Dr. Almut Dorn

Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn

Psychologische Psychotherapeutin

Frau Dr. phil. Almut Dorn ist als Psychotherapeutin seit über 20 Jahren im Bereich der Gynäkologischen Psychosomatik tätig. Sie studierte Psychologie in Bielefeld, Paris und Mannheim. Nach ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Psychotherapeutin in der Gynäkologischen Psychosomatik des Universitätsklinikums Bonn leitete sie die Gynäkologische Psychosomatik im Endokrinologikum in Hamburg. Seit 2010 ist sie in eigener Privatpraxis in Hamburg tätig und ist neben der Patientenversorgung als Dozentin und Supervisorin tätig.

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Dr. Almut Dorn

Warum wird Rückzug nicht akzeptiert?

Antwort von Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn, Psychologische Psychotherapeutin

Frage:

Sehr geehrte Fr. Dr. Dorn,

leider suchen mich bzw. meinen Mann und mich seit sehr vielen Jahren immer wieder Schicksalsschläge wie Krankheiten, Unfälle, unfreiwillige Jobwechel (weil Firma, wo man angestellt war, insolvent), usw., heim.
Bisher konnte ich mich immer wieder „aufrappeln“. Jedoch ist es seit Anfang des Jahres wieder extrem. Ich hatte einen schweren Autounfall (unverschuldet), aber mit vielen Terminen, rechtlichen Fragen usw. Die Corona Krise hat auch uns wieder stark getroffen.
Zudem möchten wir seit 2 Jahren eine Familie gründen. Dies gestaltet sich schwierig. Deswegen sind wir bereits in einer Kinderwunsch Klinik.
Meine Schwester und meine Freundin verkündeten innerhalb von 3 Wochen beide, dass sie Nachwuchs erwarten.
Leider ist das nun alles zu viel für uns. Ich habe den Kontakt zur Familie (die wissen nichts von der Kinderwunsch Klinik) und der Freundin vor Monaten nun beinah/ bzw. ganz abgebrochen. Mit der Begründung, dass ich Zeit für mich benötige durch die ganzen negativen Ereignisse. Das versteht aber leider niemand. Mir geht es sehr gut damit. Aber ich werde von meinen Eltern unter Druck gesetzt, mich bei meiner Schwester zu melden.
Nun meint mein Mann schon, ich sei egoistisch. Aber das finde ich nicht. Ich verlange ja nur meine Ruhe.
Ich habe meinen Rückzug begründet. Aber warum wird das nicht akzeptiert? Wie kann ich den anderen das begreiflich machen?

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
Maiwi

von Maiwi am 17.06.2020, 13:30 Uhr

 

Antwort auf:

Warum wird Rückzug nicht akzeptiert?

Wenn der Kontakt bisher zu Ihrer Schwester und Ihrer Freundin sehr gut war und Ihnen vielleicht auch in Krisen sehr geholfen hat, scheinen diese sich jetzt Sorgen zu machen, warum Sie keine Hilfe mehr wollen und sie können es ja auch nicht wirklich verstehen, weil Sie den Grund nicht nennen. Sie spüren, dass irgendetwas nicht stimmt - und damit haben sie ja recht. Der Wunsch nach Rückzug ist sehr verständlich, das erlebe ich bei vielen Frauen und Paaren mit einem unerfüllten Kinderwunsch. Letztlich schneidet man sich damit aber auch wichtige Kontakte und Ressourcen ab. Damit die Menschen, denen Sie ja anscheinend sehr wichtig sind verstehen können, was in Ihnen vorgeht, müssten Sie sich mitteilen. Das wollen Sie nicht - warum? Glauben Sie, dass Sie keiner versteht? Oder gibt es eine große Scham zum unerfüllten Kinderwunsch? Wir erleben Frauen und Paare, die mit dem Thema etwas offener umgehen, vor allem im engsten Familien- und Freundeskreis als etwas weniger belastet. Wenn Sie aber aus persönlichen Gründen das nicht wollen, würden Ihnen vielleicht Beratungsgespräche helfen, Ihre Themen zu sortieren und zu entscheiden, wie sie damit weiter umgehen wollen. Adressen von spezialisierten BeraterInnern finden Sie hier: https://www.bkid.de/beraterinnen-in-ihrer-naehe/ Für mich hören Sie sich eher verzweifelt und Schutz suchen an als egoistisch.

von Dr. Almut Dorn am 17.06.2020

Antwort auf:

Warum wird Rückzug nicht akzeptiert?

Sehr geehrte Frau Doktor Dorn,

vielen Dank für ihr Feedback. Ich möchte mich nicht gerne mitteilen, da das meine Schwester z.B. nicht verstehen würde. Bei ihr läuft immer alles nach Vorstellung. Und ich bekomme von meiner Familie Antworten, wie: ach, anderen geht es noch viel schlechter als euch..
Vielleicht sollte ich tatsächlich darüber nachdenken, zu einer Beratungsstelle zu gehen. Vielen Dank für die Anregung.

Mit freundlichen Grüßen
Maiwi

von Maiwi am 17.06.2020

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