Wieso nimmt mein gestilltes Baby ab?

Wieso nimmt mein gestilltes Baby ab?

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Ich erlebe es immer wieder, dass stillende Mütter verunsichert sind, weil ihr Baby ab- statt zunimmt. In der ersten Zeit nach der Geburt ist es aber völlig normal, dass ein Kind Gewicht verliert.

Meistens sind es um die zehn Prozent des Geburtsgewichts, die das Baby abnimmt. Diesen natürlichen Prozess verkraften die Kleinen gut - es sei denn, ein Kind ist mit deutlichem Untergewicht auf die Welt gekommen. So achten die Fachkräfte zum Beispiel bei Frühgeborenen besonders sorgfältig darauf, dass die Kinder maximal die üblichen zehn Prozent Gewicht verlieren. Bei Kindern mit normalem Geburtsgewicht ist auch ein wenig mehr okay - solange es mit dem Stillen klappt und das Kind genug trinkt.

Erst nach etwa zwei Wochen legen Babys richtig Gewicht zu

Als Faustregel gilt, dass Ihr Baby am 14. Lebenstag wieder die Tendenz Richtung Geburtsgewicht zeigen sollte. Gut zu wissen: Die Kinder nehmen schubweise zu - und nicht unbedingt jeden Tag. Der erste Wachstumsschub erfolgt typischerweise zwischen dem zehnten und 14. Lebenstag. Bei einem gesunden Neugeborenen können Sie daher grundsätzlich ganz entspannt bis zum ersten Wachstumsschub warten. Ihre Hebamme wird in der Wochenbettbetreuung die Gewichtsentwicklung Ihres Babys im Auge behalten. So haben Sie beide im Blick, wie diese bis zum ersten Wachstumsschub verläuft. Haben die Kleinen ihr Geburtsgewicht wieder erreicht, nehmen sie normalerweise pro Woche 100 bis 150 Gramm zu.

Auch Ihre eigene Ernährung ist in der Stillzeit besonders wichtig

Anders sieht es natürlich aus, wenn ein gestilltes Baby in den ersten 14 Tagen - oder danach - ausschließlich ab- oder fast gar nicht zunimmt. Dann wird Ihre Hebamme darauf schauen, wie es um Ihre eigene Ernährung steht. Essen Sie tagsüber ausreichend? Bekommen Sie genug Kalorien, Eiweiß und gesunde Fette? Außerdem wird Ihre Hebamme mit Ihnen besprechen, wie oft Sie Ihr Kind stillen und vor allem dessen Trinkverhalten beobachten.

Wenn hier alles stimmt, wird Ihre Hebamme Sie vielleicht bitten, mal etwas Milch abzupumpen. Das hilft zu klären, wie viel Milch Ihr Körper innerhalb von zwei bis drei Stunden bildet. Und die Hebamme kann sehen, ob zum Beispiel der Fettanteil in der Milch ausreicht. Gegebenenfalls, wird Sie Ihnen Tipps für Ihre Ernährung geben: So unterstützen etwa Haferflocken- und Hühnersuppe sowie kräftige deutsche Hausmannskost die Milchbildung.

Sollte die Muttermilch allein einem Baby tatsächlich mal nicht reichen, wird die Hebamme Ihnen sagen, wie viel Milch Sie mit dem Fläschchen zufüttern können. Im Einzelfall kommt es vor, dass Kinder auch weit über den 14. Tag hinaus nicht zunehmen. Entscheidend ist dann, welchen Eindruck ein Kind macht: Sieht seine Haut gesund und rosig aus und schläft es entspannt für zwei bis vier Stunden? Oder ist das Baby unruhig, seine Haut wirkt welk, das Kind meldet sich öfters und scheint dann hungrig zu sein? Je nachdem kann es sinnvoll sein, ganz aufs Fläschchen umzusteigen. Das entlastet dann auch die Mütter, weil sie sich weniger Sorge um ihr Kind machen.

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