Dr. med. Christoph Grewe

Dr. med. Christoph Grewe

Frauenarzt

Dr. med. Christoph Grewe ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Gemeinsam mit Tanja Finger, ebenfalls Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe mit dem Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, leitet er das Kinderwunschzentrum Bremen.

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Dr. med. Christoph Grewe

Schwangerschaftschanceb mit UNBEFRUCHTETEN eingefrorenen Eizellen

Antwort von Dr. med. Christoph Grewe

Praxis

Frage:

Sehr geehrter Dr. Grewe,
Einige Infos vorab: ich 33 J., Mann 34 J..
OAT bei ihm, bei mir AMH 0.7, evtl Gelbkörperschwäche. 2017 direkt im 1. ICSI Versuch schwanger geworden, gesunde Tochter. Damals wurden nur 3 Eizellen gewonnen, ließen sich alle befruchten, 2 wurden eingesetzt, die 3. ist stehen geblieben.
Nun haben wir im Sep./Okt. 19 einen Geschwisterversuch gestartet, dieses Mal könnten 9 EZ gewonnen werden (Stimulation mit Pergoveris).
Unsere Frage: wir möchten aus ethischen Gründen keine überzähligen befruchteten Eizellen irgendwann verwerfen müssen weil Familienplanung abgeschlossen ist. Wir möchten nun noch max. 3 weitere Kinder. Dementsprechend haben wir bei der letzten ICSI nur 3 der 9 Eizellen befruchten lassen, die restlichen 6 liegen unbefruchtet auf Eis. Bin dieses Mal nicht schwanger geworden (2 von 3 befruchtet)
Was sagen Sie? Sind wir auf dem Holzweg? Wie stehen unsere Chancen auf eine SS jetzt mit den unbefruchtete Eizellen? Welchen Weg empfehlen Sie uns zukünftig?

von grummelhummel3 am 07.11.2019, 14:48 Uhr

 

Antwort auf:

Schwangerschaftschanceb mit UNBEFRUCHTETEN eingefrorenen Eizellen

Hallo,

bei zusätzlich noch bis zu 3 Kindern hätte ich bei den 9 Eizellen keinerlei Bedenken gehabt, diese alle zu verwenden. Statistisch gesehen, hätten sich ca. 6-7 der 9 Eizellen befruchten lassen und von diesen wären in den ersten 5 Tagen 50% kaputt gegangen.
Mit den dann noch vorhandenen 3 bis 4 Eizellen haben Sie pro ET 2 eine Chance von ca. 35 % schwanger zu werden.
Diese Rechnung können Sie auch auf die noch vorhandenen 6 Eizellen anwenden:
geschätzt 1 defekt durch das Einfrieren, 3 von 5 befruchtet und in den ersten 5 Tagen werden sich nur 1 bis 2 der 3 befruchteten Eizellen weiterentwickeln.
Natürlich gibt es in seltenen Fällen auch Ausnahmen, dass sich alle Eizellen befruchten und weiterentwickeln würden. Dies ist aber sehr sehr selten....
Ganz generell könnte man die Sache mit den befruchteten Eizellen nun auch noch einmal diskutieren: Ab wann gilt eine Eizelle als befruchtet? Auch schon, wenn die Gene von Mann und Frau noch nebeneinander in der Eizelle liegen und noch nicht miteinander verschmolzen sind? Beim sogenannten PN-Stadium handelt es sich ja noch um keinen Embryo, allerdings muss jeder für sich die für ihn geltenden ethischen Grenzen definieren.

Ein weiterer Punkt sind die Kosten, die unter der von Ihnen gewählten Variante exorbitant höher sind, als wenn man die Eizellen in einem Versuch direkt mit behandelt hätte.

Ihre Chancen auf eine Schwangerschaft sollten bei beiden Varianten in etwa gleich hoch sein, der körperliche, seelische und wirtschaftliche Aufwand ist aber bei der von Ihnen gewählten Variante sicher deutlich erhöht.

Eine direkte Empfehlung, welcher Weg für Sie der richtige ist, kann ich leider nicht abgeben. Ethische Bedenken kann ich gut verstehen und Sie beide müssen unter Berücksichtigung aller Faktoren den für Sie richtigen Weg finden

Viele Grüße und ich drücke Ihnen die Daumen
Christoph Grewe

von Dr. med. Christoph Grewe am 09.11.2019

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