Prof. Dr. med. Katrin van der Ven

Ist eine PKD sinnvoll?

Antwort von Prof. Dr. med. Katrin van der Ven

Frage:

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. van der Ven,

Ich möchte sehr gern Ihre Meinung zu folgender Situation erfahren und bin Ihnen im Voraus für Ihre Antwort dankbar!
Ich bin vor zwei Wochen 43 Jahre alt geworden und habe 2018 zwei ICSIs durchführen lassen. Bei mir alles ok, Partner sterilisiert vor 5 Jahren. Tese.
1. ICSI April 2018, 8 Tage stimuliert mit Pergoveris, 10 EZ gewonnen, 6 reif, eine bei ICSI geplatzt, von 5 übrigen 2 befruchtet. Pkd-Untersuchung: keine geeignet, da Chromatidaberration = sc (1 EZ: 1. Polkörper: Dup Xsc; 2. PK Dup 6sc / 2.EZ: 1.PK: Dup 19sc; 2PK euploid)
2. ICSI Oktober 2018, 9 Tage stimuliert mit Pergoveris, 17 Ez gewonnen, davon 12 reif, 3 befruchtet. (1. EZ: 1.PK: Del 19sc, 2.PK: Dup 8sc / 2.EZ: 1. PK: hochaneuploid, 2PK: 15sc /Dritte Ez nach Pkd in Ordnung). Dritte EZ transferiert am Tag 3 als ein Achtzeller, schwanger. Sechste Woche Herzschlag, HcgWert sehr gut, 9. Woche MA. Abgang natürlich ohne Komplikation in der 15. Woche.
Fragen:
1. Ist die PKD wirklich eine sinnvolle und empfehlenswerte Methode?
2. Fehlerrate bei Polkörper-Untersuchung liegt bei 5% (laut Labor), erscheint mir ziemlich hoch. Es werden ja sehr viele Parameter untersucht, ist die Methode fehleranfällig?
3.Die PKD soll eigentlich Fehlgeburten verhindern, brachte so gesehen bei mir nichts. Würden Sie mir für den nächsten Versuch Pkd empfehlen oder besser Blastos ohne PKD einsetzen lassen?
4.Hätten sich die nach der PKD verworfenen Zellen ev. regenerieren können, gibt es solche Reparaturmechanismen in einer Embryozelle?
5. Ist es so, dass die PKD-Zellen die Kryo nicht überstehen? (Habe es in einer Studie gelesen)

Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Junona

von Junona am 01.07.2019, 09:08 Uhr

 

Antwort auf:

Ist eine PKD sinnvoll?

ad 1: es gibt keine Studie die belegt daß PKD die Lebendgeburtenrate erhöht, sie kann aber die Abortrate reduzieren da chromosomal aberrrante EZ nicht weiter verwendet werden
ad 2. 5% bei einem solch komplizierten verfahren ist im gegenteil ziemlich niedrig wenn man weiß wie viele Arbeitsschritte dahinterstecken.
ad 3. da auch Eizellen mit normalen Chromosomen in der PKD während der embryonalen Teilungen chromsomenstörungen entwickeln können hat das nicht unbedingt mit der PKD zu tun . die verlängerte Kultur selektiert aber auch nicht gegen Chromosomenfehler kann aber Embryonen mit gutem Entwicklungspotential identifizieren Eine Empfehlung kann man hier kaum geben
ad 4. bei PKD verworfene EZ tgeben die Chromosomenanaomalie an jede entstehende embryonale zelle weiter diese können sich nicht selber korrigeiren nur fehler aus mitotischen teilungen korrigieren sich
ad 5. kommt aufs labor und die Einfriermethode an

von Prof. Dr. med. Katrin van der Ven am 01.07.2019

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