Was ist eine Kaisergeburt?

Kaisergeburt

© fotolia, Corbis

Seit Ende vergangenen Jahres ist in den Medien von einer neuen Geburtsmethode die Rede: Der "Kaisergeburt", die gerne als sanfte Variante des Kaiserschnitts bezeichnet wird. Wie auch sonst heute bei vielen Kaiserschnitten, ist die Mutter dabei wach.

Die Schmerzausschaltung erfolgt durch das Einspritzen des Mittels im unteren Rückenbereich (Spinalanästhesie). Was anders ist: Kurz bevor das Baby herausgehoben wird, ziehen die Ärzte den quergespannten Sichtschutz zur Seite. So können die Mutter und der neben ihr am Kopfende sitzende Vater sehen, wie erst das Köpfchen und dann der Körper des Kindes zur Welt kommt. Außerdem wird das Baby noch vor dem Abnabeln gleich der Mutter auf die Brust gelegt, beide können sich sofort begrüßen. Normalerweise wird das Baby, nachdem es geboren und abgenabelt ist, der Hebamme übergeben. Ist alles in Ordnung, zeigt diese es der Mutter und legt das Kind dann neben ihren Kopf. Auch so kann die Mutter also sehr bald ersten Kontakt zu ihrem Kind aufnehmen.

Die Ärzte, welche die Kaisergeburt entwickelt haben, betonen: Die Eltern müssten keineswegs damit rechnen viel Blut oder die Schnittwunde zu sehen. Der eigentliche OP-Bereich sei gar nicht so groß und bleibe weitgehend abgedeckt. Und die werdende Mama darf sogar etwas mitpressen, wenn das Kind herausgehoben wird.

Die meisten Hebammen sind allerdings dennoch skeptisch. Für sie bleibt ein Kaiserschnitt ein schwerwiegender chirurgischer Eingriff, der Notfällen oder aus medizinischen Gründen geplanten Kaiserschnitten vorbehalten sein sollte. "Es ist eine Illusion, dass eine Operation sanft und irgendwie natürlich sein kann", sagt Susanne Steppat, Beirätin für den Angestelltenbereich im Deutschen Hebammenverband. "Die so genannte Kaisergeburt könnte den seit Jahren anhaltenden Trend zu immer mehr ‚Wunschsectios' verstärken", befürchtet sie. Ein Kaiserschnitt müsse aber immer der letzte Schritt sein, da die möglichen gesundheitsschädlichen Folgen für Mutter und Kind nicht unerheblich seien. Das Kind aus der schmalen Schnittöffnung heraus auf die Welt zu heben, erfordere außerdem Erfahrung und könne für die Frau trotz der Spinalanästhesie unangenehm sein. Und auch eine Kaisergeburt ist immer noch eine OP, bei der es, wenn auch selten, Komplikationen geben kann.

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