Mit welchen Reflexen kommt ein Kind zur Welt?

Mit welchen Reflexen kommt ein Kind zur Welt?

© fotolia, Igor Stepovik

Neugeborene Babys sind von Natur aus mit einigen Reflexen ausgestattet, die ihr Überleben sichern helfen. Die wichtigsten davon entwickeln sich schon um die Mitte der Schwangerschaft herum.

Die folgenden Reflexe werden bei der ersten Untersuchung des Babys nach der Geburt ebenso überprüft, wie bei den späteren Vorsorgeterminen beim Kinderarzt.

Überlebenswichtig: der Saugreflex

Der Saugreflex wird in der 26. Woche angelegt. Er ist sehr wichtig, damit das Kind später an der Brust gut saugen und sich so ernähren kann. Der Saugreflex besteht bis in den vierten Lebensmonat hinein, im Schlaf tritt er sogar noch im sechsten Lebensmonat auf. Babys üben das Saugen bereits im Bauch ihrer Mutter: Im Ultraschall sehen die werdenden Eltern manchmal, dass ihr Kind an einem Finger oder am Daumen saugt.

Der Suchreflex bildet sich in der 28. Schwagerschaftswoche und ist in der 34. Woche auslösbar. Er hilft, dem Baby, die mütterliche Brustwarze zu finden: Hat das Kind Hunger, dreht es seinen Kopf suchend hin und her - solange, bis es etwas findet, woran es saugen kann. Zum Beispiel einen Finger oder beim Anlegen die Brustwarze. Der Suchreflex besteht bis in den dritten Lebensmonat hinein.

Der Greifreflex: die kleine Hand hält alles schnell fest

Der Greifreflex an Handen und Füßen ist etwa ab der 29. Schwangerschaftswoche auslösbar. An der Hand ist die Reaktion sehr schnell, sie schließt sich, sobald die Handinnenfläche berührt oder etwas hineingelegt wird. Für Eltern ist es sehr berwegend, wenn Sie ihrem neu geborenen Kind einen Finger reichen und seine kleine Hand diesen sofort festhält. Der Greifreflex am Fuß führt dazu, dass die Zehen eine Greifbewegung ausführen, sobald die Fußsohlen berührt werden. Diese Reflexe sind wohl ein Überbleibsel aus lange zurückliegenden Zeiten, in denen sich die Kleinen - ähnlich jungen Äffchen - an ihren Eltern festhalten mussten. Der Handgreifreflex ist noch im vierten bis sechsten Lebensmonat auslösbar, der Greifreflex an den Füßen sogar noch im achten bis zehnten.

Auch der Moro-Reflex wird vom Kinderarzt kontrolliert

Der Moro-Reflex entwickelt sich in der 32. Woche der Schangerschaft, auslösbar ist er ab der 36. Woche. Ärzte und Hebammen überprüfen diesen Reflex, wenn das Baby auf dem Rücken liegt. Sie heben den Oberkörper des Kindes etwas an, sein Kopf wir dabei natürlich mit einer Hand gestützt. Dann lassen sie das Kind plötzlich leicht nach hinten fallen, was den Reflex auslöst: Die Arme des Kindes öffnen sich und fallen nach hinten, dann kehren sie wieder in die gebeugte Ruhehaltung zurück. Dieser Reflex ist bis in den dritten oder vierten Lebensmonat hinein aktiv.

Der Galand-Reflex ist ab der 35 Schwangerschaftswoche auslösbar und besteht bis in den dritten Lebensmonat hinein. So wird er ausgelöst: Das Baby liegt in Bauchlage auf der Hand des Erwachsenen. Führt man nun einen Finger parallel seiner Wirbelsäule von oben nach unten, bewegt sich das Kind seitlich in Richtung der Berührung.

Der Schreitreflex hält sich bis in die 8. Lebenswoche

Wichtig ist auch der Schreitreflex, der sich ab der 37. Schwangerschaftswoche zeigt und bis in die achte Lebenswoche hinein anhält. Um den Reflex zu überprüfen, hält man das Kind am Oberkörper so aufrecht, dass seine Fußsohlen leicht die Unterlage berühren. Daraufhin machen Babys Schreitbewegungen. Sehr gut ist dieser Test auch als Krabbelreflex zu testen. Dafür liegt das Kind auf dem Bauch, seine Beine sind angewinkelt. Gibt man mit den Händen nun leichten Druck an die Fußsohlen, stoßen sich die Kinder mit den Händen nach vorne.

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