich interessieren...

LG Antje

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

@lenamama99

Antwort von Katrisina am 17.12.2004, 13:51 Uhr

Erstens sind nicht alle selbstständig und haben Angestellte, das ist jetzt nur deine persönliche Situation.
Und wenn du auf Grund desssen, dass du dein eigener Chef bist, dein Kind bei dir haben kannst wann du möchtest, ist das doch super.
Aber das kann man als normaler Angestellter nicht.

Ich meinte ja auch nicht, dass ich mein Kind bis zur Einschulung zu Hause lassen will, absolut nicht.
Ich finde es nur nicht gut, wenn Kinder zu früh (meistens noch im Babyalter) weggegeben werden.
Gerade das erste Jahr ist sehr wichtig in der Entwicklung und da sollte die Mutter für das Kind schon rund um die Uhr da sein.
Das kann dir jeder Hebamme und jeder KA bestätigen.
Zu meiner Situation: Mein Sohn ist jetzt knapp 1,5 Jahre und wird ab nächsten Mai für 4 Stunden in die Kita gehen, aber ich mache das, damit er die Möglichkeit andere Kinder in seinem Alter kennenzulernen, weil wir sonst hier niemanden haben.
Ich bin auch der Meinung, 2 Jahre (solange ist ja die reguläre bezahlte Elternzeit) kann man dem Kind zuliebe ruhig zu Hause bleiben.
Danach kann ich doch immer noch arbeiten gehen. Und das Kind hat sich auch in der Zeit an die Kita gewöhnt.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: Noch eine Frage! :-)

Antwort von marit am 17.12.2004, 13:54 Uhr

Unausgelastet würde ich nicht sagen. Klar könnte ich auch zu hause lesen, schreiben und mich mit Forschergruppen ausstauschen. Nur wäre ich in der Zeit, in der ich das mache, nicht gerade ein Muster an Aufmerksamkeit für mein Kind. Ich habe außerdem eine Arbeit, in der es auf Konzentration ankommt. Da werde ich schnell unleidlich, wenn ich zu oft unterbrochen werde. Darum hat aber doch ein Kind die Chance verdient, in der Zeit mit Menschen zusammenzusein, die auch wirklich Zeit für es haben und nicht es mit so einer "Nebenbei"- Mutter aushalten zu müssen. Und ich WÄRE einige Stunden am Tag eine "Nebenbei" Mutter (einige Vollzeitmütter sind dies übrigens auch). Wenn ich das also eh mache, warum soll ich mich dann nicht dafür bezahlen lassen?

Ich brauche einfach wahnsinnig viel Text-Input am Tag um glücklich zu sein. Klar ist es superspannend, die Entwicklung des eigenen Kindes zu verfolgen, zu sehen, wie es die Welt entdeckt etc...was mir an diesem Leben auf die Nerven geht, sind die Krabbelgruppenmütter, die über nichts anderes reden mögen, als was ihre Kinder schon alles können, sind die ausschließlich kindfixierten Themen, ist der Haushaltskram ist es letztlich auch, immer und immer wieder dieselbe Kinderliederkassette hören zu müssen (wären das statt 4 mal am Tag 20 mal am Tag, würde ich wohl durchdrehen *ehrlichbin*).

Vielleicht muß man sich auch umgekehrt fragen, haben viele Frauen auch einfach noch gar nicht die Erfahrung machen dürfen, ihr Hobby zum Beruf gemacht zu haben, mit roten Wangen und voll konzentriert über einem gelingenden Projekt zu sitzen, euphorisch und glücklich nach hause zu gehen, weil etwas im Job richtig gut geklappt hat, vor dem man ein wenig Angst hatte. Wer diese Erfahrung nie gemacht hat, kann auch nicht wissen, wie schmerzlich es sein kann, das zu verlieren.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: Noch eine Frage! :-)

Antwort von Katrisina am 17.12.2004, 14:07 Uhr

Klasse wenn du so euphorisch von deinem Job schreibst.
Nur dein Kind bleibt dabei auf der Strecke, weil Mama keine Zeit hat.
Irgendwann kriegst du die Quittung.

Man kann keine 2 Sachen hundertprozentig machen. Eins leidet immer darunter, entweder Job oder Kind.
Deshalb sollte man sich schon entscheiden was einem wichtiger ist.
Zumindest über einen bestimmten Zeitraum.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

An Marit

Antwort von Frosch am 17.12.2004, 14:13 Uhr

Hallo!

Eigentlich war auch mein Beruf mein Hobby, und ich geb auch zu, daß ich den Agenturstreß manchmal vermisse...
Und Du hast recht, nach dem 10 Mal "EINSZWEIDREI im Sauseschritt" lege ich trotz Protest doch mal Musik für MICH ein.
Tja, ich kenne viele Mütter, die nur über Kinderthemen reden können. Zum Glück war es in der Krabbelgruppe nicht so extrem, und ich geselle mich gerne zu Müttern, die durchaus noch in der Lage sind, das Tagesgeschehen etc. zu kommentieren ;-)
Ich finde Deinen Beitrag wirklich gut - nicht so emotional, und ich kann Deinen Standpunkt gut verstehen!

LG Antje

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Marit woher weisst Du das?

Antwort von KaMeKai am 17.12.2004, 14:14 Uhr

Woher weisst Du, dass sich die Einjähriges in Krippen wohlfühlen? Haben sie es Dir gesagt oder meinst Du, weil sie (vielleicht) aus Resignation aufgehört haben zu weinen, sie fühlen sich wohl? Viellecht würden sie sich bei einem Elternteil ja noch wohler fühlen. Man müsste sie mal fragen (können).
LG
Kathrin

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: wer bekommt denn schon die 2 Jahre Elternzeit-Geld?

Antwort von marit am 17.12.2004, 14:16 Uhr

nach einem halben Jahr ist doch die Einkommensgrenze fast aufs Existenzminimum runtergefahren. Eine normale Mittelstandfamilie bekommt dann kein Erziehungsgeld mehr. Außerdem gibt es ja auch laufende Kosten, die zu bedienen sind.
Mein Mann und ich verdienen zusammen 2800 Euro, recht viel, möchte man meinen. Aber nach Abzug der Miete (teuer in Köln!)und Hortkosten, diverser Verpflichtungen (unter anderem einer gescheiterten Unternehmensgründung, die Auftraggeber meines Mannes sind Pleite gegangen und haben dann uns auf den ganzen Schulden sitzenlassen) bleiben uns zu dritt 600 Euro übrig für Essen, Klamotten und alles, was so anfällt. Das ist nicht mehr als das Existenzminimum, trotzdem würden wir schon nach einem halben Jahr kein Erziehungsgeld mehr bekommen. Wir wünschen uns gerade ein zweites Kind und sparen jetzt schon eine Weile(!), um überhaupt ein halbes Jahr in Elternzeit gehen zu können (das würde mein Mann nach dem Mutterschutz machen), denn wenn ein Einkommen wegfällt und "bloß" durch 300 Euro ersetzt wird, würde unser Einkommen gerade mal unsere Fixkosten decken. Nach 8 Monaten bliebe uns gar nichts anderes übrig, als uns erstmal stundenweise eine Tagesmutter zu suchen (wobei das doch auch nicht schlimmer ist, als ein Kind 3 Stunden am Tag oder 2 Tage in der Woche zur Oma zu bringen).

Klar, wir können auch einfach einen Offenbarungseid ablegen, drauf pfeifen und alles dem Staat überlassen- aber dann vergeige ich eine etwaige Chance auf Verbeamtung (mit einem Schufa-Eintrag)-irgendwann mal-, wir kriegen nie wieder nen Kredit und vielleicht nicht mal mehr ein anderes Bankkonto. Das wäre der totale soziale Abstieg.
Was war nochmal deine Alternative: warten, bis man es sich so richtig leisten kann, von einem Einkommen? Wenn alles abbezahlt ist, sind wir Anfang 40...

Nur um auch mal ein wenig Realität ins Spiel zu bringen. Ich habe hier nämlich oft den Eindruck, daß hier fast nur Leute unterwegs sind, die entweder gar keine Geldprobleme haben oder aber sich eh auf den Staat verlassen. Daß es aber richtig scheiße ist, wie schwer es Mittelstandsfamilien in diesem Land gemacht wird, Kinder zu haben und daß Erziehungsgeld hier keine wirklich Alternative ist, das geht völlig unter.
Vielleicht warte ich ja noch ein wenig, bis sich das neue Renate-Schmidt-Modell durchgesetzt hat...

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: Gegenfrage?

Antwort von marit am 17.12.2004, 14:18 Uhr

Woher willst du dann wissen, daß sie sich bei ihrer Mutter wohler fühlen? Vielleicht haben sie ja auch da aus Resignation aufgehört zu weinen. Bei vielen Einjährigen, die ich mit ihren Müttern zugange sehe, habe ich auch nicht immer das Gefühl, daß sie sich gerade mächtig wohl fühlen.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Marit und woher das?

Antwort von KaMeKai am 17.12.2004, 14:19 Uhr

dass nämlich die Krabbelgruppenmütter nur über die Begabungen ihrer Kinder reden? Warst Du schon in Krabbelgruppen?
Ich ja, da war es übrigens ganz anders. Alles kultivierte "studierte" Mütter älteren Semesters, die sich durchaus auf höherem Niveau unterhalten konnten. War schön damals.
LG
kathrin
Ach und mach Dich von dem Horror frei, als Mutter müsste man 20 mal am Tag die gleiche Kinderkassette hören - ich musste das noch nie und ich habe 2 Kinder mit jeder Menge Kassetten

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: Gegenfrage?

Antwort von KaMeKai am 17.12.2004, 14:20 Uhr

stimmt diese Kinder sollten unbedingt ganztags in Krippen. Zum Glück kenne ich keine solchen Kinder.
LG
Kathrin

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: Noch eine Frage! :-)

Antwort von grisabella am 17.12.2004, 14:29 Uhr

Meine Lieblinsdiskusiion, die mich begleitet seit ich in D kinder habe.

Zum Glück ist mein erstes Kind in Frankreich geboren, wo es ganz selbstverständlich ist, dass die Kinder früh in den Kindergarten gehen. Die Betreuung ist super und keine(r) macht einer Frau einen Vorwurf, wenn sie Kinder hat und arbeitet. Kaum zurück in Deutschland - ich bekam mein zweites Kind in Berlin - promovierte und war berufstätig, kamen ständig diese Bemerkungen: zwei Kinder, die im Kiga betreut werden und berufstätig - muss das denn sein? Zugleich dann der Blick, ob mit den Kindern alles stimmt.

Dann zogen wir ins Rheinland und es wurde noch schwieriger, eine Ganztagsbetreuung zu finden. "Unsere Muttis hier brauchen keine Übermittagsbetreuung" - so der O-Ton einer Kindergartenleiterin. Es ist so aufreibend, sich ständig rechtfertigen zu müssen, wenn die Vollzeitmütter beim kleinsten Problem auf die Berufstätigkeit der Mütter verweisen.

Das ging von dem obligatischeren "Wofür hast Du denn Kinder, wenn du sie den ganzen tag abschiebst" über ein süffisantes "Ich würde nicht wollen, daß Fremde meine Kinder erziehen, bloß der Karriere wegen" bis zu dem Vorwurf, daß meine Kinder später mal Schwerverbrecher werden.

In der französischen Verwandtschaft meines Mannes wird angesischts unserer Probleme ungläubig den kopf geschüttelt.

Die Kinder in meinem französischen Familienzweig sind auch nicht schlechter geraten als in meinem deutschen bekanntenkreis.
Es gibt dort wie bei uns anstrengende und einfache Kinder.

Wenn ich mir die Diskussion hier anschaue, wird sich wohl in Bezug auf Ausbau der Kinderbetreuung wohl kaum in naher Zukunft was tun. Es wird weiter heißen "Unsere Muttis brauchen sowas nicht".
Wahrscheinlich wird sich noch meine Tochter mit dem Problem rumschlagen müssen. Es sie denn sie wandert nach Frankreich aus. Zweisprachig ist sie jedenfalls.

Grisabella

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Ich, und das schon das 2. Mal

Antwort von Katrisina am 17.12.2004, 14:29 Uhr

Also bei uns ist das so:
Mein Freund ist auch selbstständig, hat aber ein regelmäßiges Einkommen. Diverse Versicherungen, Autorate und Kleinkredite haben wir auch.
Ich habe noch eine große Tochter (11 Jahre) für die ich etwas Unterhalt bekomme, dann noch 2xKindergeld und wie gesagt die 300 € Erziehungsgeld für den Kleinen.
Dafür können wir uns zwar kein Haus leisten (das wir aber gerne irgendwann mal hätten), wohnen aber sehr günstig in einer trotz Plattenbau, schönen 80m² Wohnung.
Also und gehts super, wir haben immer genug zu essen, genug Klamotten, Spielzeug und auch zu Weihnachten lassen wir es uns gut gehen.
Und trotzdem hab ich noch den ganzen Tag Zeit für meinen Kleinen.
Ach ja, ein drittes ist in Planung.

Klar will ich auch mal irgendwann wieder arbeiten gehen (eben, um gesagtes Haus finanzieren zu können), aber erst kommen die Kinder und dann der Job.
Mit 40 kann ich auch noch locker mind. 20 Jahre arbeiten, aber mit 40 möchte ich keine Kinder mehr kriegen.
So haben wir das für uns geplant.

Na ja, muss ja jeder selber wissen, wie er sein Leben gestaltet.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Ich werde nie begreifen

Antwort von grisabella am 17.12.2004, 14:42 Uhr

, warum soviele Menschen keinen Unterschied zwischen "verstehen" und "akzeptieren" kennen.

Warum kann man andere Einstellungen nicht akzeptieren, ohne sie zu verstehen.

Meine Freundin zum Beispiel ist jetzt seit 5 Jahren zu Hause bei ihrem Kind. Zuvor hat sie 2 mal ein Veterinärstudium absolviert. Einmal in Deutschland und einmal in den USA (weil dort das deutsche Studium nicht anerkannt wird) Sie hat also mehr als 10 Jahre nach der regulären Schulzeit in ihre Ausbildung investiert.

Ich (!) verstehe nicht, warum sie seit der Geburt ihres Kindes zu Hause blieb. Aber, ich sehe, dass es ihr damit gut geht und sie glücklich ist. Und ich akzeptiere das. Ich will sie nicht davon überzeugen, wie gut es für sie wäre, oder das die 10 Jahre verloren seien.

Im Gegenzug dazu akzeptiert sie durchaus meine Meinung. Ich bin mit Kindern schnell wieder arbeiten gegangen. Denn für mich war es Zeit unvorstellbar jahrelang zu Hause zu sein und mich ausschliesslich um die Betreuung meines Sprösslings zu kümmern.

Auch wenn sie keine Kinderbetreuung benötigt, so findest sie es ebenso unmöglich wie ich, dass Frau sich hierzulande für ein Kind und gegen meinen Beruf oder umgekehrt entscheiden muss.

Und so muss es doch sein, oder?
Jeder sollte doch die Möglichkeit haben, sein Leben diesbezüglich zu gestalten, wie es für ihn am besten erscheint.

Manche wollen die Zeit mit ihren Kindern verbringen, wenn möglich nicht arbeiten müssen.
Andere möchten durchaus gerne arbeiten, weil es ihrer Lebensform, auch mit Kind, am nahesten kommt.

Wenn ich mir diesen Strang dort drübenanschaue, bin ich wahrlich froh, eine Freundin zu haben, die so ganz anders ist als ich und wir es trotzdem, oder gerade deshalb, schaffen uns so wichtig zu sein.

Grisabella

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: Ich auch, zum 2. mal und für 2,5 Jahre...

Antwort von drahtseil am 17.12.2004, 14:43 Uhr

...kein "reicher" Mann, aber wir kommen trotzdem zurecht. Auf bestimmte Dinge verzichten wir eben, damit ich bei den Kindern sein kann. Ich bin glücklich damit, andere sind glücklich mit ihrem Job - solong. Ach sorry, ich wollte ja gar nicht mehr mitposten. Tschüßie

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

@Alle: Kinder werden schon früh genug flügge...da kann man sich schon mal `ne Auszeit von mind. 2 o. 3 Jahre gönnen! o.T.

Antwort von elamaus am 17.12.2004, 14:52 Uhr

...

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

ICH EZG - obwohl MANN selbständig...

Antwort von elamaus am 17.12.2004, 15:00 Uhr

er verdient zwar gerade so viel, daß man davon leben kann...aber uns reicht es. Wie gesagt, Geld ALLEINE macht UNS nicht glücklich. Und VATER STAAT ist doch selbst schuld, wenn er SZH, EZG o.a. einführt. Die Leute, die so was in Anspruch nehmen, daß ist doch nur DEREN Recht. Meine Meinung...

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

gönnen?

Antwort von grisabella am 17.12.2004, 15:02 Uhr

Was ist wenn man sich diese Auszeit nicht gönnen will oder kann.
Bei zwei kindern sind es dann schon 5-6Jahre.

Nicht in jedem beruf ist der Wiedereinstieg problemlos möglich.Wenn man beruflich deswegen den Anschluß verpaßt hat und keinen ordentlichen Job mehr bekommt, dann leiden auch die Kinder darunter.

Wie die Arbeitsmarktlage aussieht, muß man ja wohl niemandem mehr sagen und da sind Mütter bei den Arbeitgebern nun wirklich nicht die Gruppe, die als erste genommen wird.

Gerade in Zeiten wie heute mit hoher Arbeitslosigkeit ist es äußerst vorteilhaft für die ganze Familie, wenn die Ausbildung der Mutter nicht umsonst war.

Ich sehe das gerade bei meiner Schwester. Mein Schwager wurde vor kurzem arbeitslos. Meine Schwester ist vor 2Jahren nach 5JÄHRIGER Babypause (2Kinder) wieder in den Beruf eingetiegen. Das gelang ihr nur, weil sie Lehrerin ist. Hätte sie einen anderen Beruf, ginge es der Familie jetzt ziemlich dreckig.

Wenn man das "klassische Familienmodell" leben kann und will, dann kann man natürlich zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern und den arbeitenden Müttern weiterhin ein schlechtes Gewissen einreden.

Grisabella

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: Noch eine Frage! :-)

Antwort von elamaus am 17.12.2004, 15:05 Uhr

Es gibt nun mal Menschen, die KÖNNEN ohne Arbeit NICHT. Mein Mann ist z.B. so EINER (hi). Aber dafür bleibe ich gerne zu Hause bei meinen Kids. Wie gesagt, die Kinder werden noch früh genug flügge und gehen von zu Hause fort. Da möchte ich ihnen wenigstens 2-3 Jage uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenken...
Und wie schwer ein Berufseinstieg nach dem Erziehungsjahr ist...kein Wunder daß viele Mütter in den Job zurückkehren. Muß man "irgendwie" verstehen...

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

DA haben wir`s: JEDER hat Angst vor Arbeitslosigkeit. Endlich haben wir den Grund für berufstätige Mütter:-) o.T.

Antwort von elamaus am 17.12.2004, 15:07 Uhr

...

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

@KaMeKai: Ist doch genau dasselbe,

Antwort von elamaus am 17.12.2004, 15:16 Uhr

Hausfrauen unterhalten sich gerne über ihre Kinder und berufstäge Mütter quatschen gerne über ihre Arbeit. Wo ist das Problem?! Und sich über die eigenen Kinder zu unterhalten und vor stolz sagen zu dürfen, was das eigene Kind schon kann...super! Jede Mutter wird doch wohl noch STOLZ auf ihr(e) Kind(er) sein DÜRFEN, oder?!
LG elamaus

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: @KaMeKai: Ist doch genau dasselbe,

Antwort von Grisabella am 17.12.2004, 15:23 Uhr

Ich denke mit Leuten, die ständig über ihren Beruf reden ( wird man nicht so oft konfrontiert wie mit den typischen Müttergesprächen. Die Frage ist auch, ob diese Menschen auch privat die ganze Zeit darüber reden.

Bis zu einem gewissen Grad führt wohl jede Mutter diese Gespräche, ich habe mich auch schon mit anderen Katzenbesitzer über Katzenfutter unterhalten, auch nicht gerade spannend.

Schlimm finde ich es, wenn es überhand nimmt und manche Mütter nicht mehr willens oder in der Lage sind, sich auch noch über andere Themen zu unterhalten. Ich habe ein paar Mütter kennengelenrnt, die wirklich so waren. Und so spannend, daß ich es zum Lebensinhalt machen möchte sind die Pampers, Alete-Themen nun wirklich nicht.

Mir ging es so , daß ich es gerade als ich mit Kind zu Hause war, dringend auch mal Erwachsenengespräche brauchte. Wenn man den ganzen Tag Sellbstgespräche zu führt, die lediglich mit einem Grinsen oder da-da-grrrr kommentiert werden finde ich das sehr wichtig. Wenn dann die einzigen erwachsenen Menschen, die man trifft, Mütter sind, die fast nur über Babythemen reden wirds übel. Das habe ich allerdings auch nur in der Kleinkindphase mit meinen Sohn in einer Kleinstadt in Rheinland erlebt.

Für mich gehört die Babyphaseübrigends zu den schwierigsten überhaupt im Leben. Entweder man bleibt mit dem Kind zuhause und lässt sich total von ihm vereinnahmen, was für erwachsene Frauen schon eine befremdliche Erfahrung sein kann. Oder man versucht, weiter zu arbeiten, was sehr anstrengend sein kann und die Umwelt machts einem hierzulande nicht leichter.

Grisabella

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: DA haben wir`s: JEDER hat Angst vor Arbeitslosigkeit. Endlich haben wir den Grund für berufstätige Mütter:-) o.T.

Antwort von Grisabella am 17.12.2004, 15:26 Uhr

Nein nicht nur deshalb. Ich wollte auch schnell wieder arbeiten, aber die Tatsache, daß in meinem Bereich in Wiedereinstieg nach längerer Pause nicht problemlos möglich ist und meine Erfahrungen in Frankreich, haben mich in meiner entscheidung bestärkt.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: DA haben wir`s: JEDER hat Angst vor Arbeitslosigkeit. Endlich haben wir den Grund für berufstätige Mütter:-) o.T.

Antwort von elamaus am 17.12.2004, 15:31 Uhr

Tja, und das ist sehr traurig, daß berufstätigen Müttern ein Wiedereinstieg ins Berufsleben so schwer gemacht wird. Aber dies ist wohl Aufgabe der Politik hierzulande. Ansonsten, denke ich, würden viel, viel mehr Mütter länger zu Hause bleiben. Sagt hier nur NIEMAND. Schade...

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Nochmal an Marit!

Antwort von Frosch am 18.12.2004, 13:06 Uhr

Hallo nochmal,

also, es tut mir leid, aber mit diesem Satz:
"Jede neue Bezugsperson ist nämlich auch täglich eine neue Chance auf Abstand und Neuanfang" diskreditierst Du dich selber! Das verlangst Du wirklich von einem Kleinkind? Und "Chance auf Abstand" ist nur von DIR impliziert, das Kind hat keine Wahl.

Tut mir leid, aber für so etwas kann ich kein Verständnis aufbringen. Auch wenn ich Deine vorherigen Gedankengänge durchaus nachvollziehen konnte.

LG Antje

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: @berita

Antwort von berita am 18.12.2004, 13:23 Uhr

In meiner Kindheit (zu Ostzeiten) war das von mir Beschriebene leider kein aussergewoehnlicher Extremfall und wird so auch heute noch oefter praktiziert, keinesfalls nur von AE. So eine Ganztagsfremdbetreuung ist meiner Meinung nach fuer kein Kind gut, ausser es wird zu Hause wirklich massiv vernachlaessigt oder schlimmes, wobei selbst solche Kinder ja oft noch am liebsten bei den Eltern sein wollen.. Wie du euer Leben beschreibst, klingt es doch sehr gut und dann muss man sich auch keine Vorwuerfe machen (lassen) - ich wuerde nie erwarten, dass Frauen ihre Karriere wegen der Kinder komplett begraben. Wichtig ist eben nur, dass man beides unter einen Hut bekommt, was ja nicht immer einfach ist..

LG
Berit

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Die letzten 10 Beiträge in Rund ums Kleinkind - Forum
Mobile Ansicht

Impressum Über uns Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.